Samstag, März 25, 2017

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study_of_development_2 pt.08

Mein lieber Lennibenni,
heute ist Dein achter Geburtstag. Vor einer Woche kam Dein Mincousin zur Welt und ich musste mir beim Bilderanschauen eingestehen: so niedlich ich dich immer noch finde, Du bist kein Baby mehr. Kein bisschen. Das ist aber auch nicht schlimm, kein Mensch möchte ewig niedlich sein.
Du hast Dich im letzten Jahr zu einem richtig coolen Jungen entwickelt. Für Dich besonders wichtig war (und das sieht man auf dem Foto richtig gut :-)), dass Dir endlich die Milchzähne auszufallen begannen. Während die ersten Freunde schon im Kindergarten stolz ihre Zahnlücken zeigten, ging es bei Dir bis zum Ende der ersten Klasse.
Überhaupt: Schule. Das machst Du total selbständig und ... mit links. Ich kriege das alles gar nicht so mit und bin dann immer überrascht, was Du alles kannst, was Du Dir alles selber hergeleitet hast und wieviel Du weisst. Eine Zeitlang gab es immer mal wieder Extrawege zur Schule, weil Du die Hausaufgabenmappe oder irgendwas anderes vergessen hattest, aber auch das gehört mittlerweile der Vergangenheit an.
Du hast immer noch Deine allerbesten Freunde von ganz von Anfang an in der Kinderkrippe, aber auch unter den Kindern, die Du erst in der Schule kennengelernt hast, hast Du Freunde gefunden.
Du wirkst zwar sehr ruhig, aber wenn Dir etwas nicht passt oder Du Dich ungerecht behandelt fühlst, dann kannst Du richtig wild werden. Das überrascht dann manchmal Leute, die Dich dank Deiner grossen blaugrauen Augen und dem hübschen Grübchen in die Schnuckischublade einsortieren.
Du liebst das Geräteturnen und Deine Wölfligruppe. Ich geniesse den Weg durch den alten Dorfkern jeden Montag nach dem Turnen, diese Zeit gehört nur uns beiden.
Du bist ein ganz grosser Tierfreund (besonders Hunde haben es Dir angetan) und hast echt ein Händchen für Vierbeiner.
Ich bin so froh, dass am Ende der ersten Klasse der Leseknoten so geplatzt ist, dass Du mittlerweile im gleichen Tempo wie Little Q. Bücher verschlingst. Die Damen in der Dorfbibliothek kennen Dich nun schon sehr gut und wundern sich nicht mehr, wieviele Bücher Du jeden Samstag nach Hause schleppst.
Du bist auch nach wie vor ein Frühaufsteher. Obwohl Du jetzt auch jeden Abend bis 21:00h lesen darfst und das auch ausnutzt, bist Du doch immer vor dem Weckerläuten wach und leistest mir (lesenderweise) beim Frühstück Gesellschaft oder aber (am Wochenende) du kuschelst Dich mit dem Kindle aufs Sofa, während der Rest der Familie noch schläft. Was Du von mir geerbt hast, ist definitive die unterirdische Laune bei Unterzucker. Anders als ich gehst Du damit ziemlich zivilisiert um und sagst zB "Ich würd jetzt am liebsten lostoben, aber das liegt wohl nur daran, dass ich hangry bin, ich esse mal eine Banane."

Mein lieber kleiner grosser Lennibenni: bleib so, wie Du bist, das ist perfekt so!
Ich hab Dich lieb
Deine Mama 


Freitag, März 24, 2017

Geburtstagsvorbereitungsgeräusch

Morgen ist es ja so weit: Little L. wird 8. Und wenn man am Samstag Geburtstag hat, dann feiert man natürlich direkt am eigentlichen Geburtstag (ich dachte ja, er würde die Pfadi-Übung ausfallen lassen, aber er war letztes Mal so begeistert und anscheinend gibt es morgen eine Fortsetzung, also wird Little L. einen Teil seines Geburtstags im Wald verbringen :-)).
Dementsprechend haben der Hübsche, Q. (der sich fast so sehr auf den Geburtstag freut wie L.) und ich den ganzen Nachmittag ohne nervöses Geburtstagskind Zeit, alles für die grosse Lennywood-Party vorzubereiten.
Diese Party wird irgendwie eine mit recht wenig Vorbereitung, soweit ich das jetzt abschätzen kann.
Wir haben heute Blumen besorgt und pusten Ballons auf, weil Little L. seit er sprechen kann, darauf besteht, dass ein Geburtstag nur dann ein Geburtstag ist, wenn es gelbe Blumen auf dem Tisch gibt und "Ballöner".
Gleich gehe ich Geschenke einpacken (ich sags mal so: es könnte sein, dass ich aus der Furby-Sache nichts gelernt habe und wir noch was besseres in petto haben :-))
Morgen stellen wir das "LENNYWOOD-Sign" auf, bereiten den roten Teppich, die Fotowand, den Kinosaal, Buffet, Matratzenlager, Mitbringselboxen und Frühstück für den nächsten Morgen vor, und zack, fertig. Upsi. Vielleicht ist es doch noch ein bisschen zu tun. Ich bin dann mal Kuchen bepinseln.

Donnerstag, März 23, 2017

Donnerstag

Nach dem Obermittwoch folgte heute eine Art Überdonnerstag :-), sozusagen das krasse Gegenteil.
Nachdem sich der Tag gestern nach Waten in Honig anfühlte, war es heute eher Ditschen über eine Wasseroberfläche.
Ich sass den ganzen Tag konzentriert an zwei Dingen (es gibt weniger, was ich weniger gern mache als die Ziele für das neue Jahr in das Bewertungstool einzutragen. Und zwar nicht, weil ich keine Ziele habe oder nicht weiss, was ich im nächsten Jahr tun soll, es ist nur jedes Jahr ein unendlicher Krampf, in welchem Format und wie man das Ganze auf die übergeordneten Ziele beziehen soll oder nach Produkten sortieren oder die Key Accountabilities sollen mit rein, aber auf keinen Fall die Job Description kopieren, naja. So halt.) und obwohl den ganzen Tag von den verschiedensten Seiten dringende Zwischenfragen, Bonusaufgaben, Zusatzinfos auf mich einprasselten, hatte ich nicht das Gefühl, abzusaufen, sondern es war wie früher, wenn man in einem Jump'n'Run-Spiel in einer Art Flow runterfallenden Baumstämmen ausweicht, über Abgründe springt, mit einer Drehung noch einen Stern einsammelt (halt das, was ich bei SuperMario überhaupt nicht kann):


"Tipptipptipp, Wo finde ich Korrosionsdaten zu dem letzten Produkt, das Du in Deinem alten Job betreut hast? Suchsuchweiterleit, tipptipptipp Wo sind die Sicherheitsrisikoanalyse von einem anderen Produkt, das im Nachbarbetrieb produziert wurde? Linkweiterleit tipptipptipp SchluckKaffee, Fehler entdeckt, gemeldet, Rückfrage bekommen, beantwortet, tipptipptipp, Hast Du die Liste für Deine andere Produkte auch überprüft? Ja, alles super. ADE auch, oder nur MDD? ADE ist für unsere Zwecke irrelevant. Ah, sicher? Ja, Ok, danke. Tipptipptipp, Für was brauchen wir den den ADE-Wert¨üerhaupt? Erklärerklär, tipptipptipp, Wir haben die Ordner gefunden, nach denen Du gefragt hast, willst Du den Inhalt haben? Ja, bitte. unsicher, ob jetzt zwei Kisten mit staubigem Archivmaterial oder viele Dateien bei mir ankommen, fast ein wenig enttäuscht, dass es die Dateien sind, lesleslesles, das Gesuchte finden, Ansprechsperson ausfindig machen, nachfragen, tipptipptipp Sind die Dokumentenversionen im Data Room für Produkt A aktuell? überprüfen, nein, sind sie nicht, neue Version hochladen, Änderungen markeiren, tipptipptipp, Bist Du Dir sicher, dass wir den ADE-Wert nicht brauchen? Ja, immer noch. Und auch, dass die MDD-Werte falsch sind? Ja. Wo steht das? Hier, schau, das sind maximal 20 Tabletten am Tag. Hm. ok. Tipptipptipp, Brauchen wir nach dem Upgrade eine neue Materialnummer für das Produkt B? Nein, weil ..., tipptipptipp, tipptipp, Seid ihr Euch wirklich sicher, dass Ihr dieses Jahr kein neues Produkt C braucht? Ja, weil ... Und dass die Vorlaufzeit reicht? Ja, weil .... tipptipptipp"


So unrecht hat meine Mutter nicht, wenn sie meinen Job mit "Also eigentlich tippst Du den ganzen Tag nur am Computer rum, oder?" umreisst.


Und so ging das den ganzen Tag und ich bin total guter Dinge nach Hause gegangen.
Geht doch :-)

Mittwoch, März 22, 2017

Mittwoch

Ich mag Mittwoche nicht. Das hat nichts mit dem Tag an sich zu tun, auch nicht mit der Mitte der Woche, es ist einfach immer ein mühsamer Tag, weil Little Q. am Abend Unihockeytraining hat und deshalb erst um ca 20:30 nach Hause kommt. L. und ich essen immer schon früher zu Abend, weil HUNGER! Kaum ist L. also im Bett, kommt Q. nach Hause, es wird nochmal aufgetischt und kaum ist Q. dann nach Essen, Auspacken, Duschen, Packen für den nächsten Tag im Bett, kommt dann irgendwann der Hübsche vom Sport nach Hause und es wird wieder aufgetischt, gegessen, geräumt, trallala und bis ich den Verpflegungs- und Räumteil des Abends in meinem Kopf endgültig abschliessen kann, ist es irgendwie nach 23Uhr. (jajaja, jeder räumt sein Zeug allein weg, ich koche auch nicht dreimal, meist gibt es Flammkuchen in verschiedenen Frischegraden, aber es ist halt nicht wie sonst jeden Abend um 19:30h alles hakendranfertig.


Das sind also normale Mittwoche. Heute war ein Obermittwoch, erstens war der Tag bei der Arbeit schon unglaublich anstrengend. Nicht wegen irgendwas speziellem, an einem anderen Tag wäre ich mit Rückenwind über die politischen Wellen hinweggesurft, anstatt wie heute mühsam zu versuchen, den Boden nicht unter den Füssen zu verlieren. An einem anderen Tag hätte ich mich über eine skurrile Feuerwehraktion, die superdringend Recherche in Archiven und Erinnerungen erforderte, als Abwechslung zu Routineaufgabe gefreut, anstatt mich darüber zu ärgern, dass diese Aktion überhaupt nicht nötig ware, wenn vor 20 Jahre die Dinge richtig dokumentiert worden wären. Aber heute war ja ein Obermittwoch.


Ich dachte ja, dass meine Laune spätestens beim Heimkommen klettern würde, weil ich da mein sehnlich erwartetes Colourpop-Paket von der Post abholen würde, aber .... leider waren von 10 Lidschatten 6 total zerkrümelt und zerbrochen. (BTW: ich habe binnen einer Stunde eine dicke Entschuldigung und die Ankündigung einer Ersatzlieferung bekommen, also: alles super).


