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Mittwoch, Mai 06, 2009

Frau Brüllen goes Geburtshaus

Nein, es wurde kein Kind da drin vergessen, aber es ist soweit: es geht dem Speck an den Kragen. An sich sind es nur noch 2.5 kg bis zu Vor-Little-L.-Gewicht und 5.5 kg bis zu meinem Zielgewicht (oder aber 9.5 kg bis zu meinem Alltime-low (aber ein BMI von 18.1 ist vermutlich ein bisschen wenig), aber die Konsistenz.... kuschlig, würde ich sagen.
Und so wurde gestern der Fitnessstudio-Vertrag reaktiviert und heute war ich das erste Mal im Rückbildungskurs. Im Geburtshaus im Nachbardorf.
Was soll ich sagen... zum einen wurden Vorurteile widerlegt:
nix mit Erdfarben, Jute, Räucherstäbchen und nur wenig Kerzen.
Die Hebamme, die den Kurs leitet wirkt eher wie eine Aerobic-Instructorin als eine Erdmutter und Armeschwingen/Beckenkreisen zu Katie Melua liegt mir auch eher als im Kreis stampfen zu afrikanischem Getrommel (das gabs im letzten Kurs).
Aber es wurden auch Vorurteile so schön bestätigt, dass es fast schon langweilig wurde. So hätte ich fast blind die Namen der Kinder den Namen der Mütter auf der Teilnehmerliste zuordnen können (Cheyenne und Dylan passen doch hervorragend zu Jacqueline, oder? Und wenn die dann noch mit blondierter, dauergewellter zu einem Oberkopfpuschel auftoupierter und zusammengebundener Mähne, Pornoschaufeln und gefühlt 14 kg Strass um den Hals aufkreuzt, tja, dann ist das fast schon zu viel.)

Die Erstlingsmütter hatten übrigens die viel leidenderen Blicke und die grösseren Augenringe ;-)

In diesem Sinne.... hoch mit dem U-Muskel ;-)

Sonntag, April 19, 2009

Wer hat noch nicht,

wer will nochmal? Ich habe nämlich fertig.
Hier gibt es nun eine Zuammenstellung meiner Schwangerschaftsklamotten.
(Sehr ungebügelt und unprofessionell fotografiert....)

Mittwoch, April 08, 2009

Der Umstände halber abzugeben

nein, nicht unser schlafloser jüngster Sohn, sondern:

1 Persona-Verhütungscomputer incl. 6 Stäbchen (ICH würde den niemals zum Verhüten verwenden, dazu ist mir das Ding zu unsicher. Für das Gegenteil hat uns das gute Stück allerdings zweimal gute Dienste geleistet)

und

1 Clearblue-Digital-Schwangerschaftstest (ist ja ein Doppelpack und der erste war ja so was von positiv...), allerdings noch einer ohne Wochenangabe.

Also, wer möchte? (Gibts gegen Porto).

Und falls jemand Interesse an Umstandskleidung (36/38) hat, da habe ich einiges (dank unserer "Kinderplanung" für alle Jahreszeiten) und wir würden uns sicher irgendwie einig.

Montag, April 06, 2009

Epilogue


Epilogue, originally uploaded by Prozac74.

Als kleines Update hierfür.
Und zum Mutmachen für Mama Miez, wenn ich sie schon schockiert habe: nur dank tatkräftiger Unterstützung von Milka und Haribo habe ich immer noch knapp 5 kg mehr als vor der Schwangerschaft, Little L. allerdings 300g mehr als letzte Woche. So passen mir die meisten Hosen aus unschwangeren Zeiten, Little L. werden seine 56er-Kleider allerdings knapp.

Donnerstag, April 02, 2009

Der Tag, an dem Little L. unsere Familie komplett machte

"Mal sehen, ob dieses Kind überhaupt raus will...
LG
K."

