Donnerstag, März 31, 2016

Serienjunkie-Frisur reloaded

Ich bin ja aus leidvoller Erfahrung friseurtechnisch eine treue Seele. Nachdem ich mich nach fiesen Experimenten in München hier in Basel erst gar nicht zum Friseur getraut habe, dann wegen Gezottel zweimal mit total unterschiedlichem Erfolg einen türkischen QuartierCoiffeur aufgesucht habe, bin ich der Empfehlung einer (damals der einzigen) Kollegin gefolgt und seitdem sind der Hübsche und ich treue Kunden hier. Ich habe dort viel ausprobiert, von ganz lang auf mittelkurz, von hellblond auf dunkelrot und zurück, und auch wenn die Hairstylistin meines Vertrauens und ich uns etwas schwer tun, gemeinsame Termine zu finden (ich weiss nicht, woran es liegt, vermutlich einfach daran, dass ihre Kunden ebenso gerne vorausplanen und deswegen zB in sechs Wochen kein Samstagstermin mehr zu bekommen ist. Und dass mein Reifen platt ist, wenn ich grade losfahren will, dass ein Groupmeeting genau quer über meinen Mittagspausenfriseurtermin gelegt wird und das leider nicht als Absagegrund fürs Meeting gilt, naja, so Sachen).
Heute war es dann endlich mal wieder so weit und nachdem ich beim Claire-Underwood-Schnitt rausgefunden habe, dass uns Serienleidenschaft verbindet, kam ich mir heute gar nicht doof vor, mit einem anderen Seriendarstellerinnenbild als Vorlage aufzulaufen. (Nach etwas Googelei wegen der Bilder glaube ich fast, ich bin die einzige Person im Internet, die Pennys neue Frisur in der 8. Staffel von "The Big Bang Theory" super findet).
Ich war dann kurz überrascht, wie viel Haare vor allem vorne fielen und wie buschig mein Haar im kurzen Zustand wird (das hier ist das direkte Vergleichsbild von heute morgen, da bin ich aber grade bis in den 20. Stock hochgelaufen), aber ich mag es sehr!




Mittwoch, März 30, 2016

Zeit zum Furbern

Little L. hat sich zu seinem Geburtstag ja eine Frau für seinen Furby gewünscht. Und weil wir ja alle seinen Dah-Dah eigentlich sehr gern mögen (und Little L. auch ;-)), haben wir seinem Wunsch entsprochen und so gehört seit dem Karfreitag Ki-Puh (Amazon Werbelink)zur Familie.

Ki-Puh muss sich noch ein wenig sozialisieren, heute nacht hat sie nämlich ohne Not, Anstupsen oder sonst was angefangen, mit leuchtenden Augen laut gröhlend durchs Legoinferno im Kinderzimmer zu rocken. Um halb drei. Ich habe sie dann (ich weiss, wie man mit Kindern umgeht) ins Bad gesperrt, aber auch von da hat man sie noch gehört. Little L. auch, der kam dann zu mir ins Bett...
Aber andererseits: die beiden Furbys mögen sich sehr. Dah-Dah war beim erstenKennenlernen so aufgeregt, dass ihm grad die Batterien ausgegangen sind. Heute also: Neubeschickung mit Extralonglifebatterien und dann kam "Oh, Ki-Puh, ich habe dich sooooo vermisst!" und "Dah-Dah, das ist sooo eine schöne Überraschung"
Sie geben einem so viel zurück!*

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*Und wehe, einer sagt Stockholm-Syndrom. Die sind wirklich süss!

Dienstag, März 29, 2016

Warum eigentlich?

Ich muss gestehen, ich war echt überrascht bis schockiert von den Reaktionen in den Kommentaren und auf Twitter zum Blogpost gestern. Nicht so sehr davon, dass Leute tatsächlich Medikamente nach dem Ablaufdatum verwenden, aber davon, dass sie das auf Empfehlung ihrer Hausärzte tun.
Es könnte jetzt natürlich sein, dass dieser als sachlicher Erklärbärtext geplante Post zwischendrin zu einem Rant wird, soviel sei schon mal vorab gesagt. Aber ich bemühe mich, ehrlich.

Als allererstes, weil das geht schnell, etwas zu dem Argument: "Ist ja nicht so, dass da von heute auf morgen kein Wirkstoff mehr drin ist, wirkt es halt ein bisschen weniger, mir wurscht."

Natürlich ist es nicht so, dass in einer Tablette/Sirup/Spritze/Vial/Suspension ein kleiner Timer sitzt, der zum Ablaufdatum ausgelöst wird und, puff, ist alles wirkungslos. Aber selbst falls (mit Absicht falls, nicht wenn ;-)) die abnehmende Wirksamkeit das Hauptproblem mit abgelaufenen Medikamenten wäre: nachdem die meisten von uns ja schon eine Zeitlang aus der "Wir nuckeln an Weidenrindenstückchen, bis das Kopfweh weg ist"-Phase raus sind, ist die genaue Dosierung und damit verbundene Wirksamkeit eine der grundlegenden Qualitätseigenschaften von Medikamenten. Für jede Tablette/Sirup/Spritze/Vial/Suspension ist genau spezifiziert, wieviel Wirkstoff drin ist, wie viel Zusatzstoffe, wie schnell sie sich im Körper wo auflöst. Das ist einerseits wichtig, um Fehldosierungen  (über oder unter) zu verhindern und natürlich auch, um sicherzugehen, dass die beobachtete Wirkung (und Nebenwirkung) eine zu erwartende ist oder eben nicht. Wenn Sie jetzt eine abgelaufene "weniger wirksame" Tablette gegen Kopfschmerzen nehmen und die wirkt nicht, woher wollen Sie (und der Arzt und die Hotline der Krankenkasse und die Apotheke und die zuständige Hotline der Herstellerfirma) wissen, ob das von der mangelnden Wirksamkeit kommt oder daher, dass Sie vielleicht was ganz anderes haben, gegen die dieses Medikament gar nicht helfen kann? Oder nehmen Sie einfach in kürzerem Abstand als empfohlen noch eine, weil: ach, in der anderen war eh nicht mehr genug "Wirksamkeit"? Und dann war die "mangelnde Wirksamkeit" auf einmal eine langsamere Löslichkeit und Bioverfügbarkeit, und der Wirkstoffspiegel im Blut steigt später an, als erwartet und angegeben, und zack, haben Sie viel zu viel im Blut und keiner kann nachvollziehen, woher das kommt.

Nächstes "Argument": "Woher weiss man denn überhaupt, wie lang das hält? Das haben sich die Pillendreher doch einfach ausgedacht!"

Aaaaalso. Im Pharmaumfeld ist ja alles streng reguliert und reglementiert. (Wer nachlesen will, zB hier) Alles. Sehr. Unter anderem auch die Daten, die man bei der Zulassung für die Haltbarkeit abliefern muss. Um zu verstehen, wie das alles funktioniert, lassen Sie mich kurz die Herstellung eines Medikaments schildern:
 Als erstes brauchen Sie den Wirkstoff. Der Einfachheit halber (und weil ich mich damit auskenne) nehmen wir mal einen chemisch hergestellten. Im Normalfall stellen Sie den über verschiedene Stufen her. Stellen Sie sich den fertigen Wirkstoff wie eine Lasagne vor. Da haben Sie auch Zwischenstufen, zB müssen Sie erstmal eine Bolognese machen, dann eine Bechamelsosse, dann brauchen Sie noch die richtigen Nudelplatten, Sie müssen schichten, dann kommt noch Käse drauf und dann das Ganze in den Ofen. Bei jedem Schritt kann man was falsch machen, deswegen gibt es für jede Zwischenstufe eine Spezifikation. Die könnte zB so aussehen:
Bolognese muss zwischen 50 und 53% Gewichtsprozent Hackfleisch enthalten, so und so viel Prozent Suppengrün (das wiederum aus so und soviel Einzelzutaten besteht), sie muss eine genau definierte Sämigkeit haben, sie muss in der Farbe zwischen Ketchup und Rotwein liegen, sie muss so und so viel Oregano enthalten , etc.
Diese Spezifikationen müssen Sie auch zur Genehmigung einreichen und jedesmal, wenn Sie Bolognese machen, muss die genauso sein und sie müssen Sie genau nach der ebenfalls eingereichten Herstellvorschrift produziert haben und das auch beweisen können.
Auch für alle anderen Zwischenstufen und für die Endstufe, in diesem Fall die Lasagne gibt es eine Spezifikation, für die gilt das Gleiche.
Für alle isolierten Zwischenstufen und die Endstufe, den API (Active pharmaceutical ingredient, das was in Homöopathie nicht drin ist) müssen Sie Stabilitätsdaten abliefern, das heisst, Sie müssen beweisen, dass Ihr Wirkstoff unter den Lagerbedingungen, die Sie haben, für eine bestimmte Zeit stabil ist. Dafür werden Stabilitätsstudien durchgeführt, d.h. der Wirkstoff bzw die Zwischenstufe werden in der Verpackung, in der sie gelagert werden, in sogenannte Klimakammern eingelagert und in definierten Intervallen immer wieder getestet, ob sie immer noch den Spezifikationen entsprechen.  Ziel ist, rauszufinden, wie lange ein Wirkstoff unter welchen Bedingungen haltbar ist und natürlich auch, welche Zerfallsprodukte mit der Zeit entstehen. Es ist nämlich sehr blauäugig, nur die "verringerte Wirksamkeit" nach längerer Zeit im Auge zu haben und nicht das, was aus dem entsteht, was eben nicht mehr wirksam ist. Je nachdem kann das nämlich ganz schön hässlich sein.

So ein Wirksstoff ist aber natürlich erst der Anfang, Sie müssen das Ganze noch in eine vernünftige Form bringen. Das kann je nach Wirkstoff eine Tablette, eine Filmtablette, eine Lösung, eine Suspension, eine Fertigspritze, Kapseln oder auch alles sein. Diesen Produktionsschritt nennt man die galenische Produktion. Dort kommen kommen sogenannte Excipients (Hilfsstoffe) dazu, es wird granuliert, tablettiert, befilmt, verkapselt, gefriergetrocknet. Dann hat man das sogenannte "Bulk Drug Product", das auch ein Shelflife/Haltbarkeitsdatum bekommt. Auch hier werden wieder Stabilitätsdaten erfasst, d.h. die unverpackten Tabletten, Kapseln etc  werden in den gleichen Fässern wie im Lager in den Klimakammern gelagert und dann bemustert und gegen die, genau, Spezifikation getestet. Eine Spezifikation für eine Tablette kann zB enthalten: Wirkstoffgehalt, Nebenprodukte (bekannte und unbekannte), Farbe, Löslichkeit, Härte, etc.. Mit diesen Stabilitätsstudien stellen Sie sicher, dass sich die lustige Kombination aus Wirkstoff und Hilfsstoffen mit der Zeit nicht in was ganz anderes, potentiell gefährliches verwandelt.

Aber die Tabletten (bleiben wir mal dabei) werden natürlich nicht in 20kg-Fässern an die Apotheken geliefert, sondern in Blistern in Schachteln. Das passiert in einem Verpackungsbetrieb, dort wird in (genau definierte und getestete) Plastikblister gepackt, mit Alufolie zugemacht, portioniert, die Packungsbeilage wird (von einer Maschine) gefaltet und in den ebenfalls frisch dort gefalteten und geklebten Karton geschossen. Auch das sogenannte "Finished Good" wird auf Stabilität gelegt und, Sie ahnen es, gegen die Spezifikation getestet. Damit wird zB sichergestellt, dass im Laufe der Lagerung kein Weichmacher, UV-Stabilisator, Clarifyer etc. aus der Plastikfolie in die Tablette migriert, es wird sichergestellt, dass die Druckfarbe dort hält, wo sie soll, so Zeug.