Obermittwoch heist ausserdem, dass der Freundesvater, der normalerweise die Kinder am Mittwoch vom Unihockey abholt, krank ist und dementsprechend kam zusätzlich zum allmittwöchlichen ewigen Abfüttern noch ein Abholweg hin und zurück dazu. Immerhin liess sich der gut mit dem um 19:00h stattfindenden Elternrathock des Pfadiabteilung verbinden, für den ich L. und mich eh extraschnell abfüttern musste. Immerhin fand L., dass er mit Telefon und Netflix supergut anderthalb Stunden allein daheim bleiben könnte.


In meine Obermittwochslaune hinein überreichte mir der Hübsche dann mit ganz bleichem Gesicht die Post und meinte nur: "Dein Brief ist da." Es handelte sich um den Befund der Muttermalschnippelei und ich muss gestehen, ich hatte das schon vollkommen verdrängt (also nicht die Schnippelei, man sieht die Stellen ja noch sehr deutlich, auch wenn ich nicht mehr umkippe, aber eben dass das noch nicht erledigt war.). Der Hübsche allerdings nicht und er hatte sich wirklich Sorgen gemacht, ob da nicht eine Hiobsbotschaft auf uns warten würde. Tat es aber nicht, ich habe noch kurz "Melanozytäre Compund-Naevi" gegoogelt und mache jetzt wirklich einen Haken dran. Und als ich dann sah, wie erleichtert der Hübsche war und wie sehr ihn das belastet hatte, kam ich mir schon total doof vor wegen meiner Obermittwochsstimmung.


Und lustigerweise hat mich dann die Sitzung des Pfadielternrats, auf die ich ehrlich gesagt (MITTWOCH!!!) überhaupt keine Lust gehabt hatte, von meiner Laune kuriert. Es war so eine Freude, mit den Leitern zu planen und vorauszudenken und zu sehen, wie sie sich reinhängen, um ein richtig grossartiges Projekt (dazu beizeiten mehr!) auf die Beine zu stellen. Und das an einem Mittwoch.

Dienstag, März 21, 2017

Geerdet

Nach einem langen, langen tag ist mein kopf leer bzw übervoll. Auf dem weg zum bahnhof überlege ich, ob es wirklich erst heute morgen war, dass ich einen echten frachtbrief für das superburschi-willkommenspaket ausgefüllt habe, bin froh, dass ich morgens wenigstens ein paar der dinge auf der to-do-liste erledigen konnte, während im hintergrund die anforderungsliste des internen audits, das zur zeit läuft, durchtickerte.
Ich beschliesse, in zukunft den spritzen, die medikamenten für kinder, die als saft verabreicht werden, öfter beiliegen, viel mehr aufmerksamkeit zu schenken und schmunzle innerlich darüber, dass letztens jemand in meiner elterntimeline vermutete, ein hersteller hätte die spritze gewechselt, um geld zu sparen. Solche wechsel macht niemand freiwillig und sie sparen nie, nie, nie geld. Heute hat das eine produktteam über eine stunde über solche spritzen diskutiert.
Danach eine stunde lang REACH und ICHQ3D, danach 2 stunden das nächste produkt, das neben allen technischen problemen auch noch politisch hoch aufgeladen ist.

Ich bin froh, dass ich den tag überstanden habe, bin milde genervt davon, dass der bleistiftrock zwar super gut passt, aber erstens sehr dreckanfällig ist und zweitens nicht zum gehen, geschweige denn zum laufen gemacht ist und immer weiter nach oben rutscht.

Meine füsse tun weh, ich habe zwar an die kaltmamsell gedacht und stiefeletten zum heimgehen eingepackt, aber es ging alles so lang, dass ich nicht mehr zum wechseln kam und jetzt auf den 8cm stilettos heimlaufe.

Egal, es war trotzdem ein guter tag. Ich freue mich auf die jungs, überlege, ob wir noch brot fürs abendessen daheim haben, wahrscheinlich nicht, Bäcker geht sich nicht mehr aus, aber ich glaube, wir haben noch Pitabrot zu Hause, das mögen gefüllt mit Gedöns alle.
Vor mir läuft eine frau, die ihre flauschigen weissen haare mit einee glitzrigen spange zusammengefasst hat. Mittendrin kringelt sich eine rosa strähne. Ich denke an daily pia und ihren hidden rainbow und überlege, ob loreal mit den colorista-haarfarben einen genialen coup gelandet hat, oder ob faschingsspray in rosa und blautönen und ein drogerieabklatsch der directions-tönungen doch keine goldgrube sind. Ich bemerke, dass die frau eine zur haarsträhne passende jacke mit flauschkragen trägt und bin gespannt, ob das makeup auch dazu passt, ich mag das ja sehr, wenn man sieht, dass ein outfit durchdacht ist.
Ich überhole also, und wende meinen blick im vorbeigehen zur seite und während ich noch die abstimmung von blush, lidschatten und lippenstift bewundere, da zieht die frau geräuschvoll einen lungaharing nach oben und spuckt mit schmackes auf den boden der bahnhofshalle. Immerhin auf die mir abgewandte seite, farblich aber gar nicht passend, das muss ich leider in der b-note abziehen.




Montag, März 20, 2017

Er ist da!

So, der kleine Superburschi hat also nur gewartet, bis der Deckenthriller aufgelöst war!
Gestern abend kurz vor Schlafengehen kam die Nachricht, auf die wir alle gewartet hatten: die Familie hat ein neues Mitglied! (Und, hallelujah, ich bin so froh, dass es damals (TM) noch kein WhatsApp oder sonstige Messenger-Dienste gab. Ich weiss noch, wie gestresst ich war, als alle Naselang jemand wissen wollte, ob das Kind schon da ist, aber Familienchatgruppen geben dem Ganzen dann noch eine ganz neue Dimension :-)).


Und gestern abend gab es dann neben der Tatsache "Alles super, und ganz toll, dass es jetzt rum ist" erst mal noch nix weiteres, und so rechnete ich bei der WA-Nachricht des Hübschen mit dem Text: "Er ist schon nicht klein" ehrlich gesagt mit einem Bild vom Superburschi und technischen Daten und nicht damit:



(das Auto auf dem Firmenparkplatz des Hübsche aus dem Bürofenster fotografiert)
Aber weil der Superburschi ja nicht unser Burschi ist, ist das leider alles an Bildmaterial, was es dazu an dieser Stelle geben wird. Sorry.

Sonntag, März 19, 2017

Sonntag

Wir warten immer noch.
Neben den üblichen Wochenendaktivitäten wie gemütlich frühstücken






aufräumen, Saugroboter durchs Haus schicken, Sendung mit der Maus schauen










Kind zum vorletzten Unihockey-Meisterschaftsspieltag begleiten







mit dem anderen Kind Kuchen backen und essen










habe ich die Zeit genutzt, um das Willkommenspaket für den Superburschi zu packen.


Neben dem klassischen Baby-Anzug und diesen beiden Büchern (Affiliate-Link) für die Eltern, einem Matchsack für Zeug, kommen noch von Q. und L. ausgesuchte Rassel bzw. ein Schnuffeltuch (Affiliatelink)(oder "Nuschi", wie der Schweizer sagt) dazu, genau den Hasen, den Little L. seit dem Tag seiner Geburt liebt. Also: in neu, nicht den vom Laster überfahrenen und mehrfach geflickten und fast kaputtgeliebten eigenen, dazu.




Ausserdem eine gestrickte Babydecke, die eine etwas skurrile Geschichte hat:
Ich habe vor einiger Zeit von meiner  kleinen Schwester grosse Wollmengen geschenkt bekommen, unter anderem eine wunderbare Merino-Baumwoll-Mischung in wollweiss. Und als im Januar mal wieder durch dieses Lace-Buch (Affiliatelink) blätterte, fiel mir das Muster für eine Babydecke mit eingestrickten Blumen und Schmetterlingen auf. Ich zählte schnell die wollweissen Knäuel und legte los. Das Garn ist viel dicker als normales Lacegarn, das Muster, obwohl es vielleicht kompliziert aussieht, echt einfach und so ging das gut voran.






Ich habe wie immer jeden Abend beim Seriengucken dran gestrickt und die angefangene Decke dann auch für die Autofahrt zum Skifahren mitgenommen. Und als ich sie auf der Autobahn durch Tirol aus dem Stoffsack zog, dachte ich, mich trifft der Schlag: die Decke war gar nicht einfarbig wollweiss, wie ich dachte, sondern wollweiss-reinweiss gestreift. Im Kunstlicht. und nur da hatte ich sie bisher gesehen, fällt der Farbunterschied überhaupt nicht auf, aber im Tageslicht .... uaaaaah! (Jajaja, ich Weiss, man passt auf, dass die Farbnummern und am besten auch die Chargennummern übereinstimmen, aber das war ein Geschenk und ich hätte nicht gedacht, dass ich türkis, hellgelb, lila und halt zwei verschiedene Weisstöne in dem Geschenk hätte). Ich war echt kurz verzweifelt, weil ich hatte schon ca 50cm gestrickt und das wieder zurück bis auf 10 cm, wo der erste Farbwechsel kam... nooooooo! Der Hübsche hatte dann den wunderbar pragmatischen Vorschlag: "Färb das doch ein!" Gesagt, getan, ich hab weiter munter die Farbnummern ignoriert (im Nachhinein: super Sache, ich hätte von keener Einzelfarbe genug gehabt)), Farbe gekauft (Extra eine, wo "auch für Wolle und Seide" draufsteht), Farbfixierer gekauft, dann noch eine dunkle Farbe gekauft, für den Fall, dass man die gelblichen Streifen auch nach dem Färben mit "Azurblau" noch sehen würde, noch einen zweiten Farbfixierer gekauft, und irgendwann dann war die Decke fertig.


Und dann gab es ein Lehrstück in Sachen Internetkommunikation und dem, was mich daran nervt. Ich habe in ungefähr 3 Minuten Abstand Bilder von dem ungefärbten Stück



und dann dem vor sich hin ziehenden Färbegut gepostet.






Was ich nicht gepostet habe, war eine Frage, was ich denn tun solle, oder ob jemand einen Tipp hätte oder wie ich den Wolle jetzt färben könne oder was.
Neben mitfühlenden und sehr lustigen Kommentaren ("dreckige Hände beim Stricken" oder "In der verrauchten Beiz gestrickt?") kamen unzähligen Kommentare mit Tipps zum Färben, auch wenn die schon viel zu spat waren, weil das Zeug ja schon in der Suppe schwamm, Unkenrufe, dass man das bestimmt nachher noch sehen würde, "Bleiche"-Rufe.... und ja, jeder einzelne war bestimmt total net gemeint. In der Summe war ich aber echt unglaublich genervt, weil ich mir das erstens alles ziemlich gut überlegt hatte und zweitens in keiner Silbe um Rat gefragt hatte.

