Samstag, November 12, 2016

Swiss Blog Family

Zurück von der "Swiss Blog Family" sitze ich hier mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite habe ich eine perfekt organisierte Konferenz erlebt (danke, Severine und Katharina, das habt ihr echt grossartigst hinbekommen! Respekt!). Ich habe endlich mal Katarina von Staublos getroffen (schon am Bahnhof und weil wir, wie könnte es anders sein, viel zu früh waren, haben wir schon vor der Konferenz unendlich viel geschwatzt und gelacht, das war richtig toll. Ich habe ganz kurz Madame Ichlebejetzt getroffen und interessante Gespräche mit Mrs Cgn, TheMama und Frau Sparfuxx geführt. Ich hätte gern noch länger als die zwei zwischen den Vorträgen gewechselten Sätze mit "Zweimal Feierabend" gesprochen, dafür habe ich mit Runzelfüsschen gesprochen und mich mit Michele Binswanger wieder vertragen :-),keinen Stokkestuhl für das Berliner-Hipster-Bruder-Baby gewonnen, aber das ist ok, die Goodiebags waren auch ohne Stokkestuhl schon schwer genug zum Heimschleppen :-).
Ich habe interessante Infos zum Thema Persönlichkeitsschutz und Bilder-Veröffentlichen im Schweizer Recht bekommen (Fazit: wir machen das schon ganz gut), ich habe einen interessanten Blick drauf bekommen, wie weit man mit dem Schutz der Privatsphäre im Internet gehen kann, wenn einem das so wichtig ist. Ausserdem habe ich viel über Little L.s und Q.s Lieblingsstifte gelernt (ich soll ausrichten: am coolsten wäre so eine Box zum Aufklappen mit ALLEN Farben, da könnte Q. dann bestimmt viel schöner schreiben als jetzt :-))
Auf der anderen Seite habe ich gemerkt, dass ich keine typische Eltnerbloggerin bin. Oder keine typische Elternbloggerin, die auf Elternbloggerkonferenzen geht. Die Podiumsdiskussion zum Thema "Sichtbarkeit" sollte, glaube ich, Hilfestellungen geben, wie man aus Kooperationen mit Firmen/Bloggern das meiste rausholt (sicher nicht nur monetär). Das mag für viele interessant sein, aber ganz ehrlich: mein Alltag ist so voll, das Blog ist ein reines Hobbyprojekt. Meinen Lebensunterhalt verdiene ich mit dem Beruf, den ich gelernt habe, und das bringt mich in die komfortable Situation, sagen zu können: ganz ehrlich könnte ich mit keiner Kooperation so viel verdienen, dass es die Zeit, ein Angebot zu verhandeln und Rechnungen zu schreiben und meine Posts mit einer Agentur auf ein Kundenprojekt abzustimmen, aufwiegen könnte. Und ja, es mag nicht besonders professionell sein und vielleicht haben andere Blogger das Gefühl, ich würde ihnen die Preise versauen, aber ich werde es weiterhin so machen, dass ich nur Produkte teste und drüber schreibe, wenn es wirklich perfekt passt (wie Netflix oder Ergobag oder der aktuelle Kosmobits-Kasten, der hier gerade heissläuft zB), aber dafür werde ich niemals Honorar neben eben dem zu testendem Produkt und evtl. unter meinen Lesern zu verlosende Exemplare in Rechnung stellen. Aber ich will und muss ja mit diesem Hobbyprojekt nicht professionell sein. Dass das andere anders machen und anders sehen, habe ich heute gelernt (und wusste es auch vorher schon), und das ist ja auch absolut legitim, aber ich tu mir das nicht an.
Ich habe das Gefühl, in der aktuellen Generation Elternblogger* stellt das sehr in den Vordergrund, und so weiss ich nicht, ob ich noch mal zu einer Elternbloggerkonferenz gehe. Vielleicht mal, um was zu erzählen. Aber nicht zum Thema Professionalisierung oder Kooperationen :-).


*und ja, ich muss schmunzeln, wenn Blogs, die 2011 oder 2009 gestartet sind, als "Urmütter" bezeichnet werden. Aber das ist ein anderes Thema.

Kommentare:

Themama hat gesagt…

Ja da bist du mit Startjahr 2004 quasi die Urgrossmutter der Elternblogger ;-)

War cool dich mal zu treffen.
Liebe Grüsse, Miriam

Biki hat gesagt…

Ach, zum Glück!
Von diesen Werbe-Mamas-Blogs lösche ich grad eins nach dem anderen aus meinem reader. Das nervt furchtbar. Da hab ich viel lieber die Echtheit und Unverkrampftheit wie hier.
Danke dafür!