Natürlich wollen Sie, sobald Sie ein neues Medikament entwickelt haben, so bald wie möglich Geld damit verdienen, d.h. Sie werden es nicht erst mal 10 Jahre auf Stabilität legen, damit Sie es mit 10 Jahren Shelflife auf denMarkt bringen können. Normalerweise starten frisch zugelassene Medikamente mit (bewiesenen!) 2 Jahren Shelflife. Wenn Sie später zeigen können, dass da noch mehr geht, können Sie bei den Gesundheitsbehörten mit den entsprechenden Daten beantragen, dass das Shelflife verlängert wird. Die Gesundheitsbehörden prüfen solche Anträge sehr eingehend, je nachdem können sie durchaus auch mal abgelehnt werden. Andersrum können Gesundheitsbehörden ein Unternehmen auch auffordern, das Shelflife hochzuschrauben, wenn die entsprechenden Daten vorliegen (und ja, das wissen die Gesundheitsbehörden).

Was Ihnen also mit dem Ablaufdatum eines Medikaments garantiert wird, ist: einwandfreie Qualität im originalverpackten Zustand unter den angegebenen Lagerbedingungen (ja, auch da lohnt es sich mal in den Beipackzettel zu schauen). Sobald ein Medikament mal offen ist (d.h. der Blister offen oder eine Flasche offen), gilt das natürlich nicht mehr. Besonders rapide geht es bei Cremes und Tropfen/Lösungen/Suspensionen auf Wasserbasis, weil dort natürlich die gesamte Mikrobiologie gerne wächst. Nach Ablauf dieses Datums wird das nicht mehr garantiert und Sie nehmen das auf eigene Verantwortung (auch der Arzt, der Ihnen gesagt hat "Ist sicher noch zwei Jahre gut", übernimmt keine Verantwortung dafür). Und wenn man weiss, was und wieviel wie genau normalerweise bei Medikamenten überwacht wird, dann ist das eine Menge Verantwortung, die man da übernimmt und das möchte ich auf keinen Fall.

Sie könnten jetzt natürlich einwenden: "Ist ja logisch, dass die geldgeilen Pharmafritzen das Ablaufdatum möglichst kurz wählen. Umso mehr können sie verkaufen!"

Klingt eigentlich auf den ersten Blick ziemlich logisch. Wenn man sich aber anschaut, welcher Aufwand es ist (zeitlich, finanziell, logistisch), ein Medikament zu produzieren und zu verteilen (mehrere chemische Stufen bis zum Wirkstoff an zum Teil verschiedenen Standorten, dann Galenik, dann Verpackung, dann Transport ins Zentrallager, dann Verteilung an die Ländergesellschaften, dann Auslieferung an Grosshändler, dann an Apotheken und dann erst an den Patienten) und weiss, dass die grösste Angst eines Pharmaunternehmen nach einem Medikamentenrückruf ein Stockout, d.h. Lieferunfähigkeit ist, dann kann man sich denken, dass die Produzenten ein längeres Shelflife mit Handkuss nehmen würden, allein weil es die potentiellen Verluste durch abgelaufenes Material, was nicht rechtzeitig verkauft werden konnte, verringert und einen flexibler planen lässt. (Ein wunderschönes Zitat von einem klugen Mann zum Thema Lagermengen etc.: "In other industries a key performance indicator is the inventory turnover per year. In the pharmaceutical industry we calculate in years needed to turn over our inventory").
Ausserdem ist es so, dass auch Gesundheitsbehörden ein Auge drauf haben, welches Shelflife man garantiert. Wenn die Stabilitätsdaten vorliegen (und die teilt man mit den Gesundheitsbehörden!), die ein längeres Shelflife zeigen, dann wird das auch eingefordert.
Zu guter Letzt ist auf dem kompetitiven Pharmamarkt ein längeres Shelflife durchaus ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsfaktor ;-).

Ganz kurz noch zu "Ich mach das schon ewig und es ist noch nie was schief gegangen und alle, die ich kenne, machen das auch, also kann das ja wohl alles nicht so dramatisch sein."

Ach ja, Anekdotische Evidenz. Das ist ungefähr so, wie zu sagen "Ich fahre schon seit 35 Jahre ohne Gurt, es ist noch nie was passiert."  Mehr mag ich dazu eigentlich gar nicht sagen.


Falls Ihnen das jetzt alles zu konfus war:

Ein kurzer Artikel findet sich btw hier und ein recht vernünftiges Interview zu dem Thema (auch mit konkreten Beispielen) findet sich hier. Ein Absatz ist aber definitiv falsch, nämlich der mit "Die Produkte dürfen kein Verwendbarkeitsdatum länger als fünf Jahre haben (...)." Mit den Stabilitätsdaten, die diese Haltbarkeit untermauern, geht durchaus länger, eins "meiner" Produkte hat ein Shelflife von 7 bzw. 10 Jahren, je nach Land.


Ich weiss nicht, woher diese Larifari-Haltung bei Patienten und Ärzten kommt. Ist es, weil man durch die ubiquitäre Homöopathie eh daran gewohnt ist, dass es ein "Zuviel/Zuwenig/das falsche" gar nicht gibt? Dass man gegen alles sofort immer Tabletten oder Kügelchen einwerfen kann, Nebenwirkungen sind ja eh nicht zu erwarten, weil nix drin ist, und das dann auf echte Medikamente überträgt? Ist es das Misstrauen gegenüber der PHARMALOBBY, die einem eh nur Böses will (was denken Sie denn, wer den Kopf hinhält, wenn Sie unerwünschte Nebenwirkungen von einem Medikament haben? Sicher nicht Ihr Arzt, der Ihnen den Quatsch mit den abgelaufenen Medikamenten eingeredet hat oder der Verschwörungstheoretiker, der ein Buch über die Pharmalobby promoten möchte und deshalb einen Artikel in einer Verbraucherzeitschrift platziert hat)?


Langer Rede, kurzer Sinn: machen Sie, was Sie für richtig halten. Aber hinterher rumheulen, wenns doch schief geht, gildet nicht. Ach: und zu einem Hausarzt, der so einen fahrlässigen Schwachsinn wie "Locker können Sie alles zwei Jahre länger nehmen" von sich gibt, würde ich nie wieder gehen. (Doch, einmal noch. Um ihn zu fragen, wie er sich traut, so was von sich zu geben.)

Montag, März 28, 2016

Apotheke

Weil es heute bei Twitter aufkam: heute dürfen Sie mal einen virtuellen Blick in unsre Hausapotheke werfen. Ich miste zweimal im Jahr aus, d.h., alles, was abgelaufen ist, wird entsorgt. Rigoros. Anders als bei Lebensmitteln ist das aufgedruckte Datum kein "Mindesthaltbarkeitsdatum", nach dem man den Joghurt noch sicher zwei Monate essen kann. Augentropfen werden eh nach einer Woche offen weggeworfen, bei Säften (Husten, Ibuprofen für Kinder etc.) sollte man auch gut schauen, ob die Verwendbarkeit nach dem Öffnen abnimmt.
Verschreibungspflichtige Medikamente werden hier natürlich (also: ich finde, dass das eine Selbstverständlichkeit ist, aber munteres Medikamenteteilen scheint durchaus verbreitet zu sein) nur von dem genommen, der sie verschrieben bekam, rezeptfreie Standardsachen sind für alle da.
Was wir immer da haben, ist folgendes:

Ibuprofen: (Tabletten für die Grossen, Sirup für die Kleinen) für Fieber und Schmerzen. (bei mir sind es meist Kopfschmerzen, bei Little L. Wachstumsschmerzen und sonst bekommen die Kinder es bei hohem Fieber).

Paracetamol: genauso (wobei ich lieber Ibuprofen nehme)

Abschwellendes Nasenspray: mittlerweile sind alle über 6 Jahre und wir müssen keine Kinderkonzentration mehr vorrätig haben. Gibt es bei uns konsequent bei Schnupfen und dickem Kopf (klar, maximal eine Woche, da sind wir strikt), und seitdem wir das machen, hatten wir keine Mittelohr- oder Nebenhöhlenentzündung mehr. (Und ja: abschwellend, nicht nur so Meerwassertralala)

Nasobol: zum Inhalieren bei Erkältungen

Transpulmin: zum Einreiben/Inhalieren

Itinerol: Gegen Übelkeit (liess mich die durchgekotzten zwei Schwangerschaften überstehen und so manche Magen-Darm-Seuche der ganzen Familie managen (Zäpfchen und Tabletten aus Gründen, beides lang nicht mehr gebraucht. Aber man weiss ja, was los ist, wenn man keine mehr hat)

Imodium und Perenterol: für die andere Richtung.

Fenistil / Fenivir: Tropfen und Gel. Little Q. reagiert extremextrem auf Insektenstiche, deswegen bekommt er das dann direkt und nimmt es auch in jedes Pfadilager mit.

Aciclovir-Lippenherpescreme: weil halt. Wenn man erst in die Apotheke rennen muss, wenn man merkt, dass die Herpesbläschen kommen, dann ist es eh zu spät.

Brand-/Wundsalbe: weiss jetzt gar nicht welche, ich habe eine beim Radlunfall bekommen.

Desinfektionsmittel (Octenisept) für Schürfungen, dazu natürlich das entsprechende Pflaster- und Verbandssortiment

Hustensaft und Pretuval C (für Kinder resp Erwachsene): bei grippalen Infekten mit dementsprechendem Husten, wenn man unvernünftig ist und sich fitdopen "muss" (was man nie muss, aber manchmal meint man das), auch aus nostalgischen Gründen, weil ich lang in dem Betrieb gearbeitet habe, in dem bis vor kurzem Dextromethorphan hergestellt wurde.

Gynocanesten: weil halt. (Die "Once"-Kombipackung importiere ich immer aus Deutschland, die ist anscheinend in der Schweiz nicht zugelassen)

Antibiotische Augentropfen: für Bindehautentzündung. Unser Kinderarzt verschreibt die gsd. auf Anruf und eine Packung auf Reserve.

Diclofenac-Salbe und Tabletten für Verstauchungen und Sportverletzungen

Das gesamte Bepanthen-Spektrum: aus historischen/beruflichen Gründen

Dann haben wir noch (immer haltbare) Reste, die ich "für den Fall" aufhebe, bis sie abgelaufen sind, die wir aber schon ewig (oder sogar noch nie) gebraucht haben: Little L.s Betablocker, Codeintropfen und -tabletten und die berühmten Pseudokrupp-Tabletten, die wir damals in den Ferien nicht dabei hatten und dann die ganze Riesenpackung kaufen mussten und seitdem nie mehr gebraucht (und nie mehr vergessen) haben, und die Protonenpumpenhemmer, die ich mit Niere und Sodbrennen in der Schwangerschaft bekam und der Hübsche, als er mal viel Ibu nehmen musste..


Damit sind wir für mehr als den Standardnotfall gerüstet, aber ich fühle mich wohler, wenn ich weiss, dass ich im Normalfall am Wochenende für Hustenfiebertrallala nicht in die Notfallapotheke drei Dörfer weiter muss und auch im Urlaub für alles ausser echte Dramen gerüstet bin. Was eigentlich selbsterklärend ist (und ja, ich mache das auch. Immer.): Packungsbeilage lesen, Dosierung auf Körpergewicht und Alter anpassen, bei Unsicherheiten lieber einmal zu viel den Arzt, Apotheker oder die Krankenkassenhotline anrufen. Und bitte, bitte: aufs Haltbarkeitsdatum achten. Wirklich.


