Samstag, Juni 24, 2017

Sandel, sandel

Eigentlich wollten wir heute morgen ausschlafen, schwimmen gehen (Little Q.s Bitte: eins mit 5-Meterturm für den inneren Schweinehund), heimgehen, umziehen, mit Freunden im Ruderclub Hechtessen gehen.
Dann aber sponn erst die Katze in der Früh (es gab nach ungefähr 15mal Aufstehen für Füttern, Klo saubermachen, Balkontür aufmachen, Rollo noch ein Stückchen höher ziehen, draussen Wasser auffüllen, Schuhkartons zur Seite schieben, damit man an der Wand schnuppern kann etc) objektiv keinen Grund mehr für Gejammer, subjektiv war es aber sehr, sehr laut. Morgen wird sie ausgesperrt!
Dann war das Wetter auf einmal auch gar nicht mehr unbedingt schwimmbadeinladend (bewölkt, unter 1000Grad, "düppig", wie man hier sagt), ausserdem wurden auf PokemnGo die ersten Raids in unserer Umgebung angekündigt. Also haben wir das Programm umgeworfen, gemütlich gefrühstückt, Little L. ist in die Bücherei gesaust, wir haben mit grosser Spannung auf der leeren Cafeterie-Terrasse von des Hübschen Arbeitsplatz auf den Raid-Start gewartet, der dann doch eher unspektakulär war, beim nächsten Raid dann das restliche lokale Team Blau getroffen (die sind ein echtes Team :-), und interessanterweise wussten wir direkt jeder von jedem wer wer ist. Hm.), mit ihnen einen geteilten Fütterdienst für unsere Arenatiere ausgemacht, und ein bisschen paar viel Schritte gut gemacht. DAs macht Niantic ja schon ganz geschickt, immer wenn ich denke: "Boah, jetzt wird das aber echt langsam fad" lassen sie sich was Neues einfallen und ich bin wieder voll dabei.
Jetzt noch Kaffee, Balkonkärchern, umziehen und dann den inneren Petterson und Findus channel und Hecht essen. (ich dachte ja, die würden im Rhein oder so gefangen, aber in Wirklichkeit warden sie gefroren aus Schweden eingeflogen und dann hier frittiert. Nun ja.)

Freitag, Juni 23, 2017

Digitalisierung. Oder sowas

Freitag ist ja Homeofficetag. Das ist immer sehr praktisch, heute besonders auch deswegen, weil ich da war, als der Paketbote mit den vom Hübschen bestellten Turnschuhen läutete. Was keiner vorher wusste, war, dass 26,35CHF Zollgebühren anfallen würden. Das ist an sich keine Überraschung, manchmal kostet es Zoll, manchmal nicht, manchmal mach Amazon das vorab, manchmal bei Marketplace-Sachen nicht, manchmal bekommt man die Gebühren nachher zurück, manchmal nicht, es ist halt so. Allermeistens lohnt es sich trotzdem verglichen zu den Preisen, wenn man direkt in der Schweiz bestellen würde.
Ich hatte dismal sogar Bargeld daheim, das ist ja auch nicht immer der Fall, aber weil am Montag (nur am Montag, nicht vorher, nicht nachher) Little L.s Schulfotografenbilder bezahlt werden müssen, habe ich mal wieder Geld abgehoben. Ich habe es immerhin schon geschafft, den ausgespuckten 200CHF-Schein (für die Schulfotos brauche ich abgezählt 60CHF) in einen Hunderter und schon wieder veschwundenes kleineres Geld kleinzukriegen. Ich habe den Paketboten innerlich gefeiert, weil 100-26.35 = ein 50CHF-Schein, vllt kriege ich den 20CHF-Schein als zwei Zehner und dann noch ein bisschen Münz, da kann Little L. dann am Montag die Fotos zahlen. Dachte ich. Der Paketbote kann aber überhaupt nicht wechseln. Tja. Also hat er die Schuhe wieder mitgenommen und ich habe eine Abholkarte für die Postfiliale bekommen (immerhin mit dem Hinweis, dass auf der Karte zwar steht, abholbar morgen, aber er würde das Paekt um eins schon hinbringen) Dort können sie wechseln und man kann sogar mit Karte zahlen. Nun ja, dann ist das halt so (es ist eine Pokemonarena neben der Post und jetzt ist da ja alles anders, da kann man ja gut mal hingehen).


Ich habe mich also wieder an den Computer gesetzt und wegen der Diskussion mit dem Postboten hat mich das VPN-RemotAccessNetwork-Dings in der Zwischenzeit aus dem System geworfen. Beim Wiedereinloggen war ich dann kurz verwirrt, ob die Zahlen bei meinem Passwort am Anfang oder am Schluss sind und ob es 42 oder 43 war und zack, nach 189mal falsch Eingeben, war mein Account gesperrt. Yay. Ohne die verschlüsselte Verbindung habe ich nur noch Zugriff auf meine lokalen Daten und das Mailsystem, alle geteilten Daten sind für mich unerreichbar.
Ich musste aber dringend den Kollegen den Link zu einem Dokument schicken, also beschloss ich mich auf den Weg in die Aussenstelle meines Arbeitgebers bei uns im Dorf zu machen, mich dort wenigstens übers automatische W-LAN einzuloggen, das Dokument zu schicken, fertig.
Ich dachte mir, es ware ja noch ein schlauer Zug, unser Helpdesk zu fragen, was ich tun muss, um den Remote-Access wieder freizuschalten, aber das automatische IT-User-Interface geht nur, wenn man entweder über Remote-Access oder halt das echte Firmen-W-LAN verbunden ist. Nun ja.
Ich habe mir also meinen Firmenausweis geschnappt und dabei festgestellt, dass zwischen Ausweis und Kaffee-Treuekarte ein 20CHF-Schein steckt. Den habe ich in der Rheinschwimmsaison da drin für den Fall, dass ich auf dem Heimweg schwach werde und etwas zu Essen oder eine Tramkarte kaufen muss. Oder für den Fall, dass ich auf dem Weg zum Remote-Access-Reparieren ein Paket auslösen will. 6.35CHF habe ich in klein noch zusammengekratzt (Little Q. hat das Eis auf der Klassenreise gestern ausgegeben bekommen und in der Schale vor der Waschmaschine hatten sich auch ein paar Münzen angesammelt).
Also bin ich mit Geld, Abholkarte, Laptop und Firmenausweis Richtung Werksareal gedackelt, habe mich dort vor die Cafeteria gesetzt, das Dokument verschickt, eine Anfrage an die User Services geschickt, auf dem Heimweg ein paar Minuten am Postauto gewartet und dann bezahlt und Paket bekommen, heimgegangen und zack, nach nur einmal Einloggen im echten Netzwerk klappt auch der Remote Access wieder.


Wie der Schweizer sagen würde: "Es chunnt denn scho guet."

Donnerstag, Juni 22, 2017

SHE-Hulk

Heute habe ich ein (wie ich finde) zu Unrecht von mir selten getragenes Kleid mit zur Arbeit genommen (mein Kollege war ganz überrascht, als ich erst in Radlkluft aka Chucks, T-Shirt und Caprileggins auftauchte und ein paar Minuten später eben im Hemdblusenkleid im, wie ich finde, Safarilook und Sandalen zurückkam. Vielleicht existiert gar kein unausgesprochener Dresscode und Jogginghosen wären doch ok?). Ich mag das auf jeden Fall sehr an mir!




Im Hintergrund sehen Sie meine Bastelarbeit von heute (ja, so richtig mit Tesa und Schere und so, ich wurde dafür belächelt, und ja, ich habe das nachher alles auch im Excel schön elektronisch abgelegt, aber der Bastlwastl ist dann doch starker in mir, als man denkt), die mir tatsächlich Freude gemacht hat (ich habe in den letzten Tagen immer wieder sehr über den "40 Stunden Wochen sind Menschenquälerei"-Artikel geschmunzelt, aus verschiedenen Gründen, heute besonders über das anscheinend universell anerkannte Horrorerlebnis Exceltabelle.). Es ist übrigens ein Taktdiagramm, das aufzeigt, wie viel Wirkstoff ich in wieviel Zeit in einer Anlage produzieren kann. Man kann da ganz viel rauslesen, zB, wo ich drehen kann, um schneller zu warden, wo ich mich auf den Kopf stellen kann und FlicFlacs machen und es hilft trotzdem nix... sowas.
Ein bisschen traurig war es dann, als ich das mit den Herren besprechen wollte, die das eigentlich liefern sollten, das aber in einem .... sagen wir ausbaufähigen Detailgrad getan haben, und dann nach meiner Präsentation und Schlussfolgerungen gemeint haben: "Yeah, well, you know, our assumption was more ... like, top of the head, ballpark figures... you know?" Da werde ich ihnen nächste Woche mal beibringen, was ich unter einem Taktzeitdiagramm verstehe und warum das wichtig ist.


