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Mittwoch, Februar 01, 2012

Kind seiner Eltern

Heute musste ich Little Q.s Stoffbiber mit ins Büro nehmen.

(Ja, okay, weil Sie so nett fragen, sage ich Ihnen, wie es dazu kam: Little Q.s wollte seinen Biber heute mit in die Kinderkrippe nehmen. Das wäre heute aber denkbar blöd gewesen, weil im Moment spielzeugfreier Kindergarten ist, d.h. der Biber hätte nur in die Krippe, nicht aber in den Kindergarten mitgedurft. Dazu kam, dass Little Q. heute ausnahmsweise zwar wie immer in der Krippe frühstückte, aber dann nach dem Kindergarten nicht zu Mittagessen und Nachmittag in die Kinderkrippe zurückgekommen wäre, sondern mit seiner Freundin direkt zu ihr zu Hause, Geburtstag feiern ging. Also hätte er den Biber doch mit in den Kindergarten nehmen müssen. Zusätzlich hatten sie heute Kindergartenturnen, d.h. er hätte den Biber, der ja wegen spielzeugfrei im Rucksack hätte bleiben müssen, erst in den Kindergarten, dann in die Schulturnhallenumkleide, dann wieder zurück in den Kindergarten, dann zu der Freundin nach Hause auf den Kindergeburtstag schleppen müssen. Und noch dazu musste er eh schon dran denken, zusätzlich zum Kindergartenzeug von heute die normale Kindergartentasche, die er gestern dort vergessen hatte, wieder mit heimzunehmen. Also ich ihm heute morgen um sechs das alles also erklärt hatte und dass ich ausserdem keine Lust hätte, heute Abend den verlorenen Biber, ohne den er sicher nicht einschlafen könnte, in KinderkrippeKindergartenSchulturnhalleNachbarshaus zu suchen, da liefen die Q.schen Augen voller Wasser...... Und erstaunlicherweise hat der Vorschlag, den Biber doch ein Praktikum bei mir im Büro machen zu lassen, einen hysterischen Zusammenbruch verhindert. Also. Jetzt aber zu meiner eigentlichen Aussage):

Die klitzekleine Anweisungstirade ("Gell, Mami, gibst ihm aber schon was zu Essen, oder? Apfel hat er gern, aber hetz ihn nicht beim Essen, der hat ein bisschen komische Zähne, da dauert das Essen ein bisschen. Und manchmal vergisst er, dass er Hunger hat, also, auch wenn er nix sagt, spätestens, wenn Du was zu Mittag isst, solltest Du  ihm auch was geben, Süssigkeiten darf er nicht so viele, aber ein kleines Dessert schon. Und Kaffee hat er noch nie probiert, aber das kann er schon, halt nicht so viel auf einmal. Und schau, dass er einen warmen Platz hat, weil er hat ja dem Stoffaffen sein T-Shirt geliehen und jetzt hat er nur sein Fell, das ja schon recht dick ist, aber halt weniger als mit T-Shirt"), die Little Q. mir mit auf den Weg gab, hat mich an jemand erinnert: an mich ("Gell, Q., ich hab dir für den Waldtag die Regenhose in den Rucksack gepackt, du musst sie aber nicht anziehen, wenn es trocken ist. Wenn es regnet, wenn Du von der Krippe in den Kindergarten läufst, dann zieh sie am besten schon dort in der Garderobe an, ansonsten hilft dir bestimmt eine von den Kindergartenlehrerinnen, wenn Du sie erst im Wald anziehen willst und nicht gescheit über die Schuhe kriegtst. Setz dich auf jeden Fall auf die Unterlage, sonst hast du einen nassen, kalten Hintern und wenn irgendwie die Socken nass werden, zieh dir für den Nachmittag in der Krippe trockene an.....")

Aber ich habe natürlich auf meinen Sohn gehört, nur hat der Biber seine Koffeinsucht entdeckt (und mein Bürokollege seinen Spieltrieb) und so hat er nicht nur meinen Kaffee ausgetrunken, sondern auch den von ihm (aus der coolen FC St Pauli-Tasse):


Tja. Little Q. hat aber nciht nur Verhaltensmuster von mir geerbt oder übernommen, nein, zB in seinem Umgang mit Krankheiten, wie sage ich das jetzt, ohne dass der Haussegen schief hängt......., ist er immer noch ein echter Mann. (Wobei der Hübsche noch nie in bittere Tränen ausgebrochen ist, wenn er am Abend eines anstrengenden Tages Kopfweh und leicht erhöhte Temperatur hatte. Und ja, ich verstehe, dass man traurig ist, wenn man vielleicht morgen die Kindergartengeburtstagsfeier der Freundin verpasst. Aber bei "Mami, woher merkt man eigentlich, wenn man Krebs hat?", da wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll.....) Also: ein Löffel Ibuprofensirup und eine Nacht drüber schlafen, dann schauen wir mal, wie es hier morgen laufen wird.... Ich hoffe bloss, der dank Kaffeeinferno hellwache Biber lässt ihn in Ruhe schlafen ;-)

6 Kommentare:

  1. Wow. Und wie gut von Ihnen, dass Sie das alles so schoen behalten koennen. Na klar verstehe ich jetzt, wie die Erbmasse verteilt wurde.
    Ich liebe es, wenn Sie Little L.'s Aussagen in Switzer-deutsch schreiben (meine Tochter war mal fuer einen Tag allein in der Schweiz - lange Geschichte - und hoerte Schweizern mit Kindern im Park zu. Sie kam zurueck und meinte, wenn Schweizer Eltern mit ihren Kindern reden, hoert sich es an, als ob sie sie anspucken.)
    Ich musste so lachen, dass es bis jetzt noch ganz frisch in der Erinnerung ist.

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  2. You made my day! *gacker*
    Einfach köstlich....

    Lieben Gruß
    Natalie

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  3. herrlich!

    die Bibergeschichte rettet meinen Tag ;-)

    ich drück die Daumen das es dem Kind besser geht wäre ja Schade um den Kindergeburtstag!

    sei lieb gegrüßt
    anja

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  4. Wie süß...
    Die Sorge des Sohnes um den Biber und der Biber auch *schmelz*

    Ich bin krank und sitze mit Laptop auf dem Sofa und jetzt will ich auch so einen Biber *schiel*

    LG KaTe

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  5. ein so, so schöner Beitrag, liebe Frau Brüllen! ich liebe Little Q. und seine Wortschwälle und freue mich immer, wenn mein Vierjähriger jetzt auch langsam so anfängt :-)

    Jetzt aber erstmal gute Besserung für den kleinen Herrn, und ein dennoch entspanntes Aufpeppel-Wochenende!

    liebe Grüße aus Frankfurt, Dorothee

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