Sonntag, Januar 31, 2016

Ersatzhandlung

 So, jetzt, wo das Dschungelcamp vorbei ist und man beim Bachelor eh niemanden rein- oder rauswählen kann, haben Sie ja alle freie Votingkapazitäten, richtig?
Deswegen wäre ich sehr froh, wenn Sie (Sie sind ja alle bei Facebook, oder?) dieses Bild hier (nicht den Beitrag, das Bild) liken könnten, damit die Pfadiabteilung unserer Jungs einen Pfadiinternen Wettbewerb für einen Lagerzuschuss gewinnt. Little Q. und L. sind angeblich auch auf dem Bild, das übrigens eine Pyramide ist. Mit starker Basis. (L.s R2D2-Mütze habe ich gefunden)
Wir zählen auf Sie (Start des Zählers grade 281, ich denke, da geht noch was, oder?

Samstag, Januar 30, 2016

Samstagsgeschnetzeltes

Morgens haben der Hübsche und ich uns aufgeteilt: er ging mit Little L. zum Schwimmkurs, ich fuhr Little Q. und zwei seiner Freunde zum Unihockeyspiel und pünktlich zur Pfadiübung wieder nach Hause. Man merkt auch als Banause wie ich, wie die Mannschaft mittlerweile zusammengewachsen ist und nicht mehr drei Kinder hinter dem Ball herjagen (oder auch nicht), sondern tatsächlich Spielzüge aufgebaut werden. Manchmal. Leider hat es noch nicht zum ersten gewonnenen Spiel der Saison gereicht, aber es wird.

Daheim dann hat Little L. dann endlichendlichendlich seinen ersten Zahn verloren. Ihm hat es ja schon total gestunken, als all seinen Kollegen im zweiten Kindergartenjahr reihenweise die Beisserchen ausgefallen sind, er kam mit vollem Milchgebiss in die erste Klasse. In den Skiferien hat der Zahn dann wirklich angefangen zu wackeln, bis heute eben. Little L. war erst etwas empört, weil "Little Q. hat mir den rausgedrückt. Ich hab seinen Finger mit den Mund geschnappt und dran rumgenagt, um ihn zu tratzen, dann hat er auf den Zahn gedrückt und jetzt ist er raus und da ist BLUT dran.", aber dann war er doch sehr, sehr stolz.

Nachmittags sind Little L. das erste Mal ohne Little Q. zu den Wöfli und Little Q. zum ersten Mal mit seinen mitübergetretenen Kollegen zu den Pfadis gegangen. Gestern abend hat mir Little Q. gestanden, dass er schon ein bisschen nervös sei. Immerhin ist er jetzt wieder einer von den Kleinen, aber immerhin "von den Kleinen bei den Grossen." Die Pfadis fahren auch mit dem Rad zur Übung und zurück, wir haben abgemacht, dass er auch direkt heimkommt, ohne sich am Pfadihaus von uns abholen zu lassen, was perfekt geklappt hat. Sie haben erst den Samstagsflohmarkt aufgeräumt (jeden Tag eine gute Tat, oder wie war das?, dann wurden die neuen Gruppen eingeteilt und Q. ist bei den Habichten gelandet).

Little L. hatte ja seinerheit mal Bedenken geäussert, dass er ohne Q. nicht unbedingt bei den Wöfli bleiben wolle, heute war aber keine Rede mehr davon und er ist mit seinem besten Freund und anderen Klassenkameraden ohne Mucksen abgezogen.

Während die Kinder also an der frischen Luft unterwegs waren, habe ich mich erst nach der kalten Turnhalle in der Badewanne aufgewärmt und dann högscht nervös etwa 15 Reihen meines aktuellen Laceprojekts aufgetrennt. Ich habe gestern abend festgestellt, dass ich die Anleitung falsch gelesen hatte und gnaaaaaaah, natürlich kein Sicherungsfaden eingezogen. Das habe ich dann nachträglich einigermassen gemacht, dann geribbelt und wieder auf die Nadel genommen. Jetzt muss ich "nur noch" die doch durchgerutschten Maschen wieder aufsammeln, das Muster kontrollieren und dann gehts weiter.

Aber erst gibts mal Soulfood aka Kartoffelbrei, Bratwürschtle und Lauchgemüse, danach dann die letzten Folgen "The Man in the High Castle" und morgen können wir hoffentlich ausschlafen...

Freitag, Januar 29, 2016

Na dann, gute Nacht [Werbung]

Sie haben es bestimmt schon auf einigen anderen Blogs gelesen: "Eve-Mattress" lässt ausgewählte Blogger kostenlos ihre Matratzen testen (okay, jetzt habe ich gerade Kopfkino von einer Turnhalle voller gelbumrandeter Matratzen, auf denen gesamt Bloggistan Pyjama-Party feiert) und ja, auch wir gehören zu den Glücklichen ;-).

Eve hat es bei uns ein bisschen spannender gemacht als bei denen, die ihre Matratzen schon länger haben und alle über die extrem kurzen Lieferzeiten gejubelt haben. Ich dachte ja erst, dass es an der Schweiz, der man ja nach sagt, mal gern ein bisschen gemütlicher, in Sachen Zoll und Grenzen aber ganz sicher viel komplizierter zu sein als die EU-Länder untereinander, als speziellem Lieferland läge, aber nein: es gab wohl irgendwelche inner-Eve-sche Probleme und nach ungefähr zwei Wochen war die berühmte Box dann bei uns. Der Liefermensch hat sie einfach vor die Tür gestellt, und weil wir wir in einer sehr friedlichen Gegend leben, das Ding unglaublich schwer war und wir dank akribischer Verfolgung der Lieferung via UPS-App nur ungefähr 10 Minuten nach der Matratze daheim waren, hat sie niemand entführt.

Mit dem Auspacken warteten wir dann, bis die Kinder auch da waren, weil die unbedingt sehen wollten, wie sich die Matratze aufbläht ;-).

Wir haben es übrigens nicht geschafft, die eingerollte und vakuumierte Matratze so aus der Box zu bekommen, dass diese heil bleibt, aber irgendwann war sie raus und ppppppfffffffft: hatten wir eine riesige Matratze im Schlafzimmer.


Ich muss gestehen, wegen "Boah, hoffentlich reisst sich niemand mit einer dieser Tackernadeln ein Loch irgendwo rein" habe ich die besinnlichen, inspririerenden Zitate zum Thema Schlafen in 480 verschiedenen Schriftarten gar nicht gelesen, sondern die Kiste so schnell wie möglich entsorgt.

Ausserdem musste ich in der Zwischenzeit, Kinder und Katze mit nicht ganz so sauberen Füssen davon abzuhalten, wie irr auf dem (bitte sagt mir, dass das ein Übersetzungsfehler ist, ich habe schon wieder Kopfkino) "handgestricken" blütenweissen Bezug rumzurennen und zu springen ;-).

Weil die gute Eve frisch aus der Packung doch sehr streng roch (auf der Homepage sagen sie, das wäre, weil Naturlatex ein Naturprodukt wäre und das halt röche. Hmm. Meine Nase sagte mir eher Ethylacetat als was anderes, aber wie auch immer.), musste sie erst mal in Quarantäne.

Heute, zwei Tage später, finde ich zwar immer noch, dass sie riecht wie ein Organik-Labor mit kaputter Lüftung, aber der Hübsche hat beschlossen, dass das schon okay so sei und unsere alten Matratzen aus dem Bett geworfen.

Hach, ich bin gespannt! Wir haben uns vor zwei Jahren oder so erst neue, recht teure Matratzen mit Memoryschaum gekauft und sind mit denen eigentlich sehr zufrieden. Allerdings sind das halt zwei und zwei Matratzen haben immer einen Spalt und da wir immer mal wieder des nachts mittelkleine Besucher im Bett haben, ende ich oft in demselben. Wir haben uns jetzt ja für eine grosse Eve (180x200) entschieden und, hach, ich freu mich aufs Schlafengehen heute!


Donnerstag, Januar 28, 2016

Closure

Heute: erstmal Fusstermin.
 
Lustig war, als ich um acht zum Termin in die Praxis kam, und die Computer nicht gingen, weil „Stromausfall, sorry, alles geht nicht, wir müssen improvisieren.“ Ich überlegte, wie lang ich warten sollte, bevor ich wieder gehen würde, weil ohne Computer MRI-Aufnahmen besprechen, die auf ebendem liegen….. dann überlegte ich, was für eine Art Stromausfall das wohl wäre, wo die PCs nicht gingen, Licht, Telefone und Zimmerbrunnen aber schon. Währenddessen lauschte ich auf halbem Ohr aufgeregten Telefonaten mit dem Stromanbieter, Internetprovider, Hausverwaltung („Ich bin Praxismitinhaber, das muss geregelt werden“, „Wer ist bei uns eigentlich für IT verantwortlich?“, „Kann ich mal Ihre Hotlinenummer haben?“ --- diese Frage fand ich ehrlich gesagt am besten. Wenn man schon einen echten Mitarbeiter am Telefon hat, nach der Nummer für die Warteschleife fragen--- Hektik, Hektik, Hektik) und wurde dann Zeugnis des magischen „Wie, Sicherung, keine Ahnung, oh. Jetzt geht’s wieder“ Ach ja.
 
Fuss-Sache an sich: gute Nachricht: ich habe wirklich ein Morton-Neurom und nicht Morbus Koehler (das ist irgendwas mit nektrotischen Knochenköpfchen und ich wusste gar nicht, dass das zur Debatte stand).
Nicht so gute Nachricht: eine OP wäre „keine grosse Sache“, ich würde danach halt 3-4 Wochen nur mit Krücken rumhumpeln können und danach noch 4-6 Monate eingeschränkt sein. Das ist vielleicht aus Orthopädensicht keine grosse Sache, und wenn man sich zB das Bein bricht oder das Kreuzband reisst, dann ist das auch mindestens so, und davon geht die Welt auch nicht unter, aber diese Entscheidung bewusst zu treffen und zu sagen: okay, der Knubbel nervt mich so, die Schmerzen snd so stark, dass es mir das wert ist, so weit bin ich noch nicht. Klar, beim Skifahren hat es unglaublich weh getan (ach ja: man könnte es sich vielleicht denken, und wenn ich nicht ganz so sehr darauf gepolt wäre, alles, aber auch wirklich alles witzig zu verpacken, hätte ich da auch selber draufkommen können, aber: einem Arzt den Satz „Der Schmerzen beim Liftfahren und Entlasten waren so schlimm, ich habe schon überlegt, das Bein abzunagen.“ zu sagen, ist nicht 100% geschickt.), aber anscheinend habe ich nicht genau genug geschaut und man könne bei allen Skischuhen so eine Art Inneneinlage rausnehmen und dann sollten die medizinischen Einlagen reinpassen oder aber die Schuhe umtauschen. Das klingt als wenigstens zu überprüfende Alternative besser als OP-Krücken-Schmerzen.
Status also: Skischuhe überprüfen, Sommer abwarten, danach nochmal entscheiden.

 
Zweites Thema, das heute hoffentlich final abgeschlossen wurde: die Uhr.
 