Nun ja. Gestern abend habe ich die feuchte Decke dann noch gespannt und war sehr, sehr nervös, wie das wohl aussehen würde (es gab ja nur noch Kunstlicht und da sah ja immer alles super aus), so dass der Hübsche mit einem Tageslichtblitz noch ein Foto machte und es sah alles ganz vielversprechend aus. Heute morgen dann schlich ich früh auf den Speicher und war sehr glücklich, dieses Bild posten zu können.

Und wie im dem ganzen die Krone aufzusetzen, kam dann doch tatsächlich NOCH ein Kommentar, dass das ja aber auch hätte schief gehen können, und man die Streifen schon noch hätte durchsehen können. Und ja, da wundere ich mich dann schon sehr. Und antworte nicht besonders erwachsen.
Aber egal, die Decke ist super geworden, ich hätte jetzt noch "Navy blue", um irgendwas einzufärben.....

Und jetzt, lieber Superburschi, es ist echt alles fertig, mach mal hinne und komm raus!
 







 





Samstag, März 18, 2017

Warten

Heute (vielleicht, oder morgen spätestens) kommt in Berlin der kleine Cousin von Q. und L. auf die Welt, auf den hier alle schon sehnsüchtig warten. Seit Tagen heist es hier ab dem Aufwachen "Gibt's was Neues vom Superburschi?"
Ich musste sehr an die beiden Male denken, die wir das erleben durften (und bin sehr froh, dass ich diesmal einen sehr, sehr passive Part einnehme :-))

Ansonsten waren wir das erste Mal mit dem neuen Auto soweit hinter der deutschen Grenze, dass wir endlich mal probieren konnten, ob das Datenroaming mti der Swisscom SIM-Karte im Auto funktioniert. Tut es. phew. Ich frage mich ja immer, ob ich ein bisschen hysterisch bin mit meinem "Oh Gott, das Auto ist so breit, da komme ich nie durch!", aber der Hübsche hat auch ordentlich geschwitzt beim Reinzirkeln in den Elektrolade-Parkplatz im Parkhaus und das Auto selber fand die Ausfahrt dann so eng, dass es es kurz vor der Schranke sagte "STOP", weil an allen Seiten weniger als 30cm Platz war.
Gute Nachricht dafür: es gab über Nacht ein Softwareupgrade und der Autopilot geht jetzt bis 90km/h und das reicht für Stadtautobahnverkehr in Basel und so bin ich heute vom Autobahnzoll bis zum Schweizerhalletunnel mit ganz ohne Lenken gefahren. Hui.
Ach, noch was: ich bin so eingeschweizert und so begeistert von dem adaptiven Tempomat, dass ich auf der A5 vor Freiburg heute auf einmal dachte, das Auto ware kaputt, weil der Tempomat keine Maximalgeschwindigkeit angab. Und ganz kurz wusste ich nicht, was tun :-).


(Jajaja, autolastig im Moment, ist halt so)

Freitag, März 17, 2017

Bombenidee

Heute war ich mittags mit den Jungs beim Ikea (ich taste mich an alle Tiefgaragen und Parkhäuser der Umgebung ran, es klappt alles superst und ich muss das T-Shirt nach dem Parken gar nicht mehr wechseln), wir haben Mittag gegessen, Deko für die Geburtstagsfeier (es gibt knallrote Badteppiche, die aneinandergelegt einen sehr flauschigen roten Teppich ergeben, ausserdem viele Solar-Lampions für eben die Party und den ganzen Sommer) gekauft und das Autoladen in der Tiefgarage dort getestet. Das ist schon ziemlich toll, es gibt da 8 Ladestationen, wo man mit bis zu 32A laden kann, man könnte sogar ein Ladekabel ausleihen. Wir haben natürlich eins :-).
Was ich aber zB nicht verstehe, ist, warum sich Leute, gerade wenn das Parkhaus halb leer ist, zu zweit mit zwei kleinen Verbrennungsautos auf einen Elektroladeparkplatz quetschen. Erstens: das ist nicht eurer und es ist angeschrieben, zweitens: warum? es gäbe so viele freie, besser gelegene, grössere als einen halben Parkplatz am hintersten Ende. Wir haben die beiden Falschparker mal ausrufen lassen (ich werde eine neue Fotorubrik auf den Handy einrichten: Nummernschilder von Falschparkern), weggefahren sind sie nicht. Auf Abschleppen lassen habe ich mal verzichtet, weil ja alle anderen E-Parkplätze frei waren, aber für die Zukunft ist das sicher eine Option. So haben wir beiden einen bösen Zettel unter den Scheibenwischer geklemmt.
Bei allem Echauffieren ist mir schon klar, dass das Luxusproblemchen sind, weil der nächste Supercharger nur 3 Minuten weit weg ist, weil wir ja auf den Parkplatz nicht angewiesen sind, ganz anders, als wenn es jetzt ein zugeparkter Behindertenplarkplatz oder eine Feuerwehrzufahrt oder eine versperrte Rettungsgasse oder so wäre.


Aber eigentlich wollte ich gar nicht so viel übers Auto schreiben, das sollte nur als Einleitung für die Schilderung einer pädagogische Meisterleistung dienen. Also. Ich war beim Fahren also noch nervös (rein, raus, Unterführung, eng, Kurve, Randstein, Zeug.) Und ja,  ich gebe es zu, ich brauche dann Ruhe im Auto. Ich bin auch ein "Machs Radio aus, sonst kann ich nicht rückwärtsfahren"-Einparker. Ich hatte natürlich beide Jungs im Auto, die eh schon nie still sind, und dann hatten sie auch noch mein Handy zum pokemönern und kommentierten jedes Vieh in jeder sichtbaren Arena und jedes T-Shirt, Brille, Socken von jedem Trainer und ich bin dann dezent ausgeflippt: "Jetzt ist aber mal fertig, was ist den so schwer zu verstehen and "mucksmäuschenstill", jetzt kommt das Handy weg, wenn das nicht geht, ich les euch doch auch nicht jedes Strassenschild laut vor, das ich sehe: "Oh, Basel nach links, Zürich nach rechts, geil, Autobahnauffahrt, Achtung, Stoppschild, Vorfahrt, Achtung, Wasserschutzgebiet, krass, nur 80 hier, cool, nur noch 4km bis Pratteln, super, wir haben Vorfahrt!"; das würde euch doch auch tierisch auf den Sack gehen, oder?"

Ich nehme an, Sie können sich lebhaft ausmalen, was die Geräuschkulisse für den Rest der Fahrt war... (aber da war ich eh schon aus dem Parkhaus raus und musste nur noch lachen.)



Donnerstag, März 16, 2017

Perfider Plan

Ich hatte ja letztens “Performance Review” und neben all dem ego-streichelnden Feedback, das ich bekommen habe und das mir auch ohne Hustensaft immer noch ein ganz warmes Gefühl im Bauch macht und ein Grinsen aufs Gesicht zaubert, wurde mir nahegelegt, dass ich doch ein bisschen an meinem Pokerface arbeiten könnte. Das ist ja jetzt nichts Neues, ich fand den Satz „Wir alle fanden die externe Moderatorin mühsam und haben uns gefragt, was um alles in der Welt sie da eigentlich macht, aber nur bei Dir stand das in mannshohen blinkenden Leuchtbuchstaben quer übers Gesicht geschrieben.“ sehr schön.
Und ich glaube, ich habe dafür jetzt eine neue Taktik.
Ich habe vor einiger Zeit mal einen Artikel gelesen zum Thema, wie man ein zögerliches Team zu Entscheidungen bringt oder wenigstens dazu, mal Ideen oder Meinungen zu äussern (ich finde ihn jetzt nicht mehr). Als Beispiel wurde da gewählt, dass sich eine Gruppe nicht entscheiden kann, wohin man Mittagessen gehen soll und das lähmt den ganzen Prozess. Wenn man nun einen echt bescheuerten Vorschlag macht wie „Okay, dann gehen wir zu MacDonalds“, ist das Ergebnis oft, dass in Ablehnung dieser echt blöden Idee ganz schnell rausgekitzelt wird, was die Leute eigentlich wollen und zack, jede Alternative ist besser als MacDonalds. Ich habe genau das mal in einem Strategiespiel erlebt, wo wir überhaupt keine Zeit hatten und alle Angst hatten, sich festzulegen. Unser Teamleiter meinte dann „Okay, ich habe nachgedacht und bevor wir jetzt elendiglich lang diskutieren, nehmen wir Variante A und arbeiten die aus.“ Und zack, gab es in einer affenartigen Geschwindigkeit solide Argumente, warum A die schlechteste Variante und B am besten ist und zack, hatten wir ein Konzept und haben das Spiel übrigens mit fliegenden Fahnen gewonnen.
Es kostet natürlich Überwindung, sich durch einen so objektiv schlechten Vorschlag zu exponieren, aber wenn im Gegenzug eine gute Strategie rauskommt, ist das doch super.
Und wenn in Zukunft irgendwer in einem Meeting etwas sagt, worüber ich eigentlich normal die Augen rollen würde, werde ich mir einfach vorstellen, dass derjenige gar keine dumme Frage gestellt hat oder keinen besseren Vorschlag Weiss oder nicht keine Ahnung hat, sondern gerade mit Absicht einen schlechten Vorschlag macht oder sich dumm stellt, um aus dem Rest die wirklich guten Ideen rauszukitzeln. Könnte sein, das klappt.

Mittwoch, März 15, 2017

Aus Gründen

Aus Gründen bitte ich Sie inständig: wenn Ihnen bei einer Routine- oder auch nicht Routineuntersuchung  von Ihrem Arzt etwas Beunruhigendes mitgeteilt wird: sprechen Sie darüber. Es wird nicht weggehen, wenn Sie es ignorieren, so schön das auch wäre. Und ja, in meiner Familie gibt es eine lange Tradition von "Aber sag's nicht der xy", entweder weil man nicht will, dass es der andere weiss, oder weil man nicht will, dass der andere sich Sorgen macht. Nun ist es aber so: in den allermeisten Fallen ist es so, dass es wirklich hilft, wenn man Sorgen und Ängste teilt (es gibt wenige Ausnahmen. Wenn der andere mir dann sagt "Für irgendwas wird es schon gut sein" oder total
unverhältnismässig verzweifelt  ausflippt, dann würde ich mir das auch überlegen, weil das einem in dem Moment oder ehrlich gesagt: überhaupt nicht hilft.)
Trotzdem, ich sage das (aus Gründen, ich komme nämlich gerade von der Beerdigung eines Kollegen, der nur 5 Jahre alter wurde als ich es jetzt bin) jetzt mal so plump: wenn es schlimmstmöglich endet, wird es nicht nur Menschen geben, die Sie vermissen, es wird Menschen geben, denen es den Füssen unter den Boden wegreisst. Und ich bin der festen Überzeugung, dass es hilft, sich mit der Möglichkeit auseinanderzusetzen, bevor es soweit ist.
Wie es der Pfarrer zum Abschied sagte: "Hend Sorg zuenand."