Ansonsten habe ich heute noch erfahren, dass eines meiner ursprünglich als "Wir brauchen eine Person, die dafür verantwortlich ist, aber eigentlich sollte da praktisch nix zu tun sein" angekündigtes Produkte noch viel mehr Arbeit machen wird als eh schon (das ist far from nix zu tun), aber hey, in Indien war ich noch nie und das ist dann das nächste Produkt/Projekt, das ultrahoch aufgehängt ist (ich dachte ja, CEO ware das Limit, aber nein.) Trotz allem "Hui, das klingt aber nach viel" und "Hui, echt, der?" war es aber schön zu hören, dass man sich freut, dass ich im Team bin, weil ich genau die richtige dafür sei.


Und vielleicht, aber nur vielleicht, besorge ich mir ein SHE-Hulk-T-Shirt dafür.



Mittwoch, Juni 21, 2017

Standortvorteil

Ich weiss noch, als ich damals von meinem Aufenthalt in San Diego zurückgekehrt bin, war ich ein bisschen traurig, dass ich in Zukunft nicht mehr die Mittagspause im Pazifik badend verbringen können würde. (Ich vermisse noch viel mehr als das, aber das habe ich ja schon mal geschrieben).


Damals konnte ich ja noch nicht ahnen, dass ich badetechnisch mal am coolsten Ort .... lassen Sie uns mal realistisch bleiben .... der Nordwestschweiz arbeiten würde. Der beste Einstieg zum Rheinschwimmen* liegt nämlich direkt unterhalb des Elfenbeinturms.


Und so pilgern von Juni bis manchmal September mittags ab 11 Kollegen in Badekleidung Richtung Rhein über das Areal, packen unterhalb des Museums Kleider und Schuhe in den Wickelfisch und stürzen sich ins Wasser. Ein paar Kilometer flussabwärts klettern alle wieder raus, duschen (eiskalt), ziehen sich entweder in einer Strandkabine um oder laufen in nassen Badeklamotten an der Rheinpromenade wieder zurück. Vor dem Direktionsgebäude streift man dann schnell noch ein T-Shirt oder ein Kleidchen über**, zieht sich auf dem eigenen Stockwerk wieder in Arbeitskleidung um und am Nachmittag erkennt man die Schwimmer unter den Kollegen an dem seeligen Lächeln, den trocknenden Badeklamotten im Büro und der leicht derangierten Schwimmfrisur.








*Für den Fall, dass Ihnen ein Kommentar über "SCHWIMMEN IM RHEIN IST LEBENSGEFÄHRLICH!" unter den Fingernägeln brennt: man kennt sich hier aus.


** In unserer Firmen-Google-+ Commuunity gibt es die Rubrik: "Treasures from the archive". Vor ein paar Wochen wurde dort die Geschichte erzählt, wie der berüchtigte Generalsekretär in den 70ern immerin Badehose aus dem Direktionsgebäude zum Schwimmen und dann halt in Nasser Badehose zurückging. Eines Tages wurde ihm vom Pförtner die Tür des Direktionsgebäudes mit grossem Trara und Verbeugung geöffnet,, was ihn sehr irritierte, weil normalerweise kein so grosses Buhei gemacht wurde. Allerdings wusste er auch nicht, dass im Eingangsbereich eine sehr formelle japanisch Handelsdelegation wartete. Dank des geistesgegenwärtigen Pförtners waren sie nicht beleidigt, sondern hatten da Gefühl, den Firmenbesitzer höchstpersönlich getroffen zu haben, wenn auch in exzentrischem Outfit.


Dienstag, Juni 20, 2017

Steuerflüchtlinge

Sie erinnern sich an die Geschichte mit der Steueridentifikationsnummer für minderjährige Steuerflüchtlinge?


Die Geschichte bekommt einen kleinen Seitenast und zwar so:


Gestern kamen zwei Briefe von der Stadtsparkasse München an unsere Heimadresse in der Schweiz, einmal an den Hübschen, einmal an mich. Zweimal wurde folgendes festgestellt:


"Sehr geehrte Frau Brüllen, durch das Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz sind wir dazu verpflichtet, in Ihren Daten Indizien festzustellen die auf eine steuerliche Ansässigkeit im Ausland hindeuten."


Dann wurde nach der asuländischen Steueridentifikationsnummer gefragt und uns angekündigt, dass man jetzt den ausländischen Finanzbehörden alle Infos über unsere Konten geben würde.
Der Brief schloss mit dem bei mir sehr passiv aggressiv ankommenden Postscriptum

"Ihre Kontaktdaten können Sie ganz einfach nachtragen, online oder telefonisch oder bei Ihren Betreuer."



Abgesehen davon, dass dieses Abkommen und die Umsetzung durch die deutschen Banken für mich mittlerweile (und zwar nicht wegen des Abkommens, das ist mir eigentlich wurscht) ein rotes Tuch ist, macht mich dieses Schreiben echt wütend.


Wir sind Sparkassenkunden seit ... wir laufen können ungefähr. Also ... knapp 40 Jahre. Ich habe mein Taschengeld bei der Dorfsparkasse gespart, mein Geburtstagsgeld von den Grosseltern dort eingezahlt, mein Stipendium, meinen allerersten Urlaub von dort aus bezahlt, mein erstes Gehalt (und ein paar danach) darauf eingezahlt, auch nach unserem Umzug in die Schweiz laufen alle Zahlungen nach Deutschland (Amazon! Esprit! Limango!) über dieses Konto.
Man würde sich also nicht arg weit aus dem Fenster lehnen, wenn man sagen würde: wir sind treue Kunden.
Ausserdem sind wir nicht nur ehrliche Menschen (Kunden und Steuerzahler), nein, wir sind auch gut organisiert. Deshalb haben wir, als wir vor 15 JAHREN Deutschland verlassen haben, uns bei den Einwohnermeldeämtern abgemeldet, den Banken und dem FInanzamt mitgeteilt, dass wir in Zukunft in der Schweiz Geld verdienen und versteuern würden, in Deutschland nicht mehr, allerdings unser deutsches Konto behalten würden. Natürlich haben wir unsere Nachsendeadresse, Telefonnummern und sonstige Kontaktdaten hinterlassen.
Nur so war es möglich, dass das Finanzamt München II auch nach dem Wegzug noch 3 Jahre lang versucht hat, uns zu einer Einkommensssteuererklärung zu bewegen, dass die Sparkasse uns für
die reguläre Kommunikation wie neue Karten, Kreditkarten, Kontoauszüge und so lustige Späasse wie "wir streichen euch den Dispo", "wir haben jetzt Kontoführungsgebühren, das für euch beste Modell ist, dass ihr jeden Monat voll viel zahlt.", "wir haben 1999 nicht das getan, was ihr von uns wolltet und deshalb haben wir noch ein verlorenes Sparbuch gefunden" jederzeit kontaktieren konnte.


Deshalb macht mich schon das Postskriptum aggressive. Eure Kundendatenbank könnt ihr mal schön selber aktuell halten.


Und zu guter Letzt regt mich der (vielleic!ht subjektiv so wahrgenommene) Tonfall des Schreibens unglaublich auf, der für mich nach "So. Jetzt seid ihr aufgeflogen, ihr Steuerflüchtlinge. Jetzt ist Schluss damit, dass ihr dem Finanzamt Eure schwarzen Konten verheimlicht!". Wie gesagt: die Stadtsparkasse Weiss seit 15 Jahren, dass wir voll und ganz in die Schweiz ausgewandert sind, da ist das keine so grosse Meisterleistung, diese "Indizien" festzustellen. Und ja, wir haben jedes dieser 15 Jahre all die Konten bei der Sparkasse, von denen wir wissen (ist ja nicht so, dass das notwendigerweise vollständig ist. Wer weiss, wieviele gelbe Büchlein noch hinter einen Schreibtisch gefallen sind....) und die Dreieurofuffzig an Ertrag (MINUS DIE 400000 EURO KONTOFÜHRUNGSGEBÜHREN!!!) in  unserer Steuererklärung angegeben.*


Aber ja, ich bin natürlich ein vorbildlicher Kunde und prinzipiell ein netter Mensch, deswegen habe ich heute unter der angegebenen Nummer angerufen, die zwei Nummern diktiert und in sehr höflichen, aber deutlichen Sätzen meine Verstimmung ob des Tonfalls kundgetan. Die Dame am Telefon war sehr veständnisvoll, fand den Text auch doof und findet es sehr schön, dass wir in der Schweiz wohnen, da geht sie nämclich sehr gern wandern und Läderach-Schokolade mag sie auch. In München ist es auch sehr schönes Wetter, aber schon halt echt heiss.


Und das ist auch der Grund, warum ich nicht einfach eine Mail mit kommentarlos diesen beiden Nummern geschickt habe, wie mein (immer noch jetlaggeplagter Johannisbeergelee-Kollege vorgeschlagen hat): bei diesen Temperaturen habe ich praktisch null Blutdruck, da muss ich nehmen, was geht an Aufregern!






*Jajajaja, ich weiss, das ist ein Formschreiben, das ALLE bekommen haben und kein persönlicher Angriff, aberselbst das im Hinterkopf dann finde ich den Tonfall unglaublich unverschämt. Halt nicht mehr nur mir gegenüber, sondern allen Auslandskunden der Sparkasse.