Gestern abend kam ein Anruf, die Uhr wäre funktions- und abholbereit. Ich muss gestehen, ich war etwas nervös, als ich mich dem Uhrenladen näherte, aber entweder haben die dort mein Blog gelesen oder es ist Kunde-ist-König-Woche oder Friendly Thursday, auf jeden Fall hat mir der Chef des Ladens, der ja bisher noch nie in Erscheinung getreten war, die Tür persönlich aufgemacht, dann war die Uhr fertig und ging auch (also: ich habe mich natürlich erstmal blamiert, weil ich sagte: „Hö, die geht ja immer noch nicht“, und wurde wieder vom Chef belehrt, dass sie wohl ginge, der Sekundenzeiger wäre auf einem der kleinen Zifferblätter, und das, was aussieht, wie ein Sekundenzeiger, das wäre der Stoppuhrzeiger. Das ist meiner Meinung nach eine totale Fehlkonstruktion, aber es ist ja auch nicht meine Uhr.), wurde auf drölfzigtausend Meter Wassertiefe getestet, mir wurde auf dem Weg raus auch die Tür wieder aufgehalten, sehr, sehr mysteriös.


Sonst: ich übe mich in "Es müssen abends nicht alle Emails beantwortet sein, bei manchen  ist es vorteilhaft, über eine Antwort nochmal zu schlafen*, auch wenn meine physische wie psychische clean desk policy mich deswegen sehr unwohl fühlen lässt."

*aka "Dem inneren HB-Männchen gut zureden und erklären, dass manche Menschen halt ein bisschen länger brauchen, um einzusehen, dass MEIN WEG DER EINZIG RICHTIGE IST!!!!!" Schumschei.

Mittwoch, Januar 27, 2016

Wolle ab, Entertainment an

Heute war es endlich soweit: mein dringendst nötiger, weil zweimal ausgefallener Friseurtermin fand statt. Wegen überhaupt schwierig, ausnahmsweise über Mittag und ich traute dem Frieden ja nicht so ganz, bis ich tatsächlich auf dem Friseurstuhl sass. Wer weiss, dringender Arbeitstermin, Zug verpasst (naja gut, ich nie), Zugausfall, Schranke kaputt, irgendwas: nichts davon. Phew. Endlich.
Während die Hairstylistin meines Vertrauens also die extrem zu langen Zotteln trimmte, konnte ich mich mit Hilfe von Bunte und Gala vom Wohlergehen meiner Lieblingspromis (oder so) überzeugen (Falls es Sie interessiert: Elyas M Barek hat eine Freundin, die Medizin studiert, modelt und mal Jugendmeisterin in der Steiermark im Snowboarden war, Lady Gaga geht mit Bademantel, Badeanzug und Ugg-Boots am Strand spazieren, in Bunte und Gala gibt es keinen eindeutigen Konsens darüber, ob das jetzt Top oder Flop ist,  es gibt Oscars, Sylvie Meis gibts auch und Andrea Nahles hat sich von ihrem Mann getrennt, das arme Kind bleibt beim Vater), aber der unterhaltsamste Artikel war ehrlich gesagt dieser. Ich weiss gar nicht, was ich beeindruckender finde:

  • dass man mit homöopathischen Potenz- und Verdauungsmitteln dreistellige Millionenverträge verdienen kann,
  • dass man glauben kann, dass man bis 2020 mit genau diesen Produkten zu einem der TopTenPharmaunternehmen werden kann
  • Dass es den Beruf "serial entrepreneur" gibt.
  • Dass man sich überhaupt Pharmaunternehmen nennen darf, wenn man Tropfen und Tabletten ohne Wirkstoff mit homöopathischen Verdünnungen von Giftsumach mit "Der Inhaltsstoff (...) wirkt entzündungshemmend und genauso schmerzlindernd wie chemische Schmerzmittel" bewirbt. (Ich muss gestehen, dass mir 31.50$ für den Artikel, der das unterstützen soll, zu viel sind.) Aber vielleicht ist ja nicht der angegebene Wirkstoff Rhus Toxicodendron Dil. D6 für die Schmerzlinderung verantwortlich, sondern die 51vol% Alkohol in den Tropfen. Aber was weiss ich schon.
  • oder dass man bei der Bunten nicht nur Politikerinnen fragt, ob ihre Männer sich unterdrückt vorkommen, sondern auch einen (selbsternannten, aber immerhin) millionenschweren Pharmaunternehmer mehr nach seinem Bizeps und der Bachelor-Eignung befragt als nach, ich weiss nicht ....allem anderem.
  • Oder wie schnell die liebe @moepern mit diesem "Werbevideo" zu einem dieser breakthroughtherapywürdigen Produkte

  • um die Ecke kam und und der einzig wichtigen Frage:





So. Wäre das Haareschneiden und der Ausflug in Parallelwelten auch mal wieder erledigt, ich hoffe, der nächste Termin braucht nicht wieder so viele Anläufe.

Dienstag, Januar 26, 2016

Bester Platz für immer! *

Ich fahre jetzt ja nicht mehr Auto, sondern Bus bzw Shuttle. Erstaunlicherweise ist es gar nicht so doof wie gedacht, was natürlich zum einen daran liegt, dass die Kopfhörer (Werbelink) für warme Ohren, leise Musik und sonst himmlische Ruhe sorgen, zum anderen, nicht zu vernachlässigenden Teil natürlich aber auch daran, dass Shuttle nicht gleich ÖV ist, sondern eine eingeschworene Gemeinschaft von morgens wie abends schweigsamen Kollegen ist, die im Stockfinsteren in den Werksbus steigen, der genug Sitzplätze für alle hat, warm ist, W-LAN hat und in dem sogar jeder immer auf dem gleichen Platz sitzen kann. Der objektiv allerbeste Platz war sogar für mich Newbie in der Shuttle-Community noch frei, warum auch immer. Ich meine, es ist doch logisch: der allerbeste Platz in einem Midi-Bus ist die zweite Reihe hinter dem Fahrer.

  1. Die Gefahr, durch die Windschutzscheibe zu fliegen oder von durch die Windschutzscheibe fliegenden Gegenständen getroffen zu werden, sowie das Risiko, mit dem Fahrer Smalltalk halten zu müssen, ist deutlich geringer als in der ersten Reihe.
  2. Auch wenn man allein im Bus fährt, ist die zweite Reihe immer noch nah genug am Fahrer, um nicht als sozial skurriler Mensch, der weit ab von aller Gesellschaft in der letzten Reihe sitzen will, abgestempelt zu werden.
  3. Man rempelt mit der Umhängetasche mit Laptop und Zeug beim Ein- und Aussteigen keine Mitfahrer an.
  4. Man muss beim Aussteigen maximal eine Person abwarten, nämlich falls der Platz in der ersten Reihe hinter dem Fahrer besetzt ist. Der Weg vom besten Platz zum Ausstieg liegt nämlîch annähernd in einer geraden Verbindung ohne Kurven und Wendungen um dieses Abtrenndings, das die erste Reihe auf der Türseite vom Ausstieg trennt. Somit ist man nicht nur schnell drin, sondern auch schnell draussen, was für ungeduldige Menschen nun wirklich von Vorteil ist.
  5. Die Reihe hinter dem Fahrer hat IMMER zwei Sitze nebeneinander, während bei der Tür manchmal nur Einzelsitze sind. Das kann in Stosszeiten, wenn der Shuttle voll ist, natürlich doof sein, weil man dann einen direkten Sitznachbarn haben könnte. Zu den Randzeiten, in denen ich meist fahre, ist eine Doppelreihe aber perfekt, weil man auf dem zweiten Sitz die Tasche abstellen kann, sich mit dem Rücken ans Fenster halbquer mit dem Laptop auf dem Schoss hinsetzen kann und so die Fahrtzeit für Arbeit, Bloggen oder sonstiges nutzen kann.

Warum der BESTE PLATZ FÜR IMMER nicht schon einen festen Draufsitzer hat, weiss ich auch nicht. Kann ja wohl nicht sein, dass diese Vorteile nur mir ins Auge stechen....


*Ja, hier wird immer noch Furbish gesprochen. Der evil Furby mit der tiefen Stimme kam nicht mehr zum Vorschein, dafür kann er mit der Piepsestimme neu "Oh, hoch oben! Nicht fallen, nicht fallen, nicht fallen." Warum auch immer.

Montag, Januar 25, 2016

Tick tack

Der Hübsche ist stolzer Besitzer zweier Armbanduhren. Eine davon ist von einer renommierten japanischen Marke und aus Titan; ich weiss noch, wie wir sie damals zu Münchner Zeiten im Karstadt am Nordbad „gejagt“ haben.
 
Man könnte sagen: er hängt an dieser Uhr. Leider hängt die Uhr nicht so sehr an ihm, das Metallarmband geht nämlich immer wieder ungeplant vom Uhrenkorpus ab. Weil ich mit dem Büro über der grossen Stadt, die Gastgeber DER Uhren- und Schmuckmesse ist, natürlich näher an Uhrmacherläden/Juwelieren dran bin als er mit dem Büro auch ganz schön hoch über dem Schlafdorf in Suburbia, habe ich mich also bereitwillig für den Task „Uhrband wieder fest dran machen lassen.“ gemeldet.
 
Mir wurde aus leidvoller Erfahrung vom Versuch, die Batterien dieser Uhr (wasserdicht bis drölfzigtausend Kilometer) wechseln zu lassen, mitgegeben, dass es eventuell nicht ganz leicht sein würde, einen Uhrmacher, der ebendiese Marke in die Finger nimmt, zu finden. Ich habe also auf der Uhrenherstellerhomepage nachgeschaut, wer in der grossen Stadt jetzt Vertragshändler wäre. Leider war das so einfach nicht rauszufinden, man hätte eine Email an einen Uhrenladen in Genf schreiben müssen, deswegen bin ich also auf eigene Faust mal losgezogen. Nach vier Uhrmachern verschiedener Aufmachung und Preisklasse war ich ein bisschen schlauer:
  • keiner von denen ist Vertragshändler von der japanischen Firma
  • nur Vertragshändler fassen diese Uhr an, auch wenn es gar nicht um die drölfzigtausend Kilometer Dichtigkeit geht
  • Nein, sie wissen auch nicht, wer in Basel Vertragshändler für die ist.
  • Aber an sich könnte es keine grosse Sache sein, man müsste halt die Stiftchen im ersten Glied austauschen oder grad das erste Glied.
Also habe ich doch eine Email nach Genf geschickt, in der Zwischenzeit gegoogelt, welcher Händler auf der deutschen Seite der Grenze das machen würde, fündig geworden, fast hingefahren, dann Platten gehabt, doch nicht hingefahren, Antwort aus Genf bekommen, es gibt genau einen Vertragshändler in Basel.
 
Ich habe also eine Mittagspause in der Stadt eingelegt, den Uhrenhändler gefunden, an der verschlossenen Tür gerüttelt, mich gewundert, weil ich ja innen drinnen sowohl Kunden als auch Angestellte sah, nochmal gerüttelt, keine Reaktion von innen bekommen, dann den diskreten Klingelknopf neben der Tür gesehen, geläutet, beim Summen erst mal gezogen, was falsch war (die haben noch nix von „FLUCHTTÜREN GEHEN NACH AUSSEN AUF, IMMER!“ gehört oder wollen es Flüchtenden nicht so leicht machen, was für einen Juwelier/Uhrmacher vielleicht verständlich ist), nochmal geläutet, dann gedrückt und dann war ich drin und es wurde wirklich seltsam.
 