Dienstag, März 14, 2017

Zufriedenheit

Ein bisschen seltsam ist es, das hier zu schreiben, während ich mir Gedanken darüber mache, was ich morgen auf die Beerdigung eines letzte Woche für alle sehr überraschend verstorbenen Kollegen anziehe (ich habe schwarze Kleider nur für Winter... und hier hat es über 20Grad), vielleicht auch gerade deshalb nicht, vielleicht ist es auch hustensaftinduzierte Milde (Ich habe heute nur die Hälfte genommen, morgen muss ohne gehen wegen Autofahren), aber ich möchte festhalten: es geht mir gut. Richtig gut.
Nicht nur objektiv gut, weil das tut es ja nahezu immer (Familie gesund, glückliche Beziehung, Kinder super, zwei sichere, mehr als gut bezahlte Jobs, Haus, Auto, Katze, Leben im besten Land der Welt), nein, auch subjektiv. Die kleinen oder vielleicht auch nicht ganz so kleinen oder vielleicht auch nur winzigen oder manchmal auch nur eingebildeten Widrigkeiten, Aufgaben, Schwierigkeiten, Hindernisse, Sorgen, die es so oft verhindern, einfach mal uneingeschränkt froh zu sein, ... im Moment sind sie alle, wie ich es heute mehrfach in Risikoanalysen geschrieben habe: "in a controlled state" bzw. erledigt.

  • Der Autowechsel hat geklappt, mit allem verbundenem Tralalala.
  • Die Steuererklärung für 2016 ist erledigt.
  • Die Muttermale sind ab, zwei von vier sind schon fertig verheilt, der Rest wird.
  • Little L.s Geburtstagsfeier steht, Geschenke sind alle unterwegs oder schon hier.
  • Der Tierarztcheck der Katze war viel besser als erwartet.
  • Unsere neue Putzfrau ist super, zuverlässig und unkompliziert.
  • Der Garten ist sommerbereit.
  • Der Sommerurlaub und die nächsten Skiferien sind gebucht und bezahlt (ich gebe zu, so etwas auf eine "Schwierigkeiten unter Kontrolle"-Liste zu führen, erscheint seltsam, aber es ist halt nun mal so, dass unerledigte Dinge, und dazu gehören halt auch "grob anvisierte Urlaube" dazu, mir auf der Seele liegen und ich das Planen zwar schon auch mag, aber NICHTS so befriedigend, wie wenn alles in trockenen Tüchern ist. Und dann, wenn der Urlaub halt dann auch wirklich grossartig ist  :-)).
  • Die jährliche Leistungsbeurteilung bei der Arbeit ist rum und bei dem Ergebnis, von dem ich mir kurz überlegt habe, ob das arg ware, wenn man sich das einrahmen würde, klingt es auch komisch, wenn ich sage, dass ich da vorher doch ein bisschen mulmiges Gefühl hatte. Wie jedes Jahr.
  • Es stehen wunderbare Besuche hier bei uns und von uns bei anderen an, auf die ich mich unglaublich freue. Was es noch besser macht: alles drumrum ist schon organisiert ;-).
  • Bei der Arbeit erlebe ich gerade die perfekte Mischung aus "Ich weiss genau, was ich tue" und "Es kommt immer noch Neues, das ich dazulerne", aus strukturiert zu erledigenden, planbaren Aufgaben mit schönen Resultaten und den berühmten Feuerwehrübungen, wo man ganz schnell und spontan Lösungen finden muss.


 Und weil ich mich ja kenne und weiss, wie sehr mich so teils banales Zeug oft beschäftigt, sei es hier mal festgehalten, dass es durchaus Zeiten gibt, in denen ich einfach ... zufrieden bin. Darauf noch einen Löffel Hustensaft.
 
 

Montag, März 13, 2017

Hicks

Bisher habe ich Stories über Hustensaftmissbrauch ja eher auf den manchmal darin enthaltenen Alkohol und viel Placebo-Effekt geschoben bzw. halt "das gilt aber nur für Codein-Tropfen und die nehm ich nur, wenn es wirklich nicht mehr geht".
Heute war ich dann beim Werksarzt wegen "Ich habe seit 12 Tagen Husten, der wird NULL besser, es kommt nix dabei rum, das Atmen und das Husten tut weh und ich kann nicht lang am Stück reden geschweige denn laufen, habe ich Lungenentzündung und wenn nicht, kann ich wieder Sport machen?" und bekam nach einer eingehenden Untersuchung die Diagnose: "Erkältungshusten, das geht manchmal bis 6 Wochen.". Was man da machen kann? Geduld haben (Ha. Ha. Ha.), kein Ausdauersport, Bepanthen inhalieren (also nicht die Creme, sondern eine Dexpanthenol-Lösung, börks) und ... Hustensaft nehmen. Und weil es so fies ist (vor lauter Aufregung bin ich dort in einen veritablen Hustenanfall ausgebrochen, der wohl überzeugend klang), darf ich nicht nur, wenn ich möchte, dreimal am Tag zum Inhalieren vorbeikommen, sondern für ein oder zwei Tage richtig viel von dem dextromethorphanhaltigen Hustensaft nehmen. Bisher hatte ich meine leicht euphorischen Zustände beim Notfalldoping mit Pretuval C (meine Variante von Wick Daymed mit der unglaublich blöden Werbung von der Mutter, die "nicht freinehmen kann") auf eine ordentliche Portion Placebowirkung, die fiebersenkende Wirkung und den leckeren Geschmack zurück geführt. Jetzt aber, wo ich 4mal am Tag eine Menge, die knapp zwei Portionen Pretuval C entspricht, schlucke, hui, da fühle ich mich tatsächlich dizzy.
Ich finde das gar nicht mal sooooo angenehm (kein Vergleich zu meinem ersten Opiaterlebnis, als ich gegen die Nierenkoliken in der Schwangerschaft mit Little L. Petidin gespritzt bekam und für Stunden das Gefühl hatte, in einer grossen warmen, blauen Schale in der Sonne zu dösen, so sieht also mein Happy Place aus), also habe ich das Beste draus gemacht und mich mit dem "Mix der Woche" via Spotify über die Noise Cancelling Kopfhörer (die Fasnacht ist vorbei, alle  Kollegen sind wieder da. Mit all ihren Geräuschen.) wenigstens in die Nähe dieses Happy Place verfrachtet und im Akkord Risk Assessments zum Thema "Elemental Impurities according to ICH Q3D" nach vorgefertigtem Template geschrieben.


Für alle, die sich Sorgen machen: die Flasche, die ich bekommen habe, reicht laut Pharmawiki für zwei ordentliche Räusche und das Zeug schmeckt so ekelhaft, dass ich kein grossese Suchtpotential für mich sehe.

Sonntag, März 12, 2017

Bullerbü

Wir hatten heute den perfekten Bullerbü-Sonntag: der Wecker läutete um 8:00h (passend zum Eintrag gestern: dafür brauchen wir am Wochenende mittlerweile einen Wecker. Die Kinder aber nicht :-)), nach einem Kaffee im Bett machten wir uns fertig und liefen durch schon strahlenden Sonnenschein zusammen mit Nachbarn und Freunden der Kinder durchs Dorf zum "Schärme" neben der Kirche, wo die Pfadfinder heute zum "Pfadizmorge" luden. Dort wird ein wunderbares Sonntagsfrühstück aufgetischt, der Erlös geht in die Pfadikasse. Wir sassen bei Kaffee, Zopf, Birchermüesli und Eiern gemütlich zusammen und schwatzten, während die Kinder irgendwann erst in den Keller zum Töggelikasten gingen, danach aber auf den Kirchplatz in der Sonne Fangen spielten.
Nach einem gemütlichen Spaziergang nach oben zurück, drehten wir unsere sonntägliche Pokemonrune, Little Q. mal wieder auf dem Longboard.
Wieder daheim legte sich Little Q. mit einem Buch auf die sonnengewärmte Gartenbedarfskiste ("Das ist für mich Sommer, Mami, in der Sonne auf der Kiste lesen. Ein Traum."), Little L. schnappte sich sein Lichtschwert und verschwand mit Nachbarpadawanen für ein paar Stunden ("Endlich wieder mit dem Lichtschwert draussen. so toll!"), der Hübsche und ich rupften vertrocknetes Zeug aus den Beeten, freuten uns über Frühlingsboten ("Ui, schau mal, die Pfingstrosen! Die Küchenschellen! Dings, die anderen Dinger!").
Irgendwann dann waren der Balkon und der (sind wir mal ehrlich: handtuchgrosse) Garten frühlingsschick und wir machten uns (wir müssen doch Fahren üben :-)) auf den Weg ins Nachbarsstädtchen, ein Eis essen.
Und da hatten wir dann eine sehr lustige Begegnung. Es stand nämlich endlich mal kein Auto vom Carsharing auf dem Elektroparkplatz dort und da bot sich die Gelegenheit doch mal an, woanders als im Teslaheimnetzt das Laden zu Üben. Man braucht ein anderes Kabel, muss sich an der Säule registrieren, das probieren wir doch mal. Dazu muss man aber natürlich erstmal rückwärts in den sehr schmalen Parkplatz rangieren, das geht trotz Fischaugenkamera hinten ein bisschen. Was nicht unbedingt half, war eine ältere Dame, die während des gesamten Einparkvorgangs erst kritisch schaute, dann wild fuchtelte und sich dann mit strengem Gesicht vor uns aufbaute. Als wir richtig standen, öffnete der Hübsche die Tür und fragte höflich: "Was gibt's denn?" und da sprudelte es schon aus ihr heraus: "Da ist so ein rotes Zeichen, der Parkplatz ist NUR FÜR ELEKTROAUTOS!!!!" Der Hübsche lächelte milde, meinte "Genau, deswegen stehen wir ja da" und machte sich auf dem Weg zum Kofferraum, das Ladekabel auspacken. Das ging dann alles ein bisschen, Ladeluke auf, Ladeluke entriegeln, Kreditkarte in Säule, Kabel in Säule, Kabel in Auto, doch andersrum, Ladelimit anpassen, aber wir üben ja noch. Währenddessen war die Dame sehr interessiert, fragte nach Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Parken, "Und das sieht man dem Auto überhaupt nicht an, dass es elektrisch ist!") und sozusagen unser neuer Freund. Zum Eisessen haben wir sie dann doch nicht mitgenommen :-) und als wir zurückkamen, stand auf den zweiten Elektroparkplatz ein definitive unelektrischer BMW. Den hatte sie dann doch nicht verscheucht.