Montag, Juni 19, 2017

Reunion

Drei Kollegen, die sich wegen Italien und Japan und überhaupt eine ganze Woche nicht gesehen haben, sitzen morgens um neun mit einer Tasse Kaffee am grossen Tisch.
Kollege 1: "Und, wie war Euer Wocenende? Wir waren in den Bergen, sind schon am Freitag gefahren, nach *insert random Bergdorf im Wallis*, sind mit der letzten Seilbahn hoch und haben noch eine kurze Runde gemacht, dann auf der Hütte geschlafen, und dann am nächsten Morgen sind wir zum "*insert random Gipfel, Hauptsache hoch* gegangen, eine Traumsicht, ich sags Euch, und so perfektes Wetter, und weil wir schon um halb acht auf an der Hütte loskonnten, war es noch total leer, und dann am Sonntag war dann der *insert random Gletscher*-Marathon, den bin ich mit ein paar Kollegen gelaufen, super, ich sags Euch, Schnee, aber echt gut zu laufen, ich konnte meine Pace echt steigern, und das waren echt traumhafte *insert random superhohe Zahl* Höhenmeter, und danach bin ich dann mit dem Rennrad die *insert aberwitzig hohe Zahl* km mit dem Rennrad nach Hause, das war das perfekte Wochenende. Was habt ihr denn so gemacht?"


Kollegin 2 (hohläugig, nimmt grossen Schluck Kaffee): "#Gartyparty"


Kollege 3 (hohläugig, schaut traurig auf den Grund seiner leeren Kaffeetasse): "Johannisbeergelee."


Und ja, eigentlich bin ich die Extrovertierteste von uns dreien :-).

Sonntag, Juni 18, 2017

Gartyparty 2017

Wussten Sie, dass vor ziemlich genau 10 Jahren die erste Gartyparty bei Frau ...äh...Mutti stieg? Und wir nicht hinkonnten, weil wir genau an dem Tag in unser Haus eingezogen sind?
Aber seit der zweiten Party waren wir dabei (und ich war sehr gerührt, als ich gestern erfuhr .. ok, die ganze grosse Runde am Tisch auch, aber wir haben ja keine Geheimnisse, nech?... dass sich Frau .. äh...Mutti (wie ich, aber das ist ja auch irgendwie naheliegend) noch daran erinnert, dass ich an diesem Tag im Mai 2008 ziemlich geknickt war, weil ich da gemerkt hatte, dass unser erster Anlauf, Little Q. zu einem Geschwisterchen zu verhelfen, nicht geklappt hatte....
Im Jahr drauf waren wir dann schon zu viert und Little L. war es ein wenig peinlich, dass er ganz vielen, die auch diesmal dabei waren, schon auf den Arm gesabbert hat.
2010 hat es geregnet und es gab selbergemachtes Eis (und Caipi)
Irgendwann dann wurde das ganze zu einer kleineren eingeschworenen Runde, die sich zum Federkuchenfest traf (oder "Zwiebelwein", wie Little Q. es nennt).
Und dieses Jahr dann die #gartyparty reloaded, auf die ich mich schon seit einem halben Jahr freue :-).

Mittlerweile gehören nämlich nicht nur Frau..äh...Mutti, der Vater ihrer Kinder und natürlich die Kinder, sondern auch deren Grosseltern, die allerbeste Freundin, der Schreinerfreund, die Freitagsfreundin, die Schwester der Freitagsfreundin und wie sie alle heissen, auch ein bisschen zu unserem Freundeskreis und ein Besuch in der Grünen Villa ist ... Tradition? Ein Stück wie daheim (ohne sich so zu benehmen :-)?)? auf jeden Fall grossartig und wir alle vier sind unglaublich froh, dass wir nach 9 Jahren immer noch willkommen sind. Vielen Dank, dass Ihr uns in Euer Haus, in  Euren Garten und in Euer Leben lasst!

(Und auch die anderen BloggerInnen und TwitterInnen, die wir am Wochenende getroffen habe und mit denen ich mehr oder weniger viel geredet habe --irgendwie ist dann doch immer zu wenig Zeit für alle--: es war mir ein Vergnügen!)

Ich hoffe sehr, dass es nächstes Jahr wieder eine Gelegenheit zum hohläugigen Taumeltanz im Schatten der Weinberge geben wird. Dafür fahre ich auch nochmal ins elsässische Outback für mehr Käse :-)

Schockierendes im Internet. Vermutlich.

Die dunkle Seite ist nie weit weg.


Die Ausbeute aus dem Elsass

Dieses Lego-Starwars-T-Shirt trugen schon 3 Frau..äh..Mutti-Kinder und Little Q. vor Little L. Nächstes Jahr könnten wir es weitervererben an würdige Kandidaten.

Hunderunde mit der #tupfenlola +1



Tradition: Post-Party-Frühstück bei "Erni & Illi"

Hohläugige Taumeltänzer
 Es gäbe noch viele andere tolle Bilder, aber weil ich nicht genau weiss, wie die anderen Gäste zu Bildern von sich oder ihren Kindern im Internet stehen, belasse ich es mal hierbei. (Wer von den Gästen die Bilder möchte, sollte sich doch mal bitte per Mail an fraubruellen@gmail.com melden, es sind echt schöne dabei (danke an den Hübschen :-)))

Samstag, Juni 17, 2017

#gartyparty

Ist der hashtag, unter dem sie alles wichtige zum heutigen tag finden.
Und ausserdem war der plan, #taumeltanz trenden zu lassen, aber das wird wohl eher schwierig

Freitag, Juni 16, 2017

partypartypartytime!

ich fuchs habe meine kosmetikbeutel und schminksachen gar nicht ausgepackt nach dem italientrip, gestern dann noch klamotten und kindershampoo und zeugs eingepackt, netflix-material für die kinder aufs tablet runtergeladen, kinderkindles mit büchern bestückt (mein oasis hat ja sein internet dabei, deshalb muss ich da nicht vorausdenken), heute morgen dann ab sechs gearbeitet wie bekloppt, um meinen italienbedingt vollen schreibtisch wochenendleer zu bekommen, mich drüber gefreut, dass es überhaupt kein problem ist, das auto am supercharger auf 100% zu laden und gleichzeitig im firmennetzwerk eingeloggt zu sein und meetingminutes zu schreiben etc...
mit den kindern schnell mittaggegessen, das auto mit käse (in der mit frischhaltefolie nahezu geruchsdicht verpackten kühlbox im frunk), und ganz viel zeug (ich hätte fast geschirr und gläser vergessen und dann fehlten auf einmal noch props für die photobooth und was wäre das für eine party vong instagrammability her? also habe ich unsere geburtstagskiste geplündert und wir haben jetzt jede menge zeug auf so stäbchen, zeigefingermoustaches und klebebärte dabei) beladen, den hübschen abgeholt, auf der autobahn jetzt noch einen haufen emails beantwortet, und hui, ich bin sowas von bereit für die gartyparty!
ich wage zu prophezeien, dass die social media coverage eher auf twitter und instagram stattfinden wird, also schauen sie da doch mal rein.