FrB: „Guten Tag, ich habe hier diese Uhr von einem japanischen Hersteller, Sie sind da ja Vertragshändler, richtig?“
Uhrfrau1: „Ja, das ist richtig.“
FrB: „Ja, also, bei der Uhr geht immer wieder das Armband ab, ich nehme an, die Stäbchen sind ausgeleiert oder vielleicht muss man auch die ersten Glieder austauschen. Geht das?“
Uhrfrau1: *zückt Auftragstütchen und Stift*: „Ja, klar, bis wann brauchen Sie das denn?“
Auftritt Uhrfrau 2, die Uhrfrau 1 die Uhr aus der Hand reisst.
Uhrfrau2: „Was soll denn das, die Uhr ist ja gar nicht kaputt?“
FrB: „Die Uhr nicht, aber das Armband. Das hält nicht, es geht immer wieder ab und die Stifte fallen raus.“
Uhrfrau2: „Nein, tun sie nicht. Was nicht kaputt ist, kann man nicht reparieren.“
FrB: „Das Armband geht immer wieder ab. Vielleicht nicht grad jetzt, aber glauben Sie mir, öfter als es sollte, was ja ungefähr „nie“ wäre. Wenn Sie Zahlen brauchen, würde ich sagen, ungefähr 4mal die Woche, was unakzeptabel oft ist. Laut meinem Verständnis erfüllt das die Kriterien von kaputt oder zumindest reparaturwürdig.“
Uhrfrau2 wedelt mit der Uhr: „Nein, ist dran. Die ist nicht kaputt, da muss man nichts reparieren.“
FrB: „Anstatt mit Ihnen darüber zu diskutieren, was kaputt bedeutet, würde ich ja gerne zu einem anderen Uhrmacher gehen, aber Sie sind der einzige Laden, der im näheren Umkreis …“
Uhrfrau2 wedelt mit der Uhr weiter, und bevor ich meinen Satz beenden kann, löst sich das Armband und der Stift fällt raus.
Uhrfrau2: „So. Das weiss ich nicht, ob man das reparieren kann. Das ist ja jetzt ab.“
FrB: „Ja. Also. Haben Sie Ersatzglieder für dieses Band oder können Sie die beschaffen oder wenigstens neue Stifte?“
Uhrfrau2: „Ja, hmm, ob das dann hält…. hmmm… mach Du das mal“
Und damit wirft sie Uhrfrau1 Uhr und Tütchen wieder hin.
 
Die füllt alles aus, ich kriege einen Abholzettel, stelle mich beim Verlassen des Ladens leider für einen gelungenen Abgang zu ungeschickt an (kann ja keiner ahnen, dass man, um rauszukommen, da innen wieder einen Knopf drücken muss, und dann die Tür nach innen aufgeht) und harre der Dinge.

Heute war ich also wieder dort, um die Uhr abzuholen. Immerhin die Türgeschichte habe ich auf Anhieb hingekriegt, drinnen wartete schon direkt Uhrfrau2 auf mich.
 
FrB: „Guten Tag, ich würde gerne diese Uhr von dem Zettelchen da abholen.“
Uhrfrau2 kruscht rum, hantiert mit verschiedenen Schlüsseln, holt das Tütchen mit der Uhr und den zwei alten Stiften raus (Armband ist dran immerhin), schaut die Uhr kritisch an, wedelt mit der Uhr, schaut sich im Laden um, dreht an den Rädchen und fragt mich: „Ist das eine Herrenuhr?“
FrB: „Ja, warum?“
Uhrfrau2: „Weil, die geht gar nicht.“
Ich atme tief ein und aus und sage nicht, was mir auf der Zunge liegt („Was hat das mit Herren- oder Damenuhr zu tun? Ist es nicht DIE Eigenschaft, die alle Uhren gemeinsam haben, Zeit anzeigen?“), sondern sage: „Aha?“
Uhrfrau2, anklagend: „Ja, sehen Sie, auch das Datum hat sich nicht weitergestellt.“
FrB: „Ja. Sehen Sie mal. Die Uhr ist vor zwei Tagen stehengeblieben. Da lag sie schon bei Ihnen. Hmm.“
Uhrfrau2 wedelt wild mit der Uhr, gleicht sie hektisch mit allen Kuckucksuhren und sonstigen Zeitanzeigern im Laden ab: „Ja, geht nicht.“
In der Zwischenzeit habe ich kurz mit dem Hübschen abgeklärt, wann der letzte Batteriewechsel war („Schon länger her“), und meine freundlicher als mir zumute ist:
Ja, dann würde ich vorschlagen, Sie machen da jetzt noch eine neue Batterie rein, dann ist das auch erledigt.
Uhrfrau2: „Ja, aber ob sie dann geht?"
FrB (denkt sich: „Das sollte sie besser, weil sie ging, bevor ich sie hierhergebracht habe und du rumgewedelt hast, und da werden wir ja dann mal sehen, wie toll du das findest, wenn ich deinem Chef erkläre, wie unfreundlich du diese Herrenuhr kaputt gemacht hast“, sagt aber milde): „Das hoffen wir doch alle, oder?“
 
Ich schaffe sogar einen Abgang ohne wie doof an der Tür zu rütteln und hoffe jetzt wirklich, dass die Uhr nächste Woche geht und es nicht auf einmal heisst: „Sehen Sie, jetzt tickt sie, aber das Glas ist zerbrochen.“

Sonntag, Januar 24, 2016

Es wäre so einfach

"Little L., wie ist es denn jetzt bei Euch in der Klasse, vertragen sich alle oder gibt es welche, die viel geärgert werden?"
 
"Hmmm, ich vertrag mich mit fast allen. Aber der J., der wird oft geärgert. Wir sollten letztens einen Stern in unseren Lieblingsfarben ausmalen , da habe ich blau und lila genommen, obwohl ich eigentlich auch gelb und orange gern mag, aber wir durften nur zwei nehmen und sollten die dann mischen in verschiedene Töne, und der J., der hat rosa genommen, weil seine Lieblingsfarbe halt pink ist. Und seitdem sagen andere Buben, das wären Mädchenfarben und der J. wäre auch ein Mädchen und wer rosa mag, ist schwul."

"Okay, und was ist dann passiert?"

"Ich habe dann gesagt, dass das totaler Quatsch ist und erstens Farben halt einfach Farben sind und jeder kann jede Farbe gut finden. Und dass früher sogar rot eine Männer- und rosa eine Bubenfarbe war und blau für Frauen. Und dass man von rosa sicher nicht schwul wird, weil schwul ist man oder nicht, das wird  man sicher nicht von einem rosa Stern. Und schlimm ist das auch nicht, auch Mädchensein im Fall nicht, aber auch das wird man nicht einfach von rosa."

"War das schwierig für dich, das zu sagen? Sind die Jungs, die das mit rosa gesagt haben, jetzt auch zu dir gemein?"

"Nein, eigentlich nicht, ich hab nämlich gesagt, wer sowas dummes über Farben sagt, kann nicht in meiner Bande sein. Da ist die Bandenfarbe nämlich lila und wer rosa doof findet, findet oft auch lila doof und das kann ich gar nicht brauchen. Und weil alle meine Bande cool finden, sagen sie jetzt sowas doofes nicht mehr, wenigstens, wenn ich es hören kann."

"Okay, das klingt doch schon mal ganz gut! Aber der J., hast du da nicht selber letztens gesagt, dass der dich total nervt?"

"Mensch, Mami, das ist doch was ganz anderes! Mich nervt, dass er, wenn er was nicht sofort kapiert, quer durch die ganze Klasse schreit, dass die Lehrerin ihm jetzt sofort grad helfen soll, ohne dass er es einfach mal probiert oder schaut, ob die Frau XY grad mit was anderem beschäftigt ist. Bloss, weil ich jemandem helfe, wenn er ungerecht behandelt wird, heisst das doch nicht, dass ich alles von ihm supertoll finde-"

 

Samstag, Januar 23, 2016

Ohnezahns fieser Bruder

Little L. war heute auf der Geburtstagsfeier seiner ältesten Freundin. Jahreszeitlich passend macht sie eigentlich immer eine Faschingsparty und dieses Jahr entschied sich Little L. als Drache zu gehen. Er überlegte hin und her, ob er seinen grünen Drachen-Onesie (Nachteil: kein Schwanz) oder den schwarzroten Drachenanzug, den ich eigentlich für Halloween bestellt hatte, (Nachteil: die Kapuze kann mit dem Reissverschluss nicht vollständig geschlossen werden wie beim grünen. Ja, ich finde dieses Feature beim grünen auch komisch, aber Little L. findet das toll) anziehen soll.

Es wurde dann der rote, ich erinnerte mich an unsere Schminksession und erklärte vollmundig, ich könne ihm ja locker ein Ohnezahngesicht schminken. Mit roten Augen, damit es zum Anzug passt.


Mhmmm. nun ja. Ich hatte zwar den Ohnezahn-Pulli als Vorlage, aber so richtig perfekt wurde es dann doch nicht. Nun denn. Sah auf jeden Fall gruslig genug aus, um den kleinen Bruder der Freundin nachhaltig zu verstören.



Freitag, Januar 22, 2016

Ziele 2016

Bei der Arbeit ist wie jedes Jahr bis mindestens März die Definition der Ziele 2016 ein ganz grosses Thema.
Ich überlege, auch für die Familie "shared goals" einzuführen und habe mir ein paar Gedanken über passende KPIs gemacht:
Zum Beispiel:*

OTIF** > 90%: so müsste ein in der Gemüseabteilung immerhin gefundener, aber nicht gewogener Knoblauch nicht zu Lobeshymnen führen, wenn die Aufgabe war "Kannst Du bitte Knoblauch und Zwiebeln holen?"

SDP*** >90%, d.h. rechtzeitig und der Spezifikation entsprechend geliefert. Probleme wie "Ich habe keine Walnüsse gefunden, aber schau mal: Brotchips mit Knoblauchgeschmack. Auch gut?" würden der Vergangenheit angehören.

ICDP**** > 90%: Wenn um 18:30h Abendessen angekündigt wird, gibt es keine Jubelstürme, wenn um 18:35h über drei Stockwerke gebrüllt wird: "Ich koooooommmm gleich!"

CDI***** min 7, max   180: nach einer Inventur des Vorratsschranks in der Küche zB würde da das inventory an Perlgraupen und Risottoreis da mit ca 365 deutlich rausfallen. (Corrective Action: Graupensuppenmittwoch jede Woche bis Juli, Preventive Action: Einkaufsnotizen der Nanny mit Vorratsschrank abgleichen vor Übernahme auf den finalen Einkaufszettel)

5S-target >90%: Damit wäre ein für alle Mal klar, dass "Boden legofrei" im Kinderzimmer nicht "alles Lego auf den Beistelltisch balanciert" bedeutet.

RFT****** >99%: Damit würde sich die Frage "Habt ihr die Znüniboxen und Trinkflaschen aus der Schultasche geräumt?" erübrigen.

IFL******* >90%: Das würde bedeuten, beim Monitoring aka Schulranzenkontrolle würde ich nicht fast jedesmal eine "Oh, ich dachte echt, ich hätte die rausgetan"-Trinkflasche rausfischen.