beendete ich am 24. März meine Mail an Frau Rage, klappte den Laptop zu und stand vom Esstisch auf, um Little Q. aus der Krippe abzuholen. Und just in diesem Moment hatte ich wieder so ein Schwapp-Gefühl.
Mir war relativ klar (auch wenn ich den Hübschen bis zur Bestätigung durch die Hebamme dauernd damit genervt habe, dass ich mir nicht ganz sicher sei...), dass das wohl der Startschuss war (Meinen zweiten Tag Mutterschaftsurlaub hatte ich grösstenteils schlafend im Bett verbracht und mich, ich gebe es zu, tatsächlich ein bisschen gelangweilt. Ich hatte mich schon auf dem Rest der Woche mit Little Q. daheim gefreut und damit abgefunden, dass Little L. wohl noch auf sich warten lassen würde).
Leicht vor mich hintröpfelnd machte ich mich also auf den Weg (sind ja nur 300 m) zu Little Q.s Krippe und rief unterwegs den Hübschen an, der mich (jaja) erstmal wegdrückte. Auf die folgende SMS "Ich glaub, ich tropfe. Komm mal besser heim, aber kein Stress. Bussi K." würgte er dann seine Chefin auf der anderen Leitung recht kurz angebunden ab und machte sich brav auf den Weg.
Little Q. hatte an dem Tag extra mit der Lehrtochter in der Krippe ein Pappherz für mich gebastelt, weil er auf einmal am Nachmittag das heulende Elend ("Wo ist meine Mami, ist sie schon im Spital?") gekriegt hatte. Die Krippendamen hatten schon übersinnliche Kräfte vermutet und mich am Gebären... (ich hab ihnen vom Tröpfeln aber lieber mal nichts gesagt...).
Daheim kamen wir dann ziemlich zeitgleich mit dem Hübschen an und planten den Abend: Au-el Familie Bescheid geben, dass wir Little Q. nach dem Abendessen vorbeibringen, duschen, abendessen, niemandem sonst Bescheid geben, reicht ja, wenn wir nervös sind.
Als wir Little Q. diesen Plan mitteilten, waren wir erst nervös, dass er nach dem heulenden Morgen und Nachmittag evtl. gar nicht so begeistert wäre, jetzt noch aushäusig zu schlafen. Als er aber hörte, dass sein kleiner Bruder wohl in dieser Nacht zur Welt käme, sprang er in Tom-Cruise-Manier auf dem Sofa auf und ab, umarmte und abwechselnd und grölte: "Ich freu mich so, ich freu mich so."
Gegen 19:00h machten wir uns also (noch total wehenfrei) auf den Weg in die Grossstadt, lieferten Little Q. ab, machten noch ein paar Spässchen mit den Au-el Eltern und checkten gegen viertel vor acht im Frauenspital ein. Ganz anders als bei Little Q. war die Geburtsstation fast ausgestorben, so dass sich "unsere" Hebamme richtig Zeit für uns nehmen konnte. So wurde also mein Blasensprung bestätigt, der Muttermundbefund war "sehr weit hinten und gut fingerdurchlässig" (autsch), ein CTG geschrieben (nüscht), die Anästhesistin zur Vorbesprechung der PDA für alle Fälle (ich hatte da ja noch den hehren Plan, evtl. in der Wanne und ganz ohne PDA zu entbinden) organisiert.
Nette Anekdote am Rande: die Anwesenden taten sich so unendlich schwer mit unserem Namen, dass ich auf die Frage der Anästhesistin "Sind Sie Frau "nuschelnuschel"?" nur mit "Ja, bin ich" antwortete. Dass sie eigentlich ganz jemand anderen gesucht hatte, stellte sich erst heraus, als die Akte, die sie dabei hatte, so gar nichts mit mir zu tun hatte.
Von der Hebamme wurde mir ja angekündigt, dass, sollte sich die nächsten 24 Stunden nichts tun, die Wehen eingeleitet würden. Ich war schon drauf und dran, den Hübschen zum Schlafen heimzuschicken, als es dann so gegen neun, halb zehn doch relativ zackig mit noch recht harmlosen Wehen alle fünf Minuten losging. Wir gingen also ein bisschen laufen, die nächtlich still da liegende Geburtsstation in Zweiminutenpaketen besichtigen. Die Kinderspielecke (für wen bitte?), die Rohrpoststation für dringende Blutplasmalieferungen, die verschiedenen Gebärsäle (nur einer war besetzt, an dem (aussen) angebrachten Schild "Bitte Ruhe, Geburt!") erkennbar) mit allem möglichen Schnickschnack (Wanne, Romarad, Gebärhocker, der, in dem Little Q. zur Welt kam mit nix ausser Bett, glaube ich), drei bereitstehende Inkubatoren/Wärmebettchen für Frühgeburten/Problemfälle (haben mich, fertig wie ich war, direkt zum Heulen gebracht), zwei OPs (einer davon belegt, wie sich später rausstellen sollte), und eine Frau mit Wehen unter einem Notausgangschild, all das schöne Motive für einen fotografierwütigen Mann. (Bis auf das eine Wehenbild wurden alle Bilder mit einer ach so fröhlichen Frau Brüllen entweder vor dem Einsetzen der Wehen oder aber nach Legen der PDA und vor den Schlusswehen gemacht, also in Situationen, wo man wenigstens für die Kamera schon noch mal grinsen kann). Während dieser Zeit wurden die Wehen doch langsam unangenehm (v.a. weil ich gefühlt alle 10 Sekunden auf die Toilette musste und weder rennen noch der Toilettengang an sich ist mit Wehen ein Spass), so dass wir uns gegen halb 11 mit der Hebamme (kurz vor Schichtwechsel zum neuerlichen Untersuchen/CTG trafen. Ernüchterndes Ergebnis für mich: knapp 2cm, dafür aber, juhu, deutliche Wehen auf dem CTG. Als letzte Amtshandlung der scheidenden Hebamme bekam ich noch einen Zugang gelegt und zwei Schmerzzäpfchen (Buscopan und Benuron) , die ziemlich genau gar nichts bewirkten.
Die Nachthebamme war (ist sie immer noch ;-)) sehr jung, aber sehr kompetent, freundlich, einfach toll. Sie liess das CTG extra noch zwei Wehen länger laufen, damit wir was zum Einkleben ins Fotoalbum haben.
Danach hiess es wieder: laufen. Hat noch weniger Spass gemacht als vorher.
Gegen viertel vor 12 sind wir dann gemeinsam in den Gebärsaal mit der schon eingelassenen Wanne umgezogen. Die Wehen waren nun mittlerweile so heftig, dass die Hebamme mich immer wieder zum klassischen "atmen, atmen, einfach alles rauslassen" ermunterte (wenn das mal so leicht wäre... ich hatte eher das Gefühl, solche Schmerzen einfach nicht auszuhalten, egal ob mit oder ohne Atmen, Tönen, whatever.)
Nach dem Anlegen von wasserdichtem CTG-Equipment durfte ich also in die berühmte Wanne (jetzt weiss ich es also: man geht da splitterfasernackt rein, findet nichts schlimmes dabei, auch wenn man eher ein gschamiger Mensch ist, weil einem eh alles so weh tut, dass einem der Rest der Welt sowieso gepflegt den Buckel runterrutschen kann. Ich wurde dann noch zeitweise mit einem Handtuch abgedeckt, was ich aber relativ bald abgeworfen habe, weil mir einfach so heiss war, obwohl die Wanne nur lauwarm war). Im ersten Moment war das ein Segen: man hängt gemütlich, fast schwerelos in einer Art aufgeblasenem Stillkissen und kann endlich entspannen. Tja, und dann kam die erste Wehe. Und tat weh. Mindestens genauso sehr wie draussen. Nur, dass ich jetzt fast schwerelos im Wasser dümpelte und mich nirgends dagegenstemmen oder festkrallen konnte (doch, an den Griffen seitlich. Dabei habe ich mir, glaube ich, irgendwas im rechten Daumengelenk gezerrt). Während also die Hebamme und der Hübsche noch fachsimpelten, ob denn tatsächlich Kinder in dieser Wanne zur Welt kämen ("Naja, wenn man sooooo früh reingeht, dann wahrscheinlich eher nicht. Aber zum Entspannen ist das super."), war mir eigentlich klar, dass ich das Ganze ohne PDA nicht schaffen würde. Ich hatte allerdings immer noch die "knapp drei Zentimeter" von der Untersuchung direkt vor dem Wanneneinstieg in Erinnerung und das schien mir schon arg memmenhaft, da nach einer PDA zu fragen...(bzw. ich hatte Angst, dass die Hebamme mir sagen würde, das wäre viel zu früh). So dümpelte ich also vor mich hin, während der Wehen redeten der Hübsche und die Hebamme auf mich ein, hielten Händchen und ich.... bekam zwar alles mit, war aber durch die Schmerzen so absorbiert, dass ich wohl kaum noch reagierte (ich bin, glaube ich, in den Wehenpausen auch ein bisschen eingeschlafen), so dass der Hübsche mich auf einmal ganz unsanft am Arm rüttelte, um nachzusehen, ob ich evtl. am Ertrinken wäre ;-). Das Ganze war so anstrengend, dass ich in den Wehenpausen am ganzen Körper zitterte, wie jemand, der in die Steckdose gegriffen hat. Im Wasser hatte das was von einem Zitteraal.
Ich war so geschwächt, dass ich nicht mal protestierte, als die Hebamme mit homöopathischen Kügelchen ankam, die dafür sorgen sollten, dass der Kopf von Little L. stärker nach unten drückt (allerdings war mein Mund durch das dauernde "Atmen, Atmen" so trocken, dass sie sich gefühlte Stunden überhaupt nicht auflösten).
Gegen halb eins war ich so am Ende, dass ich, 3cm hin oder her, nach der PDA verlangte. Tja, hätte ich mir das mal eher überlegt: Die Anästhesistin ("Und keine Sorge, wenn es nicht gerade eine Massenkarambolage mit ganz vielen Schwerverletzten gibt, dann haben Sie in spätestens 20 Minuten ihre PDA") war mit einem Kaiserschnitt beschäftigt.
Ich muss sagen, als ich diese Nachricht kam, war ich wirklich am Verzweifeln. Ich sehnte mich so sehr nach der Schmerzlinderung, die bei der Geburt von Little Q. so wunderbar funktioniert hatte, und die Wehen waren für mich so unaushaltbar, dass ich den Tränen nahe war.
Die Hebamme erkundigte sich nach ca. 10 Minuten noch einmal, wann denn mit der Anästhesistin zu rechnen sei: in ca. 20 Minuten. 20 Minuten können endlos sein, v.a. wenn es dann insgesamt doch 80 Minuten werden... Wie auch immer, um ein Uhr wurde das Experiment "Wanne" abgebrochen und ich kroch mehr schlecht erst auf den Wannenrand und dann schön langsam zwischen den Wehen die Stufen nach unten.
Tja, und diese superjunge Hebamme tat nun etwas, nach dem ich nie zu fragen gewagt hätte und etwas, das mich die Stunde Wartezeit auf die PDA ertragen liess: sie spritzte mir einen Wehenhemmer. Ich bekam nicht einmal das befürchtete Herzrasen, nein, ich konnte einfach auf dem Bett liegend, gemütlich eingemümmelt in eine warme Decke, entspannen, sogar so sehr, dass ich fast wegdöste. (Vielleicht hatte sie auch einfach Angst, laut dem Hübschen habe ich nämlich unflätig geflucht, als die angekündigten 20 Minuten immer länger wurden)
Kurz vor 2:00h kam endlich die Anästhesistin und legte direkt los: im Vergleich mit den Wehenschmerzen waren die angekündigten Schmerzen bei der örtlichen Betäubung (die insgesamt viermal gespritzt werden musste) und das Legen der eigentlichen PDA ein Klacks. Ich war so müde, dass ich nicht mal gross Angst vor der eventuellen Lähmung etc. hatte (das Angebot des Hübschen, ein kleines Video vom Stechen zu drehen, lehnte ich trotzdem ab).
Die Anästhesistin hatte mich zwar vorgewarnt, dass es sein könnte, dass diese zweite PDA nicht so gut wirken könnte wie die erste, aber ich war schon etwas enttäuscht, dass ich nach wie vor meine Beine recht gut spüren konnte und auch ein Kältetest nur geringe Unterschiede zwischen betäubt und unbetäubten Körperregionen ergab. Nichtsdestotrotz war die nächste Stunde erträglich, d.h. ich spürte die Wehen nicht nur, sondern sie taten auch ziemlich weh, aber im Vergleich zu vorher waren sie auszuhalten (vom wimmernden Wesen in der Wanne, das aus Angst vor der nächsten Wehe am liebsten abgetaucht wäre war ich wieder zur Naturwissenschaftlerin geworden, die schnell herausfand: jede Wehe dauert ungefähr 10 lange Ausatemzüge, danach wird es wieder besser. )
Gegen 3:00h kam die Hebamme zurück, stellte fest, dass ich zwar schon noch Wehen hatte, allerdings ein bisschen zu wenig. Nach Rücksprache mit der Ärztin und einer neuen Kontrolle ("Knapp 6 cm" na super...) wurde der Wehentropf angehängt und ich auf die rechte Seite gedreht, damit Little L. evtl. besser den Ausgang fände. (Beim Tasten konnte sie vor lauter Haaren auf dem Kindskopf nicht feststellen, wie Little L. lag)
Tja, und dann ging es los: Wehen praktisch ohne Pause und sehr schnell mit einem deutlichen Druck nach unten. Anstatt also brav die vereinbarte halbe Stunde zu warten, musste der Hübsche schon nach 10 Minuten die Hebamme zurückklingeln. Und dann, tadaaaa, binnen nur 10 Minuten war ich von 6cm bei 10 cm angelangt (und genau dann ging auch der Schleimpfropf ab, das ist also nicht unbedingt was, auf das man, wenn man sich dem Entbindungstermin nähert, warten muss, es geht auch ohne. Bzw. mit) und durfte mitarbeiten. Die Schmerzen waren zwar grenzwertig, aber das Gefühl, dass es nun endlich vorangeht, machte sie erträglich.
Ich hatte also meine Füsse gegen die nun dazugekommene Ärztin und die Hebamme gestemmt, der Hübsche hielt mir Hand und Kopf und kurz, nachdem ich das Gefühl hatte, zu zerreissen (man erinnere sich an den Kopfumfang), war zuerst das Köpfchen und in der nächsten Wehe dann der gesamte Little L. da. Dieses Gefühl, wenn da ein richtig echter Mensch in einem Rutsch und mit einem Schwall Wasser ganz warm aus einem herausglitscht, das ist wirklich unbeschreiblich. Die Sekundenbruchteile zwischen dem ersten Blick auf dieses graulilaglitschige Menschlein, das da reglos in den Armen der Hebamme liegt und dem ersten Schrei, die zogen sich für mich endlos. Aber schon im nächsten Augenblick hielt ich das warme nasse Bündel im Arm. Little L. schaute uns aus grossen dunkelblauen Augen an und in dem Moment wusste ich, dass Frau ... äh ...Mutti recht hat: Liebe ist immer genug da. Dieser kleine Mensch (direkt nach der Geburt übrigens ein absoluter Klon seines grossen Bruders) hat sofort seinen Platz in unseren Herzen erobert.
Die nächste Stunde war seltsam zweigeteilt. Auf der einen Seite hatte ich mein niegelnagelneues, wunderschönes Baby auf und an der Brust (und wurde zweimal angepinkelt) und schwebte im 7. Himmel, auf der anderen Seite wuselten eine hektische Hebamme und eine nervöse Ärztin um mich herum, weil sich meine Gebärmutter trotz voll aufgedrehtem Wehentropf nicht zusammenziehen wollte und ich dementsprechend nicht aufhörte zu bluten. Immer wieder drückte mir die Hebamme fest auf den Bauch (autsch), worauf das Blut nur so herausschoss. Ich allerdings war so im Endporphinrausch, dass ich vom Kopf her zwar wusste, dass das alles wohl nicht so super war, trotzdem machte ich mir absolut keine Sorgen und war nur glücklich, dass mein perfektes Baby endlich da war. Einen Haufen Medikamente, ein Eispack auf dem Bauch, viel Blut (das hat der Hübsche auch nicht dokumentiert) und zwei Stunden später war Little L. gewogen, gemessen, gewaschen, angezogen, ich blutete nur noch normal und durfte sogar noch im Gebärsaal duschen. Der Hübsche informierte seine, ich meine Mutter (sie war übrigens arg enttäuscht, dass wir sie erst ---6.15h --- jetzt informierten), der Hübsche machte sich langsam auf den Heimweg und Little L. und ich wurden stolz wie bolle auf der Mutter-Kind-Station abgeliefert.