Sonntag, März 27, 2016

Frischluft und Schokolade

Gestern abend haben der Hübsche und ich die aktuelle Nähe zu München und die bei der Oma versorgten Kinder knallhart ausgenutzt und uns mit einer netten Truppe von Bloggern und Twitterern die eine oder andre Runde Cocktails im Havana Club schmecken lassen. Am leckersten fand ich tatsächlich den "Pearl Harbour", den ich erst nur bestellte, weil die Zutat "Melon Brandy" so gruslig-lecker klang (und weil ich mich mit meinem Geburtstag am 7. Dezember Pearl Harbour eh verbunden fühle). Das ganze war dann hellgrün (ich hätte eher auf blasses Wassermelonenrot getippt) und gar nicht so gruslig süss, wie man hätte meinen können. Wenn man Melonenaroma mag, eine sehr gute Wahl! (Von der man übrigens auch am Folgetag noch was hat. Lang. Also, nicht kater- sondern so nachgeschmackmässig). Das war wirklich ein ganz grossartiger Abend, ich habe mich sehr, sehr gut amüsiert und hoffe, dass es den anderen auch so ging.
Alles in allem war es dann aber recht spät und einiges an Getränken, bis wir im Bett waren, war es dann doch schon eins. Die Jungs hatten mitbekommen, dass heute Zeitumstellung war und sind dementsprechend lieber mal eine Stunde früher aufgestanden sind..... Wir haben also nach einem ausgiebigen selbstgesuchten Schokoladenfrühstück die müden Köpfe bei traumhaftem Sonnenschein ordentlich durchlüften lassen. Wir haben Rehe, Schmetterlinge, einen Specht, jede Menge Frühlingsblumen und Vögel gesehen. Wir haben grosse Stöcke gesammelt, schwimmen lassen und ich habe nur eine mittelgrosse Blutblase vom Kletterparcour auf dem Kinderspielplatz.


Samstag, März 26, 2016

Kontrastprogramm

Heute nachmittag sind wir mit oma, hund und kindern durch die felder gestiefelt und haben osterhasen und rehe gesehen.
Jetzt: aufgebrezelt für tweep-cocktails in der landeshauptstadt. Was man halt karsamstag so macht

Freitag, März 25, 2016

Sieben Jahr, blondes Haar

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Mein lieber Lennibenni,

Heute wirst Du sieben Jahre alt. Zum ersten Mal feiern wir Deinen Geburtstag nicht zu Hause, sondern weil Ostern dieses Jahr so früh ist, bei den Omas in Bayern. Du hast aber darauf bestanden, dass wir die Geburtstagskerzentiere mit her nehmen und der Papi hat das alljährliche "Direkt-nach-dem-Aufstehen"-Bild hier nachgestellt.
Im letzten Jahr ist viel für Dich passiert: Du warst über Pfingsten und eine ganze Woche im Sommer mit den Wölfli weg. Pfingsten hast Du deinen Pfadinamen "Capper" bekommen (Nach der Taufe hast Du gesagt "Die anderen haben den Tauftrank alle ausgespuckt. Ich wusste gar nicht, dass das geht,ich habs einfach runtergewürgt"). Das Sommerlager war dann doch ein bisschen viel für Dich. Gottseidank hattest Du ja Little Q. dabei. Ihr habt in einem Bett geschlafen und er hat sich richtig toll um Dich gekümmert. Ich bin mal gespannt, ob Du dieses Jahr nochmal mitfährst ;-).
Die nächste grosse Änderung war natürlich der Schulbeginn. Du bist mit Deinen drei besten Freunden aus dem Kindergarten in eine Klasse gekommen und hast auch schon unter den neuen Klassenkameraden gute Freunde gekommen (ein paar davon kommen auch zu Deiner Supermario-Geburtstagsfeier in zwei Wochen, ich bin gespannt auf die neue Dynamik). Lesen hast Du irgendwie von ganz allein schon vor der Schule gelernt, ohne grosses Aufhebens drum zu machen. In der Schule hast Du dann ganz unaufgeregt die Vorleserrolle übernommen und zB in der Adventszeit jeden Tag der ganzen Klasse vorgelesen. Ganz zu Anfang der Schule bist Du auch direkt zum Klassensprecher gewählt worden, nachdem Du Dich aufstellen liessest. Ich weiss, dass es für Dich eine viel grössere Überwindung als zB für Little Q. oder mich ist, Dich vor eine Gruppe Menschen zu stellen und zu reden und Dich zu exponieren, deswegen finde ich das wirklich eine wunderbar mutige Leistung von Dir. Alle Bedenken, die zu Kindergartenzeiten mal geäussert wurden und für deren Nicht-Pathologisierung Dein Papi und ich alles getan haben, weil wir wissen, dass Du ein grossartiger Junge bist, genau so, wie Du bist, weil Du so bist, wie Du ist, haben sich entweder in Luft aufgelöst oder sich als eben nicht schlimm herausgestellt. Was soll denn auh nicht gut daran sein, wenn man eben sehr genau weiss, mit wem man harmonisiert und sich dann mit eben diesen Menschen umgibt und nicht immer weiter ausprobiert? Was gibt es denn besseres als einen allerallerallerbesten Freund? Den hast Du in L., und auch wenn ich es manchmal nur so mittel finde, dass Du für den Rückweg von der Schule, der eigentlich in maximal 10 Minuten zu schaffen ist, an die 35 Minuten brauchst, weil "Ich habe den L. noch nach Hause begleitet und als wir bei ihm waren, dann waren wir mit dem Reden noch nicht fertig und jetzt bin ich ja da. Du musst Dir keine Sorgen machen!".
In den letzten Wochen durftet ihr im Musikunterricht verschiedene Instrumente ausprobieren (nachdem alle mal in die Querflöte pusten durften und das Saxophon im Mund hatten, durfte die Grippeimpfung mal zeigen, was sie kann ;-)) und Du hast Dich in die Panflöte verliebt ;-).
Neben dem Unihockey, das Du im Herbst mal für ein paar Wochen ausgesetzt hast, warst Du beim Geräteturnen schnuppern und es hat Dir wirklich gut gefallen. Leider war in der Gruppe erst kein Trainingsplatz, aber gestern haben wir als Art vorgezogenes Geburtstagsgeschenk erfahren, dass Du ab Ende April mit zwei anderen neuen Buben mitturnen kannst.
Mit Q. bist Du nach wie vor ein Herz und eine Seele, das ist so wunderbar anzusehen.
Zum Einschlafen hast Du es immer noch sehr gern, wenn einer von uns beiden Dich in den Schlaf kuschelt. Schlaf brauchst Du übrigens nicht besonders viel. Ich stehe ja immer eine Stunde vor dem Rest der Familie auf, weil ich eher aus dem Haus gehe. Oft schleichst Du dann auch schon aus dem Bett und frühstückst mit mir. Auch wenn Du am Abend lang wach bist, stehst Du am nächsten Morgen sehr früh auf (Gottseidank kannst Du Dich aber auch sehr gut leise selber beschäftigen, bis der Rest der Truppe die Augen aufmacht).
Ich weiss nicht genau, wie es passiert ist, aber von der gesamten Familie bist Du der, der am allerbesten Mario auf der Wii und auf dem Nintendo spielen kann. Okay, von mir als Mario-Doofie klingt das jetzt nicht sooo beeindruckend, gebe ich zu....

Mein lieber Kleiner, bleib so, wie Du bist, genau so bist Du perfekt.
Wir haben Dich alle sehr, sehr lieb.
Mami, Papi und Q.


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Donnerstag, März 24, 2016

Dahoam

Man weiss, dass man in der (alten) Heimat* ist, wenn man beim Schlüsselabholen im Hotel erst mit der Schwiegermutter verwechselt wird und dann der Nachname aber endlich mal überhaupt kein Problem mehr ist (Ich bin in den letzten zwei Wochen zwei neuen Teams beigetreten. Die einen halten mich der Vor- und Nachnamenkombination und der Haarfarbe wegen für eine Holländerin, die anderen sind sich aus denselben Gründen nicht ganz sicher, ob ich aus Dänemark oder Schweden komme). Dass man aber auf dem Dorf ist (oder halt in einem weniger regulierten Umfeld, als das, was ich von der Arbeit gewohnt bin, was ungefähr alles auf der Welt ist. Ausser vielleicht Rauhmfahrt), merkt man dann, dass unsere Anmeldung auf Herr und Frau Brüllen ohne Vornamen und Adresse lautet. Anscheinend gab es aber ein Data Integrity Audit, also musste ich heute den Geburtstag nachliefern. Ich wollte nicht anfangen zu diskutieren, dass es für "Herr und Frau Brüllen" extrem unwahrscheinlich wäre, wenn es ein gemeinsames Geburtstdatum gäbe, sondern fing an, meines zu diktieren. Das klappte nur so mittel, meine Korrekturen wurden einfach hinten dran gehängt, bis es für ein Datum reichte. 17.7.1976 also. Nachdem wir aber auch keinen Ausweis oder so hinterlegt haben, wird das wohl bei einem Audit der Hotelbehörden von Brasilien oder so zuerst auffallen. Ausserdem habe ich nix unterschrieben, dieser Fehler in den Daten kann also definitiv nicht mir angelastet werden. (Ich bin ferienreif, merkt man das?)

* so richtig Heimat ist es nicht mehr, auf dem Weg zum Hotelschlüsselabholen habe ich tatsächlich aktiv in meinem Hirn nach der lokal passenden Grussformel kramen müssen. Klar, "Guten Abend" geht immer, aber damit outet man sich, glaube ich, überall in jedem deutschsprachigen Dorf als "Nicht von hier", oder? Und ich hätte nie gedacht, dass ich nach 24 Jahren oberbayerischer Sozialisation nicht aus dem EffEff "Grüss Gott" sagen können würde, sondern zwischen "Grüeziwohl" und "Gueten Obe"schwankte.... und mich dann mit einem freundlichen "Ade" verabschieden würde.

Mittwoch, März 23, 2016

Meilenstein

Erstaunlicherweise fühlt es sich erwachsener an als Heiraten, Hauskauf, Kinderkriegen:
den Bonus in eine Solaranlage auf dem Dach investieren.
(Was es ein bisschen weniger erwachsen und altruistisch macht, ist die grundlegende Idee, dass der Hübsche den einst anzuschaffenden Tesla damit aufladen will.)