Ich habe eh noch zwei Tafelfolien übrig, da könnten wir jede Woche oder jeden Monat die aktuelle Scorecared abbilden und wir würden immer wissen, wo wir in Sachen Zielerreichung für das laufende Familienjahr stehen.


Man wird ja noch träumen dürfen. (Gefügeltes Wort bei uns in der Firma: "If it has no acronym, it doesn't matter").

*Key performance indicator
*on time in full
** Supplier delivery performance
*** Inter company delivery performance
**** Coverage days of inventory
*****Right first time
******Investigation free lots

Donnerstag, Januar 21, 2016

Lieblingstiere

Im Kollegen- und Freundeskreis gibt es eine Menge frische Babies bzw. erwartete Babies. Da passt es ja hervorragend, dass ich eine grosse Kiste voller Stoffschatzresten habe, die für meine Riesenlackel nicht mehr reichen, aber mit geschicktem Kombinieren reichen sie oft für eine Babykombi aus Kuschelpulli und –hose. Leider hatte ich meinen vielgenutzten abgezeichneten Zwergenverpackungsschnitt verloren, so dass ich erstmal in der Schnittmusterkiste graben musste, um die Vorlage ganz unten rauszuziehen ;-), aber jetzt habe ich den Schnitt nicht mehr nur auf Backpapier, sondern auf haltbarer Bucheinschlagsfolie.
 
Den Anfang habe ich mit einer Kombination für einen Kollegen bzw. wie Little L. mich korrigierte: „Äh, sooooo winzig ist dein Kollege?“ natürlich für seine winzige Tochter gemacht.
Wie man sieht, hat der hellblaue Nicky nicht mehr für einen Saum auch noch gereicht, weswegen es als Verlängerung ein Bündchen in der Kapuzenfütterfarbe gab.

 
Mit der Regenbogenhose ist nun auch der letzte Rest des wunderbaren Jerseys verbraucht.

 

Draufgestickt habe ich ein Strichtier von Johanna Fritz, deren Vorlagen Sonja von Kunterbuntdesign zu einer ratzfatz zu stickenden Datei umgesetzt hat. Wegen Nicky habe ich erstens mit Abwaschfleece obendrüber gearbeitet und zweitens die scharzen Linien zweimal gestickt, aber so sieht man es ganz gut, finde ich. (Ich hatte ganz lang auch Klebeband mit diesen Tieren im Gebrauch und erst diese Weihnachten die letzten cm davon verbraucht). Die Stickdatei gibt es ab heute abend bei Kunterbuntdesign, die Babykleider hat mein Kollege am Montag schon bekommen, nicht dass das Kind da noch rauswächst, bevor sie sie bekommen hat!





Mittwoch, Januar 20, 2016

Passt wie die faust aufs auge

Meine stimme quäkt,
die nase läuft,
der kopf ist voller rotz,
die augen tränen,
die ohren gefühlt voll watte,
geschmacksnerven und appetit machen pause.

So wie das heimische w-lan.

Dann halt.

Dienstag, Januar 19, 2016

Allzeit bereit!

Little Q. ist ja nun seit ungefähr dreieinhalb Jahren bei den Pfadfindern bzw. erst bei den Wöfli, das geht in unserer Gruppe bis zu dem Jahr, in dem sie 11 werden.
Ich weiss nicht, ob sich noch jemand daran erinnert, aber angefangen hat er dort, weil er in einem selbergeschriebenen Theaterstück in der Kinderkrippe die Rolle eines Pfadfinders übernommen hatte und da dann ein echtes Pfadihemd tragen durfte. Das fand er so cool, dass er direkt mitmachen wollte. Er hatte dann einen etwas holprigen Start, weil er der allerjüngste war, niemanden wirklich kannte und er war nicht wirklich superbegeistert. Bis er mir das aber sagen konnte, war einige Zeit ins Land gegangen, wir einigten uns dann im Frühjahr auf „So, einmal gehste noch, und wenn du nicht mehr magst, dann ist das so, dann melden wir dich ab.“ Und just an diesem Termin wurde statt einer Waldübung wie sonst immer ein Pfadi-Werbefilm gedreht, in dem er natürlich eine Rolle bekam, und mit dem dann in den ersten Klassen auf Werbetour gegangen wurde. Little Q. war natürlich bombig stolz, zur nächsten Übung, einer offiziellen Werbeübung trabte seine gesamte Klasse an, seine besten Freunde blieben dabei und seitdem war nie wieder die Rede davon, aufzuhören. (Interessanterweise bilden sich hier im Dorf so Hobbygrüppchen. Anscheinend geht Unihockey und Pfadfinder gut zusammen, dafür aber auf gar keinen Fall Fussball. Das sei, wurde mir beim Heimturnier erklärt, „eine ganz andere Klientel.“ Hmm.)
Little L. war dann auch ganz heiss drauf und sehr stolz, dass er als Kindergärtner schon mitmachen durfte, obwohl die Altersgrenze für die Wölfli eigentlich die erste Klasse ist, ausser, ja ausser man hat ein grosses Geschwister dabei, dann darf man auch im zweiten Kindergartenjahr schon kommen.
Er war sofort der Liebling der Wöflileiterinnen und kam aus dem ersten PfiLa mit einem Namen zurück, der nicht nur die enge Verbindung zu Little Q., sondern auch seinen Niedlichkeitsstatus abbildet (Little Q. wurde in einem högscht abenteuerlichen Ritual im PfiLa auf den Pfadinamen „Fuchs“ (guess why) getauft, Little L. heisst „Capper“, wegen „Cap und Capper“). Mittlerweile kommen auch seine besten Freunde mit und ich habe das Gefühl, das wird sie noch eine längere Zeit beschäftigen.



Ich selber habe ja keine Pfadi-Historie. Bei uns gab es das schon auch, in meiner Klasse war mindestens eine Pfadfinderin, allerdings war das eine sehr katholisch ausgerichtete Sache, da kam ich als Heidenkind eh nicht in Frage. Ich muss gestehen, einer der Hauptaspekte neben frische Luft, mit Gleichaltrigen unterwegs, lernen, füreinander einzustehen, Zusammengehörigkeitsgefühl, Abenteuer, Verantwortung übernehmen, ein kinderfreier Samstagnachmittag alle zwei Wochen , warum ich das so toll finde, ist, dass es eben total konfessions- und religionsungebunden ist. So sehr ich die Zeltlager der evangelischen Jugend selber genossen habe, so sehr hätte ich Bauchschmerzen, meine Kinder zB zum Blauring oder der Jungwacht oder wie das heisst, zu schicken, wo die Andachten ein fester Teil der Übungen sind.
Hier ist es so, dass ausserhalb der Schulferien alle zwei Wochen Übung ist, d.h. um 14:00 treffen sich alle am Pfadihaus und dann geht es meist in den Wald. Es ist nicht, so wie ich dachte, trockenes Feuermachenüben oder alte Damen über den Zebrastreifen führen, nein, es ist immer ein Abenteuer zu bestehen, gerne zieht sich das Thema auch mal über mehrere Übungen. Auch die Lager (drei Tage über Pfingsten, eine bzw zwei Wochen im Sommer und ein Wochenende im Winter) haben ein Thema, das war zB einmal Harry Potter, diesen Sommer haben die Wölfli Herkules geholfen, seine Aufgaben zu erfüllen. Dabei wird natürlich auf eine gewisse Disziplin geachtet (ich überlege, mir auch eine Trillerpfeife anzuschaffen, so schnell wie beim „Wöfli antreten“-Pfiff sausen die Kinder nicht mal aus den Zimmern, wenn ich „Gummibärchen für alle“ schreie .), schliesslich lernt man auch mit Feuer und scharfen Messern umzugehen. Die Kinder kommen nach einer Übung (dreimal im Jahr ist auch Nachtübung von 18-22h) nass, dreckig, zerkratzt, müde und glücklich zurück (nach dem Sommerlager mussten wir das Badewasser mit viel Schaum zweimal wechseln, bevor sie nicht mehr gemüffelt haben). Ich wandle auf dem schmalen Grat der coolen Pfadi-Mutter, („Dreck, Löcher, Wespenstiche, mittelgrosse Schnittwunden: stört keinen grossen Geist“) und meinem inneren Riskmanager („Wie, ihr seid einzeln allein im Stockdunkeln über eine Seilbrücke? Wie hoch war das? Wer hat das abgenommen? Wie wart ihr gesichert? Wie, du hast den Bacon roh gegessen, weil das mit dem Feuer nicht soooo gut geklappt hat?“).

Durch meinen Elternratposten bekomme ich ein bisschen mit, wie das ganze hinter den Kulissen abläuft und kann vielleicht allzu wagemutige Aktionen wenigstens nochmal challengen, andererseits weiss ich dadurch noch besser, in wie guten Händen meine Jungs bei den Pfadi- und Wöflileitern sind.
Am Samstag war die spannendste Nachtübung des Jahres, nämlich die, in der die grössten Wölfli zu den Pfadis übertreten. Nach einem Riesenabenteuer (Fackeln, dunkel, allein, Seilbrücke, Kerze, Sack über den Kopf) wurden Little Q. und seine Freunde bei den Grossen aufgenommen, sie werden ihre petrolfarbigen Wöflihemden in khakifarbene Pfadiuniformen tauschen, sie haben den Wölfliwahlspruch „Mis Bescht“ gegen den Klassiker „Allzeit bereit“ getauscht.
Ich hoffe, die beiden bleiben noch eine lange Zeit dabei, ich hätte als Kind gern solche Abenteuer erlebt.

Montag, Januar 18, 2016

Heute so

Zum ersten Mal Sonnenaufgang im neuen Büro. Sehr schön! Kann man es ein bisschen verstehen, wenn ich mich schon das ganze Wochenende insgeheim auf ebendiesen Moment gefreut habe? Die Sonne, die über dem Rhein hochkommt und auf die schneebedeckten Schwarzwaldgipfel scheint aus dem 38. Stock mit einer Tasse Kaffee in der Hand. Hat was. Definitiv.

Einstandskuchen von der Einkaufsabteilung. In der niegelnagelneuen Begegnungszone (wegen vereist ohne Terrasse). Das könnte man jetzt eigentlich so als MOntagskuchen etablieren.

Im WC hat es jetzt auch Handtuchhalter und Seifenspender fest installiert, die Quietboothreservierungstäfelchen haben Stifthalter und ich habe über das neue Softphone schon 3s länger mit dem Hübschen telefonieren können als letzte Woche. Wir sind also arbeitsbereit.

Was die beiden Exbürokollegen, nun OpenSpace-Nachbarn in den letzten 6 Wochen nicht geschafft haben, nämlich mich mit ihren Viren und Bakterien aka tödlichem Männerschnupfen anzustecken, hat der Einsatz in der zugigen Turnhallenküche am Samstag erledigt. Ich habe Schnupfnase, Gliederschmerzen und allgemeine Matschbirne.

