Freitag, Dezember 08, 2017

Grosseltern

Gestern wurde bei Twitter gefragt, womit die Grosseltern ihren Lebensunterhalt verdient haben und die Kaltmamsell will es noch genauer wissen bzw hat selber noch genauer überlegt.
Kurz und bündig sieht es bei mir so aus:






In der Langform haben alle vier Grosseltern zunächst im Sudetenland gelebt, sehr nah beieinander. Was sie dort gemacht haben, weiss ich gar nicht so genau, aber dann kam der zweite Weltkrieg und zumindest einer der beiden war Soldat, wurde verwundet und landete in russischer Gefangenschaft. Bei dem anderen ... weiss ich gar nicht so genau. Er hatte dann später einen steifen Ellbogen, aber woher das kam... keine Ahnung. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Sudetendeutschen ja vertrieben und die einen Grosseltern landeten in Österreich und später dann in Regensburg, wo mein Grossvater ein Fotogeschäft aufmachte. Meine Oma und auch die drei Söhne halfen im Geschäft, bis ihre Berufsausbildungen sie in ganz andere Richtungen führten, die Liebe zur Fotografie bliebt immer.
(Grade gesehen: von der Familie hat seit Jahrzehnten niemand mehr was damit zu tun, aber das Atelier existiert immer noch unter demselben Namen)
Typischerweise existieren fast keine Fotos, auf denen mein Regensburg-Opa zu sehen ist, dafür umso mehr, die er geschossen hat.


Der erste von vielen Atelierbesuchen


Die anderen beiden sind mit mehr oder weniger nix (ich habe die Geschichte, wie sie unter Lebensgefahr noch mal zurück sind, um die Bettdecken zu holen, sehr oft gehört) in einem Weiler neben Laaber gelandet. Mein Opa (ich finde, er sieht ein bisschen aus wie ein "guad beinanderer" Tony Soprano) hat in der Papiermühle dort gearbeitet, meine Grossmutter hat als Schneiderin in einem grossen Regensburger Bekleidungsgeschäft gearbeitet. Vong der Vereinbarkeit her war das auch spannend: meine Mutter und ihre Schwester waren viel bei der Nachbarin, mein Vater und seine Brüder bei der "Zugehfrau".






Meine "Laaber"-Oma habe ich leider nie richtig kennen gelernt, als ich nämlich ca zwei war, wurde bei ihr early-onset-Alzheimer diagnostiziert und ich kenne sie nur sehr verwirrt.


Mittlerweile sind alle vier schon lange, lange tot und ich finde es sehr schade, dass ich wir uns nicht mehr als Erwachsene kennengelernt haben und über viele, viele Dinge nicht so gesprochen haben, wie ich das heute gerne tun würde.




Tägliche Selbstbeweihräucherung (gestern habe ich vergessen, aber ich war gestern Geburtstagskind, da haben mich alle von aussen beweihräuchert, das passt schon): ich habe heute wie eine Beklopppte gekocht und gebacken und das Buffet morgen wird super!