Little L. sieht zwar aus wie sein Bruder, vom Wesen her ist er aber ganz anders: er ist richtig ruhig. Im Krankenhaus waren wir wohl eines dieser Mutter-Kind-Pärchen, das die anderen Mütter hassen: Ich hatte keinen einzigen Riss oder sonstige Verletzung, brauchte nach einem Tag keine Schmerzmittel mehr, Little L. schlief die meiste Zeit, jammerte nur bei Hunger, verdrücktem Pups oder steckengebliebenem Rülpser, trinkt wie ein Weltmeister, nahm nur 5% ab, hatte bei Entlassung (einen Tag eher als geplant) nahezu Geburtsgewicht, schlief in der Nacht nach dem Stillen problemlos wieder ein.... ein Traum. (So schön, dass ich mich schon zu fragen begann, ob da wohl alles in Ordnung sein könne...). Little L. war also sehr bald als ruhiges Baby bekannt, so dass der Kinderarzt fragte, ob er seine Studenten zur Erstuntersuchung mitbringen dürfe. Er durfte und die armen vier hatten eine stressige Zeit: Little L. verschlief zwar alles, aber vor Eltern, die mit Argusaugen auf ihren Jüngsten achten, auf die Fragen ihres Ausbilders zu antworten, dabei das Baby nicht kaputt machen und sich vom grossen Bruder ("So, du bist also der Bruder vom Little L.?" "Ja, der grosse!") Vorträge über die Vorzüge des Berufs des Feuerwehrmanns im Vergleich zu Kinderarzt halten zu lassen ("Weiheil, weisch, da Füerwehrmaa het au no a Axt. Damit chann der ALLES ufhackche!"), ist nicht ganz einfach.