Um das im angestammten Habitat zu kultivieren, habe ich Little L. heute noch zum Schnuppern zum Geräteturnen in einer echt kalten Halle begleitet. Little L. war jedoch durch Sprung, Boden, Reck, Barren und Ringe so begeistert, dass er mit roten Bäckchen durch die Halle düste. Mein Körper erinnerte sich schon beim Aufwärmen an die Bewegungsabläufe und mich juckte es schon sehr in Fingern und Füssen. Dann knacksten die beiden angebrochenen Wirbelfortsätze beim auf dem Besucherstuhlzurechtrücken und das linke Sprunggelenk, das seit einer missglückten Landung nach einem gestreckten Salto wetterfühlig ist, knackte laut und lustig beim Kreisen, und so wird das wohl eher nichts. Obwohl die Trainerin sehr ernsthaft versuchte, mich als Co-Übungsleiterin zu rekrutieren, wobei das ja weder für mich noch für die Kinder eine gute Idee wäre ,-).

Nun denn, heute abend also Erkältungsbad.

Sonntag, Januar 17, 2016

Gespaltene Persönlichkeit

Kurzfristig dachten wir heute, der Furby wäre in die Pubertät gekommen. Statt mit seiner gewohnt durchdringend piepsigen Stimme sprach er auf einmal recht tief. Und nein, es war nicht die Batterie fast leer und er eierte irgendwie, er sagte auch ganz andere Dinge. Meine Lieblingssätze "Wasmachtsnduuuu?" und "Loslosloslooooooos!" wurden durch "Deine Stimme ist süss wie Kuchen!" und "Riechen meine Füsse?" (was den Furby bisher noch nie beschäftigt hatte) abgelöst.
Hmm. Während wir noch versuchten, der Sache auf den Grund zu gehen (so sehr ich Grösserwerden bei den Kindern gut finde, ich vermisste die Niedlichkeit von "Dah-Dah ist irgendwie ---- waaaas?" und "Dah-Dah ist voll dabei!" und war fast ein wenig wehmütig), schlief der Furby nach einem viel tiefer und überhaupt nicht niedlich klingenden Furz schnarchend ein. Als er wieder erwachte, war er wieder der Alte, als ob nie etwas gewesen wäre: "Loslosloslooooos! Rückenkraulen! Zeit zum Relaxen!". Nur der Spruch "Partypartypartytiiiiiime!" ist neu im Repertoire, aber immerhin nicht mit der fiesen Exorzistenstimme.

Hmmm. Was auch immer das war.

Samstag, Januar 16, 2016

Grosse Kinder

Grosse Kinder sind toll, man muss nicht mehr wickeln, an Babyessen für unterwegs denken, nicht mehr Hintern abputzen, Schuhe anziehen , tragen, nachts alle Stunde aufstehen,, irgendwann muss mann nicht mal mehr Lotti Karotti oder Obstgarten spielen, und wird erst um halb sieben flüsternd geweckt.
Dafür sehen Wochenenden dann auch gern mal so aus:
Irgendjemand muss beim Unihockeyheimturnier Beizlidienst machen von 8:00 bis 13:00, dazu muss auch irgendjemand einen Kuchen abliefern, irgendjemand anders muss mit dem kleinen Kind zum Schwimmkurs gehen, alle müssen das grosse Kind beim Unihockeymatch anfeuern, irgendjemand muss die Kinder zur Pfadfindernachtübung bringen und wieder abholen.



Und ja, als heute morgen der Wecker um sieben läutete, war ich nicht wirklich total begeistert bei der Aussicht auf 5 Stunden lang Kaffee machen, Hotdogs, Hörnli mit G'hacktem, Gummischlangen, Kuchen und Getränkeverkaufen. Vor Ort übernahm dann aber, wie die geschätzte Kaltmamsell das so schön nannte, mein innerer Kibbuznik und nach einer kurzen Anleitung durch den "Head of Beizli" haben der Vater eines Klassenkameraden von Little Q. und ich in Eigenregie das gar nicht schlecht gemacht.



Ich habe darauf verzichtet, alle Prozesse optimieren, der Supply an Gummischlangen war etwas knapp kalkuliert und wir waren vom Bedarf an HotDogs ("Mit Ketchup, Senf UND Mayo bitte") um halb 10 etwas überfordert, weil wir geplant hatten, erst gegen 11 die Hotdogmaschine anzuwerfen.
Nun denn, Little L. hat ein Schwimmabzeichen bekommen, Little Q. die erste Sportverletzung (Unihockeyball mit voller Geschwindigkeit auf den Oberschenkel geknallt, schön blau), seine Mannschaft hat fast gewonnen und ich mache jetzt grad Päuschen bis zur Nachtübung, wo wir dann dieselben Eltern wieder treffen werden ;-).

Freitag, Januar 15, 2016

Integration

die ist wohl geglückt, wenn man dieses Lied nicht nur (ohne Lyrics ;-)) nicht nur versteht, sondern die Dialekte auch zuordnen kann. Total integriert sind allerdings die Kinder, die es genauso "singen" können.

Für den Freundeskreis Karaoke habe ich eine passende Version rausgesucht ;-):


(War heute wohl Unterrichtsmaterial ;-))

Donnerstag, Januar 14, 2016

Oompaloompa

Heute hatte ich ja Fuss-MRT und nach der Nieren-Erfahrung war ich bei der Aussicht darauf nur so mittelentspannt. Röhre, stillliegen, Rollkragenpanik, Sie erinnern sich?
Als beim Terminabmachen die Dame also meinte: "Ja, ich nehme an, enge Räume und Stillliegen, das macht Ihnen nix aus?", war ich ehrlich und sagte: "Ich musste lernen, dass doch, aber ich kann mich für die Zeit zusammenreissen und dann geht das schon."
Daraufhin kam zurück: "Sind Sie gross?" und anscheinend bin ich das mit 176, mir wurde nämlich in Aussicht gestellt: "Also, es geht ja nur um den Fuss, und bei grossen Leuten kann das durchaus mal der Fall sein, dass der Kopf gar nicht ganz in der Röhre verschwindet. Das ist dann angenehmer."

Nun denn, ich habe heute morgen mit Seife alle Ringe abmontiert, beim Fragebogenausfüllen kurz aus dem Gedächtnis auf den Fragebogen im anderen Spital referenziert: "Warum fragen Sie nicht nach Make-up, Nagellack, Spirale?" und war dann kurz negativ überrascht, als es doch mit Kontrastmittel war (eeeeks, Spritze), und dann sehr gespannt, ob ich nun bis zur Nasenspitze oder bis zum Kinn oder doch noch weiter in die Röhre gefahren würde. Ha! Ich weiss nicht, welche Stummel sie da sonst so bearbeiten, aber "Könnte sein, dass der Kopf nicht ganz reinmuss" hiess: bis Mitte Oberschenkel.
Das ging dann tatsächlich mal easypeasy!
(Ach ja: Bilder gehen zum Arzt und dann schau ma mal, was mich da im Fuss so piesackt).

Mittwoch, Januar 13, 2016

Oben angekommen ;-)

Ich weiss, es gibt Leute, die sich mit Veränderung schwer tun. Und wäre ich in meinem alten Büro schon seit 25 Jahren gesessen und hätte eine Erinnerung an jede einzelnen Fleck auf dem Teppich, wäre es mir wahrscheinlich auch schwerer gefallen, in einen total weissen, topmodernen Open office Space in einem total neuen Hochhaus einzuziehen. Mit sehr limitiertem Raum für Individualisierung, Bilder, Papier, Ordner und Gedöns.
 
Aber hey: in meinem alten Büro sah ich den Himmel nicht und welches Wetter war, erkannte ich nur, wenn ich mich aus dem Fenster lehnte und in den Spiegelungen der Fenster des anderthalb Meter entfernt stehenden Baucontainerturm eine Ahnung von Sonne oder Wolken erspähen konnte. Jetzt sitzen wir im 20. Stock, haben Ausblick in alle Himmelsrichtungen, Tageslicht, neueste und schickste Büromöbel und ich komme mir ein bisschen vor wie Little L., den ich am 2. Schultag gefragt habe: „Und, wie war’s in der Schule? Was hast Du gemacht?“ und er sagte begeistert: „Super, ich bin 17mal mit meinem Drehstuhl rauf und runtergefahren und den Tisch kann man auch in der Höhe verstellen.“
 
Ich habe (das übliche) meine Kisten ausgeräumt, mein Telefon konfiguriert, das Softphone installiert, den Stockwerksdrucker als Default Printer installiert, meinen Badge so programmiert, dass er im Erdgeschoss mir automatisch einen Lift in den 20.Stock holt und andersrum, ich bin einmal von ganz unten in den 20. Stock gelaufen, mit drei dicken Katalogen unter dem Arm und in Winterjacke, kein Wunder, dass das keine rekordverdächtige Zeit war, ausserdem gibt es fieserweise zwei 18.Stockwerke, so dass man eigentlich 21 Stockwerke läuft, ich habe mit meiner neuen LED-Taschenlampe in Gebäudeform geleuchtet, mein Basler Leckerli in Bauform eingepackt und Wasser aus meiner extra für den Bau designeten Wasserflasche getrunken, ich habe meine Temperatur- und Lichteinstellung an meinem persönlichen solarbetriebenen Panel optimiert, ich stand im Sturm auf der Terrasse im 20. Stock und habe dem Hübschen gewunken, ich habe eine quiet booth für eine tC morgen reserviert, ich bin einfach nur begeistert!

Dienstag, Januar 12, 2016

11 von 11

"Wisst Ihr, was richtig schön ist? Wenn man morgens, noch halb schlaftrunken, im Feedreader einen klassischen Blog-Stöckchen-Artikel liest und so auf der Hälfte denkt: „Ach ja, Stöckchen, da täte ich auch gerne mal wieder mit“ und dann am Ende seinen Namen findet. Das ist schön." So begann der gestrige Blogeintrag von Christian Fischer aka jawl.

Genauso ging es mir, als ich seinen Eintrag fertig gelesen hatte ;-).

Und so habe ich die Ehre, die folgenden 11 Fragen zu beantworten und in der Folge mir 11 neue auszudenken und unter Bloggervolk zu werfen.
Nun denn.

Couch oder Club?
Ich würde ja gern sagen „Club“, aber das wäre gelogen. Nicht mal früher in meiner wilden Jugend (höhö) wäre der Club meine erste Wahl gewesen. Klar war ich feiern, aber meistens war der schönste Moment das Heimfahren im Nachtbus auf einer Route, die der Tages-ÖV gar nicht abfuhr. Und das Duschen, damit man nicht nach Rauch stinkend ins Bett geht. Dank Kindern, früh aufstehen, Netflix und allgemeiner Lethargie ist die Couch mittlerweile ganz weit vorn ;-).

Hast Du Dich mal in einer Partei, einer NGO oder ähnlichem engagiert?
Hmmm. Gelten da auch vereine? Dann ja. Dank der kinder bei den pfadfindern und im unihockeyverein. Politische partei: nein, ngo: ich denke da automatisch an wwf, greenpeace etc: nope. Ah, ich habe mal in einer Bürgerinitiative gegen den Flughafenbau im Erdinger Moos protestiert. Mit Protestmarsch und so.