Donnerstag, Juni 15, 2017

Fisch, Oliven, Käse

Ich muss ja gestehen: ich habe in Gegenwart von Menschen, die sich mit Essen auskennen, total Schiss, was falsch zu machen. Wobei, das ist eigentlich faslsch ausgedrückt, es ist eher die Angst, mich vor Kellnern, Weinhändlern, Whiskeyladenverkäufern oder so zu blamieren durch Nicht- oder Fakewissen. Ich habe allerdings auch nicht die Nerven, den Ehrgeiz oder die geistigen und zeitlichen Kapazitäten, um mich jetzt total in so ein Thema reinzufuchsen, Weinseminare zu besuchen, Käsebücher zu lesen, Whiskeytastings zu besuchen (ich war einmal auf einer Schnapsverkostung und der Lerneffekt nahm mit fortgeschrittener Zeit rapide ab). Allerdings bin ich sehr neugierig und esse und trinke gern und so bin ich immer froh, wenn ich mich an jemand dran hängen kann, der sich auskennt.
Wenn uns Freunde in das "richtige" Weingut vor Ort mitnehmen, eine Vorauswahl treffen und man dann wirklich nur noch sagen muss: "Mhm, mag ich, das auch, das nicht."
Wenn das ganze dann noch irgendwo ist,wo ich die Landessprache nicht spreche, ist mir das schon so unglaublich peinlich, dass ich noch viel grössere Hemmungen habe und dann irgendwie doch mit dem Olivenöl aus dem Andenkenshop oder dem Supermarkt nach Hause gehe, weil ich mich nicht traue, in einer Ölmühle zu radebrechen.
Insofern war ich unglaublich happy, dass uns unsere italienischen "Gastgeber" erstens zweimal zum Essen in unglaublich gute Fischrestaurants ausgeführt haben (ich habe ja letztes Mal noch mit dem Fakt, dass ich mich nicht getraut habe, den saugnapfhaltigen Meeresfrüchtesalat und alles andere mit Tentakeln stehen zu lassen, obwohl es mich innerlich geschüttelt hat, gehadert. Ich habe alles aufgegessen, aber mit viel weniger Genuss, als den Gerichten angemessen gewesen ware, und so lecker sie vom Geschmack her waren, das Gefühl von Saugnäpfen in meinem Mund, das ist nicht meins. Gar nicht. Diesmal aber ging es noch eine Runde weiter, weil "Die Spezialität hier ist Crudita di mare", das ist roher Fisch, was sie halt so gefangen haben, das ist inglaublich gut. Okay, wir bestellen das für alle." Joah. also, bekanntermassen esse ich Sushi gern, keine Frage, auch mit rohem Fisch. Es ist allerdings ein Unterschied, ob der Fisch in appetitlichen Reisröllchen oder Happen verpackt ist, oder ob .... ein Haufen rohe Scampi, Crevetten, irgendwas mit Scheren, Tintenfische (wenigstens ohne den Saugnapfteil) und Muscheln einfach so da liegen. Neben meinem "Ich kann jetzt da nicht nein sagen, das ware total unhöflich" kam dann aber doch die Neugier und "Wenn ich das jetzt nicht probiere, mache ich das nie! Und danach kann ich dann "Crudita di mare" bestellen." zum Tragen und so habe ich also fleissig geschält, operiert und war überrascht, dass ich Scampi und Crevetten und so roh tatsächlich lieber mag als gekocht/gebraten (halt schon immer noch nicht wirklich gern). An meine Grenzen sties ich aber ta.tsächlich, als die Muschel ("Das sind Datterini, die gibt es nur hier, die sind echt schwa zu finden!) noch zuckte, als ich Pfeffer draufstreute und alle ganz selbstverständlich meinten "Ja klar, die lebt noch. Das gehört so.". Ich kann Ihnen nicht mal sagen, wie sie geschmeckt hat, aber gegessen habe ich sie. Sorry, Datterino.
Beim Hauptgang selber dann habe ich mir abgeschaut, wie man den Fang des Tages bestellt und welche verschiedenen Zubereitungsarten es gibt. Mjamm! Also, wenn Sie mal nach Termoli kommen, gehen Sie doch in das Ristorante Svevia (dort gab es dann verschiedene Fisch-Carpaccie, die waren echt lecker und nach dem rohen ganzen Viechern vom Vortag praktisch schon Convenience food vong Gefühl. Falls es das Dessert "Tutto Pistacchio" gibt, dann nehmen Sie das ruhig auch. (Unsere lebendigen Muscheln haben wir hier gegessen, da ist der Ausblick auf den Sonnenuntergang einfach traumhaft. Und sie können auch nichtrohes Essen :-))


Vor dem Heimflug sind wir dann noch bei einer Ölmühle vorbeigfahren (ich hatte da ja so etwas romantisches mit eben Olivenbäumen, einer Steinmühle, die von flauschigen Eseln gezogen wird und so vorgestellt, aber in Wirklichkeit war es dann ein sehr zweckmässiges landwirtschaftsunternehmen), wo uns (auf englisch übrigens) die drei Olivenölsorten von dort vorgestellt und zum Probieren gereicht wurden. Ausserdem gibt es auch noch eingelegtes Gemüse etc und ich habe zwei verschiedene Ölsorten mitgenommen, mit genauer Anleitung, was für welche Gelegenheiten. Falls Sie da mal vorbeikommen: Oleifico Di Vito. Vong Preis her: nicht teurer als halbwegs gutes Öl im Supermarkt her, eher günstiger. (1L zwischen 10 und 15 Euro)


Zu gutter Letzt war ich dann heute noch auf Mission Käseholen für die Gartyparty im nahen Ausland, nämlich im Elsass. Dort gibt es die (zumindest unter unseren Freunden, Bekannten und Kollegen) legendäre Käserei? Fromagerie? Käseladen? "Fromagerie Antony", aus der ich bisher nur eben bei Einladungen zu Festen, Geburtstagsfeiern, einfach so toll was zu essen machen, bei anderen probieren durfte. Und zack, spontan dachte ich mir dann: Das bringen wir zum Gartyparty-Buffet mit. Und dann wurde ich nervös, weil: Uh, Frankreich, ich kann doch kaum Französisch! Uh, Käse, ich mag fast alles, aber wie sag ich das, ohne wie ein Depp zu wirken, der mit ... Gouda und Emmentaler zufrieden wäre? Und krieg ich dann irgendeinen fancy Scheiss für dröflzig Millionen angedreht, weil ich mich nicht auskenne? Aber eben: ich bin mir ja nicht zu schade zu fragen beziehungsweise in dem Fall: den Hübschen fragen zu lassen, nämlich den Kollegen, bei dessen Fest wir das letzte Mal eine Käseplatte von dort kredenzt bekamen. Der Hübsche musste also fragen: "Wie heist das genau? Kann man da Deutsch redden? Wie bestellt man so eine Käseplatte? Muss man alles probieren oder können die einem eine Auswahl machen? Wieviel braucht man überhaupt? Wieviel hattet ihr? Was kostet das?" und bekam auf all das eine Antwort, incl dem Tipp, doch am besten vorher anzurufen, alles vorzubestellen und dann nur noch abzuholen, vor allem wenn man keine Zeit für stundenlanges Probieren einplanen kann. Und dann hat er dort auch noch angerufen und total profimässig eine Mischung für 25-30 Leute bestellt, Maitre Antony hat ihm versprochen eine Auswahl (mit beschriftenen Fähnchen <3) zusammenzustellen, er bekam Lager- und Transporthinweise und ich musste nur noch abholen.
Das habe ich heute also gemacht und es wäre fast ein bisschen schief gegangen, die Adresse ist nämlich: 5 Rue de la Montagne, 68480 Vieux-Ferrette, Frankreich. Und genauso habe ich das in das Navigationssystem des Tesla eingetöckelt, er hat zackzack ein bisschen gerechnet, gefunden, losgefahren, und .... dabei ein bisschen arg wurschtig gesucht. Lieber Elon Musk, Vieux-Ferrette ist nicht dasselbe wie Ferrette. Dass es dort auch eine Rue de la Montagne gibt, scheint auf den ersten Blick verdächtig, auf den zweiten Blick ist das aber dann nur ein gelbes Wohnhaus, in dem man immerhin Honig kaufen kann, aber das war ja nun nicht mein Ziel. Immerhin ist Vieux-Ferrette nicht besonders weit von Ferrette ohne Vieux, nämlich nur 700m über einen Waldweg (ich habe den Hübschen vom Waldweg aus angerufen, dass er bitte nochmal seinen Käseprofikollegen fragen soll, ob das wirklich durch den Wald geht oder ob Maitre Antony so ein krasser Geheimtipp ist, dass er "Miel a vendre" vor der Tür stehen hat, und dann doch Käse verkauft, aber der Kollege war im Urlaub und so bin ich halt dann doch mutig durch den Wald gefahren. Und tadaaaaa, die Rue de la Montagne aus dem einen Ferrette wird dann die Rue de la Montagne im Vieux-Ferrette und vor der Nummer 5 stand dann der Bentley von Maitre Antony, den der Hübsche inzwischen schon auf Google Maps entdeckt hatte, ausserdem gab es ein Schild und die Welt war wieder in Ordnung. Auf meine Frage, ob das mit dem Waldweg echt der beste Weg war, wurde mir mit wissendem Blick sofort attestiert: "Sie sind mit dem GPS gefahren? Ja, das kann das nicht.". Aber der Käse war fertig gepackt, preislich im vereinbarten Rahmen, die Fähnchen haben Kuh, Ziege und Schaf drauf und handschriftliche Namen (und er stinkt nach Tod und Verwesung).




Ich habe ihn in meine mitgebrachte Kühlbox gepackt und mich dann auf den (laaaaangen, wegen Unfall mit ca 8km Stau kurz vor daheim) Heimweg gemacht. Jetzt lagert er im Kühlschrank und morgen warden wir ... nun ja. In einem Stinkeauto nach Nierstein fahren :-).


So. drei neue Essdinge gelernt diese Woche, das muss jetzt mal reichen.

Mittwoch, Juni 14, 2017

Yeah, Sista!

Es ist fast schon unheimlich und der mitreisende Chef schaut uns zwei mit grossen Augen an, aber meine Kollegin und ich sind ... sagen wir mal so: ähnlich gestrickt.
Abflug 12:40h, wir treffen uns unabgesprochen im Zug, der 10:04h am Flughafen ist, just in case, weil es hat ja eine Baustelle, und es wist wichtig, dass mindestens die nächsten zwei Verbindungen auch noch reichen würden.


In unseren (nahezu identischen Taschen) ist eine wiederbefüllbare Wasserflasche, Handy, Akkus, Hotelliste, ausgedruckte Bestätigungen, Mietwagenunterlagen, Telefonnummer der Firmenzeisezentrale,Sonnenbrille, Sonnencrememusterpäckchen, Taschentücher, Feuchttücher.


"Ah, Du hast auch einen grossen Koffer dabei?" "Ja, wir wollten doch noch Öl kaufen gehen, da muss ich am Rückweg eh einchecken." "Wenn Du magst, kann ich dir was von meiner Lustpolsterfolie für die Flaschen..." "Ach, danke, hab ich selber auch eingepackt".