Zu Hause schmurgelte währenddessen im Slowcooker Chicken Kung Pao (jetzt in meinem Bauch :-)), oben rauscht die Dusche, die Schultaschen sind für morgen gepackt, und ich muss mich zusammenreissen, für morgen nicht kurzärmliges und Ballerinas rauszulegen. Hier unten fühlt es sich echt schon nach Sommer an :-)

Samstag, März 11, 2017

Seltenheit

Heute war ich seit ungefähr 1000 Jahren mal wieder GANZ ALLEIN daheim, weil die Kinder bei den Pfadfindern waren (hach, Frühling. Nach langer Zeit weder Regen noch Schnee bei der Übung und so warm, dass sogar das langarmige Uniformhemd zu heiss war) und der Hübsche und das Auto sich auf den Weg nach Zürich zum Early-Entry-VIP-Tralalala-Korn-Konzert machten.
Es war fast ein bisschen enttäuschend, weil der früher* so krasse Unterschied zwischen "Alle da" und "Himmlische Ruhe" fast gar nicht mehr spürbar war. Andererseits ist es halt auch sonst einfach nicht mehr stressing, deswegen: alles schick! Ich habe dann statt den Garten frühlingsfein zu machen (die anderen sollen ja auch in den Genuss der Tätigkeit an der frischen Luft kommen) meinem seit einer Woche unglaublich hartnäckigen Husten** Tribut gezollt und ein mini-Baby-Willkommensset genäht und dann in der Badewanne den zweiten Band der Elena-Ferrante-Trilogie (Affiliate-Link) gelesen.
Als ich dann Mac'n'Cheese in den Ofen geschoben hatte, kam schon das Wöfli total begeistert nach Hause, kurz danach der Pfadi und zack, fertig mit Alleinsein.


Der Hübsche und das Auto warden allerdings noch ein biiiiiiisschen länger brauchen, was aber insofern super ist, dass ich mich ja praktisch auf der Zielgeraden mit dem Re-Watch der "Gilmore Girls" befinde (also: 2. Folge der 7. Staffel) und dementsprechend noch ein gutes Stück näher an die neuen Folgen, die Sie ja alle schon längstens gesehen und nur so mittel gefunden haben :-).
Ausserdem stricke ich ja praktisch mit der Natur um die Wette, der Termin für den Babyneffen ist nämlich Montag oder so und es fehlen noch ca. 15cm an dern Babydecke (und färben muss ich sie auch noch, weil ein ganz grosser Profi immer nur abends bei schummrigen Kunstlicht strickt und erst nach ca 70cm mal bei Tageslicht gemerkt hat, dass er, also ich, zwei marginal, aber bei echtem Licht doch deutlich zu sehen, unterschiedliche Weisstöne verstrickt hat. Immerhin ist es dieselbe flauschigweiche Baumwolle-Merino-Qualität, so dass eine Färbung in Blaugrau hoffentlich ein einheitliches Bild generiert (falls nicht, habe ich noch "dark navy" zum nochmal Drüberfärben :-))




*Damals, als 4h Kinderschlaf am Stück als Durchschlafen gefeiert wurden, als Wochenenden und jeder Tag sonst um halb sechs spätestens begannen, wo man mühsam erklären musste, warum man nicht morgens um halb sieben die Nachbarskinder rausläuten kann, auch wenn man selber schon seit Stunden wach ist.


** es ist so mühsam. Ich will endlich wieder sporteln, aber solange ich beim normalen Atmen in Hustenanfälle ausbreche, macht das wohl keinen Sinn. Immerhin sind dadurch meine Bauchmuskeln in Topform. Montag also Werksarzt, wenn das Atmen schmerzt, gehört das wohl nicht so.

Freitag, März 10, 2017

Es würd.

Vorwarnung: es geht ums auto.

Als ich mit den kollegen zum ersten mal über die damals noch mitteltheoretische wahrscheinlichkeit gesprochen habe, dass wir uns einen tesla kaufen könnten, war ich noch nicht so mit secondhand-forenwissen vom hübschen versorgt, wie jetzt. Deshalb antwortete ich auf die frage: "ist der nicht ur-breit?" mit "naja, geht eigentlich, 3,30m halt".
Ich weiss nicht genau, was am tesla 3.30 ist, auf jeden fall nicht die breite, das wäre eher ein kleiner mähdrescher und meine kollegen lachen heute noch drüber. Nichtsdestotrotz ist er schon viel breiter als der audi, mit dem ich praktisch blind in einem zug in unseren tg-platz (links betonpfeiler, rechts nachbarauto) einparken konnte. Wenn er drinsteht, sind (ohne spiegel noch etwa 20cm an der seite platz und wir haben es bisher noch nicht geschafft, in einem zug reinzukommen.
Wenn man jetzt noch weiss, dass die tg-rampe auch recht schmal ist (so schmal, dass das auto dauernd "meep, meep, meep, vorne rot, hinten rot, rechts, links, meeep, meeeep" jammert, und die einfahrt zum supermarktparkhaus halt auch eng, dann kann man sich vllt vorstellen, dass ich bei der aussicht, das heute allein zu machen, etwas nervös war. Eigentlich ganz praktisch, weil bei nervös krieg ich ja flitzekacke und bin dann schmal genug, um durch den schmalen türspalt in der tg gut rauszukommen.
Aber es hilft ja nix, wenn man schiss vor was hat, muss man es einfach machen (wenn nichtmachen nicht die gesündere alternative ist wie bei ... klippenspringen oder so) und ich geb doch nicht einesehr hohe,  hier nicht genau spezifizierte summe für ein highend-auto aus und fahre dann nicht wegen kratzerpanik; und ich hab da ja immer mittig raus- und reingetroffen, und war nur deshalb nicht nervös, weil der audi nicht gejammert hat, wenn es eng wurde.

Wer hätte es gedacht, es war dann auch gar nicht schlimm, das auto weiss jetzt, dass es von dem parkhaus die federung auf "sehr hoch" stellen muss, der hübsche hat sich für mein hupen via app gestern revanchiert, und wir haben uns auf keinerlei hup-pranks in zukunft mehr geeinigt. (Ich bin gar nicht erschrocken, weil ich gar nicht geschnallt habe, dass das auto ohne mein zutun gehupt hat. Ich habe den parkplatznachbarn des grundlosen hupens verdächtigt und mit meinem sehr strengen blick angesehen).

Soweit also alles schick, sensoren sind alle kalibriert, wir können jetzt also teilautonom fahren und so war ich halt doch durchgeschwitzt, als ich wieder daheim war. Der zöllner war diesmal übrigens uninteressiert, dafür sammelte sich eine truckertraube ums auto, während ich beim abstempeln war.

Jetzt noch schnell bonden mit der local posse am supercharger und dann darf die defiant wieder schlafen gehen.

Donnerstag, März 09, 2017

20 Jahre (plusminus)

Wäre das Leben eine Romantikkomödie, ware ich heut ganz schön in die Bredouille gekommen.
Ich habe nämlich romantisch tiefgründig das hier getwittert:



Und wurde von dem ehemaligen guten Freund direkt korrigiert:



Ich war dann ein wenig durcheinander, weil ich mich doch genau daran erinnere, dass das "eigentliche" Jubiläum am 11. März ist (für den ich dieses Jahr dem Hübsche EINE Karte für das Korn-Konzert in Zürich geschenkt habe, ja, ich habe den schwarzen Gürtel in Romantik), und das war nach Mitternacht auf einer Party und dementsprechend muss das ein Sonntag gewesen sein, und wenn man dann zurückrechnet ... 1 Tag davor der mit der Party, noch 1 Tag vor der Party, an dem ich mir viele Gedanken gemacht habe, und dann der Tag, an dem ich statt dem eigentlich geplanten Film "Das kleine Arschloch" (auch hier: tiefschwarzer Gürtel in Romantik, ich habe den Film bis heute nicht gesehen) mit meinem damaligen Freund und der ganzen Clique der Einladung meines Kommilitonen und Viertel unseres Studi-Feier-Quartetts ins Kino ("Der englische Patient", vong der Romantik her ganz anderer Level) gefolgt bin. Und das ware dann eigentlich der 8. gewesen, das ware gestern, aber irgendwie war das doch ein Freitag, oder nicht?


Der Hauptdenkfehler ist aber, glaube ich, dass gar nicht auf dem Radar hatte, dass wir ja damals jung und wild waren und überhaupt nicht nur am Wochenende gefeiert haben, sondern anscheinend (s. Korrekturtweet) auch unter der Woche.
Und eigentlich ist es ja auch egal, das wirklich Wichtige ist, dass wir immer noch allerbeste Freunde und unglaublich viel mehr sind. Romantik und Daten hin oder her.


In diesem Sinne: auf die nächsten 20 Jahre (plusminus, eher plus!), mein Grosser!





Mittwoch, März 08, 2017

Grumpy Woman

Ich glaube, ich bin einfach nicht zur Solidarität geboren. Ich habe heute

  • nicht gestreikt (ich sehe den Sinn dahinter nicht, nix zu machen, während mein Mann die Kinder wie jeden Morgen versorgt und in die Schule scheucht, während das superdiverse Produktteam auf meinen für heute fälligen Input wartet, während das andere Projektteam damit rechnet, dass ich die Abklärung mit der Change Commission mache, während mein Ich von morgen sich darauf verlässt, dass die fälligen Risikoanalysen vorbereitet sind, alles in allem: während mein Arbeitgeber, für den Diversity und Inclusion und Equal Pay etc nun tatsächlich keine hohlen Worthülsen sind, darauf wartet, dass ich das tue, wofür ich mehr als ordentlich bezahlt werde, und mein Partner und meine Familie darauf warten, dass ich den fairen Anteil an Care-Arbeit und Liebe verteile, der eben meiner ist)
  • nicht demonstriert (hier in Basel ist Fasnacht. So laut und auffällig kann man gar nicht sein, um das zu übertönen)
  • nicht mal das #beboldforchange-Event des Frauennetzwerks bei der Arbeit besucht, weil währenddessen zwei andere Meetings stattfanden
  • nicht rot getragen (mein einziges rotes Shirt hat einen so tiefen Ausschnitt, dass man das Marienkäferpflaster vom Muttermalschnippeln sehen würde),
  • nicht mal pink (mein pinker Rolli ist in der Wäsche, den hatte ich gestern an).
  • Auch keine pinken oder roten Nägel, weil meine Fingernägel so splittrig sind zur Zeit, oder Lippen (weil just in den letzten 2 Minuten vor dem aus dem Haus gehen, die für den Lippenstift eingeplant waren, das Klassenrundtelefon anklingelte wegen "Schulausfall für den Grossen" ohne Angabe von Gründen) und vor allem, weil ich das ehrlich gesagt ein bisschen albern und Augenwischerei finde.
Vielleicht bin ich unsolidarisch, vielleicht nicht kämpferisch genug, vielleicht einfach nur ich selbst. Auch am Weltfrauentag.


