Donnerstag, Oktober 09, 2014

Heidi for a day

Gestern haben wir essen (flammkuchenzutaten, what else, ausserdem kaffee,  brot und milch), wechselkleider, kuscheltiere, fussball und lesestoff zusammengepackt und haben uns mit fünf kindern zwischen drei und neun zu fuss auf den weg noch weiter in die berge gemacht. Der weg war so, wie man das mit kindern so kennt: irgendeiner hatte immer hungerdurstkeinelustmehrauflaufen, unterwegs wurden die rucksäcke schwer (ich hatte keinen treckingrucksack dabei und so mussten auch alle kinder ernsthaft tragen helfen), andererseits wurden eventuell kristallhaltige steinbrocken, stöcke, blumen und eine radkappe mitgenommen.
Oben angekommen wurden wir von einer herde kühe begrüsst, nach kurzen anlaufschwierigkeiten lief der holzofen auf hochtouren, die kinder eroberten brunnen und werkstatt. das orange-netz verliess mich leider auf einmal, ausserdem war der akku leer und die solarbatterie des maiensäss ging für die zahnputzbeleuchtung drauf. Wir haben auf dem holzofen kaffee gekocht, die kinder (und irgendwann dann auch uns, aber ich war mir zwischendrin njcht sicher, ob wir von den 15 grossen fernand-böden, die wir mitgenommen hatten, auch nur ein fitzel bekommen würden, so haben die kinder gespachtelt) mit flammkuchen (speck, nature, pizza und für uns grosse feigenkürbisziegenkäse) abgefüttert, little q. war hin und weg vom riegel an der tür, dem wasserholen am brunnen, von den fensterläden, little l. war überzeugt, dass der aufgehende vollmond entweder die sonne oder ein sehr großer Scheinwerfer sei.  Wir haben dann bei vollmondbeleuchtung und kuhgebimmel in der bergluft geschlafen, am nächsten morgen in erstaunlicher kälte am brunnen zähne geputzt und (wegen saisonende) das gefrühstückt, was da war, aber wir waren die helden mit brot, butter und ovipulver, und mit kaffee und bergpanorama bin ich eh wunschlos glücklich.
Naja, danach wurden in der werkstatt walkietalkies, flugsaurier, mehr schwerter zusammengenagelt, irgendwann kam dann der abholservice incl. Katzenbesuch und ich war auf dem rückweg echt überrascht, wie weit der weg tatsächlich war.
Auch wenn ich nicht viel geschlafen, viel geschleppt und nicht geduscht habe: das war ein unglaubliches erlebnis!