… und warum (nicht)?
Pfadis mache ich, weil man mich sehr nett gefragt hat und ich das eine grossartige Organisation finde. Da helfe ich den extrem engagierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen gerne mit meiner etwas älteren erwachsenen Sichtweise. Beim Unihockeyverein mache ich das so ein bisschen zähneknirschend, weil das in den Vereinsstatuten steht, dass man helfen muss, wenn das Kind mitmachen will. Ich habe aber keinen Nerv, mich zu Generalversammlungen und Stammtischen zu begeben, ich leiste zähneknirschend die Helferdienste (nächsten Samstag Beizlidienst beim Heimturnier von 8-13h) ab und gut isses.
Ich bin nämlich allergisch auf vereinsmeierei, ich kriege zustände in diskussionsrunden, die nicht meinen standards der effizienz entsprechen und schöpfe absolut keinen Mehrwert daraus, mit Leuten, bei denen der einzige Anknüpfungspunkt ein eventuell geteiltes Interesse ist, einfach nur in fröhlicher Runde beisammenzusein. Bei der arbeit und unvermeidlichen aktivitäten wie elternabenden muss ich mich schon so zusammenreissen, dass ich mir das nicht auch noch in meiner freizeit antun möchte.

dazu kommt, dass mich bisher noch keine einzige partei oder organisation so uneingeschränkt überzeugt hat, dass ich dafür bereit gewesen wäre, mich voll und ganz (und weniger kann ich nicht) einzusetzen. Ich habe bisher in jedem programm ein killerargument gefunden, dass es mir sehr leicht macht, mich da rauszuhalten. (Plakatives beispiel: greenpeace setzt sich gegen walfang ein. Finde ich super. Gleichzeitig ketten sich greenpeace aktivisten an unserem werkstor an mit transparenten, die mich als mitarbeiter der firma (ehemalige firma, könnte heute vermutl immer noch passieren) als Mörder beschimpfen, weil die Produkte (aus gesetzlichen Verpflichtungen heraus übrigens) an Tieren getestet werden. Ja, das finde ich dann nicht so toll. Sorry, Wale.)

Kann natürlich sein, dass das alles nur Ausreden sind, um meine Faulheit, in meiner gefühlt sehr raren Freizeit lieber Netflix zu schauen als Flyer zu verteilen, vor mir selber zu rechtfertigen. Ich weiss es nicht.

Schon mal einen Roadtrip gemacht?
Ja. 1997 mit dem Hübschen in einem rosafarbenen Hyundai von San Diego die Küste hoch bis San Francisco, ins Sonoma Valley, Lake Folsom (wir haben direkt vor dem Folsom State Prison gecampt), Yosemite und zurück. Da war schon ziemlich toll. Vorletztes Jahr in Island haben wir dann eine Familienvariante eines Roadtrips um die Insel gemacht und dieses Jahr freue ich mich schon sehr auf unser „Jetzt mit Kindern“-Revival (Nicht ganz gleich, -Yosemite, + Las Vegas und so) des Kalifornien-Trips von 1997.

Dein Verhältnis zur EU?
Achtung, das ist jetzt eher gefühlte wahrheit als tatsächlich durch politische ahnung tatsächlich fundiertes knowhow. Ich lebe ja seit fast 14 jahren in einem land, das sich mit händen und füssen gegen einen eu-beitritt wehrt, aber dadurch dass es geographisch, wirtschaftlich und so mitten in der eu liegt, halt doch fast alle eu-richtlinien befolgt und guidelines umsetzt, sei es reach, atex, die mir jetzt spontan aus meinem berufsleben einfallen. Man macht das aber natürlich freiwillig oder für den fall, dass man doch iegendwann beitreten möchte, genau wie schengen, andererseits pocht man dann auf eigenständigkeit wie bei der einwanderungsinitiave und beim bankgeheimnis, und wundert sich dann, dass die eu dann auf einmal blöd tut, wo man doch so viel freiwillig machen würde. Nun ja.
ansonsten denke ich, dass es mit der eu wie mit dem internet ist: das geht auch nicht wieder weg, obwohl manche leute manche auswüchse doof finden. Ich bin noch in einem europa gross geworden, wo man an der grenze nah österreich geld wechseln musste und kontrolliert wurde. Für die reise nach korsika in die ferien brauchte man insgesamt vier verschiedene währungen, um unterwegs tanken und aufs klo zu können. Wenn man sich das in erinnerung ruft, ist doch einiges passiert in der zwischenzeit. Aktuell muss sich die eu allerdings in den nicht ganz so rosigen zeiten bewähren, sei es in finanziell schwierigen lagen (griechenland etc) als auch in der nur gemeinsam halbwegs würdevoll zu meisternden flüchtlingssituation. Und da zeigt sich meiner meinung nach ein problem, das die, die in grossen konzernen mit den so beliebten flachen hierarchien und matrixorganisationen arbeiten: wer entscheidet, wen  man sich nicht einigen kann, und wie wird diese entscheidung durchgesetzt? Es kann doch nicht sein, dass in brüssel gemeinsam eine entscheidung getroffen wird, wen  auch nicht einstimmig, und dann gehen alle heim, und mache  doch das, was sie eh schon immer machen wollten? 
Was ich aber gut finde, ist, dass in der allgemeinen wahrnehmung (oder auch nur in meiner) die eu vom synonym für lebensfernen regulierungswahn (einheitsgrössen für gurken oder so) zu einem politischen apparat mit auftrag und mission geworden ist, auch wenn die durchsetzung noch nicht so ganz perfekt ist.

Hast Du so etwas wie eine Lebensphilosophie?
Phew, ich nehme an, das wäre etwas mit "Wenn man wirklich will, dann geht's auch" oder "Wenn man Aufgaben, sich selbst, seine Fähigkeiten und Ressourcen richtig einschätzt, dann gibts keine Überraschungen", aber vielleicht ist das auch nur übersteigerter Optimismus gepaart mit protestantischem Arbeitsethos, Pflichtgefühl, Sturheit und Disziplin bis unter die Haarspitzen.

Land oder Stadt?
Alles hat seine Zeit. Studium, Doktorarbeit, Berufsanfang und keine und nur ein Kind war super in der Stadt. Hauskauf und mehr Kinder war perfekt auf dem Land (da bin ich pragmatisch: es gibt eine Liste von Punkten, klassifiziert als „Must have“, „Nice to have“ und „No go“ und dann wird/wurde entschieden. Die Kombination aus Immobilienpreis, Anbindung an die Stadt und die Arbeitsstätten, Erreichbarkeit von Schulen, Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten, Kino etc., die Kinder sollen sich allein bewegen können, ergab für uns ein Haus in einer klassischen Vorstadtgemeinde. Mein Herz hängt nicht an dem Ort, an dem Haus nur wegen den Leuten, die drin leben und dem, was sie draus gemacht haben, aber es passt aktuell perfekt.

Wandern? Am Strand grillen? Oder Städtereise mit Kultur?
Wieso oder? Ich bin ja bekennende Vereinbarkeitsjüngerin und das auch beim Urlaub. Nur Wandern? Da meutern zumindest die Kinder. Nur am Strand? Da kriege ich spätestens am Tag 3 Hummeln im Hintern. Nur Stadt? Da tun mir beim Gedanken an nur Architektur und Kunst und psccccchhhht, das ist eine Kirche, schon die Füsse weh ;-).
Deswegen ist der optimale Urlaub ein Mix aus allem. Nur Camping und Kreuzfahrt, das kommt nicht in den Mix. Nie.

Monk oder „Mal sehen, wie’s kommt?“
Ernsthaft? Ich bin der spontanste und flexibelste Mensch, den es gibt ;-). Quatsch beiseite: ich bin sicher kein Monk, dafür bin ich viel zu pragmatisch und ergebnisorientiert. Klar würde ich die Pommes lieber der Grösse nach parallel auf dem Backbleck anordnen und das Backgemüse in Regenbogenform, aber dann würde das heute nicht mehr fertig, also: rauf und gut isses. Ich hasse aber Überraschungen und so bereite ich in meinem Kopf penibel Plan A bis mindestens F vor, mit am besten sämtlichen möglichen Szenarien, damit ich mich dann total spontan und flexibel wirkend den vielleicht veränderten Gegebenheiten anpassen kann. (Und ja, ich parke immer auf demselben Parkplatz vor dem Drogeriemarkt, könnte aber jederzeit, wenn es wirklich sein müsste, auch woanders parken. Glaube ich.)

Was wolltest Du als Kind werden?
Definiere kind. Vor der schule wollte ich unbedingt 8 werden, das schien mir das ultimativ coole alter und dementsprechend eine tolles Ziel. In der grundschule wollte ich dann grundschullehrerin werden (bevor meine mutter mit uns kindern zuhause blieb, war sie lehrerin, die grossartige lehrerin in der ersten klasse war ein grossartiges vorbild, die schreckliche in der zweiten ein toller anreiz, es besser zu machen.) Auf dem gymnasium dann, mit latein und geschichte und ganz grosser begeisterung für heinrich schliemann und dings.... die entdecker des tutenchamun-grabs wollte ich archäologin werden. Mit der zeit dämmerte mir, dass die coolen sachen schon entdeckt sind (sorry, liebe archäologen und historiker, das klingt in euren ohren sicher so wie in meinen, wenn jemand sagt, die zukunft liege in der biochemie, weil die klassische chemie ausgelutscht sei), ausserdem kam an dem humanistischen gymnasium, das ich besuchte, ab der 8. Klasse physik und ab der 11. Chemie (immer noch unvorstellbar, dass jemand da abitur machen kann, der nach einem jahr chemie mit einer 4 durchrutscht. Also: das wäre theoretisch möglich gewesen und bei einigen meiner Klassenkameraden war das auch so. BEI MIR NATÜRLICH NICHT, weil ich als erste Person an dem humanistischen Gymnasium freiwillig Chemie als Abiturfach ausgewählt habe und damit die Lehrer in högschte Verwirrung gestürzt habe) dazu und ich schwenkte auf naturwissenschaften um. Ich strebte übrigens ganz klar eine hochschulkarriere in der forschung an, zuerst in physik, wovon mich dann meine facharbeit im physik-lk kurierte. Ich hatte für den franck-hertz-versuch in der wissenschaftshistorischen bibliothek des deutschen museums originalliteratur von 1914 gelesen, die biographie von beiden wissenschaftlern (und die vom falschen hertz, der mit der akustik), ich war högscht aufgeregt und voller vorfreude, quecksilberatome in verschiedene angeregte zustände zu versetzen, freute mich aufs leuchten und überhaupt, und was machte ich? Zwei kabel in ein vorgestecktes rack mit eingekasteltem versuchsaufbau einstecken, an einem drehknopf drehen und werte von messgerät abschreiben. Das habt ihr davon, physiker, so habt ihr mich in die fänge der chemie getrieben, wo man wirklich die finger mitten in den spannenden und bunten, lauten, leuchtenden sachen drin hat. Das universitäre leben hat mir dann mittelschnell die sehnsucht nach einer karriere im elfenbeinturm ausgetrieben, nach einem kurzen flirt mit unternehmensberatung (god forbid) bin ich nun angekommen und glücklich.…

und hat das irgendwo noch etwas mit dem zu tun, was Du heute machst?
Naja, acht Jahre alt bin ich geworden ;-), ich bin heilfroh, dass der Lehrerinnencrush schnell abgeebbt ist, weil ich ein katastrophaler Erklärbär bin. Mir fehlt total die Fähigkeit, sich in jemanden hineinzuversetzen, der manche Zusammenhänge nicht versteht, der vielleicht langsamer denkt als ich, der sich nciht so easypeasy Sachen merken kann und vor allem, der nicht da ist, weil er für ein Thema oder Gebiet brennt, so wie ich, sondern weil er halt muss. Von der Archäologiebegeisterung habe ich mir ein solides historisches Grundwissen bewahrt und die Überzeugung, das humanistische Bildung toll ist und "tote Sprachen" keine Zeitverschwendung. Und sonst? Ja, Chemie, das ist geblieben, auch wenn sich mein Job im Lauf der Zeit von selber krachbummblitz zu "Leute beaufsichtigen, die Knöpfchen drehen und Werte von Messgeräten abschreiben" verschoben hat ;-).