Dienstag, März 22, 2016

Polizeiruf

Ich muss mich entschuldigen, ich habe gestern einen Post vergessen. Spannungsbogen hin oder her, sowas darf nicht passieren. Ja, sagen Sie jetzt alle, mit einem Blogplaner und einem Redaktionsplan wäre das nicht passiert. Nun denn.
Ich bin die Auflösung der Polizeigeschichte schuldig geblieben:

Also. Sonntagnachmittag wären wir eigentlich gar nicht zu Hause gewesen, eigentlich wären wir bei Freunden zum Brunch gewesen, und hätten deswegen nicht mit der kleinen Schwester Skifahren gehen können, dann hatten die Freunde aber Grippe und wir konnten immer noch nicht mit der kleinen Schwester Skifahren, weil die sich schon auf den Weg in die alte Heimat gemacht hatte und dann war hier auf einmal Frühling und wir hatten keine Lust mehr auf Skifahren und waren halt daheim.
Nach den üblichen Sonntagsaktivitäten wie Ausschlafen oder Frühsport, ausgiebig Frühstücken, Sendung mit der Maus schauen und dabei Fingernägel lackieren, Staubsauger durchs Haus schicken und so, waren wir gerade dabei, Nutella-Swirls vorzubereiten, da läutete das Festnetztelefon. Normalerweise sind das entweder unsere Mütter oder Krankenkassenvertreter, aber da kennen wir entweder die Nummern oder aber es sind unterdrückte Rufnummern, oder aber Kinderfreunde. Diesmal: nicht.
"Hallo, da spricht Regionalpolizei Unteres Fricktal, keine Sorge, es ist nichts Schlimmes passiert."
Das ist mal eine Ansage, ich habe trotzdem schnell überlegt, ob alle daheim sind oder wann ich schon wieder mal irgendwo zu schnell gefahren sein könnte, da wurde auch schon aufgelöst:
"Sie sind doch die Nachbarn von Familie xy, oder?"
(Kopfkino: Autounfall, alle tot, wir müssen Leute identifizieren, oder es wurde eingebrochen und wir sollen draussen Diebe fangen, die sich in unserer Garage verschanzt haben)
"Die haben einen Hund, oder?"
(Oh Gott, die Polizei hat den Hund überfahren, wir müssen den Hund irgendwo abholen)
"Ja, so einen kleinen schwarzen...."
"Genau, der ist bei uns. Der ist wohl ausgebüchst und jemand hat ihn bei uns abgegeben. Wir haben ihn gescannt und leider geht niemand bei denen ans Festnetztelefon und die Handynummer scheint nicht mehr aktuell. Wir müssten den Hund an sich ins Tierheim bringen, aber wir dachten, vielleicht kann er ja bei Ihnen warten, bis die Nachbarn wieder da sind, das ist bestimt angenehmer für den Hund."
Und so kam es, dass ich bei den Nachbarn, deren Sohn mit dem Sohn der Hundebesitzer in der Klasse ist, läutete, dort die Handynummer (Klassenrundtelefon, you know? Da muss eine aktuelle Handynummer hinterlegt sein, für den Fall, dass Handarbeit ausfällt oder so) erfragte bzw. eine Whatsapp-Nachricht in Auftrag gab. Ich dachte ja, der Hund ist ihnen unterwegs ausgebüchst und sie suchen ihn panisch, weswegen mir der Text: "Euer Hund wird in einer halben Stunde von der Polizei bei Familie Brüllen abgeliefert, macht Euch keine Sorgen, die passen auf ihn auf." eigentlich ganz geschickt erschien. Allerdings waren die Nachbarn auf einem Tagesausflug am anderen Ende der Schweiz und wähnten den Hund sicher in ihrem Garten, so dass ein leicht panischer Rückruf erfolgte. Obwohl wir versicherten, dass alles in Ordnung wäre und sie sich ruhig Zeit lassen könnten, wurde  der Tagesausflug sofort abgebrochen und wir hatten nur ganz kurz einen Hund. Der wurde von zwei uniformierte Polizisten ohne Leine bei uns abgeliefert, war sehr aufgeregt, frass viele Krümel in der Küche und Little L., unser Hundefreund, führte ihn an einer aus Schlüsselbändern improvisierten Leine stolz spazieren.
Wir überprüften noch den Nachbarsgarten (Das Tor war zu, was insofern eine hilfreiche Information war, weil sich die Nachbarn die ganze Heimfahrt wohl nicht wirklich entspannt darüber unterhalten hatten, wer jetzt den Garten offen und den Hund freigelassen hätte.), ob es dort vielleicht Futter für den Hund gäbe, aber nein, das Krümelfressen war wohl eher der Aufregung geschuldet.

Was lernen wir daraus? Chippen hilft, die Telefonnummern in der TASSO-Datenbank sollte man aber durchaus aktuell halten. Und Leben auf dem Dorf, wo jeder alles weiss und jeder jeden kennt, ist auch nicht immer nur schlecht.

Montag, März 21, 2016

Bewegungen

In einer der 11 Fragen-Fragerunde kam folgendes auf: "Welche Bewegung machst Du am liebsten?"

Ich finde diese Frage sehr, sehr toll und überlege seitdem hin und her, was ich besonders gern mag.

Meine Top 3 Bewegungen sind (ungeordnet):

  • mich in unserer Küche bewegen. Dort habe ich alle Abmessungen mittlerweile so verinnerlicht, dass ich mich total durchoptimiert praktisch blind zurechtfinden kann. Ich ziehe im Gehen mit der rechten Hand die Messerschublade auf, nehme ohne hinzuschauen genau das richtige mit der linken raus, schliesse mit dem Hintern im Vorbeigehen die Schublade und ziehe mit der rechten die Schublade mit den Schneidbrettern auf, während ich mit dem rechten Fuss schon den Abfalleimer rausziehe, in den die Schalen gleich fallen werden. Sowas.

  • Beim Skifahren auf perfektem Schnee aus nach einer schnellen Abfahrt den Stehenbleibenschwung. Immer nach links übrigens.

  • Mantel mit Kapuze anziehen. Das habe ich mittlerweile so optimiert, dass ich in einem Schwung immer auch grad die Kapuze aufhabe. Und weil ich gerne Mäntel mit grosser Kapuze habe, fühle ich mich dabei immer so ein bisschen wie ein Jedi oder Superheld ;-)

  • (Nummer 4 wäre die eine Tango-Figur, die über eine ganze lange und eine kurze Seite ging und die ich zumindest im Traum immer noch perfekt hinbekomme und die ich zu meiner Turniertanzzeit richtig, richtig gut konnte.)

Sonntag, März 20, 2016

Wunschkonzert

Heute habe ich bei Twitter mal einen Call for Topics gestartet und das ist es, was meine Timeline von mir heute lesen möchte:


Osterdeko ja/nein?
Eher nein. Als die Frage kam, habe ich schnell unseren winterlichen Türkranz (mit Fake-Eiskristallen, Fake-Cranberries und Fake-gefrosteten Fake-Äpfeln) abgehängt und zu den Weihnachtssachen verräumt. Wir sind jedes Jahr über die Osterfeiertage auf Heimaturlaub, d.h. ich würde eigentlich nur für die daheimbleibende Katze und die katzenfütternden Nachbarn dekorieren und das ist mir zu doof.

 Was liest du gerade?
Ich lese gerade den 5. Band (Werbelink) der Ruiz/McLoughlin-Serie von Michael Robotham. Ich mag ja Krimiserien, gerade, wenn sie nicht nur um einen Hauptdarsteller gestrickt sind, sondern um eine Gruppe und immer wieder mal aus einer anderen Perspektive erzählt wird. Die Robotham-Bücher sind bisher an mir vorbeigegangen, ich habe durch Zufall den neuesten Band (Werbelink) erwischt und dann von vorne angefangen (jajaja, mit einem Riesenspoiler im Hinterkopf, aber das ist dann halt so.)

Gibt es etwas, das dir in der Schweiz fehlt? (Lebensmittel, Ort, Gewohnheit, Dings)
Ich glaube, bis auf Knödel gibts hier alles, was ich essenstechnisch brauche. Und bei dringendem Knödelbedarf kann ich ja aus dem nahen Ausland importieren (jaja, oder selbermachen, aber ich bin mit Pfanni grossgeworden, das legt man nicht ab).
Was ich vermisse, sind die klassischen Eisdielen aus deutschen Innenstädten mit 387 verschiedenen Sorten. Hier gibt es entweder fertiges Kioskeis oder Mövenpick-Stände, die zu irgendeinem Restaurang gehören, wo eine Kugel über 7 Franken kostet oder total winzige mobile Eiswägelchen mit ZitroneVanilleSchokoErdbeer, die ich aus mangelndem Vertrauen in die Einhaltung der Kühlkette leider nicht nutzen kann.
Was ich hier auch vermisse, aber das hat nicht mit der Schweiz zu tun, sondern mit der Ecke der Schweiz, in der ich gelandet bin, ist verlässlich Schnee im Winter (nein, es reicht mir nicht, wenn es in den Bergen Schnee hat, ich will meine normalen Wege im Schnee machen, ich will mit kalten roten Backen morgens zur Arbeit kommen, ich will auf dem Heimweg schlittern, ich will mit den Kindern und den Schlitten direkt von der Haustür aus losziehen) und Badeseen im Sommer. Klar, wir haben den Rhein und Freibäder vor der Haustür, aber ich bin Baggerweiher-sozialisiert.

Ist das Bankdrama abgeschlossen?
Was soll ich sagen? Das Ganze lief so undramatisch, dass ich mich fast schäme, das so aufzulösen: ich habe einen Auflösungsantrag mit Angabe meines Kontos, wo das alles hin soll, geschickt, dazu eine Kopie meines Passes und der Heiratsurkunde wegen neuem (naja, nicht mehr ganz neu) Namen und drei Tage später war das Geld überwiesen. Ich weiss immer noch nicht wirklich, wo es herkommt, und werde das wohl leider auch nicht wirklich herausfinden.
 
Socken
Hmm. Ja. Trage ich, zumindest im Herbst/Winter. Dafür zu Hause aber keine Hausschuhe, nur Socken. Dementsprechend schnell sind sie auch durchgelaufen. Geflickt wird nicht, auch Wollsocken nicht, die ich übrigens wegen Sockenjucken NIE auf nackter Fusshaut tragen kann, sondern nur mit Baumwollsocken drunter. Dann aber gern. Auch zum Schlafen trage ich manchmal gerne Socken. Übrigens gern bunt und gemustert, ganz besonders gern geringelt.
 
Chäskücheli (oder, wie man hier schreibt und sagt: Chäschüechli):
Standardbestandteil eines Aperos hier. Meist in lauwarm und begleitet von Schinkengipfeli und Wurstweggli. Deshalb sind wie für mich relativ durchgenudelt: man weiss, was man kriegt, nicht schlecht, aber auch nichts spezielles. Mit Salat dazu wird aber ein durchaus leckeres Mittagessen draus.
Ich mache meist eine grose Käsewähe, weil mir das zuviel Trallala ist, lauter kleine zu machen, und zwar nach diesem Rezept:
1 fertigen Kuchenteig (das ist ein neutraler Teig, nicht so fett wie Mürbteig, geht ein bisschen auch, gibt es praktischerweise schon fertig ausgerollt im Laden und ich kenne kaum jemanden, der den selber macht)
300g Käse gerieben (Gryere, Sbrinz)
1 gewürfelte Zwiebel
Guss aus 25g Mehl, 1 Ei, 125g Sahne oder Halbrahm, 150g mild, Salz, Pfeffer, Muskat
Ein rundes Wähenblech mit Teig auslegen, Käse drauf verteilen, Guss drüber, 35 min bei 180 Grad Umluft-Unterhitze backen.
 
Über die Großartigkeit von Schulferien für Kinder und Eltern
Das war glaube ich eine Art Antwort auf diesen Tweet hier:
 
Und ich denke, das ist eher ein eigener Blogpost für die nächsten Tage, ok?


Gibts ein Wort für Dich. Eins was dich ausmacht, beschreibt und warum.
Nein. Ich glaube, dass man keinen Menschen mit nur einem Wort beschreiben kann, ausser man hat sehr wenig Phantasie oder der Mensch ist extrem langweilig.