"Du, bevor wir ans Gate gehen..." "muss ich unbedingt" ... "noch was essen" ... "sonst klapp ich zusammen".


Am Gepäckband, die ersten Koffer kommen: "Und, hast Du ...." "auch immer Angst..." "dass Deiner der einzige Koffer ist"..."der nicht kommt?" "Jo. Schon mal passiert?" "Nö."


Während des Meetings: "Would it be a possibility..."  "to use vessel R349"..."to recycle the remaining samples into the process" ... "instead of R210?"


und nach langen Diskussionen auf dem Rückweg im Auto: "Hey, weisst, was ich mir grad gedacht habe?" "Am besten ware es, wenn sie die Bauarbeiten VOR dem Follow-up-Audit fertig hätten?" "Ja."


Und dass wir uns ganz ungeplant auf unseren Füssevertretspaziergängen durch das kleine Küstenstädtchen erst bei Kiko und danach bei Sephora getroffen haben, das ist dann eigentlich fast die Kür.


(Wir haben dann dem Chef von der Luftpolsterfolie abgegeben und Transportplatz im Koffer offeriert. Dafür muss er halt mit uns superpünktlich  zum Flughafen zurückfahren.)

Dienstag, Juni 13, 2017

Like ice in te sunshine

Für alle, die gestern der Neid ob meines Arbeitsortes für heute und morgen und die Zweifel, was das wohl für Larifariarbeit sein soll, gepackt hat: ich sags mal so: in voller Schutzmontur bei 35Grad in der Knallsonne kilometerlange Stacheldrahtzäune ablaufen, Kesselhäuser, Feuerwehrlager, Elektroinstallationen, Überwachungskameras, Rohrbrücken, Löschbecken, Tanks und als nächstes dann Produktionsanlagen zu überprüfen, ist gar nicht sooooo toll. Vor allem, wenn man trotz geschickter Kleiderwahl (Leinen, weit) in der Sonne dahin schmilzt und schmiert und schwitzt, während die lokalen Gastgeber in gebügelten Hemden, schwarzen Anzügen oder Etuikleidern so geschniegelt und gestriegelt aussehen, als wären sie frisch geduscht in einem klimatisierten Meetingroom.


Was ähnlich anstrengend ist, sind die enttäuischten Gesichter, wenn man nicht alles super findet, wenn man die ersten (drei, vier) Erklärungsversuche nicht hinnimmt, sondern immer weiterbohrt.


Und dann meldet sich der CEO zum formellen Arbeitsdinner an und dahin geht die Idee, mit den Kollegen am Strand mit Pizza und Bier den (hoffentlich) erfolgreichen Trip abzuschliessen.

Montag, Juni 12, 2017

12von12

Heute ist der 12. und das heisst im Bloggerversum: 12 über den Tag verteilt machen, posten und bei Caro verlinken.
Weil heute ein bisschen ein besonderer 12. ist, mache ich mal wieder mit!






Warten an der Bushaltestelle auf den Bus zum Zug zum Flughafen

Flughafenlunch

Warten am Gate
Im Flugzeug schaue ich mit den wunderbaren Noisecancelling Headphones (Affiliate Link, Gold wert!) die erste Folge "Orange ist the new black" der 5. Staffel, die ich mir ganz runtergeladen habe.



Fensterplatz! Meer!

Gegenüber Bari hat der eh schon winzige Flughafen in Basel (heute bin ich von Zürich geflogen, neben meiner Kollegin und deren Chef waren nur Urlauber an Bord) Weltniveau.





Irgendwie hatte keener von uns drei Lust, die 200km von Bari zu fahren und ich war die langsamste mit Weigern, also .... 200km über erst menschenleere Autobahn, dann durch ein ire volles Badeörtchen. Im Hotelzimmer erstmal W-LAN checken und die trockene Nusschnecke vom Flughafen essen,

Schnell an den Strand

Einmal Füsse (und Kleidersaum, deshalb danns chnell umziehen zum schicken Abendessen) ins Wasser halten

Spaziergang durchs Städtchen. Das letzte Mal war ich im Dezember hier, da war es ausgestorben und weihnachtlich geschmückt.

Heute fühlt es sich eher nach Ferien an.

Abendessen unterhalb der Burg in einem Fischrestaurant. Nachdem ich mich das letzte Mal überwunden habe, Sachen mit Saugnäpfen und Tentakeln zu essen, gab es heute Rohe Fischplatte mit lebendigen Muscheln. Ich kann jetzt auch das (und mag Scampi roh viel lieber als gekocht/gebraten, Weiss ich jetzt, aber prinzipiell: hui. lebendige Muscheln, das muss ich nicht nochmal haben).










Sonntag, Juni 11, 2017

Huschhusch

Langer, heisser Tag in Schwimmbad, Bodensee und Biergarten.
Auf der Heimfahrt erstmals der Reichweitenangst nachgegeben und geladen, obwohl wir eigentlich mit vielleicht mit 5% Restladung noch heimgekommen wären. 15 Minuten Industriegebiet gegen 90 Minuten Nervenflattern.
Daheim schnellschnell auspacken, Schultaschen packen, Koffer packen, einchecken, Zugverbindung checken, den dummen, unnötigen Streit mit den Kindern beilegen, weil .. überhaupt, kein Abend wird mit Streit ins Bett gegangen, erst recht nicht, wenn einer dann drei Tage weg ist, aber argh.
Jetzt ist es fast 11, ich bin müdemüdemüde, habe Reisereisereisefieber und deshalb ist das hier nur kurz.

Samstag, Juni 10, 2017

Samstag

Heute morgen bin ich nach einem högscht verstörenden Traum (unter anderem bin ich auf einer Riesenölwelle gesurft, wie man es mit ohne Öl von den Profis vor Hawaii kennt. Ich kann das anscheinend auch. Auf Öl) pünktlich um halb sehcs aufgewacht, dann nochmal komatös eingeschlafen und erst um viertel vor 10 von einem höflich "Hast Du noch Platz für einen Kuschler?" fragenden Kind geweckt worden.




Frühstück auf der Terrasse vorbereitet, die eine Hälfte der Kinder ist Semmeln holen, die ander "Ui, heute ist Samstag? Da hat die Bücherei offen!" eben dorthin verschwunden und zeitgleich schwer beladen zurückgekommen.




Alle gemeinsam Richtung Nachbarkleinstadt gefahren, Little Q. war so euphorisch ob des geplanten Tunrschuhkaufs, dass ich schon eine schlimme Enttäuschung erwartete, aber nein: mit dem Hübschen zusammen hat er wohl die weltcoolsten Sneaker für so und Hallenturnschuhe für Schule und Unihockey gefunden.


Little L. hat seinen neuesten Fidget Spinner direkt aus China zu meiner Kollegin bestellt abgeholt, ich habe meine Haare in Form schnippeln lassen (letzte Woche noch war ich mir nicht sicher, ob das aktuelle 5 Wochen Intervall wirklich nötig ist, aber dann ist die Wolle explodiert....). Anscheinend ist in der letzten Woche promitechnisch NIX passiert, das spannendste in Bunte und Gala waren Boris Beckers Malaisen und dass Stefan Mross ein ganz fieser Vater und Ehemann ware.
Folgetermin abgemacht, wegen Urlaub wird das ein bisschen länger, aber nachdem ich auf der Hinfahrt im Reiseführer gelesen hatte, dass wir auf der geplanten Gletschertour von Finse aus auch im Sommer Handschuhe und Mütze und warme Kleider brauchen, sind ein paar Extramillimeter Haar an den Seiten vielleicht eh nicht das Blödeste.




Interessanterweise haben die Schuhe, denen ich seit Wochen hinterherüberlege, dann im Laden doch gar nicht sooooo toll gefallen. Der Geldbeutel dankt und wurde stattdessen endlich in einen neuen Zwetschgen- und Kirschenentsteiner investiert (naja, die Schuhe hätten schon mehr gekostet. Auch als die 5 Trinkflaschen, die ich ersetzt habe. Wir probieren jetzt mal CamelBak aus, ich bin gespannt, ob das Nuckelsystem uns bald nervt oder Zukunft hat. Ich habe ganz kurz überlegt, ob wir nicht vielleicht doch ale reif und vernünftig genug für so gummiummantelte Glasflaschen wären, aber dann ist mir eingefallen, wie oft uns auch schon Plastikflaschen zerbrochen sind, wie verbeult die Aluflaschen sind und dann habe ich innerlich herzlich gelacht. Abgesehen davon sind sie mir einfach zu schwer.


Dann: Eis, Pizzamehl kaufen, dabei einen Kollegen treffen, der mir immer noch die Geschichte schuldig ist, wie er mal mit 5 kg Butter am Zoll verhört wurde, dem Kind trotz geänderter Pläne (Grillen statt Sushi wegen superheiss) doch noch eine kleine Mitnehmbox Sushi spendieren, heimfahren, grillen, Planschbecken, Badesachen für morgen einpacken, Duschen, Lesen, Bett. So ein Zweitagewochenende ist doch ganz schön kurz....