In Sachen Niere ist nicht viel passiert. Wie zu erwarten ist die Kommunikation zwischen den einzelnen Abteilungen nicht die beste: so dauerte es zwei Tage, bis ich zum Rekonsil bei den Urologen bestellt wurde. Dort wurde dann von einem... nicht so einfühlsamen Urologenassistenzarzt ohne jegliche Unterlagen erst festgestellt, dass die Niere nicht mehr gestaut sei (immerhin) und der Stein ja vermutlich weg sei und die Akte geschlossen werden könnte. Dann, auf Nachfragen, was denn wäre, wenn der Stein noch da wäre, wurde ein CT ohne Kontrastmittel empfohlen. Irgendwie kamen wir dann auf die von einem meiner früheren Urologenfreunde aufgebrachten Nierentumore (O-Ton Arzt: "Ja, nicht zu vergessen Blasentumore!"), die nur durch ein CT MIT Kontrastmittel gefunden werden könnten. Langer Rede, kurzer Sinn: einen Arzt, der eine frischgebackene Mutter mit den Worten "Jaja, so traurig das auch ist, das ist durchaus bekannt: Nieren- oder Blasentumore und Schwangerschaft..." aus der Sprechstunde entlässt, der sollte..... passende Strafe ist mir noch nicht eingefallen.
Nach Ausheulen beim Hübschen (bisher mein einziger Heultag), einem Gespräch unter Frauen mit der Au-el-Mami (ihres Zeichens ja Ärztin), genauem Nachfragen wegen Kontrastmittel und Stillen bei der gynäkologischen Oberärztin entschied ich mich dann endlich für ein CT ohne Kontrastmittel. Logischerweise klappte das nicht mehr in meiner Zeit im Spital, so dass das Ganze in drei Wochen ambulant gemacht wird und damit diese leidige Geschichte hoffentlich endlich zuende ist.