Über Ratschläge
Es mag eine Binsenweisheit sein, aber dass da "Schläge" drinsteckt, das hat schon was. Es könnte sein, dass ich unglaublich stur oder von mir selber überzeugt bin, aber ich kann es um alles in der Welt nicht ausstehen, wenn man mir sagt, was ich oder wie ich etwas machen soll. Deshalb reagiere ich unglaublich allergisch (und unreif, durch genau das Gegenteil machen ;-)) auf ungebetene und ungefragte Ratschläge. Was ich aber (vielleicht werde ich im altersmilde) mittlerweile wirklich zu schätzen weiss, ist Rat, um den ich gebeten habe. Ein Rat von jemandem, dessen Meinung man schätzt und dem man die Fähigkeit zutraut, einem durch diesen Rat zu helfen, das ist ein wertvolles Gut. Ach ja: seitdem ich gemerkt habe, wie sehr mich ungebetene Ratschläge auf die Palme bringen, versuche ich auch selber, keine zu geben. Ich erzähle gerne (hahaha), wie ich manches mache oder machen würde, aber wirkliche Ratschläge versuche ich nur zu geben, wenn ich darum gebeten werde.

Aktuelle Lieblingskaffeetasse
Eigentlich bin ich tassentechnisch recht unemotional, aber die Tasse, die ich am meisten vermissen würde, wäre die grosse Starbuckstasse, die ich ganz am Ende meiner drei Monate Praktikum in San Diego mit meinem letzten Bargeld in der Filiale an der Grand Avenue gekauft habe. Sie ist (bzw. sind, weil der Hübsche auch eine bekommen hat) aus ganz dickem Porzellan, es steht nur "Starbucks" drauf, nicht der Ort, was ich ja immer nicht so schön finde, und ich habe in keiner anderen Filiale bisher so dicke Tassen ohne Ortsnamen drauf gefunden. Praktischerweise passen genau ein Latte und ein Cappuccino aus unserer Lattissima rein, die perfekte Menge für Sonntag morgen im Bett das Internet leerlesen.

Käseigel
Ist der vegetarische Bruder vom Mett-Igel, oder? Diese Perlen eines 70er/80er Buffets gab es bei uns zu Hause nie, dafür aber noch bis in die Mitte der Nullerjahre "russische Eier". Meine Mutter hat sie zu besonderen Gelegenheiten gemacht und weil ein Kommilitone sie so sehr lecker war, haben sie es auf nahezu jedes Partybuffet in unserer Studentenzeit geschafft. Dazu kocht man eine Riesenmenge Eier hart, halbiert sie längs, pokelt vorsichtig die Dotter raus, vermischt die mit Mayo (IMMER selbergemacht), gehackten Kapern, Pfeffer, Salz und noch ein wenig scharfem Senf zu einer Creme. Wenn man es richtig stilecht möchte, spritzt man die schick in die leeren Eierhälften rein und krönt sie mit je einer Kaper auf dem Zipfelchen.

Kuchen
Gibts bei uns immer sonntags. Heute wollte ich spontan Quarkstriezel machen, aber dann war erstens noch Hefezopf übrig UND Sonntagsbrötchen, auch mit Hefe, und der Mann mag Hefegebäck nicht so (weiss er eigentlich, dass die Basis seines Leib- und Magenkuchens, dem Zwetschgendatschi, auch ein Hefeteig ist? Und gehen Sie mir weg mit Mürbteig! Oder Streuseln) und ausserdem habe ich beim Wocheneinkauf spontan zwei Pakete Blätterteig mitgenommen, weil sich letzte Woche beim Abendessen schon alle um die Blätterteigswirls aus den Resten eines Pakets geklopft hatten, so dass ich entschied, dass es heute die ausgewachsene Portion aus zwei Packungen geben würde. Zwei Drittel mit Ovomaltine-Aufstrich, ein Drittel mit Powidl. War beides sehr lecker, es wird keinen Restekuchen für die Kollegen morgens geben. Die alten Kollegen behaupten ja, sie vermissten mich immer noch, aber ich glaube, das meinen sie nicht so bzw. sie meinen den Montagsrestekuchen damit.

Über die Polizei der Zukunft
Ha, das psst ja gut, grad nachdem ich mein "Call for Topics" gestartet habe, hat hier die Polizei der Gegenwart angerufen. Warum, erzähle ich Ihnen morgen. In der nahen Zukunft wird die Polizei vermutlich wie wir alle nicht mit fliegenden Autos rumdüsen, das finde ich immer ein bisschen traurig, wenn ich mir "Zurück in die Zukunft" anschaue. Mit Little Q. habe ich schon sehr unterhaltsame Diskussionen darüber geführt, wie wohl Verkehrsregeln in dieser Zukunft aussehen könnten. Ob man nach wie vor links überholt oder oben oder unten, wo man parkt, wie man abbiegt, es gibt viele praktische Fragen jenseits des Antriebs dieser fliegenden Autos zu regeln.

Samstag, März 19, 2016

Kanalisieren

Gestern abend, als ich von der Arbeit nach Hause kam (jajaja, Freitag ist Homeoffice, wars ja auch, aber am Spätnachmittag war halt so ein Teamdings, was schwer mittels Webex geht, also bin ich halt hingefahren und der Hübsche hat Homeoffice gemacht), habe ich (längstens ausgestempelt) im Zug noch einem Kollegen via Mails bei der Suche nach einem wichtigen Dokument geholfen und auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause habe ich auf dem iPhone noch schnell eine klärende Mail an das Werk in Italien geschrieben, die Unterstützung von dritter Stelle anforderten, wo doch im direkten Kontakt schon alles geklärt worden war. Während ich (ein bisschen kopfschüttelnd) so vor mich hin tippte, wäre ich fast in ein parkendes Auto gelaufen. Und da wurde mir dann das klar, was der Hübsche seit Wochen moniert. Ich arbeite im Moment zu viel. Viel zu viel. Da sind nicht nur die 160 Überstunden und 200 Ferienstunden, die ich (schon nach Abzug der drei Wochen Ferien im Sommer) noch übrig habe, da sind vor allem die "Ich schreib das noch schnell" oder "das lese ich noch schnell" oder "Ach, das weiss ich, das schicke ich noch schnell"-Dinge, die ich auf dem Heimweg und spät abends, wenn hier daheim alles (Abendessen, Kinder ins Bett, Sporteln, Duschen) erledigt ist und der Hübsche noch beim Sport ist. Dadurch, dass ich in meiner gar nicht mehr so neuen Funktion nicht nur Kollegen vor Ort oder zumindest in der gleichen Zeitzone habe, sondern auch in Irland (allein die eine Stunde Zeitverschiebung macht es verführerisch, auf Emails, die aus Irland gegen Feierabend verschickt wurden, noch zu antworten), USA und Asien, trudeln Mails, Anfragen, Wünsche, Aufträge rund um die Uhr ein. Jaja, ich höre Sie (und den Mann) und weiss es ja selber: es zwingt mich niemand, das Handy zu checken oder das Laptop anzumachen,  und wenn man den Job nicht in 8Stunden am Tag gemacht kriegt, stimmt das Zeitmanagement oder das Pensum nicht und ich muss nicht (mehr) beweisen, dass ich genauso viel und gut (oder noch besser) arbeite, wie meine Kollegen, bloss weil ich mal Teilzeit gearbeitet habe.... habe ich oft genug selber gesagt. Trotzdem: ich schaffe das immer wieder, in die "Nur noch schnell" -Falle zu tappen.

Und so habe ich heute den gesamten Aktionismus und das innere Duracellhäschen in Geburtstagsvorbereitungen und Frühlingsaktivitäten kanalisiert.

  • Als der Hübsche und Little L. schwimmen waren, habe ich das Geburtstagsshirt fertiggenäht, mit schöner Kragenlösung.

  • Danach waren wir noch das Südfrüchte-Angebot beim Coop vor der Haustür ausnutzen, dabei haben wir dann alles an Recyclinggedöns weggebracht und (weil wir ja alles weggebracht hatten) einen Stapel Zeitungen aus dem Altpapiercontainer gefischt.

  • Die habe ich die Kinder in Streifen reissen lassen und währenddessen 4L Kleister angerührt. Damit haben wir alle vier dann auf der Terrasse in der Sonne grosse Luftballons beklebt, die für die Super-Mario-Party dann zu Yoshi-Eiern werden sollen. Ich hatte leider nicht bedacht, dass in den re-recycleten Zeitungen anscheinend ein paar Heftklammern drin waren, die dann insgesamt 3 Ballons (voll Kleister und schlabberigen Zeitungsstreifen beklebt) spektakulär platzen liessen. Es war schon fast ekelhaft harmonisch (also: ekelhaft auf jeden Fall, wie mit kaltem Rotz vollgespritzt), wie keiner ausflippte ob der Sauerei, sondern alle wirklich gut gelaunt blieben, trotz Kleister in den Haaren, auf der Hose und kalten Zeitungsfitzeln überall. Insgesamt zwei Eiener haben überlebt, danach hatten wir dann keine Ersatzballons mehr. Sie trocknen jetzt in Nudelsieben vor sich hin.
  • Danach waren wir e dreckig, d.h. wir haben den Garten frühlingstauglich gemacht, also der Hübsche hat Rasen gemäht, ich habe das ganze vertrocknete Gedöns aus den Beeten gerupft, die Kinder haben die Terrasse gefegt und von schleimigen Papierfitzeln befreit.
  • Ich habe dann noch schnell alle Fenster im Haus geputzt (mit dem Kärcher Fensterreiniger (Werbelink) ist das eine Sache von nicht ganz einer Stunde, danach ist es nicht perfekt, aber weil es im Vergleich zum herkömmlichen Putzen so viel schneller geht, mache ich es nicht nur alle zwei, drei Jahre, sondern mindestens einmal im Jahr und so ist es dann doch viel sauberer als sonst so im Schnitt), ein bisschen gebügelt, dem Hübschen die Haare geschnitten, er hat Little L. die Haare geschnitten, und anschliessend haben wir alle zusammen freiwillig (und das passiert sonst praktisch überhaupt nie!) gemeinsam auf Wunsch von Little Q. Fish'n'Chips aus dem Streetfood-Buch von Stefan Paul (Werbelink) gemacht.

  • Parallel wurden Hefezopf- und Semmelteig für morgen angesetzt und danach noch ein paar Level Mario auf der Wii gespielt (Little L. sagte ganz nett: "Mami, du wirst langsam besser. Von den richtig Schlechten bist Du jetzt schon fast die beste."

Doch, das war ein schöner Tag.

Freitag, März 18, 2016

Geburtstagskleid

9 Jahre ist die mittlere Au-El-Schwester Anfang März geworden. Sie wünscht sich immer noch Selbstgenähtes zum Geburtstag, allerdings mittlerweile recht spezifisch. Diesmal war es "Etwas mit Pferden und am besten ein Kleid."

Weil alles irgendwie superknapp war, habe ich mich für ein recht schlichtes Schnittmuster entschieden, das mich dann beim Nähen viel mehr an Nerven kostete als geplant und noch vielvielviel mehr als verfügbar.
Irgendwie wurde es dann aber doch und die junge Dame war so angetan von dem Kleid, dass sie es ungeachtet der mittelniedrigen Temperaturen direkt anzog ;-).
Kann natürlich daran liegen, dass das Mädchen mit Pferd aus der "Girls & Friends Vol2" Serie von Susalabim (erhältlich bei Kunterbuntdesign) genau das richtige war ;-).



Donnerstag, März 17, 2016

Gross und klein

Ich habe Ihnen ja schon vor ein paar Tagen ein Abschiedsgeschenk gezeigt. Heute war es dann so weit: es gab einen Abschiedsapero und nächste Woche ist es dann wirklich so weit und die Kollegenfamilie macht sich auf den Weg in den Norden.
Deswegen habe ich mich am Wochenende nochmal hingesetzt und für die kleine Schwester, die im Mai oder Juni oder irgendwie so auf die Welt kommt, ein passendes "Amelinchen" genäht. Vorne drauf kam (passend zum nicht ganz so grossen Familienhund) ein Mädchen aus der "Girls & Friends, Vol. 2" Stickdatei, die es ab heute von Susalabim bei Kunterbuntdesign gibt.