Was ich getan habe (ausser arbeiten und so):
ich habe an all die Frauen gedacht, die mein Leben bisher geprägt haben, sei es als positive oder negative rolemodel.
  • Meine beiden Grossmütter, so unterschiedlich sie auch waren (ich hätte meine eine gerne im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte kennen gelernt, die andere gern besser. Ich frage mich, ob ich je rausgefunden hätte, wieviel "wahr" und wieviel "Image" war.)
  •  meine Mutter,
  • meine Tante,
  • meine Schwiegermutter,
  • meine Erstklasslehrerin, die mir die Underachieverschublade erspart hat
  • meine Zweitklasslehrerin, die mir fast die Freude an der Schule versaut hätte,
  • meine Klassenlehrerin in der 7., wegen der ich am liebsten Archäologin geworden ware,
  • meine Deutschreferendarin in der 9., die mich erstmals für das Fach Deutsch begeisterte (nur kurz) und an eine, leicht angestaubten humanistischen Gymnasium auf den Dresscode pfiff,
  • meine Chemielehrerin in der Kollegstufe, ohne deren Begeisterung für das Fach und für mich als erste Chemieabiturientin an der Schule überhaupt jemals ich niemals Chemie studiert hätte,
  • meine Klavierlehrerinnen,
  • die ehemalige Leiterin des Pilotbetriebs, die der lebende Beweis ist, dass man trotz ungeplanten Kindes noch in der Schule sehr wohl eine Karriere hinlegen kann, die viele Männer vor Neid erblassen last,
  • meine ehemalige Chefin, die mich damals mit frischem Schwangerschaft abwarb,
  • meine einzige Kollegin seinerzeit, die den Weg für "Schwanger, Kind, Teilzeit" für mich viel leichter machte,
  • meine Teamkolleginnen in meinen aktuellen Teams, die mir zeigen, wie grossartig es sein kann, nicht immer nur mit Männern zusammenzuarbeiten,
  • die Leiterin eines dieser Teams, die ich mir zum Vorbild  nehme und bei der ich mich getraut habe, sie um Karriererat zu bitten,
  • eine grosse Gruppe meiner ehemaligen Klassenkameradinnen, die mit dem  Anbau bei den Schwiegereltern und einem Teilzeitjob im Geschäft derselben glücklich scheinein,
  • Frau Mutti, die mein Vorbild für so unglaublich viel ist, unter anderem für "Ich würde die Erziehung meiner Kinder auch gern so hinkriegen"
 
Ich habe heute einfach genau das getan, was ich jeden Wochentag tue. Meine Familie und mein Arbeitgeber könnten ohne mich auskommen, keine Frage, das haben sie schon mehr als einmal bewiesen, das geht ohne grössere Dramen, da muss ich nix beweisen. Und schöner ist es allemal, wenn sie es nicht müssen.




Vielleicht bin ich doch nicht so unsolidarisch, nicht mal am Weltfrauentag.

Dienstag, März 07, 2017

Misc

Weil wir ja unsere wenige freie Zeit zum Rumfahren Autopilotkalibrieren nutzen müssen, heute nur kleine Häppchen:



Die Kinder haben heute die Auswahlmappe für die Projektwoche in der Schule mitgebracht. Projektwoche gibt es jedes Jahr, aber nur alle paar Jahre gibt es eine klassenübergreifende. Das ist bei ca 600 Schülern auch recht kompliziert. Aber eben: alle paar Jahre gibt es eine Auswahl an Kursen (für verschiedene Altersspannen) und die Kinder geben ihre 4 Favoriten an und irgendjemand Armes muss dann alle Kinder so verteilen, dass niemand unglücklich ist und kein Kurs leer und keiner überfüllt.

Die Liste an sich ist schon unglaublich spannend, ich bin fast ein wenig traurig, dass ich nicht mitmachen darf oder zumindest, dass es bei uns damals (WIR HATTEN JA NIX!) so etwas nicht gab. Little Q. war so schnell im Erzählen, da konnte ich gar nicht raten, was er ausgewählt hat ("Wissenschaftliche Woche", "Roboter programmieren mit Lego Mindstorms", "Ballsportwoche mit Führung durchs Joggeli in der Woche der (wenn alles richtig läuft) Meistersschalenüberreichung an den FC Basel" und "5 Tage, 5 Kontinente"), aber bei Little L. habe ich es geschafft, das Heft vorher durchzulesen. Was soll ich sagen? Ich kenne mein Kind ziemlich gut :-), ich habe 4/4 Favoriten richtig getippt: "Eine Woche auf dem Bauernhof", "Wir bauen Naturkunstwerke", "Eine Woche über und mit Hunden" und "Elefanten, incl Führung hinter den Kulissen des neuen Elefantenhauses im Basler Zolli". Ich freue mich grad mal stellvertretend wie zwei Schnitzel mit :-).

Jeder Kurs hat übrigens ein Codewort, das man in die Favoritenliste eintragen muss und (Achtung, Knallerüberleitung) das für den "Wir backen Kuchen, Cupcakes, Cakepops, Motivtorten" ist ....... tadaaaaaa "ZUCKER".


Da musste ich doch ein wenig schmunzeln. Und weil ja so viele von Ihnen gefragt haben, was sie jetzt für ihr tägliches Leben aus meiner grumpy trockenen Nomenklaturvorlesung mitnehmen können: Frau Rabensalat, deren Blog ich Ihnen eh nur wärmstens empfehlen kann, hat den Ball aufgenommen und da weitererklärt, wo ich aufgehört habe. Nämlich: was passiert mit welchem Zucker in meinem Körper und was hat es eigentlich mit Agavendicksaft auf sich? Ein langer Text, der sich aber von vorn bis hinten lohnt (und durch Zwischenüberschriften sehr schön gegliedert ist ;-))




Sonst: meine 4 Muttermale wurden ja nicht rausgeschnitten, sondern "geshaved", was dazu führte, dass ich keine genähten Krater habe, sondern eben zum Teil recht grossflächige mittelflache Schürfwunden. Je nach Grösse und Ort heilen die super (Nacken), mittel (Schlüsselbein, v.a. wegen der dort aufgetretenen Pflasterkrätze) und Hüfte (wer hätte das gedacht: wenn man sich ein Muttermal wegmachen lässt, weil es immer zwischen Gürtel und Tasche eingeklemmt wird, dann liegt die Wunde strategisch auch nicht wirklich günstig) und nicht so toll (Hinterteil, weil am grössten. Nicht nur das Hinterteil, auch das Muttermal und deshalb die Wunde.). Zwei davon suppen so ein bisschen hin, eines tut ziemlich weh, eins ein bisschen, aber ich denke ja positiv und hey: mittlerweile falle ich beim Pflasterwechseln nicht mehr um. Ausserdem sind die langweiligen neutralen sensitive-Pflaster (von denen ich ja den Schlüsselbeinausschlag bekommen habe) aus und ich mit Ritter- und Marienkäferpflastern sieht mein Po viel fröhlicher aus.


Und wenn wir schon bei ekligen Dingen sind: ich bin ja unerwarteterweise nicht richtig krank geworden, obwohl ich mich am Donnerstag abend und den Freitag über sehr elend fühlte. Was ich aber habe, ist fieser Husten mit fiesen Dingen, die da mitkommen. Deswegen habe ich mir mal total eigenmächtig Sportverbot verordnet, bis ich wenigstens beim normal Rumsitzen nicht mehr vor lauter Husten fast ersticke, geschweige denn beim Bewegen. Die dadurch gewonnene freie Zeit lässt sich natürlich super zum Rumfahren Sensorenkalibrieren nutzen.

Montag, März 06, 2017

D-Day

Heute war es endlich soweit: wir haben unseren lang ersehnten Tesla abgeholt. Wir haben ja seit drei Monaten seinen Herstellungsweg und dann die Reise über den US-Kontinent und dann per Schiff und dann wieder über Land verfolgt und, tadaaaaa, heute war Übergabetag. Der Tag war natürlich perfekt, der Hübsche und ich hatten nämlich frei (in Basel ist heute, morgen und Mittwoch Fasnacht und der Montag ist da halt frei).

Mittags haben wir also Little L. in der Obhut der Nanny gelassen, Little Q. musste in die Schule und der Hübsche und ich haben uns auf die letzte Fahrt mit dem Audi gemacht. Im strömenden Regen, aber ich schwör: das Auto war frisch gewaschen!



Der Hübsche hatte mich gebeten, im Verkaufsraum ein Mindestmass an Seniority an den Tag zu legen und am besten überhaupt keine blöden Witze zu machen. Das Problem ist: wenn ich nervös bin, dann kennt meine Witzischkeit keine Grenzen (praktisch in Prüfungen und Vorstellungsgesprächen) und mal ehrlich, auf die Frage "Hätten Sie gern noch was zu trinken?" ist "Ja, ein Schnaps wär super, das Auto fährt doch eh von allein, oder?" die einzig richtige Antwort, oder?

Nun denn, ich weiss nicht, ob es daran lag oder an den Helden auf Youtube, die mit annem Autopilot auf die Rückbank klettern, während sie mit 380 Sachen auf der Autobahn dahinsausen, auf jeden Fall wurde die Autopilotfunktion bei jeder Erwähnung mit "Das ist eine Assistenzfunktion, SIE MÜSSEN DIE HÄNDE IMMER AM LENKRAD HABEN!!!!!" versehen.

Aber first things first: es gab natürlich keinen Schnaps, sondern Kaffee und dann ..... ein Auto mit Schleife :-).
Defiant
Danach wurde das Menü nochmal in allen Einzelheiten erklärt, wir haben ein Fahrerprofil für den Hübschen und mich angelegt,




 all die tollen Gimmicks erklärt bekommen (Valet-Modus, Kabinenüberhitzungsschutz gegen gegrillte Kinder und Hunde auf Parkplätzen, den Bioweapondefensemode, Schlupfmodus und Creepmodus), die Schaltfläche gesehen, die wir nur im Notfall drücken sollen und Notfall heisst: Auto auf dem Dach, Flammen züngeln schon, Evakuierung des Kindergartens, der grade draussen vorbeiwandert, ist nicht mehr möglich, dann, und nur dann sollen wir auf "Auto vollständig ausschalten" drücken. Und wie wir es dann wieder ankriegen, da schaun wir dann mal.

Nach anderthalb Stunden, noch einem Extrakabelkauf und noch zwei Kaffees waren wir dann bereit zum Losfahren. Etwas nervös, aber sehr guter Dinge.


Noch fährt sich das Auto übrigens (bis auf den Unterschied Schaltung/Automatik und die sehr sportliche Beschleunigung und das starke Abbremsen beim VomGasGehen wegen Energiegewinnung und den Superdisplays und naja ... 1000 andere Gimmicks) mehr oder weniger wie ein normales Auto, weil der Autopilot sich erst noch kalibrieren muss, bevor er uns mehr oder weniger autonom durch die Gegend kutschieren wird.

Tesla Trek

Daheim haben wir dann Einparken geübt, das Aufladen an der Garagenladestation ausprobiert,


das Auto ins Garagen-W-LAN (Das W-LAN heisst "DeepSpaceNine", das Auto "Defiant" :-)) angemeldet und erst Little L. daheim, dann Little Q. von der Schule abgeholt. Mit dem Auto, zum allerersten Mal :-). Spontan haben wir die Autopark-Funktion noch ausprobiert, das geht auch unkalibriert. Sehr, sehr schick!

