Freitag, Juni 02, 2017

Eigentlich gehts.

Die Überschrift ist natürlich Understatement respektive Untertreibung pur. Irgendwann heute, ich glaube, als ich aus dem Stegreif jemandem, der sich mit dem Thema bisher noch nicht auseinandergesetzt hatte, binnen 10 Minuten erklären konnte, wobei es bei ICHQ3D geht, was bei Wirkstoffen zu beachten ist und warum wir bei einem meiner Produkte ... nun ja, kein Problem, aber was zu tun haben, fiel mir wie Schuppen von den Augen, dass ich in meinem gar nicht mehr so neuen Job (in einem Monat mache ich das zwei Jahre lang!) nicht nur angekommen, sondern am richtigen Ort und zufrieden und wirklich gut bin. Der Wechsel vor zwei Jahren war, glaube ich, der beste Move, den ich karriere- und berufstechnisch so gemacht habe. Ich geniesse die Horitzonterweiterung weg von der reinien Produktion zu dem globalen Überblick. Ich bin mittlerweile für 6* verschiedene Medikamente zuständig (nachdem die Stelle für ursrpünglich 3 ausgeschrieben war, scheine ich das ganz gut gemacht zu haben. Oder nicht nein sagen zu können :-)). Die (temporäre, man wird sehen) Doppelrolle, die ich für ein Produkt übernommen habe, führt mich ausserdem ganz schön in der Weltgeschichte rum und dass das Ganze ein Projekt werden würde, das aktuell aus verschiedenen Gründen die Aufmerksamkeit des allerallerallerobersten Managements hat, hui, damit hätte ich auch nicht gerechnet.

Durch Ehrgeiz, Sturheit, Schnell-Lesen-Können, Sich-jeden-Mist-nach-dem-ersten-Lesen-Merken-können und Spürhundgene (ich wollte ja mal Archäologin werden und das lebe ich jetzt im Firmenarchiv aus) habe ich mir für alle meine 6 Babys Produkte ein mehr als nur solides Hintergrundwissen angeeignet, was mir besonders bei abstrusen Anfragen auffällt, die ich mittlerweile aus dem Stegreif oder nach sehr kurzem Recherchieren beantworten kann.

Das internationale Team und die noch internationalere Zusammenarbeit gefällt mir super. Ich habe mich lange in lokalen Organisationen über Leute lustig gemacht, die keinen Satz ohne Anglizismen rauskriegen, mittlerweile träume ich manchmal auf englisch.
Und, auch wenn das immer keener glaubt, das extrovertierte und "mit Menschen können", das hilft auch in einem hochtechnischen Bereich. Sehr. Ich bin davon überzeugt, einige Klippen umschifft oder wenigstens mit soviel Anlauf gerammt zu haben, dass man mir allein dafür schon Respekt zollt und dann doch gern mit mir zusammenarbeiten.

Ich habe einen erst 80 und dann 90% Job mit notfallmässigen Anrufe nachts um drei und ungeplanten Wochenendeinsätzen gegen einen 100% Job mit flexiblen Arbeitsmöglichkeiten, dafür aber Reiseaktivität eingetauscht und es klappt grossartig. Mir fällt es viel leichter, jetzt im Vollzeitmodus Termine zu verschieben oder abzusagen, auch mit der Begründung: "Da habe ich einen privaten Termin, Kinderkonzert, der Mann ist unterwegs", als früher, wo ich immer das Gefühl hatte, das landet alles in einem schwarzen Büchlein mit der Aufschrift "unflexible Teilzeitkraft", obwohl das eh nie der Fall war.

Der Hübsche und ich arbeiten grossartigst zusammen, wir gleichen private und berufliche Termine ab und so fahre ich eben in der zweiten Juniwoche nach Italien und der Hübsche hat bei sich in der Arbeit einen Termin in Amsterdam abgesagt, weil "Meine Frau ist da unterwegs und bei uns zu Hause heisst es "First come, first serve" (plus natürlich im Einzelfall auch Triage nach Wichtigkeit und Verschiebbarkeit, aber das muss man den last minute-Leuten ja nicht sagen, auch wenn ich da ganz klar gewonnen hätte :-)) und übernehmen Kindertermine wechselweise. Guess what? Das tut auch beim Hübschen bei der Arbeit überhaupt nicht weh :-).
Aber ich schweife ab. Langer Rede, kurzer Sinn: ich bin restlos zufrieden. untd wer mich kennt, weiss, dass das auf beruflicher Ebene ein seltener Zustand ist. Was zum Zufriedenheitsstatus ungemein beiträgt, ist, dass ich schon ausbaldowert habe, wo ich hinmöchte (okay, das ist nicht neu), und .... was die nächsten Schritte auf dem Weg dorthin sein werden. Aber noch nicht gleich. Ich geniesse den Status quo noch ein bisschen und muss natürlich auch noch das obersuperhyperwichtige Projekt in trockene Tücher bringen, damit mein Name nicht mehr nur mit dem damit verbundenen Risiko, sondern auch mit dem Erfolg verbunden ist :-).


* Ich nehme an, anders als bei Kindern ist es total legitim, Lieblings- und nicht ganz so Lieblingsprodukte zu haben. Ich habe trotzdem ein bisschen ein schlechtes Gewissen, wenn ich beim einen Produkt denke "Wohoooo, cool, das ist mal eine spannende Frage!" und im gleichen Zusammenhang bei einem anderen "Orrrrrrr, ne, oder? Nicht das auch noch!". Ich mag euch alle, keine Sorge :-)

Kommentare:

Mareike hat gesagt…

Ich glaube die Produkte werden es Dir nicht übel nehmen wenn Du eins lieber hast.... ;-)
Aber das klingt doch wirklich toll! Ich freu mich sehr für Dich!

Ann hat gesagt…

Also ... Chapeau!!!, meine liebe Frau Brüllen. Das habe ich wirklich schon oft gedacht, wenn Sie von Ihrem Job berichten und musste jetzt tatsächlich an Sie denken, weil ich überlege, meine Stunden aufzustocken ... "Die Frau Brüllen macht das doch auch ganz easy und ihre Kinder sind noch viel jünger als meine." ... Verrücktes Internet!!!

kaltmamsell hat gesagt…

Ich freue mich ganz enorm für dich!

stahldame hat gesagt…

Klingt super!
Und ja, ich habe auch ein Lieblingsprojekt - das erste große ist es und wird es immer bleiben. Mit ein paar Kollegen, die mit mir vor der Prüfkabine saßen und gebibbert haben, fühle ich mich auch vier Jahre später noch sehr verbunden.
Von 100% und Reisetätigkeit träume ich noch nicht mal, aber ohne meine 60% ginge es mir auch nicht gut - und bis der Zwerg so groß ist wie Ihre beiden, vergeht ja noch ein bisschen Zeit.
Auf dass es so positiv weitergehen möge,

LG die stahldame