Freitag, Juni 09, 2017

Freitag

Ich verschicke meine erste Mail am Homeofficetag an meine irischen Kollegen um 6:20h vom stillen dunklen Küchentisch aus, mit einem riesengrossen Milchkaffee als einziger Gesellschaft, während der Rest der Familie noch tief und fest schläft. Ich sinniere kurz darüber, dass ein Kollege aus meiner alten Firma mir mal erzählt hat, dass das Management aus der übernehmenden grossen deutschen Firma ihm nahegelegt hat, keine Mails mehr vor 7 zu verschicken, das ware unprofessionell. Mir fällt ein, dass es in Irland noch eine Stunde früher ist und die Site auch nach lokaler Zeit eher später zum Leben erwacht als ich das bei uns gewohnt bin. Und dann denke ich mir, ob für sie jetzt 5:20, 6:20, 7:20 oder vermutlich sogar 8:20h als Sendezeit draufsteht, ist eigentlich egal, ist halt saufrüh. Nachdem ich ja nicht um 5:25h oder sogar um 8:30 mit einer Antwort rechne, ist das ja einzig und allein mein Problem, wann ich die Mail abschicke.


Später dann gemeinsames Frühstück, Kinder in die Schule schicken, Hübschen aus dem Haus schicken, die verschiedenen Produkte nicht durcheinanderbringen, was heute ein bisschen kompliziert ist, weil ich für die verschiedenen Produkte aus verschiedenen Gründe die analogen Dokumente brauche und das Gefühl habe, in einer Art Zeitschleife zu sitzen.
Ich hoffe, ich habe jeweils die richtigen Antworten nach Italien, England, Irland und Basel geschickt.


Ich habe ganz vergessen, dass die Kinder heute was zu Mittag essen wollen :-) (ich auch, aber ich bin ja voll einfach: Hummus mit Breze, Salat, fertig), aber für Pfannkuchen ist alles da und die habe ich lang nicht mehr gemacht. Parallel röste ich eine neue Ladung Granola mit Ahornsirup und Pecannüssen.


Little Q. erzählt mir von seinen Vortrag über Gorillas, den er halten wird. Über meine Tierarztschwester hat er rausgefunden, wo und wen er im Basler Zoo dazu interviewen kann. Es ist ... interessant, ihn telefonieren zu sehen/hoeren. Was für unsereiner noch ein selbstverständlicher Skill war (wie auch Briefe beschriften und bekleben), den wir daheim und in der Schule gelernt und geübr haben, ist .... ohne Skype und Video und Textnachrichten und Emojis gar nicht so einfach. Aber sein Vortrag, seine Organisation. (Ich sehe mit bewunderndem Staunen hin, wie er sich das organisiert und macht und sucht und recherchiert. Storytelling und funfacts einbaut, das Publikum mit einbezieht, als ob er das gelernt hätte :-)).


Little L. besucht seinen Freund, aber nur kurz, der ist nämlich krank im Bett, und "Mami, da ist nix mit ihm anzufangen, der will nur schlafen." Stattdessen spielen wir dann, als der Hübsche zurück ist, irgendwann zwei Runden "Schnappt Hubi", essen Quarkstriezeln, trinken Tee, ich erfahren von einer Dinnereinladung am Montag abend (ich hoffe/fürchte, es geht wieder in das unglaublich schicke Fischrestaurant in der Altstadt. Es ist sehr, sehr lecker dort, allerdings sind auch unglaublich viele Tentakel und Saugnäpfe im Essen und ich habe mich das letzte Mal richtig überwinden müssen, die zu essen. Und jetzt kann ich auch nicht mehr sagen, dass ich keine Saugnäpfe essen mag, weil ... hab ich doch schon. Nun ja. Luxusprobleme.)


Morgen kommt die Matte bzw der Flausch an den Seiten ab, damit das mit dem nachgewachsenen Ansatz dann nicht beknackt aussieht, färbe ich heute schon mal. Das richtig weissblond traue ich mich doch nicht, ich habe hinten im Schrank noch ein helles Goldblond gefunden.


Little Q. meldet an, ob wir morgen nach unserer Einkaufstour (er braucht zwei Paar neue Turnschuhe und freut sich unglaublich :-)) nicht Sushi essen gehen wollen, ich recherchiere nach dem neuen Restaurant, das aufgemacht hat.


Dann ist es auch schon Zeit zum Haarfarbe ausspülen, Q. muss zum Unihockeytraining, ich muss noch Pizzateig vorbereiten, die Spülmaschine zeigt E22, Alltag halt.

Donnerstag, Juni 08, 2017

Reisereise

Bevor wir zur Gartyparty oder erst recht bevor wir in die Sommerferien aufbrechen, verreise ich ja erstmal noch jobtechnisch. Mein direkter Kollege übrigens auch (er noch viel weiter, aber so spannend ich Japan auch finde, so froh bin ich um meine vergleichsweise Minireise eben nicht übers Wochenenden und drölfzig Zeitzonen jetzt grad).
Da wir beide aus der Produktion kommen und uns dort Produktionsanlagen sehr kritisch ansehen warden, ist das Packen am Schreibtisch sehr ähnlich:

  • Visitenkarten
  • Sicherheitsschuhe (eeeeks, keiner mag fremde anziehen und auch wenn die Richtlinien meist für Besucher normales Schuhwerk erlauben, möchte ich nicht mit meinen normalen  Schuhen durch Chemieanlagen stiefeln)
  • Schutzbrille mit Sehstärke (sieht saudoof aus, die Überbrillen sehen aber noch doofer aus)
  • vielleicht sogar der Labormantel mit Namen und Logo drauf, damit man nicht vor Ort in den Wegwerfplastikmänteln schwitzen muss?
  • Und das I-Tüpfelchen ware natürlich die Anstosskappe, aber vermutlich ist das vergebliche Liebesmüh, da sind dann zwar nur meine Haarschuppen und Stirnschweiss drin, aber die meisten Betriebe verlangen echte Helme und da kann das Ding nicht mithalten :-)
  • Adapterstecker (und in der Werkstatt den dritten Nupsi vom Schweizer Stecker vom Laptopnetzgerät abzwicken lassen)
 
(und weil meine Kollegin mir noch von einer Ölmühle vor Ort vorgeschwärmt hat, muss ich mein Gepäck zurück eh aufgeben, da kann ich grade den grösseren Koffer nehmen und muss nicht stopfen. Und so passen auch noch Badesachen und Sommerkleider für abends, wenn es keine langen Hosen sein müssen, ins Gepäck)

Mittwoch, Juni 07, 2017

Wurscht Case

Heute in einer transatlantischen Telefonkonferenz bekam ich eine Ahnung, wie sich unser Kinderazt gefühlt haben muss, als ich damals mit Little L. ankam, meinte: "Der kriegt vermutlich Zähne, aber vielleicht ist auch was mit den Ohren", er die Herzrhythmusstörungen diagnostizierte und uns in die Notaufnahme schickte und ich dann meinte: "Ja, ok, können wir machen, aber erst mal gehe ich jetzt heim mit ihm, er isst was, macht Mittagsschlaf und dann gehen wir, oder?"
Ich rechne ihm das immer noch unglaublich hoch an, dass er den Balanceakt zwischen "Versetz sie nicht so in Panik, dass sie nicht mehr Autofahren kann" und "Jetzt. Sofort. Nicht mehr aufs Klo, nix!" bravourös gemeistert hat.
Das habe ich sicher nicht so elegant geschafft, aber die Jungs und Mädels auf der anderen Seite des Atlantik mussten auch nirgendsmehr hinfahren, deswegen konnte die Szenarioschilderung ruhig ein bisschen drastischer ausfallen.
Wird schon alles gutgehen, nehme ich mal an.

Dienstag, Juni 06, 2017

Müde

Müde Beine: 5km in echt gerannt sind halt doch eine andere Anstrengung als meine täglichen >5km normal und dazu 6km auf dem Crosstrainer gelaufenen. So macht Laufen ja zweimal keinen Spass :-).

Müde Kinder: drei Tage draussen, wenig Schlaf und viel Bewegung machen auch sehr müde. Sie sind dann heute morgen grad erstmal Schwimmen gegangen.

Müde bei der Arbeit: die erwartetermassen schwer zu findenden Dokumente liessen sich in der veranschlagten (im Sinne von: dafür habe ich eigentlich gar keine Zeit, ich probiere das jetzt zwei Stunden, dann ist es gut) Zeit nicht finden, die angeblich weiterhelfen könnenden Menschen haben andere Tipps, wer helfen könnte, mittlerweile deckt sich der Personenkreis fast mit dem, von dem die Fragen kamen. Mir widerstrebt es, zu sagen: das hat jetzt keine Priorität, das mache ich jetzt nicht (ich höre immer die Stimme im Kopf, die mich mit "Ich wette, das schaffst Du nicht, das zu finden" herausfordert, alles, aber auch alles in Bewegung zu setzen, um dann irgendwann spinnwebenbedeckt und vor Archivstaub hustend triumphierend die Originalunterlagen aus dem 8.Untergeschoss, im 3489. Ordner von links, 17. Regal, und eins ist noch zwischen die Regale gerutscht, weil die Lochverstärker ausgerissen sind, die halten auch nichts mehr aus, keine 50 Jahre eingelagert, schon werden die brüchig, auszugraben), vor allem, weil die Leute, die das eigentlich tun müssten, nicht bei uns in der Firma sitzen und einfach nicht auf Fragen reagieren. Also nicht mal mit "Dafür habe ich keine Zeit", sondern ... gar nicht.