Im strömenden Regen und im Berufsverkehr sind wir dann eine kleine 30km Schleife über Basel, Lörrach, heim gefahren und zack, wurden wir an der Grenze zum allerersten Mal seit 14 Jahren aufgehalten. Ich habe übrigens auf Anhieb den Fensterheberknopf gefunden :-). Ich persönlich finde ja, der Tesla ist zwar superdupergrossartig, schreit aber optisch nicht wirklich "Schaut mal her, was wir für ein brutal krasses, schnelles, teures Auto haben" (im Gegensatz zu ... Maseratis, Ferraris, knallgelben Humvees oder so). Trotzdem:
"Haben Sie Waren?"
"Nein."
"Nix eingekauft?"
"Nein" (kurz überlegt, zu sagen: "doch, das Auto")
"Wo kommen Sie denn her?"
"Wir sind eine Schleife über Basellörrachheim gefahren."
"Einfach so, nur fahren, ohne einkaufen?"
"Ja."
"Probefahrt mit einem schicken Auto?"
"Nein"
"...."
"..."
"..."
"Das Auto ist niegelnagelneu und wir sind es eine Runde gefahren."
"Ganz ohne Einkaufen?"
"Ja."
"Keine Waren im Kofferraum?"
"Nein."
"Dann, gute Fahrt."

 Könnte sein, dass ich in Zukunft gaaaaaaanz genau auf die Einhaltung der Zollgrenzfreibeträge achten werde :-).

Dann ging es noch eine Schleife über den lokalen Supercharger und dann wieder heim.


Wir haben dann kurz mit der Homelink-Funktion das automatische Tiefgaragentor so irritiert, dass es auf halber Höhe hängen blieb, aber jetzt gehts.
Die Parkplatznachbarn waren auch noch nicht da, so dass wir die breite Kiste gemütlich reinzirkeln konnten. Jetzt hängt er da an der Steckdose und wartet, dass die Sonne scheint.

Was uns noch fehlt, ist der Adapterstecker für Norwegen und eine  ... Umweltplakette für Deutschland. Deren Notwendigkeit haben wir mit dem Dieselauto bisher immer ignoriert und sind damit gsd nie reingelaufen, jetzt machen wir Nägel mit Köpfen und geben die von uns verursachte Feinstaubbelastung stolz an :-).

Sonntag, März 05, 2017

WMDEDGT 03/17

Es ist wieder soweit: es ist der Fünfte und das heisst "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?" aka der Freundeskreis Tagebuchbloggen trifft sich hier :-).
Wenn Sie mitmachen wollen, dann schreiben Sie doch auf, was Sie heute den ganzen Tag so machen, und verlinken Sie den Blogpost unten in der Liste.


Bei uns war das so: der Hübsche und ich mussten unbedingt ausschlafen, weil gestern wurde es echt spät. Ich hatte mich bei den Recherchen zu dem Zuckerartikel in alten Lehrbüchern und Skripten festgelesen (Mein Gott, wusste ich mal viel!), dann kam noch die Steuererklärung dazwischen, dann musste ich den Post fertig schreiben, und dann hatten dern Hübsche und ich ja abgemacht, dass wir mal wieder einen FIlm sehen wollen würden und haben dann um viertel vor 12 mit "The Accountant" angefangen. Und weil ja zu meinen stehenden Neujahrsvorsätzen von 2010 oder so gehört, dass ich JEDEN Abend vor dem Schlafen noch lese, war es dann irgendwann 2:18h, als ich das Licht löschte. Dementsprechend war ich (wie jedes Wochenende) sehr froh, dass die Kinder gross und vernünftig genug sind, allein aufzustehen und sich vernünftig zu beschäftigen (Vernünftig heisst: Banane essen, lesen, Lego spielen, CD hören, so was) und ich bis halb 10 immerhin dösen konnte. Danach Ritual für Wochenendtage ohne Termine: Kaffee im Bett, Internet lesen (diesmal mit vielen Kommentaren zum gestrigen Post; ich bin froh, dass ich die Moderation/Einloggpflicht eingeführt habe, so musste ich überhaupt nicht Augen rollen oder mich ärgern), Pokemon-Entwicklungsrunde mit Glücksei (ich habe schon zwei special items gefunden und bin stolze Besitzerin eines Stalys und eines Lahmus-Königs), ausgiebiges Frühstück und Sonntagsspaziergang im strahlenden Sonnenschein, ein bisschen Arenenpflege betreiben und Partyhut-Pikachus fangen.
Wieder zurück durften die Kinder Sendung mit der Maus nachschauen, ich habe eine kleine Recherche für die nächsten Skiferien angestellt (dank Rekachecks unserer Arbeitgeber sind Skiferien in der Schweiz tatsächlich günstiger für uns als in Österreich, aber leider ist die Website von Reka die schlechteste Buchungs- und Suchsite, die ich kenne. Man muss andauernd alle Daten neu eintöckeln und ja, ich finde es okay, dass bei drei faschen Passwortangaben der Zugang gesperrt wird, aber dass die Möglichkeit fehlt, sich sein Passwort per Mail zuschicken zu lassen oder einen Reset-Link zu bekommen, und ich jetzt 3-5 Arbeitstage warten muss, bis mir die neuen Zugangsdaten per Briefpost zugeschickt werden, das regt mich echt auf. Und anscheinend ist die ausbaldowerte Ferienwohnung online zumindest von mir blockiert worden, ohne dass ich sie buchen konnte, und so kann ich das von des Hübschen Account auch nicht mehr. In dieser Stimmung war es erwartungsgemäss mittelentspannt, als ich Näh- und Stickmaschine nach langem Stillstand für das Geburtstagsshirt von Little L. wieder in Betrieb nehmen wollte und alles irgendwie wegen Stillstand und Fadenfusseln überall nicht ganz so wollte wie ich.
Little L. hatte währenddessen Besuch von seiner besten Freundin, die beiden hatten den Knetevorrat nach langer Zeit mal wieder entdeckt, und Little Q. und der Hübsche richteten das Garagen-W-LAN fürs neue Auto ein und leerten den Audi final und endgültig total aus, weil der neue Besitzer braucht ja nun wirklich unsere Ersatzbrillen und die zwischen den Sitzpolstern steckende Fernbedienung des vorletzten DVD-Players sicher nicht.
Irgendwann war die 8 auf den Pulli gestickt, die Ösen ordentlich eingeschlagen, das sind die Punkte, vor denen ich ein bisschen Bammel habe, und so liess ich den Pulli in Einzelteilen ruhen und machte mich ans Abendessen (Hähnchenkeulen mit Ofengemüse). Nach dem Essen: Omatelefonate in beide Richtungen, Kinder duschen, Kinder ins Bett scheuchen, Gutenachtgeschichte vorlesen (aktuell: "Momo"). Jetzt hoffe ich, dass beim selber duschen jetzt gleich die Muttermalpflaster danach besser abgehen als gestern, wo mir dann doch so unglaublich schwummrig wurde, dass ich mich flach auf den Badezimmerboden legen musste.

Und somit ist dieser Tag auch schon wieder rum, morgen gehen die Schulferien wenigstens bis mittags in die Verlängerung, weil ja in Basel die Fasnacht erst richtig losgeht, und um 13:00h holen wir dann endlich das neue Auto. Das wird sehr, sehr spannend.






Samstag, März 04, 2017

Sweet talkin woman

Ich fange diesen Blogpost mit einer Klarstellung respektive Einordnung an, obwohl ich finde, dass es das nicht bräuchte, weil man ja den Blogpost einfach genau lesen könnte und dann schon rausfinden würde, dass man gar nicht angegriffen wird, und obwohl ich weiss, dass es gar nichts bringt, und sich die Leute, die sich angegriffen fühlen wollen, auch angegriffen fühlen werden, wenn ich explizit erkläre, dass ich niemanden angreife, jeder das essen soll, was er will und mir wurscht ist, ob das die nächsten 40 Tage was anderes ist, als den Rest vom Jahr. Als Sekundärliteratur empfehle ich zu diesem Metathema den Blogpost "Quit pointing your avocado at me".

Aber genug der Vorrede, lassen Sie mich zum Thema kommen: Zucker.
Wenn man sich im Elternkosmos bewegt, kommt man nicht drumrum, dass einem immer wieder (real und virtuell) scheinbar unglaublich gesunde Rezepte, weil "ZUCKERFREI", unterkommen.* Und dann wird der Zucker entweder durch Bananen (ich gebe zu, mein Hauptproblem mit der Sorte Rezepte ist, dass ich Bananen ausser im hellgrünen Zustand überhaupt nicht mag und der Bananengeschmack in den daraus resultierenden Kuchen mich total abstösst. Und den Rest der Familie auch), oder Agavendicksaft oder Honig oder Rohrohrzucker oder Kokosblütenzucker oder Dattelmus oder Ahornsirup** oder, oder, oder ... ersetzt wird. Und dann ist auf einmal alles total gesund und viel, viel besser, als wenn man "Industriezucker" verwenden würde. In der Fastenzeit*** häufen sich solche Posts und Rezepte und Aussagen gefühlt noch viel

Tja. Und abgesehen von meiner Bananenaversion und meiner Weigerung, drölfzigtausend Franken für Kokosblütenzucker auszugeben, rollen sich ob diesen Claims meine naturwisschenschaftlichen Fussnägel hoch.

Es ist nämlich so: Weder Bananen, noch Honig, noch Agavendicksaft, noch Kokosblütenzucker, noch Datteln oder Ahornsirup oder Rohrohrzucker sind zuckerfrei.
Und ja, ich höre die Rezeptautoren und Co-Eltern und Faster schon rufen: "Ja, das mag ja sein, aber es ist kein Kristallzucker/Industriezucker, das ist was ganz anderes und viel besser."
Ähm. Ja. Nein.
Lassen Sie mich von vorne anfangen.

Der physiologisch wichtigste Zucker ist Glukose, mit Trivialnamen (das ist Chemikerdeutsch für "Volksmund" oder "Ausdruck, den Nichtchemiker verwenden") heisst der "Traubenzucker".

Ich habe neben den Formelbildern noch kurz (sorry, der Erklärbär ist sehr stark in mir) erklärt, woher der Ausdruck "Kohlenhydrat"kommt. (Hydrat ist der Chemikerausdruck für Wasser, das in irgendeiner Verbindung mit dabei ist. Und die kringeligen Gleich-Zeichen bedeuten, dass das der Wortursprung ist, aber dass man nicht 6 Wassermoleküle mit einem Kohlenstoffatom verrühren kann und dann Glukose rauskommt).

Der zweite Zucker, auf den ich eingehen möchte, ist Fructose, der Trivialname ist "Fruchtzucker".


Wie man sieht: kein sooooo grosser Unterschied, die Carbonylfunktion (das O mit den zwei parallelen Strichen dran bzw. das den Ring schliesst) hängt nicht ersten C-Atom, sondern am zweiten, deswegen ergibt ein Ringschluss einen Fünfring (eine Furanose), nicht einen Sechsring (Pyranose) wie bei der Glukose. (Summenformel auch hier: Kohlenhydrat).