Morgen habe ich noch ein Beispiel aus dieser sehr umfangreichen Serie!

Mittwoch, März 16, 2016

Dunkler Bart statt Kopftuch

Frau Heike schreibt über Erfahrungen mit Kopftuchtragen. Ich hatte letzten November eine ähnliche Erfahrung bzw. Beobachtung gemacht.
Wir vier waren auf Einladung von Netflix zu einer Adventsfeier nach München geflogen (jajaja, CO2-Fussabdruck und Kurzstreckenflug, ich weiss das). Das war eine oder zwei Wochen nach den Anschlägen in Paris auf das Bataclan, der Euroairport Basel-Mulhouse-Freiburg ist sozusagen eine Dreiländer- und EU-Aussengrenze, die Sicherheitsvorkehrungen waren enorm und die Polizisten etc. enorm angespannt. Verständlich. Sehr sogar.
Wir sind also mit unseren zwei Kindern und vier deutschen Pässen zur Kontrolle marschiert, die Pässe aufgeschlagen auf der Fotoseite aufeinandergestapelt. Ich hatte Little L. auf den Arm genommen, der ist nämlich noch zu kurz, um in das Zollkontrollhäuschen reinzuschauen. Die Grenzpolizisten blätterten also den Stapel Pässe durch und bei jedem Foto gab es einen kurzen Kontrollblick: Blonde Frau auf dem Bild, check, blondes Kindergartenkind auf dem Bild, ist jetzt ein Schulkind, aber check, blondes Kleinkind auf dem Bild, ist jetzt auch ein Schulkind, check, bis dahin war das eine Sache von vielleicht ein bis zwei Sekunden. Dann aber kam der Pass des Hübschen dran und warum auch immer, aber er hat auf dem Passfoto von 2011 einen Vollbart. Zusammen mit seiner eher olivfarbenen Haut, den schwarzen Haaren und dem biometrisch verkniffenen Blick liess das sehr offensichtlich die Alarmglocken im Grenzpolizisten schrillen. Man konnte buchstäblich sehen, wie sich seine Augen weiteten, die Körperspannung stieg, wie der Pass von vorne bis hinten durchgeblättert wurde, wie die Augen schnell zwischen dem VERDÄCHTIG!!!!!! aussehenden Foto und dem eher harmlos (der Bart ist zu, wenn überhaupt, einem Dreitagebart verkümmert) aussehenden Familienvater mit immer noch dunklen Haaren und dem akzentfreien Hochdeutsch hin und her wanderten. Das Lächeln, mit dem die extrem aufgeregten „Wir fliegen zu einer Party und werden mit einer Limo abgeholt!“ Kinder und ich bedacht wurden, wich einem ausdruckslosen Polizistengesicht. Letzten Endes war das auch schon alles, klar durften wir den Hübschen mit nach München und auch wieder zurück nehmen, wobei sich genau diese Erfahrung jedes Mal wiederholte, wenn wir unseren Passstapel irgendwo vorzeigten, faktisch ist uns also überhaupt gar nichts passiert. Aber. Allein diese so deutliche Abkühlung der Atmosphäre, die sich mir nicht anders als eben durch das nicht in das „blond, helläugig, harmlos“-Schema passende Bild erklären lässt, die war … eindrücklich. Sehr.
 
 
Kurz danach hat der Hübsche übrigens (aus Trotz?) die Decembeard-Challenge durchgezogen.
Decembeard quadruple

Dienstag, März 15, 2016

Team "Form" vs Team "Inhalt"

Der Hübsche und ich haben ja bekanntermassen zusammen studiert und Diplomarbeit gemacht und promoviert. Wir haben auf dem gleichen Gebiet zu unterschiedlichen Aspekten gearbeitet, man kann sich das so vorstellen wie .... wir waren im Arbeitskreis "Italienischer Weichkäse" und der Hübsche hat sich mit dem Thema "Mozzarella: neue Anwendungsgebiete kreativ ausgelegt"  befasst und ich mit "Mozzarella aus Ziegenmilch: Vision oder Wahnsinn?"*.
Wir haben zur selben Zeit unsere Doktorarbeit zusammengeschrieben und so ähnlich wir auch sind, beim Beginn dieses Projekts** zeigte sich ein fundamentaler Unterschied in der Herangehensweise. Wir setzten uns an unsere Rechner, legten unsere Laborjournale und Ordner voller NMR-Spektren und Analysendaten**** bereit und ....
... ich fing an zu schreiben, einfach so.
1. Einleitung
Die Geschichte des italienischen Weichkäses ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Manch einer meint sogar, sie wäre längst zu Ende erzählt und seit Mozzarella und Tomate mit ein paar traurigen holländischen Treibhausbasilikumblättern garniert in den 80ern den fragwürdigen Sprung von einer Köstlichkeit aus italienischen Trattorien hin zum Standardprogramm des Imbisses, der neben Schnitzelpommes, Asia und Curry auch Italienisch anbietet geschafft haben, wäre auf diesem Gebiet auch nichts Spannendes mehr zu entdecken. ...blablablabla

Also. So ungefähr. Der Hübsche war perplex, weil: "Wir haben doch noch gar kein Template! Das wird ja hinterher megamühsam, alles zu formatieren, das kann man doch gleich richtig formatieren und dann ist das hinterher einfach nur noch zum Drucken, zack fertig."
Wir führten eine mittelkurze Diskussion darüber, was jetzt besser sei, am Ende mit einem tollen Template, aber ohne Inhalt dazustehen oder aber mit tollem Inhalt, der aber rein optisch jetzt aussieht, wie auf der Schreibmaschine runtergerattert. Gottseidank zeigte sich dann doch wieder, dass wir zwar gerne diskutieren, noch lieber aber Sachen erledigt bekommen, und so teilten wir uns auf: der Hübsche bastelte für uns beide je ein schönes Template und ich schrieb eine Einleitung, die wir beide verwenden können, weil der Stand der Technik in Sachen Weichkäse ja für unsere beiden Themen relevant und identisch war. Am Schluss hatten wir beide natürlich eine tolle Doktorarbeit in Händen (meine war tatsächlich um 7 Seiten länger, wie unser gemeinsamer Doktorvater beim ersten Begutachten scharfsinnig als erstes bemerkte, aber was soll's.).

Daraus kann man jetzt zwei Sachen lernen: erstens: wir beide sind ein tolles Team. Das ist auch immer noch so und das ist wirklich sehr toll. Zweitens: ich würde dem Inhalt immer Vorrang über der Form geben, dem "Was" immer Vorrang über dem "Wie". Lieber machen, als ewig drüber diskutieren, wie man das jetzt macht. Am Ende haben nämlich alle schon so viel Meinung zum "wie", dass man zum "was" schon gar nicht mehr kommt. Das macht mich fast wahnsinnig und damit habe ich im Moment echt ganz schön zu kämpfen. Aber nicht mit dem Hübschen, das ist das Gute!


*Im Lauf der Arbeit habe ich gemerkt: eher Wahnsinn und schnell noch einen Exkurs zu Schafsmilch und, aus rein wissenschaftlichem Interesse, weil Nutzen hat das gar keinen, einen Abstecher zum Mäusemelken gemacht.

** Übrigens auch schon während der Arbeit. Während der Hübsche eine sehr abwaschoptimierte Herangehensweise hatte und jedes einzelne kulinarische Experiment wohl abgewägt hat ob seiner Erfolgsaussichten, war mein Approach der "Was soll schon schiefgehen, das probieren wir doch grad mal aus!". Sagen wir so: wir haben zwar nicht tatsächlich mit Käse gearbeitet, abspülen mussten wir aber trotzdem und ich dementsprechend viel mehr***, ich hatte aber natürlich auch viel mehr Experimente vorzuweisen, nicht alle erfolgreich natürlich, aber als Wissenschaftler wissen wir ja, dass ein missglücktes Experiment mindestens so viel aussagt wie ein geglücktes, nicht? Und ins Krankenhaus musste ich nur einmal, gebrannt hat es bei uns beiden und die Ammoniakexplosion haben wir auch gemeinsam verursacht, glaube ich.

*** liegt mir ja im Blut, so als Frau, gelle? Höhö. (Ich habe es im Labor sogar geschafft, dass mir ein mit KOH gesättigtes Isoporpanolbad zum Einweichen von Glasgeräten SCHIMMELT!)

****Sie ahnen, wessen Stapel höher war? Und wessen Laborjournale blütenweiss und ohne Flecken und Löcher?

Montag, März 14, 2016

Party, Party, Partytime!!

Wie der Furby sagen würde. Es ist ja bald soweit: am Karfreitag wird Little L. 7 (ich habe damals, als Little Q. ungefähr 14Millionen mal gefragt hat, wann sein kleiner Bruder kommt, immer gesagt, nach der Fasnacht und vor Ostern.". Das war auch die Standardantwort auf Little L.s alljährlich wiederkehrende Fragen "Wannisnendlichmeingeburtstag?" Ich habe das nie richtig durchgerechnet, aber ich hoffe, viel früher als dieses Jahr kann Ostern gar nicht sein, oder?) und er wünscht sich dieses Jahr eine "Mario-Party".


Ich bin innerlich schon wieder sehr bereit für eine voll durchdesignte Mottoparty, ich denke, mit Mario kann man sehr viel machen und die meisten Kinder können auch was damit anfangen, nicht so wie bei der Harry Potter Party für 5jährige (die aber immer noch zu meinen Favoriten vom Konzept her zählt.).

Ich werde diesmal ein grösseres Supportteam als bisher zur Unterstützung haben, ich sammle schon fleissig Material und am 10. April* ist es soweit. Heute wurde sozusagen der erste Milestone des Projektplans erreicht: die Einladungskarten wurden bestellt. (Ja, Little L. wollte der Toad sein ;-).


Party invitation for 7 year olds


Geburtstagsgeschenke sind alle entweder schon hier oder bestellt, ich habe für den Geburtstag selber auf Wunsch des Geburtstagskind im "Hans im Glück" reserviert, die Gästeliste steht (dank neuer Kollegen in der Schule gibt es auch ein paar neue Gesichter), das wird alles sehr toll.

*so spät, weil eben Osterurlaub daheim, am Folgewochenende wartet eine Riesenüberraschung auf die Jungs (ich darf mich nicht verplappern und habe auf Little L.s Frage unvorbereitet vorgeschoben "Äh, Dings, da, äh, da können Deine Tanten und der M. nicht....", also falls er Euch jetzt fragen sollte, was Ihr da vorhabt, lasst Euch mal was einfallen!)