Hier zu Hause klappt alles wunderbar: Little Q. ist der stolzeste grosse Bruder der Welt. Nachdem er in der Woche vor Little L.s Ankunft den Mittagsschlaf abgeschafft hat, ist er nun am Verhandeln, um auch den Nachtschlaf abzuschaffen. "Grosse Brüder müssen nämlich nicht schlafen. Ich muss doch die ganze Nacht den Little L. beschützen."
Little L. ist ein grösstenteils ruhiger Geselle, der zwar trinkt, als ob es kein Morgen gäbe (Stillen klappt übrigens sehr gut, die wunden, blutenden B.rustwarzen und die Stillhütchen haben wir uns diesmal gespart.), aber ausser bei Hunger, einem verdrückten Pups oder Rülpser ist eigentlich Ruhe. Nuggi und Kinderwagen findet er nicht soooo toll, Tragetuch und die Dondolo-Hängematte sind dafür die places to be. In der Nacht verlangt er zwar alle 2 Stunden nach Nachbetankung, da er sich aber problemlos im Liegen stillen lässt und danach ohne Mucks in seinen Babybalkon umzieht (gepimpt mit einer Art Schlafmuschel aus Stillkissen und Decke, damit er nicht reinruscht), ist das absolut in Ordnung.
Der Hübsche ist auch beim zweiten Mal ein toller Vater (und Ehemann, der Frau und kleines Kind auch mal am Nachmittag schlafen lässt und mit dem grossen Kind den Rasenmäher auftankt, mäht, Kuchen besorgt und so Männersachen ;-) macht)
Gestern hatten wir unseren ersten Au-el-Tag, dank der beiden Väter, die frei hatten, war das ein richtig volles Haus bei uns (btw: ein wunderbarer Spruch von Little Q.: "Endlich ist unser Haus auch voll, so wie bei den Au-els.") von morgens um halb zehn bis abends um sieben. Nächster Plan für uns zwei Familien mit insgesamt fünf Kindern: gemeinsamer Konsulatbesuch in Zürich nächste Woche zum kollektiven Anmelden ;-) (Aussage von der Passstelle: bitte so biometrisch wie möglich).