Der dritte Zucker, der heute mitspielen darf, ist die Saccharose, das ist Haushaltszucker, wie ihn Chemiker und Naturwissenschaftler gern nennen.

Wenn Sie sich das Formelbild mal genau anschauen, sehen sie (ich habe Ihnen das mit pink eingekreist), dass ein Molekül Saccharose aus zwei Grundbausteinen besteht, nämlich einem Äquivalent Glukose und einem Äquivalent Fructose.

Und jetzt kommen wir zurück zu Bananen, Kokosblütenzucker und Honig. Man könnte ja meinen, dass Bananen und Kokosblütenzucker Fruchtzucker enthalten, sind ja schliesslich Obst (oder Pflanzen). Das ist auch so (die Diskussion, ob Fruchtzucker nun besser oder schlechter oder gleich gut ist wie Saccharose, die spar ich mir mal), Fruchtzucker heisst so, weil er viel in Früchten drin ist. Und Honig, man weiss ja, dass Honig unglaublich gesund ist, da kann doch kein Zucker drin sein.
Tja.
Kokosblütenzucker besteht zu 94% aus Saccharose ("Sucrose" ist eine andere Bezeichnung für "Saccharose"), Banane enthält pro 100g 3.8 g Glucose, 3.6 g Fructose und, Achtung, 11.02 g Saccharose (aka Haushaltszucker) und auch Honig enthält signifikante Mengen Saccharose (und ansonsten vor allem Glucose und Fructose und sonst nicht besonders viel)

Und deswegen werde ich immer ganz kribbelig, wenn Rezepte, bei denen "Haushaltszucker" durch Bananenhonigkokosblütentrallala ersetzt wird, als zuckerfrei angepriesen werden. Das ist einfach falsch. Und auch die erste Reaktion, die immer kommt, wenn man das anmerkt: "Aber es ist ohne Kristallzucker/Industriezucker/raffinierten Zucker". Das stimmt insofern, dass die Saccharose in der Banane nicht kristallisiert ist, im Honig nur selten und beim Kokosblütenzucker wenigstens nicht raffiniert ist. (Raffiniert bedeutet übrigens nicht mehr als "gereinigt", das sieht man in diesem Video aus der "Sendung mit der Maus" sehr schön.). Wissenschaftlich gesehen ist Saccharose aber Saccharose, ob ich da jetzt eine Bananenschale, eine Kokosblüte oder eine Zuckertüte drumrum mache. Und wissenschaftlich gesehen ist ein Muffin mit Kokosblütenzucker nicht besser als eins mit Zucker aus der Tüte. Nur teurer. Und ein mit Bananenmatsch statt Zucker schmeckt nach Banane, was es für mich deutlich weniger attraktiv als eines mit Zucker macht.

Man kann sich jetzt natürlich fragen, warum mich das so aufregt, es tut mir ja nicht weh, wenn andere Leute Banenenkokoszuckerkuchen backen und damit glauben zu fasten. Das tut es auch nicht, aber es tut mir weh, wenn sie es "zuckerfrei" nennen. Ungefähr so, wie es einem Vegetarier weh tun würde, wenn ich sagen würde, ich lebe jetzt vegetarisch und dazu gehören zB auch Kalbsschnitzel, weil ein Kalb, das frisst ja wohl kein Fleisch. Oder fast jedem Menschen dieser Welt, wenn ich sagen würde: die Erde ist eine Scheibe. Weil das einfach FALSCH ist. (Dass ich das Gefühl habe, man
findet sich dank seiner Bananenkokosblütenmuffins einen besseren Menschen oder zumindest eine bessere Mutter, als die, die Kuchen MIT INDUSTRIEZUCKER zum Geburtstag mitgeben, ordne ich, um den Bogen zum Anfang des Blogposts zu schliessen, als persönliche Avocadomomente ein.)



*Bitte lesen Sie aus dieser ganzen Suada nicht heraus, dass ich der Meinung bin, dass Kinder im Kindergarten (und auch sonst) ruhig ihre Chips mit Cola runterspülen und als Nachtisch eine Milchschnitte mit Caprisonne geniessen sollen. Ich bin, und ja, ich weiss, dass das unpopulär ist, das ist mir aber egal und nicht Thema hier, allergrösster Fan der hier bei uns im Kindergarten verteilten (und dort gelebten und gegen alle Widerstände der Eltern) durchgesetzten Positivliste für das gesunde Znüni (und ja, da steht auch "zuckerfrei" drin und Obst ist trotzdem gemeint, aber meine Güte...).

** Und bitte: wenn Sie zB Kokosblütenzucker verwenden, um einen befreundeten Kokosblütenzuckerbauern oder das Prinzip des fairen, biologisch einwandfreien Kokosblütenzuckeranbaus zu unterstützen, oder Ahornsirup oder braunen Zucker oder Honig, weil Sie den Geschmack mögen: bitte, danke, gerne, super, ich liebe den Geschmack von Ahornsirup und braunem Zucker. Aber ich glaube nicht, dass sebergemachtes Knuspermüsli mit Ahornsirup oder Zimtschnecken mit braunem Zucker besser oder gesünder wären als mit Honig oder "Industriezucker"

*** Auch hier: fasten Sie so viel, wie es Sie glücklich macht. Wirklich. Ich mache das nicht und ich habe durchaus valide Gründe, warum ich das nicht mache und warum ich bei manchen Fastereien meine Augen rolle, aber das ist weder Thema des Blogposts, noch sollte es Sie davon abhalten zu fasten, was oder wie Sie wollen. Und wenn es das Tragen eines linken Sockens an geraden Tagen ist.

Freitag, März 03, 2017

Schnippschnapp

Heute morgen hatte ich ja den berühmten Muttermalentfernungstermin: einmal Nacken wegen "Friseur schneidet rein und Katze verhakt sich drin", einmal Hüfte "wegen klemmt sich am Gürtel ein" und zweimal (nicht nur einmal, wie ich dachte) wegen "eeeeks, das sieht nicht so aus, wie es aussehen sollte".
Ich habe dann heute nacht beim schlecht schlafen und heute morgen am Bauchgrummeln gemerkt, dass mich das gar nicht so cool lässt, wie ich dachte, weil: ist ja nun mal keine grosse Sache und es wird schon alles in Ordnung sein.
In meinem Unterbewusstsein rotierte der letzte Entfernungstermin, da war ich 12, meine Mutter liess mich unangekündigt wegen "Kind, du weisst, ich kann kein Blut sehen" allein im Behandlungszimmer, die Hautärztin versemmelte die Betäubungsspritze und hatte keine Lust, ein zweites Mal zu spritzen ("Ach, das wird schon gehen") und schnippelte dann in meinen nur halb betäubten Muttermalen rum. Die beiden Wunden wurden mit je drei Stichen genäht, haben entsprechend geziept und die Narben wurden riesig. Das ist im Nachhinein nicht so schlimm, das wichtigste ist natürlich, dass die Analyse befundlos war.
Nun ja. Ich bin also mit mittelguter Laune in die frisch umgezogene Praxis meiner Hautärztin gefahren (sie ist jetzt in dem Haus, in dem damals die Polizei war, auch hier: nur gute Erinnerungen :-)), hat Handknabberfische im Wartezimmer und alles ist sehr chic.
Und, man hätte es sich ja eigentlich denken können, während ich noch Angst hatte, dass ich eklige Geräusche von Schere durch Fleisch oder eklige Gerüche (man kennt das ja aus Thrillern: "Der Geruch von gebratenem Fleisch") beim Veröden und "iiiiih, sie näht durch meine Haut"-Gefühle überstehen müsste, hatte ich schon vier Spritzen, die wirklich weniger weh taten als Blutabnehmen bei jemandem, der das kann, und das Entfernen selber war  vom Gefühl her wirklich nur Gezupfe und alles in allem vom Betreten der Praxis bis zum Wiederdraussensein war in 23 Minuten erledigt.

Jetzt muss nur noch das komische Gefühl in meiner betäubten Pobacke und das vom Nacken her ausstrahlende Betäubungsmittel aufhören, ich zwei Wochen an was anderes denken, dann bekomme ich nämlich den Laborbericht und da wird schon alles gut sein.

Donnerstag, März 02, 2017

Vorbildlich

Während das brave Kind seine Temperatur erst nach erfolgreich absolvierten Skiferien auf dem Heimweg im Auto erhöht, um über das Ferienwochenende zu gesunden, steigert die vorbildliche Arbeitnehmerin die Hustenintensität und Atemschmerzen über den Verlauf der Woche langsam, am Abend vor dem Homeofficefreitag bleibt sie noch zum spät angesetzten "Please make yourself available" groupmeeting, fühlt sich aber immer mieser und freut sich, dass sie am Homeofficefreitag morgen an Pflichtterminen nur ein zweistündiges Webexmeeting hat, bei dem man die Videofunktion ja abschalten kann. Und beim Husten immer schön auf "Mute" drücken. Oh, und besser vor dem Muttermalschnippeltermin morgen Hustenstiller nehmen, nicht dass die Hautärtzin beim Schnippeln verrutscht. Und praktischerweise ist hier ja langes Wochenende wegen Fasnacht angesagt, da kann ich mich ja schön auskurieren bis Dienstag. Und jetzt entschuldigen Sie mich, mein Erkältungsbad läuft ein (und ich muss noch Meetingminutes schreiben, damit ich morgen langsam machen kann. Und ja, ich sehe auch, wie das klingt.)

Mittwoch, März 01, 2017

März

Im März werde ich/werden wir

  • mir mindestens drei Muttermale rausschnippeln lassen. (ist besser so, aber ich kann mir trotzdem Schöneres vorstellen).
  • unsere Steuererklärung machen.
  • unser neues Auto abholen. (Und das alte dafür eintauschen. Also naja, Tausch wäre anders, aber eben.)
  • unseer 20 jähriges Jubiläum als Paar feiern (hui, ab dann bin ich mein halbes Leben mit dem Hübschen zusammen)
  • der Hübsche auf das Korn-Konzert in Zürich gehen.
  • uns ins Briefwahlverzeichnis für die Bundestagswahl eintragen lassen.
  • die C-Junioren-Zeit beim Unihockey für Little Q. mit den letzten Meisterschaftsspielen und einem Plauschturnier mit allen Eltern beenden.
  • Little L.s 8. Geburtstag feiern.
  • die Jungs ihr Weihnachtsgeschenk von meiner Schwester einlösen und den Basler Zolli aus Tierarztperspektive von hinter den Kulissen besuchen.
  • Onkel, Tante, Cousins. Wir sind schon sehr aufgeregt :-).
  • an abendlichen jährlichen oder halbjährlichen Sitzungen wie der Eigentümerversammlung und dem Elternrat der Pfadfinder.
  • uns von den Pfadfindern zum Frühstück versorgen lassen.