Müder Kopf, der die ganze Zeit hin und her überlegt, ob ich jetzt morgen mit dem Rad fahren soll, ob ich da viel umpacken muss, ob es denn regnen wird, ob vielleicht doch nicht, aber dann müsste ich am Abend wieder crosstrainern und vielleicht sollte ich doch radeln (deswegen brauche ich Biketowork: da ist klar, ich fahre den ganzen Juni. Immer. Und wenn die Welt untergeht. Oder mir Laternenpfähle in den Weg springen). Natürlich radle ich.

Tja nun. Immerhin gab es einen grandiosen Regenbogen beim heutigen Gewittersturzregen, der uns die Kinderturnschuhe auf dem Balkon durchnässte :-). Sogar doppelt und noch viel bunter, aber das war nicht einzufangen, ohne aufs Dach rauszuklettern und das wäre ja unvernünftig gewesen, müde wie ich bin.




Montag, Juni 05, 2017

WMDEDGT 06/17

Es ist wieder einmal soweit: Tagebuchbloggen im Juni!
Mittlerweile wissen ja alle, wie es läuft, oder? Wir schreiben heute alle auf, was wir den ganzen Tag so machen und abends verlinken wir uns hier und zack: man kann bei den anderen schauen, was da so los war. (Und: WMDEDGT? heisst: "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?" und hat vor über vier Jahren seinen Anfang genommen in einer Tagbuchblog-Woche und seit April 2013 gibt es das jeden Monat am 5.
Die Linkliste schaltet sich um 18:00h frei.


Anscheinend bin ich auf zwei Tage lange Wochenenden gepolt, trotz gestern lange Aufbleiben bin ich nämlich am heute morgen um halb 7 eigentlich wach gewesen... nun ja. Ich habe bis 9 und Kaffeeserviertbekommen weitergedöst (dazu einen högscht verwirrenden Traum gehabt, aber hui, gsd nur ein Traum!).
Der Katze, die uns gestern mit Bauchschmerzen (Verdauung oder Niere? Beides Schwachstellen und bei 18 Jahre alter Katze ist man ja schnell ein bisschen unentspannt) und lautem, langem Jammern Sorgen gemacht hat (sie hat mich beim Streicheln sogar gebissen...), ging es nach einer kuscheligen Nacht dann wohl doch besser, sie frisst, jammert nicht mehr, sieht so aus, als wäre alles raus, was nicht reingehört.
Wir haben also im Bett mit Kaffee Internet gelesen, dann Buch gelesen, dann hätte wir fast noch eine Folge "Designated Survivor" geschaut, aber da wollte das Laptop dann nicht, also mussten wir ja dann also praktisch aufstehen und hups, ich hatte richtig Hunger. Also haben wir total Rock´n´roll vor dem Fernseher gefrühstückt (mir war nach Eiersalat auf Zopfbrötli und Tee) und dann... hat der Hübsche gemeint: "Was machen wir denn jetzt noch, bis die Kinder kommen?" und anstatt vorzuschlagen: "Badewanne, Buch, Kaffee, Buch, Kaffee, Kekse" hörte ich mich sagen "Wir können ja Laufen gehen.".
Und der Hübsche, der weiss, wie gern ich laufe, meinte mit diabolischen Grinsen "Ok, dann machen wir das." (Er hasst Laufen auch, deswegen waren wir beide total kindisch, aber gut, keiner wollte sich eine Blösse geben.). Und so sind wir im Spritzelregen 5km gelaufen, es war nicht unendlich schlimm, aber auch gar nicht toll. Null. Ausser dass es irgendwann dann vorbei war.
Danach: Duschen Reste der Asianudeln von gestern essen, Buch, Kinderzimmer staubsaugerfrei aufräumen (morgen kommt die Putzfrau und normalerweise ist das Kindersache, aber die sind ja nicht da), Kaffee, Kekse, Buch, Wäschewaschen (die Waschmaschine muss um 5 frei sein für zwei Rucksäcke voller dreckiger Kinderklamotten), Staubsauger laufen lassen, sich nicht vom Arbeitskalender abhalten lassen, der mich in wunderbar getakteten Intervallen an die Aufgaben erinnert, die ich mir letzte Woche für heute in den Kalender eingetragen hatte, als ich mich freute, dass den ganzen Montag kein einziges Meeting stattfinden würde und ich endlich Zeit hätte für"Justification für residual solvents spec Produkt A raussuchen", "Justification für sum of impurities spec Produkt A raussuchen", "Rationale density vs flow meter schreiben" und "wtf ist diese komische pumpe in Italien?". Werde ich dann morgen rausfinden.
Um viertel nach vier lege ich den Kindern ein paar Badezusätze und flauschige Handtücher und frische Pyjamas und warme Socken bereit, und wir machen uns auf den Weg, zwei müde Pfadfinderkinder abzuholen.
Die beiden (und alle anderen Kinder) waren sehr glücklich, dreckig, müde (beim Abschlusslied "Es het zwei Krokodil" liefen alle Bewegungen nur auf Sparflamme) und auch froh, wieder daheim zu sein. Für Little L. ist es übrigens das Highlight, sich aus der übergebliebenen Essenskiste noch feine Sachen rauszusuchen. Immer Bananen, heute ausserdem noch Karotten, Quitten- und Kirschmarmelade.
Das Wetter im Lager war diesmal durchwachsen: nicht zu heiss, meist trocken, aber zweimal hat es ihnen alles nassgeregnet. Dementsprechend feucht und olfaktorisch herausfordernd war das Rucksackausräumen daheim.
Während die erste Waschmaschine lief, weichten die Kinder in der Wanne ein, erzählten von ihren Abenteuern, liessen sich auch Zecken untersuchen, eincremen und schauten dann im Pyjama auf dem Sofa todmüde die Sendung mit der Maus nach.
Zum Abendessen gab es Pitabrote zum Selberfüllen mit jeder Menge Gemüse, knusprigen Hähnchenwürfeln, Pilzen, karamellisierten Zwiebeln und Zeug). Little L. schlief fast ein am Tisch :-).
Trotzdem gehörte zum ins Bett bringen noch eine Vorlesegeschichte, danach schlief Little L. direct (ausnahmsweise schon um acht). Little Q. kuschelte sich mit der Katze noch in unser Bett und liest da noch.
Mittlerweile läuft die zweite Waschmaschine (mit Schlafsäcken und Regenjacken), der Rest hängt auf der Leine zum Trocknen.
Ich habe meine Arbeitstasche für morgen gepackt (die Kinder haben wegen Lehrerfortbildung noch frei, das wird ihnen gut tun), dann lese ich noch ein paar Seiten, wir schauen die vorletzte Folge Designated Survivor und dann ist der Tag (und unsere Minipause vor dem Enspurt vor den Sommerferien) auch schon wieder rum.





Sonntag, Juni 04, 2017

Reminder: WMDEDGT

An einem langen Wochenende (noch dazu einem kinderfreien :-)) kann man ja die Zeit mal vergessen. Damit es nicht morgen heisst, keiner hätte was gesagt: es ist trotzdem morgen der 5. und das heisst: WMDEDGT? aka "Der Freundeskreis Tagebuchbloggen trifft sich". Beitrag und Linkliste werden sich morgen um 18:00h freischalten, wegen mir können Sie also ruhig gemütlich ausschlafen und müssen sich keinen Wecker stellen, um einen der ersten Plätze auf der Linklinste zu erwischen.

Samstag, Juni 03, 2017

Jetzt sind sie weg


Heute morgen um halb 10 haben wir einen Astronauten und ein Wöfli in Uniform mit ihren Fahrrädern und den grossen Rucksäcken zum Pfadihaus gebracht.
Beide waren sehr, sehr vorfreudig (Little Q. weiss ja, dass ihnen eine "Mission to Mars" bevorsteht und hat gestern mit uns beim Abendessen noch mal schnell den "Marsianer" rekapituliert. Little L. kennt das Wöfli-Sujet noch nicht, freut sich aber, dass er mit einem Haufen sehr guter Freunde unterwegs sein wird).



Das Antreten mit Reportern, Aliens, Wissenschaftlern und Astronauten (und einem Spacebunny) versprach wieder einmal ein Lager der Extraklasse.
Besonders gefreut habe ich mich, wie unsere 5er-Gruppe (es hat sich so sehr gelohnt für Q.s Verbleib in dieser Klasse zu kämpfen) im Mannschaftslook aussah und wie stolz sie da drauf sind.