Zum Abschluss gibt es nun noch ein paar Fotos der wunderbar kompletten Familie:

Meine Männer:

Fast alle in einem Bett, beim ersten Besuch im Krankenhaus


Brüder unter sich:


Endlich daheim:


Sonntag, März 29, 2009

36 Weeks That Changed A Lot

Ich bin wieder da! Vielen Dank für die Millionen Glückwünsche!
Eigentlich wollte ich ja jetzt eine ausführliche Schilderung meiner Sicht der Dinge (von wegen heitere Gelassenheit, zumindest, bis das Kind da war) tippen, aber Little L. hat seine wachen 30 Minuten und die muss ich geniessen.
Deswegen noch ein paar Bilder:



36 Weeks That Changed A Lot, originally uploaded by Prozac74.


Dienstag, März 24, 2009

Elterngespräch

morgens im Bad:

"Kam er eigentlich heute irgendwann in der Nacht?"
"Nö, erst um viertel vor sechs."
"Geht ja eigentlich."
"Mhmm."

Was nicht so gut geht, ist eine Nacht mit nie mehr als einer halben Stunde Schlaf am Stück, entweder wegen Alpträumen (schon mal Ihrer Mutter alles gesagt, was Sie ihr sagen wollten und es war genauso schlimm wie es in echt gewesen wäre?), schnarchendem Ehemann (er kann ja nix dafür, aber er ist echt laut), Wehen, Murraytritten oder dringenden Toilettenbesuchen.

