Donnerstag, August 10, 2017

Tempora mutantur

Im letzten Urlaub haben wir genau EINE klassische Postkarte verschickt (und auch nur, weil Little L. sich in die geschmacklich herausfordernde 3D-Karte mit Polarfuchsmotiv verliebt hat). Alle anderen Grüsse (und das waren viele!) haben wir via App verschickt.
An Adressen in der Schweiz kann man mit der "Postcard Creator"-App Karten verschicken, sogar alle 24h eine kostenlos. Das erfordert dann zwar ein wenig Logistik, aber was tut man nicht alles, um 1.40CH/Karte zu sparen? Das klappt super, das haben wir schon seit ... 2, 3 Jahren so gemacht.
Allerdings haben wir ja immer noch Kontakte ausserhalb der Schweiz und nachdem es die letzten Jahre immer so ein Gewürge war, zusammenpassende Karten, Briefmarken und dann auch noch Briefkästen zu finden, und ich darauf keine Energie mehr verschwenden möchte, habe ich beschlossen, das dieses Jahr auch per App zu machen.
Nach einem kurzen (ich war im Urlaub, ich möchte mit sowas keine Zeit verschwenden) Screening habe ich mich für die "My Postcard"-App entschieden, eine gewisse Menge Guthaben aufgeladen, Karten kreiiert (da gehen nette Sachen, mit verschiedenen Bildern, Collagen, tralalala) und fand es dann sehr lustig, dass der Text hintendrauf in Fake-Handschrift erscheint. Man kann sogar die Schriftart auswählen. Wir haben also einen Stapel Karten mit dieser App verschickt und ich war sehr neugierig, wie die denn dann aussehen (ich meine: die Gratiskarten der Schweizer Post setzen qualitativ einen recht hohen Standard!).
Also habe ich mir ganz neugierig die Karte bei meiner kleinen Schwester von der Pinnwand gezupft: ja, sieht gut aus! Irritierend finde ich, dass da eine echte Briefmarke physisch draufgebappt wird, ich hätte gedacht, da würde dann halt irgendeine Art QR-Code oder so was draufgedruckt.
Wie mir meine Schwester aber erzählt hat, hat diese echte Briefmarke unsere Karte an meine Mutter gerettet, die war nämlich höchst verwirrt, als eine Karte mit DEUTSCHER Briefmarke, norwegischem Motiv mit Kindern, die sahen ihren Enkeln irgendwie schon ähnlich, im Briefkasten lag.

.
 

Der Text drauf war klar nicht echt mit der Hand geschrieben, sollte aber so aussehen, und man konnte auch nicht sofort erkennen, für welches Reisebüro oder welche Grillwurstfirma das jetzt eine Werbung sein sollte, aber man kennt das ja, die denken sich immer neue Tricks aus und auf einmal hat man dann ein Zeitschriftenabo, also grad ignorieren und wegschmeissen. Nur wegen der aufgeklebten Briefmarke wurde sie stutzig und fragte bei meiner Schwester nach, ob sie auch so was bekommen hätte und ob das was mit uns zu tun hätte :-).

Vielleicht nächstes Jahr dann doch wieder gekaufte Postkarten an ausgewählte Adressaten...

1 Kommentar:

Cornelia Sander hat gesagt…

Wir haben dieses Jahr auch per App Karten verschickt. Die an die Schwiegermama missfiel aber, da die Schrift ja nicht echt war, und jetzt, wo die Kinder schreiben können.... Merke: nächstes Jahr wieder eines der gefühlt fünf verfügbaren Motive mit unmotiviertem Kindergeschreibsel anstelle eines aktuellen Fotos der Lieben. Wie man's macht ....