Sonntag, März 13, 2016

Hätte, hätte

Eigentlich wollten wir heute die tollen Schneebedingungen für einen Skitag nutzen, aber uneigentlich waren der Hübsche und Q. gestern den ganzen Tag beim Unihockey unterwegs, was Q.s Husten nicht unbedingt zuträglich war. L. hustet nach Schwimmkurs und Pfadis auch ziemlich und der Hübsche und ich haben auch schon Halskratzen. Geschlafen haben wir alle ziemlich schlecht (ich habe seit mehreren Tagen echt mühsamen (Alp)Träume, heute mit Läusen bei mir und herzförmigen Plastikzahnschonern für Babies, fragen Sie nicht) und so haben wir heute spontan total entschleunigt, wir haben sogar das Pfadizmorge ausfallen lassen, bei dem wir um 9 angezogen und gebürstet unter Leute hätten gehen müssen und stattdessen im Pyjama Hefezopf gefrühstückt, danach die Maus geschaut, die Fotos für Little L.s Super-Mario-Party-Einladung geschossen, ich habe die letzten Geburtstagsgeshenke bestellt und am Nachmittag waren wir in "Zoomania" im Kino. Trotz Disney grosse Empfehlung! Ich mag Otter und Faultiere ja eh sehr gerne, wenn dann noch unerwartete "Breaking Bad"-Referenzen kommen: sehr schön! Für die Kinder war es genau die richtige Mischung zwischen Spannung und Witz, wir haben uns alle sehr gut unterhalten gefühlt.
Jetzt schauen die Kinder ein bisschen "Angelo" auf Netflix und gleich gibt es Pizza vom Pizzastahl (Ja, dicke Empfehlung, ja, besser als vom Stein, ja, wir haben den direkten Vergleich, und Sie bekämen ihn entweder hier (Amazonwerbelink) oder hier direkt)

Luxusproblem: der Hübsche und ich haben gestern "Making a Murderer" auf Netflix fertig geschaut (Wahnsinn. Ich hatte echt körperliches Unbehagen dabei ... sehr zu empfehlen) und wissen nicht genau, was als nächstes.... (Sons of Anarchy, Luther, River, Jessica Jones, Daredevil, Top of the Lake, The Killing, Bletchley Park, The Big Bang Theory, How I met your mother haben wir fertig gesehen bzw die voll verfügbaren Staffeln fertig gesehen, Better call Saul fand ich nur so mittel, schauen wir dann, wenn die neue Staffel durch ist), haben Sie Tipps? Taugt das Weltraumdings was?

Samstag, März 12, 2016

Vorfreude

Ich habe einen fälschlicherweise reservierten Aufenthalt in einem Beach Cottage in Del Mar, California, endlich geschafft, stornieren zu lassen, musste, um Ungereimtheiten in meinem Payment Schedule für den tatsächlich geplanten Aufenthalt in einem anderen, noch beachigeren Cottage in Del Mar aufzuklären, nach einem Mailverkehr mit dem Helpdesk dann tatsächlich doch mit einem Servicemitarbeiter telefonieren, dabei meine Mailadresse buchstabieren, was ja mit dem Nachnamen nicht ganz einfach ist. Nachdem das erledigt war, dachte ich, jetzt töckle ich uns alle noch schnell bei ESTA ein, dann ist das auch erledigt. Ha. Ha. Ha. Da muss man wirklich für jede einzelne Person, auch wenn man sich als Gruppe anmeldet, Wohnort, Kontaktperson in den USA, Aufenthaltsadresse in den USA und Notfallkontakt neu eingeben. Und logischerweise die Terror- und Gesundheitsfragen auch alle einzeln beantworten. Immerhin hat das Zahlen mit der Kreditkartenzahlen dann ganz problemlos geklappt, vermutlich hatten sie via NSA oder wen auch immer, die Daten eh schon alle. Aber jetzt ist alles approved und gespeichert, ich wäre praktisch bereit für Sommerferien. Oder so.

Freitag, März 11, 2016

Kalle Blomquist

Meine lieben LeserInnen mit Sherlock-Ambitionen,
ich hoffe, Sie sind mir nicht gram, dass ich Ihre Kommentare zum gestrigen Post nicht freigeschalten habe, wo Sie mir schön erklärt haben, mit welchen Suchbegriffen und anderen Tricks Sie ganz schnell rausgefunden haben, wo ich wohne und wie ich heisse und wo ich arbeite und dass ich in Wirklichkeit ein alter Mann bin, der mit 3 Gürteltieren in einem Schuppen in einem Schrebergarten lebt. Ich finde, das haben Sie alle sehr gut gemacht (ehrlich, ich bin beeindruckt!), ich habe beschlossen, dass ich das nicht wirklich creepy finde, sondern mich geehrt fühle, dass Sie hier so gut aufpassen und mitlesen und kombinieren (Aber mal ehrlich: ein bisschen gruselig ist es schon. Wirklich.)
Es mag Sie vielleicht erstaunen, aber ich finde es gar nicht so schlimm, wenn Sie das alles durch ein bisschen (und geben Sie zu: ein bisschen knobeln mussten Sie schon oder wenigstens länger als eine Woche mitlesen) Gehirnarbeit und lustiges Googlen heruasfinden können. Wenn ich hier wirklich voll und ganz anonym sein wollte, würde ich ja zB keine Fotos von uns der Familie, der der Schrebergarten neben meinem gehört hier posten oder Dinge über meine Arbeit erzählen, die durch Kombinieren von keine Ahnung, Stadt, Baulichkeiten, Favs und Retweets, Tweets des Hübschen, der meinen aktuellen Jobtitel twittert, es ziemlich klar machen, wo diese stattfindet.
Warum ich aber trotzdem nicht unter Klarnamen blogge, hat den einfachen Grund, dass ich nicht möchte, dass man durch Googlen meines echten Namens (wie man das mit Bewerbern, Kollegen, Eltern von Schülern und so halt macht) im Nullkommanichts (auch hier: danke für die Tipps, wie man es tortzdem schafft, ich habe einiges gelernt heute) hier landet. Deswegen sind auch die Kindernamen nicht ausgeschrieben. Dass man mit ein bisschen Suchen etc. das hier trotzdem finden kann, zeigen zB der Kollege, Nachbarn oder Kindergärtnerinnen und Verlobte von Sportkollegen des Hübschen (Gruss nach Luzern ;-)). Das finde ich jetzt per se auch nicht schlimm, weil ich durch meine Schweigeaversion den meisten Leuten eh all das, was hier steht, freiwillig erzähle oder schon erzählt habe (ist halt ein bisschen doof, wenn man zum Schweigenbrechen eine Geschichte rauskramt und dann heisst es: "Kenn ich schon vom Blog" und schon ist wieder Stille). Ich habe nur keine Lust, schon vor dem ersten Treffen als "Die, die alles über sich ins Internet schreibt, obwohl man ja weiss, dass einem dann die Kinder entführt werden oder man in den Selbstmord gemobbt wird" abgestempelt zu werden und in einem Bewerbungsgespräch zB möchte ich auch lieber über meine Begeisterungsfähigkeit, meine Projektmanagementfähigkeiten und meine technische Expertise sprechen als darüber, dass ich damals mit 6 keinen gescheiten Apfelbaum zeichnen konnte oder dass ich Rollkragenpanik habe.
In diesem Sinne, ich muss jetzt mein Gürteltier ins Bett bringen.
Immer die Ihre.

Donnerstag, März 10, 2016

Abschiedsgeschenk

Dieser Post ist so ein bisschen ein Test. Der Kollege, mit dem ich am gleichen Tag hier angefangen habe, hat irgendwann mal gemeint, er hätte "durch Zufall" (das glaube ich ich ihm ja immer noch nicht ganz, Kollegen googlen ist ja was ganz normales und ich glaube, ich habe die letzte Lücke, mit der man mit meinem echten Namen auf das Blog kommt, danach geschlossen) mein Blog gefunden. Mal sehen, ob er es immer noch liest und sich wirklich anstrengen muss,überrascht auszusehen, wenn er nächste Woche das als Abschiedsgeschenk bekommt.
Er geht nämlich mit Frau und Kind in den hohen Norden zurück (sogar fast mit zwei Kindern, wir werden das ... Aprilbaby, glaube ich, hier gar nicht mehr live zu sehen bekommen) und man weiss ja, dass es dort immer regnet (also: auf jeden Fall im Vergleich zu der Sonnengegend hier unten, und da passt die neue Stickdatei "Regentag" von Susalabim bei Kunterbuntdesign ja perfekt.
Ich mag die grösseren Mädchen von Susa sehr gerne (und die Kollegentochter hat auch wirklich so viele und lange Haare),d as passt richtig gut. (Für die kleine Schwester wird es natürlich auch was passendes geben, die Stickdatei dazu gibt es wohl ab nächste Woche ;-))



Es wurde mal wieder einer der Klassiker, die ich immer wieder unglaublich gerne nähe, weil sie sehr einfach, aber gleichzeitig echt schön und variierbar sind: Amelie von Farbenmix.

Die Stickdatei gibt es ab heute abend (also JETZT) bei Kunterbuntdesign.

Mittwoch, März 09, 2016

Ich geh mit meiheinem Kuuuuuuchen...

Also. Seit heute weiss ich wieder, warum Überraschungen doof sind.....
Heute hatte ja einer von unsrer Dreiergruppe, die sozusagen in der Diaspora bei einer anderen Abteilung sitzt und deswegen wie Pech und Schwefel zusammenhält, Geburtstag. Das wusste ich nicht, der dritte aber schon und der hatte die Idee, dass wir ihn mit Kuchen überraschen. Ich habe also gestern abend gebacken (den Apfelmuskuchen aus dem "Zucker, Zimt und Liebe"-Backbuch (Werbelink) von Jeanny, sogar mit wegen kein Apfelmus daheim, weil das hier keiner mag, mit frisch aus echten Äpfeln gekochtem Apfelmus, zum ersten Mal gemacht und sehr lecker!), dann den Kuchen, ein Messer, ein Holzbrett und den Puderzuckerstauber in eine Stofftasche gepackt und heute morgen zusammen mit meiner normalen Umhängetasche mit Laptop und allem anderem zum Bus geschleppt. Gefrühstückt hatte ich bis auf einen Latte Macchiato nicht, ich rechnete ja damit, dass wir um halb neun die grosse Kuchenschlacht haben würden. Normalerweise taucht der Geburtstagskollege nämlich auch so gegen halb acht auf und der andere Kuchenkollege musste um allerspätetestens viertel vor neun los zu einem Meeting am anderen Standort.
Also. Ich trudelte also um halb acht mit meinem Kuchen im Büro ein, um acht kam der andere Kollege mit seinem, wer nicht kam, war der Geburtstagskollege. Der andre Kuchenkollege hatte genauso Hunger wie ich, weil er natürlich auch nicht gefrühstückt hatte, aber als um viertel vor neun immer noch kein Geburtstagskind da war, schnappte er sich einen seiner Muffins, stellte die Tasche mit den restlichen auf den Geburtstagsschreibtisch und verschwand. Ich sass da, unterzuckert, mit einem duftendem Kuchen im Rücken, den ich aber nicht anschneiden konntewollte, weil ja Geburtstagskuchen und so, überlegte mir, für die Kaffeepause ein Birchermüesli aus der Cafeteria zu holen, aber das wäre ja albern gewesen, weil wir ja demnächst eben Kuchen essen würden.
Der Geburtstagskollege kam dann gegen 10, er hatte einen Termin an einem anderen Standort gehabt, was ja total legitim ist und ausserdem wusste er ja nix von dem Kuchen. Er freute sich riesig, aber um 10 Kuchenessen wäre ja auch komisch, da ist ja fast Mittag, ausserdem hatten ja alle schon Kaffeepause gemacht und wir hätten ja am Nachmittag eh noch group meeting, da könnten wir ja dann gemeinsam Kuchen essen.
Ich "rettete" mich mit zuckerfreiem Kaugummi und mehr Kaffee bis halb 12, da gehe ich normalerweise Mittagessen. Ich wusste noch, dass ich heute abgemacht hatte, leider hatte ich verdrängt, dass das erst um halb eins und noch dazu an einem anderen Standort war.
Ich musste also noch eine Stunde durchhalten (ich fand noch ein paar zuckerfreie Minzpastillen in der Tasche), wobei ich mir immer mehr so vorkam:


bevor ich meine Kuchentasche und all mein anderes Zeug zusammenpackte und mit dem Shuttle durch die Stadt fuhr. Dort verstaute ich den Kuchen erstmal in einem Schliessfach (wer geht schon mit Kuchen unter dem Arm in die Kantine? Und niemand würde einen Kuchen unbewacht offen stehen lassen) und bekam endlich was zu essen. Nach dem Essen holte ich meinen Kuchen wieder aus dem Schliessfach und nahm ihn mit ins nächste Meeting. Danach sassen mein Kuchen und ich eine Stunde lang noch arbeitend in einer Quiet booth, bevor wir beide uns wieder auf den Weg machten, diesmal nur ein 10 Minuten Fussweg zu noch einem anderen Standort, wo wir unser group meeting hätten. Ich hatte mich schon sehr auf direkt Kuchen und Kaffee gefreut, allerdings kamen sowohl unser aller Chef als auch der Geburtstagskollege (und der andre Kuchenkollege) zu spät, so dass der erste Agendapunkt schon gestartet war und ich in dem einstündigen Vortrag über "Longrange Planning" vergeblich auf den passenden Moment, wo ich "Es gäbe übrigens Kuchen!" hätte einwerfen können, wartete. Danach ging es nahtlos mit "Insights from last weeks leadership conference" weiter und auch wenn Fragen und Unterbrechungen ausdrücklich erwünscht waren, war ich mir nicht sicher, ob "Es gäbe Kuchen!" damit auch gemeint war. Ich sah mich schon nach dem Gruppenmeeting mit meinem Kuchen zum Zug marschieren, was ja nun mal echt doof gewesen wäre, bis ich dann endlichendlichendlich kurz vor Schluss auf die Frage "Do we have anything for the varia point?" rausplatzen konnte "Der Dings hat Geburtstag und der ander Dings hatte die Idee, dass wir doch Kuchen machen könnten, ich laufe jetzt den ganzen Tag mit dem Kuchen da durch die Gegend, könnte den jetzt bitte mal jemand essen?", dann wurde gesungen, mit Puderzucker gestaubt und zack, waren alle gerührt und es war sehr toll.
Ich weiss jetzt also zwei Sachen: der Kuchen ist irre transportstabil (lecker übrigens auch!) und wenn das ein Marshmallow-Test gewesen wäre, wäre ich mit einer ganzen Bäckerei nach Hause gegangen!

Dienstag, März 08, 2016

Frauenleben am #Weltfrauentag oder WMDEDGT Sonderausgabe ;-)

Heute ist Weltfrauentag und Dr. Mo möchte wissen: Wie sieht Frauenleben heute denn so aus?
Als geübte Frau und Tagebuchbloggerin ist das natürlich ein Heimspiel ;-):
 
Also:
Ich gehe um viertel vor sieben aus dem Haus, "Kinderfrühdienst" hat an drei von 5 Schultagen mein Mann, sie müssen erst um 7 aufstehen. Im Bus merke ich, dass ich Little Q.s Kindle aus Versehen in meiner Tasche stecken habe und bitte den Hübschen per WA, ihm zu helfen, die Kindle App auf sein geerbtes Smartphone zu laden und sein aktuelles Buch draufzuladen.
7:15h bin ich am Schreibtisch, von Rosen und Gedöns bleibe ich verschont, der offizielle Twitteraccount meines Arbeitgebers ruft allerdings zum Teilen von "Female Rolemodels" auf und tut das auch fleissig den ganzen Tag.
Arbeit, Arbeit, Arbeit bis halb 12, da bin ich mit zwei Kollegen (generisches Maskulinum aus Gewohnheit, aber in meinem Arbeitsumfeld auch zutreffend) aus anderen Abteilungen zum Mittagessen verabredet. Sie haben ihre Kinder in derselben Schulklasse und haben sich für den heutigen Abend zum Treffen am Elternabend verabredet. Wir tauschen Neuigkeiten und Klatsch und Trastsch der letzten zwei Wochen aus, bevor ich mich leider vor dem Kaffee mit dem Fahrrad durch die Stadt zu einem anderen Standort aufmachen muss. Auf dem Weg gebe ich schnell das Geburtstagsgeschenk für die mittlere Schwester von Au-el (erinnert sich noch jemand?) ab und kaufe ein Geburtstagsgeschenk für Little Q., das *drumroll* im lokalen schweizer Einzelhandel billiger zu bekommen ist als online.
Von eins bis zwei habe ich mein Zielvereinbarungsgespräch mit meinem Chef, bekomme ene spannende neue Aufgabe und noch eine vielleicht, unterschreibe eine Abschiedskarte für einen sehr geschätzten Kollegen, der leider nach Italien zurückgeht, ein anderer (als einziger) erwähnt den Weltfrauentag als "Hey, and congratulations to your very special holiday!" und ich radle dann wieder zurück an den Hauptstandort.
Dort lohnt es sich gar nicht mehr, in den Elfenbeinturm raufzufahren geschweige denn zu laufen, weil ich mit zwei alten Kollegen aus meiner allerersten Stelle verabredet bin. Einer hat schon vor mir zu meinem jetzigen Arbeitgeber gewechselt, der andere hält tapfer die Stellung am alten Ort. Es ist zwar extrem unwahrscheinlich, aber aus reinem Zufall sieht es so aus, dass wir drei tatsächlich gemeinsame Projektinteressen haben, aus den verschiedensten Richtungen kommend. Bei Kaffee (endlich!) werden alte "war stories" ausgetauscht und dann das neue Projekt grob umrissen. Auf dem Rückweg in den Turm ruft die neue Logopädin für Little L. an, um sich vorzustellen und kurz den Stand der Dinge mitzuteilen.
Um halb vier bin ich dann zurück an meinem Büroplatz, kläre noch kurz mit meinem Platznachbarn, wer morgen was als Überraschung für den dritten Platznachbarn zum Geburtstag mitbringt (zweimal Kuchen ;-)), ich werkle da weiter, wo ich mittags unterbrochen habe und steige um fünf in den Bus zurück nach Hause. Wegen Schnee und überhaupt braucht der länger als geplant, ich rufe als den Mann an, damit der auf alle Fälle pünktlich heimkommt, um die Kinder von der Nanny in Empfang zu nehmen.
Um viertel vor sechs bin ich dann endlich daheim, der Hübsche hat schon Little L.s Hausaufgaben angeschaut und ich darf beim Nachrechnen von Little Q.s Aufgaben zur Hälfte übernehmen. Der Hübsche verschwindet zum Sport, ich mache ein schnelles Abendessen, kontrolliere die Buchung der Ferienwohnung (wahrscheinlich alles in Ordnung, aber ich überprüfe das lieber 198mal), die Kinder packen Schulsachen, ich bereite die Znüniboxen für den nächsten Tag vor. Kaum setzen wir uns zum Abendessen hin, taucht der Hübsche wieder auf, es war immer noch unendlicher Stau und kein Parkplatz zu kriegen, das Sportprogramm wird zu einem gemeinsamen Abend umgemünzt und der Sport auf morgen verschoben.
Um halb acht scheuche ich die Kinder durch Bad und Dusche, backe noch schnell den Kuchen für den Kollegen morgen,der Hübsche bringt den Müll raus, holt die Post und zahlt grad die neuen Rechnungen.
Ich lese den Kindern vor, packe meine Tasche für morgen (Kuchen nicht vergessen!!!), der Hübsche und ich legen noch schnell eine Trocknerladung Wäsche zusammen, dann gibt es eine Tasse Tee und eine Folge "Making a murderer" auf Netflix, im Bett lese ich dann noch viel zu lang und morgen um sechs beginnt der nächste ganz normale Tag in meinem ganz normalen Frauenleben. :-)

Montag, März 07, 2016

Ticketticket

Eigentlich wollte ich heute was darüber schreiben, wie der Hübsche und ich unseren Bonus dieses Jahr vermutlich in Karmapunkte, die Zukunft, Umwelt, lokale Unternehmen und einen taiwanesischen Technologiekonzern investieren werden, aber dann hat das Laptop beim Aufstarten gemeint: "Cannot connect to WiFi".
Sowas macht mich ja imme rein bisschen nervös, weil eigentlich sollte es das ja schon können, ich habe da das supersichere WLAN-Passwort einmal eingegeben, es sich das merken lassen, das klappt eigentlich immer. Manchmal scheint es das Password zu vergessen, allein das wundert mich schon, weil .... ein vergessliches Laptop? Noch komischer aber finde ich, wenn ich dann nur die Wahl zwischen "troubleshoot" und "cancel" habe. "Cancel" ist ja keine Option, weil durch Aufgeben hat sich noch niemand mit dem WLAN verbunden, also klicke ich "troubleshoot", mit mittelgutem Gefühl, weil was weiss ich denn schon von WLAN-Verbindungstroubleshooting. Ich kann das WLAN-Verstärkungsdingsi im Erdgeschoss ein- und ausstecken, ich weiss, dass es nicht so gut ist, wenn am Router oben viel blinkt, besonders, wenn es bunt ist, wenn gar nix leuchtet, ist es aber auch nicht gut, kurz: ich habe keine Ahnung, was ich da troubleshooten soll.
Nach dem Klick öffnete sich ein neues Fenster, in dem stand "Troubleshooting" und unten lief so eine kleine Anzeige, die sagt einmal "Reset your WiFi-Adapter" und während ich noch überlegte, wo denn mein WiFi-Adapter wäre und wie ich den resetten könnte, stand da schon "WiFi-Adapte reset complete", dann "Troubleshooting successful" und zack, war das Laptop im WLAN.
Ist ja einerseits schön, weil s.o., andererseits komme ich mir ehrlich gesagt schon so ein bisschen verarscht vor, weil das einzige, was ich dem Computer gesagt habe, war : Probiers halt nochmal! Und da könnte er ja schon auch selber draufkommen, oder?

Sonntag, März 06, 2016

Herzblubbern

Wenn beim Kuscheln auf dem Sofa der mittlerweile 26 kg schwere, 130cm grosse Little L. ganz flach auf mir draufliegen möchte ("Babyschlaf" heisst das bei uns, weil, ja, das erklärt sich eigentlich von selber, weil er als Baby und noch lang danach am besten so schlafen konnte) und sein Gesicht in meinem Schal vergräbt und meint: "Der Schal erinnert mich dran, wie ich mal in dem einen Urlaub in der Nacht keine Luft gekriegt habe und du hast gesagt, ich müsste keine Angst haben, das fühlt sich nur schlimm an, aber es wird mir mix passieren und dann haben wir auf dem Balkon im Liegestuhl geschlafen und am nächsten Tag konnte ich fast nicht sprechen und du hast mir deinen Schal geliehen. Genau den.", dann wird einem kurz ganz schwummrig. Und wenn man dann drüber nachdenkt, was dieser gar nicht mehr so kleine Mensch schon alles weggesteckt hat, von Lungenentzündung mit sechs Monaten, über die ganze Herzgeschichte mit Intensivstation und einmal Blitzdingsen dann auch noch die Nabel-OP als Zuckerl, dann wird es einem noch schwummriger und man würde ihn richtig fest an sich drücken, wenn man sich noch bewegen könnte, aber das geht nicht, weil sich der grosse Bruder auch ganz flach auf den kleinen Bruder draufgelegt hat und den Hübschen dazuruft: "Komm, wir machen die Mami ganz flach!", dann ist alles gut und das schwummrig sein kommt vielleicht doch eher vom Sauerstoffmangel.