Deswegen gehe ich jetzt noch mal schlafen, während der Hübsche einen kleinen Zornnickel, der heute erst geschnallt hat, dass ich daheim bleibe, in die Krippe verfrachten darf.

Montag, März 23, 2009

Allein daheim

der erste Tag allein daheim....natürlich schon fest verplant: Hausputz, solange ich Lust dazu habe, dann zum Mittagessen lauter kind- und stilluntaugliche Sachen, dann einen Römö-Rock für mich (gestern abend schon zugeschnitten, mein erster Reissverschluss, ich bin slightly nervös) und den Rest bis zum Kindabholen Pause mit einem Stapel Jo Nesbö-Büchern. Noch später dann das Montagstrio aus den Hausweibern, Greys und Dr. House.
Niere wurde im Laufe der Nacht wieder einigermassen, ansonsten wurde gestern viel Frischluft getankt (incl. Bunkerbesichtigung im Dorfwald und "Angeln" ein einem lehmigen Waldweiher. Leider habe ich den Teil mit dem "Kinderschuhe nach dem Trocknen auch wieder putzen" vergessen, so dass Little Q. heute mit sehr.... rustikalem Outfit in die Krippe ging....)
Erstaunlich übrigens, wie erholsam so ein Sonntag-auf-Montag-Schlaf sein kann, wenn man sich zum ersten Mal seit Monaten nicht bei jedem Aufwachen geistig an den Arbeitsplan für eben diesen Montag macht ;-)

Sorry übrigens für alle, die auf ein Sonntagskind getippt haben, vielleicht gibt es ja in 6 Tagen noch eine Chance ;-).

Sonntag, März 22, 2009

Doch noch was echt witziges

Nierenschmerzen. Richtig ordentlich.

Von wegen

Davon ist übrigens absolut gar nichts eingetreten (Die Projektdeadline war sogar schon eher). Ausser, dass meine Trauzeugin und Schulfreundin an dem Tag Geburtstag hatte, was ich in der Liste, aber nicht in echt vergessen hatte.
So, merkt man, dass mir langsam die Ideen für witzige "Hach, immer noch nichts"-Einträge ausgehen?
Obwohl, einen habe ich noch: ich muss heute gleich auf einen Barhocker klettern (lassen), um aus dem Apothekenschränkchen neues Elevit zu holen, weil ich alter Fuchs ja (wieder) genau bis zum Entbindungstermin abgezählt hatte.

Samstag, März 21, 2009

Die letzten vierzig Wochen

Es hat sich schon was getan, oder?
Von 4+0 mit 63.0 kg (das fand ich damals mindestens 3 kg zuviel...), 75.5 cm an der dicksten Bauchstelle und 87.5 cm Oberweite

zu 40+0 mit 76.4 kg, 104 cm Bauch und 100 cm Oberweite
(Der Bikini stammt aus den Flitterwochen auf Maui und hält nur noch so lala).

Mal sehen, ob es das 41+0-Bild noch geben wird.
Auf jeden Fall wird es noch eine schöne Bildergeschichte geben, wenn das Material komplett ist.

Romantiker

"Ich liebe dich so gern." sagt das Kind, bevor es mit dem Vater Richtung Gutenachtgeschichte verschwindet.

(Ansonsten: nichts neues an der Babyfront. Dafür einen leicht fiebrigen Mann.)

Freitag, März 20, 2009

Schwingungen und so

Es heisst ja immer, dass Kinder Stimmungsschwankungen und sowas mit ganz feinen Antennen wahrnehmen. Irgendwo im Kind werden diese Schwingungen dann in Dampfhammeraktionen umgewandelt. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass Little Q. seit neuestem wieder Einschlafterror veranstaltet und ab 2:03h im Halbstundetakt mit seinem gesamten Bettzeug angedackelt kam und wahlweise aufstehen wollte oder aber zu uns ins Bett.....
Ansonsten: einer dieser frustrierenden Frauenarztbesuche um den Termin herum: alles zu, kein Anzeichen, dass in nächster Zeit irgendwas losgeht, kein Buckelchen auf dem CTG , bis nächsten Freitag, selbe Zeit. (Und das, wo ich gestern bei jedem heulenden Topfmodel echt Wehen hatte. Und das will was heissen, bei der Heulfrequenz)

Donnerstag, März 19, 2009

Versuchung.