So. Das wars auch schon fast von meiner Seite, es hat mir wirklich Spass gemacht!
Ich habe nun die Ehre, 11 neue Fragen an Blogger meiner Wahl weiterzugeben:

1. Wovor hast Du Dich als Kind am meisten gefürchtet?
2. Und jetzt?
3. Worüber hast Du das letzte Mal aus vollem Halse gelacht?
4. Wenn Du den Rest Deines Lebens nur noch ein Gericht essen dürftest, was wäre das?
5. Wenn Du Dein früheres Ich besuchen könntest und ihm einen Rat geben, in welchem Lebensabschnitt würdest Du Dich besuchen und was würdest Du sagen?
6. Was meinst Du, würde Dein früheres Ich diesen Rat befolgen?
7. Gummibärchen oder Schokolade?
8. Baden oder Duschen?
9. Chips oder Flips oder Nüsse?
10. Was war die bisher weitreichendste Entscheidung Deines Lebens?
11.Welches fandest Du die schwierigste Frage?


Uuuuuuund, diese Fragenliste geht an:
Little B.
Daily Pia
Frau ... äh ... Mutti
Cynthia von Mamamania
MeWorkingMum
Barfuss auf Lego

Ich würde mich freuen ;-)

Montag, Januar 11, 2016

Gemischte Platte


  • Gestern abend habe ich mal wieder einen astreinen Trollkommentar bekommen, allerdings in sehr höflichem  Tonfall, es wurde auch kein einziges Mal behauptet, meine Kinder wären hässlich, und nachdem ich damit schon meine Twittertimeline sehr amüsieren konnte, habe ich ihn entgegen meiner Policy freigeschaltet. Sie müssen trotzdem nicht darauf antworten, ich finde, das ist es dann auch wieder nicht wert.


  • Ich darf am Donnerstag schon wieder in die MRI-Röhre, diesmal für den Fuss. Und weil ich gross genug bin, muss ich mich vermutlich gar nicht so sehr zusammenreissen wie beim Nieren-MRI, weil mein Kopf vielleicht sogar halb rausschaut.

  • Eine meiner blödesten Ideen jemals war es übrigens, auf Anraten der Au-el-Mutter vor ungefähr 100 Jahren die gesetztliche und Zusatzkrankenversicherung bei unterschiedlichen Anbietern abzuschliessen, und noch blöder, nach "Beratung eines unabhängigen Dingscenters" (Nie, nie wieder, ihr inkompetenten Telefonabzocker!) zu zwei kundenunfreundlichen Versicherungen mit undurchsichtigen, langjährigen Schachtelverträgen zu wechseln. Ende dieses Jahres sollte dieses Kapitel abgeschlossen sein, bis dahin habe ich mich hoffentlich auch an das neue Vorgehen mit der Telefonhotline bei dieser Versicherung gewöhnt.

  • Sorry, immer noch kein Spannungsbogen.

Sonntag, Januar 10, 2016

Schnee in der grünen Villa

Lassen Sie mich ausholen: wegen der Skiferien, die ja dann so nicht direkt welche waren, in den Weihnachtsferien habe ich da nicht das gemacht, was ich sonst in den Weihnachtsferien mache, nämlich das Abstellkammerl ausmisten, die Krankenkassenabrechnung, die Abrechnung der Nanny mit der Ausgleichskasse (okay, das habe ich alles vor Weihnachten gemacht), die Feriendetailplanung und Buchung der Sommerferien und Skiferien fürs nächste Jahr, die Geburtstagsshirts für die Januargeburtstagsfreunde nähen. Stattdessen habe ich relaxt und gelacht und gespielt und gebadet und gestrickt und bin ein bisschen skigefahren. Und verstehen Sie mich nicht falsch, das war super und ganz grossartig. Andererseits hat mein innerer Controller fast einen Rappel gekriegt, weil "Es ist Januar und okay, ihr habt die Flüge gebucht, aber ihr habt ja dieses Jahr beschlossen, alles andere in Eigenregie zu buchen und da ist noch NIX passiert, und die Au-els, die fliegen auch in den Südwesten der USA und die haben gesagt, es wäre schon im Oktober eng gewesen, im Zion National Park was zu bekommen, ja, ich weiss, da wollt ihr gar nicht hin, aber überhaupt, das wird alles nicht klappen und ihr werdet in der hintersten Bruchbude wohnen müssen und alle wird ganz doof."
Das ist natürlich alles schamlos übertrieben und ich habe mir meinen Exkollegenchef in Erinnerung gerufen, der mir Anfang Dezember seelenruhig erklärt hat, dass er über die Weihnachtsferien in dings..... wie heisst das Land mit Katmandu? Ah, ja, Nepal Trecking machen wird und er hat jetzt auch schon den Flug, den Rest lässt er auf sich zukommen. Und ja, er hat von den aktuellen Weihanchtsferien gesprochen und war kein bisschen nervös. ("ABER der ist auch ohne Kinder unterwegs, wenn ich so ungebunden wäre, dann wäre mir das auch wurscht" okay, das war gelogen). Also: Rational wusste ich, dass das alles nicht ganz so dramatisch ist, wie es meinem inneren Controller erschien, aber meine Träume sprachen eine andere Sprache: anstatt dieses Wochenende, das ganz anders als das nächste nahezu terminfrei war (zu Teil nicht ganz freiwillig) den unter der Woche angesammelten Schlafmangel aufzuholen und seelenruhig zu ratzen, habe ich in meinen Träumen lauter knappsten Deadlines hinterhergejagt, 1000 stressige Dinge gleichzeitig erledigen müssen, so dass ich morgens schon total gerädert und genervt aufgewacht bin bzw. von Little L. ("Mami, wie spät ist es? Halb sechs? Da kann ich Licht anmachen, oder?" NEIN!!!!!!) geschreiflüstert wurde. Um die Geschichte nicht unnötig spannend  ;-) zu machen: ich habe heute nachmittag die Reiseroute festgelegt, alles vorreserviert und gebucht und kann heute nacht hoffentlich schlafen.
Was aber der absolute Lichtblick in diesen wirren Träumen war, war folgendes: im Traum hat Frau ...äähh... Mutti ein Video gepostet, in dem sie das Making of der diesjährigen Weihnachtskarten aus der grünen Villa zeigte. Sie haben (und fragen Sie mich nicht, wo sie den herhatten, das hat sie mal schön verschwiegen) einen Lastwagen voll Schnee bestellt, den im Flur und in der Halle  verteilt und dann in dieser künstlichen Winterlandschaft für die Karten posiert. In der Ecke vor der Küche stand ein Schneemann und Frau Mutti hat mit der Tupfenlola dort ein Wanderspiegelfoto gemacht. Die Treppe in die Halle runter war eine mit Schnee präparierte Rutschbahn und vor der Garderobe im Flur gab es einen richtigen Hügel. Ich finde diese Idee grossartig und war mir beim Aufwachen nicht sicher, ob ich das wirklich geträumt habe, oder ob das die Realität war. Vielleicht was für nächstes Jahr? Die Karten sind echt gut geworden!

Samstag, Januar 09, 2016

Verhext

Mein Claire-Underwood-meets-Gwyneth-Paltrow-in Sliding-Doors-Haarschnitt hat sich mittlerweile etabliert. Was sich ebenfalls etabliert hat, ist das Nachschneiden nach etwa 6 Wochen. Und weil die Hairstylistin meines Vertrauens högscht begehrt ist, mache ich diesen Termin immer direkt nach dem Schneiden aus. Am liebsten gehe ich Samstag morgen oder Freitag nachmittag, sonst ist das immer kompliziert mit ohne Auto bei der Arbeit etc. (Merke: wegen Tagesparkplätzen erkundigen).
Leider musste der letzte Nachschneidetermin vor Weihnachten wegen 37 Meetings am Homeofficetag ausfallen, weil ich bis nach 18:00h im Büro war und "Ich muss zum Friseur" nicht als valide Entschuldigung gilt (glaube ich). Ich habe also angerufen, um den Termin zu verschieben und wegen Weihnachten und alle brauchen da Frisur und dann waren wir "Skifahren" und überhaupt, aus den 6 Wochen optimierter Differenz wurden 10 Wochen. Weil ich fast immer Schal gegen Nacken trage, stehen die viel zu langen Nackenhaare mittlerweile keck ab, ich habe sozusagen eine MeckiFrisur am unteren Hinterkopf, es wurde also wirklich Zeit. Ich habe mich wirklich auf den Termin heute mittag gefreut. Ich hatte eine kleine ToDo-Liste fürs Nachbarsstädchen, Little Q. wollte mitkommen für die Mission "Taschengeld in Levelpacks (Amazonwerbelink) investieren", gestern abend hat mir der Hübsche die Haare in "Kristall-Eisblond" nachgefärbt* (Little Q. heute morgen: "Mami, warum sind Deine Haare so weiss?"), wir haben den Hübschen und Little L. zum Schwimmkurs verabschiedet, sind ins Auto gestiegen und losgefahren. Trotz Little Q.s Dauergebabbel ("Mami, weisste, in Lego Dimensions, das mit den Levelpacks das funktioniert so, habe ich eigentlich schon erzählt, was die anderen Kinder für Vortragsthemen haben und dass ich mit dem Plakat schon fast fertig bin...") klang das Autofahrgeräusch irgendwie komisch. Auf der geriffelten Garagenausfahrt dann wieder normal und oben auf der Strasse dann wieder komisch. Ich bin also direkt auf den nächsten Besucherparkplatz unserer Siedlung gebogen, ausgestiegen (im trömenden Regen) und einmal ums Auto marschiert. Jippieh! Plattfuss hinten links. Gnahhh. Ich habe sicherheitshalber das Auto mal stehenlassen, bin mit Q. zum lokalen Reifenhändler getrappelt (im strömenden Regen), der aber leider zu hatte. Ich habe den Friseurtermin also wieder mal abgesagt, nach dem Schwimmkurs dem Hübschen beim Reifenwechsel assistiert (wie schön: in der Betriebsanleitung des Autos ist eine detaillierte Anleitung zu, Reifenwechsel enthalten) und statt Kopfhautmassage zu geniessen habe ich in einer Übersprungshandlung die Küchenschränke ausgeleert, ausgemistet (WER HAT DEN SCHOKOPUDDING MIT MHD 2006 BEI DEN LETZTEN MALEN VOR MIR VERSTECKT?! und warum haben wir drei Pakete Perlgraupen und 2.3 kg Basmatireis?), umsortiert (5S ftw!), Cookies gebacken, Lego Dimensions Figuren stattdessen online bestellt, ein Beach Condo in Del Mar reserviert, eine Hütte im Sequoia National Park gebucht und gebadet. Der Reifen wird am Montag getauscht und jetzt brauche ich nur noch einen Friseurtermin. Und einen Haargummi.