Als alle Fahrräder auf Fahrtüchtigkeite überprüft waren, alle Namen überprüft waren, Medikamente eingesammelt, Radlgruppen eingeteilt und abgefahren waren, haben der Hübsche und ich uns erst mal mit Erwachsenendingen befasst: zweites Frühstück, dabei lesen, mehr Kaffee, Kinderbücher in der Bibliothek abgeben, mehr Kaffee, mehr Lesen, Gartengeräte bei Limango nachbestellen, Kaffee und gegen spätnachmittag fahren wir dann in die Stadt, Kaffeetrinken, Cocktailstrinken und dort Essen gehen, wo wir seinerzeit den positiven Schwangerschaftstest für (mit? von? Sie wissen, was ich meine) gefeiert haben.

Erprobte Pfadieltern, die wir mittlerweile sind, sind wir natürlich überhaupt nicht nervös, die Handys haben wir auch sonst immer direkt am Körper, den Wetterbericht für den Lagerort überprüfen wir auch sonst alle 10 Minuten und dass das Gewitter ohne Sturzregen vorbeigezogen ist, ist auch unabhängig von den radelnden oder zeltaufbauenden Kindern ein Grund zur Freude.

Freitag, Juni 02, 2017

Eigentlich gehts.

Die Überschrift ist natürlich Understatement respektive Untertreibung pur. Irgendwann heute, ich glaube, als ich aus dem Stegreif jemandem, der sich mit dem Thema bisher noch nicht auseinandergesetzt hatte, binnen 10 Minuten erklären konnte, wobei es bei ICHQ3D geht, was bei Wirkstoffen zu beachten ist und warum wir bei einem meiner Produkte ... nun ja, kein Problem, aber was zu tun haben, fiel mir wie Schuppen von den Augen, dass ich in meinem gar nicht mehr so neuen Job (in einem Monat mache ich das zwei Jahre lang!) nicht nur angekommen, sondern am richtigen Ort und zufrieden und wirklich gut bin. Der Wechsel vor zwei Jahren war, glaube ich, der beste Move, den ich karriere- und berufstechnisch so gemacht habe. Ich geniesse die Horitzonterweiterung weg von der reinien Produktion zu dem globalen Überblick. Ich bin mittlerweile für 6* verschiedene Medikamente zuständig (nachdem die Stelle für ursrpünglich 3 ausgeschrieben war, scheine ich das ganz gut gemacht zu haben. Oder nicht nein sagen zu können :-)). Die (temporäre, man wird sehen) Doppelrolle, die ich für ein Produkt übernommen habe, führt mich ausserdem ganz schön in der Weltgeschichte rum und dass das Ganze ein Projekt werden würde, das aktuell aus verschiedenen Gründen die Aufmerksamkeit des allerallerallerobersten Managements hat, hui, damit hätte ich auch nicht gerechnet.

Durch Ehrgeiz, Sturheit, Schnell-Lesen-Können, Sich-jeden-Mist-nach-dem-ersten-Lesen-Merken-können und Spürhundgene (ich wollte ja mal Archäologin werden und das lebe ich jetzt im Firmenarchiv aus) habe ich mir für alle meine 6 Babys Produkte ein mehr als nur solides Hintergrundwissen angeeignet, was mir besonders bei abstrusen Anfragen auffällt, die ich mittlerweile aus dem Stegreif oder nach sehr kurzem Recherchieren beantworten kann.

Das internationale Team und die noch internationalere Zusammenarbeit gefällt mir super. Ich habe mich lange in lokalen Organisationen über Leute lustig gemacht, die keinen Satz ohne Anglizismen rauskriegen, mittlerweile träume ich manchmal auf englisch.
Und, auch wenn das immer keener glaubt, das extrovertierte und "mit Menschen können", das hilft auch in einem hochtechnischen Bereich. Sehr. Ich bin davon überzeugt, einige Klippen umschifft oder wenigstens mit soviel Anlauf gerammt zu haben, dass man mir allein dafür schon Respekt zollt und dann doch gern mit mir zusammenarbeiten.

Ich habe einen erst 80 und dann 90% Job mit notfallmässigen Anrufe nachts um drei und ungeplanten Wochenendeinsätzen gegen einen 100% Job mit flexiblen Arbeitsmöglichkeiten, dafür aber Reiseaktivität eingetauscht und es klappt grossartig. Mir fällt es viel leichter, jetzt im Vollzeitmodus Termine zu verschieben oder abzusagen, auch mit der Begründung: "Da habe ich einen privaten Termin, Kinderkonzert, der Mann ist unterwegs", als früher, wo ich immer das Gefühl hatte, das landet alles in einem schwarzen Büchlein mit der Aufschrift "unflexible Teilzeitkraft", obwohl das eh nie der Fall war.

Der Hübsche und ich arbeiten grossartigst zusammen, wir gleichen private und berufliche Termine ab und so fahre ich eben in der zweiten Juniwoche nach Italien und der Hübsche hat bei sich in der Arbeit einen Termin in Amsterdam abgesagt, weil "Meine Frau ist da unterwegs und bei uns zu Hause heisst es "First come, first serve" (plus natürlich im Einzelfall auch Triage nach Wichtigkeit und Verschiebbarkeit, aber das muss man den last minute-Leuten ja nicht sagen, auch wenn ich da ganz klar gewonnen hätte :-)) und übernehmen Kindertermine wechselweise. Guess what? Das tut auch beim Hübschen bei der Arbeit überhaupt nicht weh :-).
Aber ich schweife ab. Langer Rede, kurzer Sinn: ich bin restlos zufrieden. untd wer mich kennt, weiss, dass das auf beruflicher Ebene ein seltener Zustand ist. Was zum Zufriedenheitsstatus ungemein beiträgt, ist, dass ich schon ausbaldowert habe, wo ich hinmöchte (okay, das ist nicht neu), und .... was die nächsten Schritte auf dem Weg dorthin sein werden. Aber noch nicht gleich. Ich geniesse den Status quo noch ein bisschen und muss natürlich auch noch das obersuperhyperwichtige Projekt in trockene Tücher bringen, damit mein Name nicht mehr nur mit dem damit verbundenen Risiko, sondern auch mit dem Erfolg verbunden ist :-).


* Ich nehme an, anders als bei Kindern ist es total legitim, Lieblings- und nicht ganz so Lieblingsprodukte zu haben. Ich habe trotzdem ein bisschen ein schlechtes Gewissen, wenn ich beim einen Produkt denke "Wohoooo, cool, das ist mal eine spannende Frage!" und im gleichen Zusammenhang bei einem anderen "Orrrrrrr, ne, oder? Nicht das auch noch!". Ich mag euch alle, keine Sorge :-)

Donnerstag, Juni 01, 2017

Juni

Im Juni werde ich

  • ein kinderfreies verlängertes Wochenende mit dem Hübschen verbringen (die Kinder sind mit den Pfadis im Lager, ein Teil steht unter dem Motte „Mission to Mars“ und so habe ich für Q. und seine Freunde die von einer anderen Mutter besorgten hoffentlich halbwegs atmungsaktiven Staubschutzanzüge mit Pfadinamensschildern und Aufnähern aus der „Up to the stars“-Serie in Raumanzüge verwandetl), mal sehen, was wir unternehmen. Der Hübsche ist auf
  • meine Haare nachschneiden lassen (ich mag den Undercut mittlerweile sehr gern. Den oberen Teil züchte ich noch ein bisschen länger, die kurzen Seiten brauchen jetzt halt öfter Nachschnitt, sonst sehe ich aus wie Mecki, der Igel).
  • die Haare nachfärben. Vielleicht traue ich mich (SOMMER!) eine Farbe heller, nicht mehr „Viking“, sondern „Stockholm“ (Affiliatelinks) (der nächste Schritt wäre dann „Island“, das ist reines Platin auf dem Kopf)
  • drei Tage mit einer sehr tollen Kollegin in Süditalien verbringen (jajaja, das klingt alles ganz toll, auch mit dem Hotel am Strand, aber in Wirklichkeit werden wir nicht nur bei ungefähr 40 Grad in voller Schutzmontur durch unklimatisierte Chemieproduktionsanlagen treppauf, treppab laufen, nein, wir werden sogar unglaublich viel draussen sein, Sicherheitseinrichtungen überprüfen, Feuerlöschanlagen, Werkszäune, Stacheldraht, Stromleitungen. Und immerhin zwei Abende am Strand verbringen und sehr leckeres Olivenöl einkaufen. Und mit lauter Urlaubern hin- und zurückfliegen)
  • auf der Gartyparty bei Frau ... äh ... Mutti ebendiese, ihre tolle Familie und einen Haufen Internetmenschen treffen. Das wird toll, da freuen wir uns schon sehr drauf.
  • für diese Party endlich mal DEN (gar nicht soo geheimen) Geheimtipp an Käsedealer im näheren Umfeld ausprobieren.
  • zum Abteilungssommerfest gehen.
  • eine (andere) nette Kollegin verabschieden.
Und dann sind wir praktisch schon auf der Zielgeraden Richtung Ferien, das wird grossartig!


(Die Idee für diese Art Monatsvorschau habe ich mir bei Frische Brise abgeschaut)