Als heute nachmittag die Tanklampe aufblinkte, war ich kurz schon versucht, aufs Tanken zu verzichten und noch eine Runde zu fahren, bis die Nadel ganz am Anschlag steht. Wäre doch super: mit Wehen erst mal das Auto auftanken müssen.
Aber ich bin ja feig.
(Immerhin bei Little Q. den Coolness-Faktor des Berufsstandes der Chemiker erhöht: wir haben die Gefahrstoffsymbole für Benzin besprochen und Little Q. war ganz begeistert, dass sich Chemiker mit sowas wie Totenköpfen, toten Fischen und Explosionen auskennen.)

Spocht.

Nachdem der Tag mit der Au-el Familie bei dem traumhaften Wetter gestern (hach, was sind meine Batterien aufgeladen) draussen trotz viel Bewegung nichts an Wehen angekurbelt hat, hoffe ich heute aufs Kinderturnen ;-).
Genau dabei (ebenso beim Wochengrosseinkauf) wäre ein Blasensprung nicht ganz so super.
Vielleicht Wehenbeginn heute bei den Topfmodels, das ist so wenig hirnfordernd, da könnte ich gut auf Zeitabstände achten.
Ansonsten: mal sehen, was die Ärztin morgen sagt.

Mittwoch, März 18, 2009

Volles Programm

heute, deswegen wirklich nur ein ganz kurzes: nüscht mit Naturwissenschaftlerkind (aber wir sind ja tolerant), so wie es aussieht.

Dienstag, März 17, 2009

Snail Mail Spam

Gestern bei uns im Briefkasten. Handschriftlich.
Das ist schon fast schön.


(Das war jetzt mal der Piep für heute. Ich habe nämlich beschlossen, dass das meine letze Arbeitswoche vor Baby ist, dementsprechend mein letzter Tag im Büro, dementsprechend, Sie wissen ja.)

Montag, März 16, 2009

Wunschtermin

für Wehenbeginn oder Blasensprung:

  • entweder heute nachmittag während der Telefonkonferenz mit dem Kunden, am liebsten als Antwort auf eine unangenehme Frage ("Tschuldigung, ich krieg grad ein Kind, ab genau jetzt dürfen Sie meine Stellvertretung fragen.")
  • oder morgen, wenn die Abteilung des Hübschen von den zukünftigen Besitzern unter die Lupe genommen wird ("Tschuldigung, meine Frau kriegt ein Kind. Sind Sie in zwei Stunden noch da?")

(Bei den doch recht schmerzhaften Wehen heute nacht und morgen kam mir dieser Absatz aus Little Q.s Geburtsbericht wieder in den Sinn:

"ich hatte ja bis zum Ende kein bisschen Angst vor der Geburt und war dann
doch überrascht bis überwältigt davon, wie weh Wehen tun. Mein Hübscher hat es
gut auf den Punkt gebracht:“Was hast du denn gedacht, dass die anderen Frauen
alles Weicheier sind?“ Naja, ich muss gestehen, das habe ich wohl, gehofft
zumindestens.")

Sonntag, März 15, 2009

Rechenspielchen

Wir wären ja keine Naturwissenschaftlerfamilie, wenn wir diese Schwangerschaft nicht genau wie die letzte genau dokumentiert hätten, d.h. jede Woche wurde ein Bauchbild (jugendfrei und auch nicht) in genau der selben Position aufgenommen, Gewicht, Bauch und Brustumfang in einer Excel-Tabelle dokumentiert.
Wenn man nun diese Daten mit den Daten aus Little Q.s Zeiten vergleicht, laufen die Kurven bis auf die "Kotzerei-Senken" beim Gewicht diesmal exakt parallel (bis auf 100g Differenz).
Tja, und wenn man sich die Daten dieses Wochenendes (Brustumfang 100cm, Bauch 104 cm, Gewicht 76.6 kg) ansieht, entsprechen sie genau den Daten von drei Tagen vor Little Q.s Geburt. Also, rein wissenschaftlich sollte Murray am Mittwoch da sein ;-).

Freitag, März 13, 2009

Nicht zu leugnen

Anscheinend klingt meine Stimme sehr ähnlich der meiner Mutter.
Als ich heute das klingelnde Telefon nicht rechtzeitig erreichte, meldete Little Q. brav danach: "Es war die Oma. Sie hat gesagt, dass sie im Moment nicht daheim ist und dass du nach dem Piep was sagen sollst. Machst du das jetzt?"

(Ansonsten: kaum Wehen, kein Mittagsschlaf, ein satansbratenartiges Kind, dafür eine Stunde Nachmittagsschlaf, während der der Hübsche den Satansbraten durch Frischluftzufuhr zu unserem Kind zurückverwandelte, heute abend: Generalversammlung des Elternvereins der Krippe im Ort. Gilt das als Statusmeldung?)