* Der optimierte Schneide-/Färbetakt von 6 Wochen sorgt dafür, dass der Ansatz nie zu stark zu sehen ist, meiner Meinung nach ist Färben vor dem Schneiden insofern geschickt, dass die durchs Färben am meisten beanspruchten Haarspitzen dann grad abgeschnitten werden. Ausserdem muss ich dann nicht im Friseurspiegel den im nassen Zustand platt gescheitelt extrem deutlichen dunkleren Ansatz sehen. Und ja, man könnte auch beim Friseur färben lassen, aber für mein mangelndes Sitzfleisch ist eine Stunde Waschenschneidenfönen schon grenzwertig lang, wenn ich dann noch eine Extrastunde für Färben sitzen muss, schläft mir der Hintern ein. Und zwei Stunden Gala und Bunte machen mich total hohl im Hirn. Netflix auf dem heimischen Fussboden ist da schon angenehmer. Und Kristall-Eisblond ist der legitime Nachfolger des legendären "Orchideenblond"

Freitag, Januar 08, 2016

Suppenbar

Freitag = Homeofficetag, das heisst, für mich kocht kein Kantinenkoch Personalrestaurantmaitre, für die Kinder kocht keine Nanny, lang dauern darf es auch nicht, weil ich muss ja arbeiten.
Nachdem es schon Pizzaschnecken (weil da die Frage mal kam: das einfachste der Welt,  auch wenn das gerne mit stimmungsovllen Vintagelookbildern zu einem Lifestyleblogeintrag deluxe hochgejubelt wird: Pizzateig selbermachen oder aus der Packung nehmen, mit Pizzasosse aus Passata, Saltz, etwas Olivenöl, Oregano bestreichen, auf jeden Fall Käse draufstreuen, wenn Ihre Kinder nicht so heikel sind wie meine, gerne noch alles andere, was auch Pizza draufkann, kleingeschnitten, wie Oliven, Paprika, Mais, Salami o.ä., allerdings nicht zu dick. Aufrollen, in ca 2-3 cm dicke Scheiben schneiden wie Zimtschnecken, auf ein Backbleck und ca 20 min bei 200Grad backen), Nudeln, am Abend vorbereitete Aufläufe, Ofengemüse und Fischtstäbchen gab, ist mir im Moment sehr nach Suppe. Und zwar nicht nach Nudelsuppe, womit man meine Kinder auch immer kriegt, sondern eigentlich nach der Sellerie-Apfelsuppe, die es in Arosa auf der Hütte gab, aber wir wollen ja mal die Kindertoleranz nicht überfordern, also gab es heute Kartoffelsuppe (Kartoffeln, Zwiebel, Knoblauch, kleine Karotte anschwitzen, mit Gemüsebrühe und was von dem selbergemachten Suppengewürz ablöschen, kochen lassen, pürieren, Schluck Sahne rein).
Und weil Personalisieren immer zieht, habe ich eine "Pimp your Kartoffelsuppe"-Bar mit Röstzwiebeln, Backerbsen, Wienerle, Speckwürfeln, zerbröckeltem Pumpernickel, Kürbiskernöl, Trüffelöl (was wir alles haben!) und frischem Ingwer vorbereitet. Das ist alles in allem eine Sache von einer Viertelstunde, wenn man sich auf "Mute" schaltet, kann man das sogar während einer Telefonkonferenz machen (Merke: Bluetooth-Headset organisieren, das Kabel ist zu kurz).

 
 Und weil ich meine Kinder ja kenne und dementsprechend skeptisch war, habe ich den Rest Schinkennudeln vom Vorabend auch noch zum Aufwärmen parat gestellt.
Aber: Es geschehen noch Zeichen und Wunder und die Karotte in der Suppe hat man dank durchs Sieb Streichen gar nicht mehr erkannt, die Backerbsen hatten wider Kindererwarten auch nichts mit Erbsen zu tun und so bin ich offiziell die "Beste Kartoffelsuppenkocherin der Welt, vor allem wegen dem Reintuzeug, sonst ist Suppe halt nicht so spannend."
 
 
 

Donnerstag, Januar 07, 2016

Sing along

Das wäre was für Kollegenkaraoke. Oder die nächste GMP-Schulung über Data Integrity. Ganz, ganz grosses Kino!


Mittwoch, Januar 06, 2016

Hoch hinaus

Heute habe ich meinen neuen Büroplatz besichtigt. Ich habe die ganze Zeit erwartet, ich müsste irgendwo die Strassenschuhe abziehen oder so Filzüberschuhe anziehen.
Wohoooo, wird das toll! Ich bin noch ganz geflasht von Hochgeschwindigkeitslift, persönlicher Temperaturregelung, dem Vogesenpanorama in den Löchern meiner Cubicle-Abtrennung, PLATZ und dem Blick nicht auf einen Baucontainer in 1m Entfernung.

In der Cafeteria im 38. Stock: das Weisse sind geschliffene Rheinkiesel

Da habe ich dem Hübschen zugewunken in seinem Büro im 10. Stock in unserem Wohnort.

Beim Selfie auf der Terrasse im 38. Stock darf man das Handy auch nicht über die Brüstung halten.

Neu. Alles.

Ich nehme an, in der eigentlichen "How to use this building" wird die korrekte Benutzung des Abfallentsorgungssystems noch erläutert.

Meine neue Aussicht. Ab nächsten Mittwoch.

Dienstag, Januar 05, 2016

WMDEDGT 01/16

Herzlich willkommen im neuen Jahr! Auch heuer wüsste ich gerne von Ihnen: "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?" (und ja, die Diskrepanz zwischen Duzen und Siezen ist mir bewusst, aber jetzt heisst das Ding schon seit Jahren #wmDedgt, da ist es auch schon wurscht...)
Also: tagebuchbloggen, teilen, weitermachen ;-)

Das mit dem Frühaufstehen hat nach den Weihnachtsferien ja ganz gut geklappt, das rechtzeitig ins Bett gehen noch nicht so ganz. Nach einer Folge "The Good Wife" (Amazon-Werbelink) ist es fast Mitternacht, nach Spülmaschine ausräumen, Wäsche abhängen und verräumen, bettfertig machen und noch "Die Schneelöwin" (Amazon Werbelink)auslesen ist es halb eins und zu spät. Nun ja.

Es ist, wie es ist, wie immer zu Arbeitszeiten wache ich um fünf einmal auf und dann um 6 ist es wirklich vorbei mit Schlafen. Wäsche aufhängen, fertigmachen, durch den Regen im Dunkeln zum Bus laufen, im Bus mit der von Anne Schüssler empfohlenen Astrid Lindgren-Bigraphie (Amazon Werbelink) anfangen, 7:15h sitze ich am Schreibtisch, los gehts ;-).
Bis zur Kaffeepause um neun habe ich es geschafft, mir durch ganz viel Zeichnen von Formeln mit Accelrys die rechte Schulter so zu verspannen, wie ich es auch Doktorarbeitszeiten noch kenne. Kaffee und danach mein Bürozeug und so in Kisten zu packen für den Umzug nächste Woche lockert. Ich kann bis nächsten Mittwoche nachmittag übrigens nicht mehr lochen, heften oder einer anderen Farbe als Leuchtorange anstreichen. Dafür habe ich meinen vermissten Bikini wiedergefunden (für den Fall, dass Sie sich jetzt Fragen über die Kleiderordnung bei uns im Büro stellen: der war im Wickelfisch für allfällige Mittagspausen Rhein-Abwärtsschwümme. Kann ich jetzt bis nächsten Mittwoch auch nicht machen.)
Nach vier Kisten gehts mit der Schulter wieder und ich male weiter. Zum Mittagessen bin ich mit einem ehemaligen Kollegen, der jetzt auch wieder ein aktueller Kollege ist, verabredet. In der Kantine philospophieren wir bei Quorn-Burito (ich) und Bratwurst mit Rösti (er) über Silvester und StarWars.
Zurück im Büro kann ich weitermalen und schreiben; ein Grossteil der Leute, mit denen ich zusammenarbeite oder von denen ich etwas brauche oder umgekehrt, sind noch im Urlaub, d.h. ich kann jetzt all das erledigen, zu dem ich sonst wegen "Könntest du mal schnell abklären.." oder "Das müssen wir jetzt sofort erledigen" nicht komme. Ungewohnt, aber auch ein gutes Gefühl, mal stundenlang an einem Thema (okay, es sind vier Produkte, aber ich muss für alle vier die gleiche Dokumentation erstellen) zu arbeiten. Kurz vor fünf packe ich zusammen, gehe bei 6 Grad und Nieselregen mit dem knalltürkisen Wickelfisch unter dem Arm erhobenen Hauptes zum Shuttlebus und fahre nach Hause. An der Ecke vom Werksgelände treffe ich den Hübschen, um halb sechs sind wir zu Hause.
Die Nanny spielt mit Little L. Lego, Little Q. sitzt noch an den Mathehausaufgaben. Nach dem üblichen Hausaufgabencheck, Tests unterschreiben, was braucht ihr morgen etc. verabschiedet sich der Hübsche zum Sport. Mir ist nach Kartoffelsuppe zum Abendessen, aber anscheinend hat die Nanny die Kartoffeln bis auf zwei für das Mittagessen aufgebraucht, also mache ich Gemüsesuppe mit dem, was halt sonst noch so da ist. Dazu gibt es Feldsalat und für die Kinder Pizzaschnecken. Ich denke sogar dran, jedem eine in die Znünibox zu packen. Zusammen mit Karotten (Q) und Gurken (L) ist das was, was sie mögen ;-).
Little Q. erzählt beim Abendessen über ihr geplantes Vortragsprojekt in der Schule. Jeder darf einen 3-5 Minutenvortrag über ein Thema seiner/ihrer Wahl halten.
Littel Q. hat sich schon etnschieden, er wird über den ersten Band der "Artemis Fowl"-Reihe (Werbelink)erzählen (er hat mittlerweile alle durch und ist begeistert! Von wem auch immer der Tipp damals kam: danke!)
Morgen soll schon mal Material mitgebracht werden, ich hoffe, er denkt daran, den Kindle mitzunehmen. Nach dem Essen lege ich die Trocknerwäsche zusammen und scheuche die Kinder durch die Dusche. Little Q. zeige ich dann schnell noch, wie er im Internet Informationen zum Autor und Anschauungsmaterial finden kann. Ich bin schon sehr gespannt auf den ersten Probevortrag am Wochenende.
Während Little Q. also mit Google und Wikipedia hantiert, lese ich Little L. ein Kapitel aus "Karlsson vom Dach" vor und wir kuscheln eine Runde. Little Q. ist inzwischen in den Weiten der im Internet vorhandenen Hintergrundinformationen verschollen, ich muss ihn mit sanfter Gewalt vom Computer loseisen ;-).
Ich frage per Mail noch ein paar potentielle Unterkünfte in USA für unseren Roadtrip im Sommer an, dann kommt hoffentlich irgendwann der Hübsche nach Hause und nach einer Folge "The Good Wife" und ein paar Seiten in der Lindgren-Biographie (und Waschmaschine, Spülmaschine und was halt sonst so dazugehört) ist es dann sicher wieder Mitternacht, bis ich im Bett bin. Nun denn...