KaTe hat gesagt…

Ich habe zeitweise das Gefühl, dass es kaum noch ungesponsorte Blogs gibt :/
Zumindest, wenn ich mich so durch die Bloggerwelt klicke oder auch manchen Mamas bei instagram folge.

Schade eigentlich, denn es überkommt einen manchmal das Gefühl, es läuft alles nur noch über Sponsoring und nicht mehr "reallife".

LG KaTe (schönen Sonntag)

TAC hat gesagt…

Ich seh das genauso. mein Blog ist mein Hobby, und je nach Zeit und Muße gibts mal mehr, mal weniger Beiträge.
Ich mag mir nicht den Stress antun, an Tag X genau den Eintrag zu schreiben oder mit Irgendwem zu verhandeln. Ich find es viel schöner, wenn ich in den Blogs das echte Leben finde. Trotzdem lese ich auch einige Blogs, in dem Proukte vorgestellt oder verlost werden und wenn sie mir zusagen, nehme ich auch daran teil. Deshalb find ich es auch okay, wenn andere andere Ansprüche an ihr Blog stellen. Ich hab ja die Wahl, ob ich sie lesen will.
Insofern, schön, wenn hier alles beim Alten bleibt und das Leben abgebeildet wird.
Vielen Dank, dass ich lesend daran teilhaben kann.
LG von TAC

Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) hat gesagt…

Hallo Frau Brüllen,

es war schön, Dich mal IRL zu treffen. Schade, dass wir Veranstalterinnen fast keine Zeit zum Schwatzen... sorry: Netzwerken hatten.

Alles Liebe
Katharina

Anonym hat gesagt…

Ich lese hier ja bereits seit 2008 mit und genauso lange lese ich eigentlich auch "Mamablogs". Damals gab es eine tolle Auswahl von verschiedenen Frauenblogs, die jede auf ihre ganz besondere Weise, von sich und ihrem Familienleben berichteten. Das wirkte alles sehr ehrlich und authentisch und genau das machte den Reiz dieser Blogs für mich aus. Von diesen Blogs existieren nur noch eine Handvoll, aus unterschiedlichsten Gründen. Den meisten, die geblieben sind, bin ich treu geblieben, weil sie sich nicht verbogen haben, weil ich ihnen die äußerst spärliche Werbung abgenommen und somit auch komplett gegönnt habe. Mit der "neuen Generation" habe ich es versucht, aber ich bin nicht warm geworden. Zu austauschbar, zu gewollt, zu sehr nach Profit aus. Wenig Persönlichkeit, wenig unverkennbare Handschrift. Und wenn jeder zweite Beitrag Werbung ist (für teilweise absolute Quatschprodukte und Dinge, die ich nichtmal mit dem Blog verbinden würde), dann sehe ich denn Sinn am persönlichen Weblog einfach nicht. Und wenn diese Beiträge dann auch noch vor Rechtschreib- und Grammatik-Fehlern strotzen, dann fühle ich mich erst recht verarscht. Da bin ich dann wirklich pedantisch, denn Job ist Job und den hat man Ernst zu nehmen, vor allem wenn man sein Projekt im weitesten Sinn als Online-Marketing begreift. So, Rant over. ;-)
Einen schönen Sonntag!
Sarah

Frau Krähe hat gesagt…

Liebe Frau Brüllen
Wir waren beide da und haben nicht miteinander gesprochen. Schade, denn jetzt, beim Lesen Deines "Debriefings" weiss ich; wir hätten uns gut verstanden (bei mir auf dem Blog klingts heute ganz ähnlich). Nicht alle springen auf den Zug des (vermeintlich) "schnellen Geldes" auf. Ich bin beruhigt.
Herzliche Grüsse
Martina

Frau Brüllen hat gesagt…

@Frau Krähe: Schade, dass es nicht geklappt hat, Du hast recht: es klingt so, als sähen wir das sehr ähnlich. Ich freu mich trotzdem über ein neues Blog in meinem Feedreader!

Séverine hat gesagt…

Liebe Frau Brüllen
Ich hab mich sehr gefreut, Dich an der Swiss Blog Family wieder zu sehen! Das mit der Podiumsdiskussion kam wohl nicht so bei Dir (und anderen) an, wie es eigentlich die Intention war. Es ging darum, wie man generell sichtbarer wird - nicht nur für Sponsoren, sondern eben für potenzielle Leser und auch die Medien. Wer einen Blog hat, will ja von jemandem gelesen werden, oder? Deshalb nahm ja auch Christine Finke am Podium teil, die partout keine Kooperation auf dem Blog hat - nicht mal Netflix oder Ergobag.
Ich hoffe, Du bist trotzdem auch im 2017 wieder mit dabei!

Herzliche Grüsse
Séverine

Frau Brüllen hat gesagt…

@Séverine: ja, das dachte ich mir bei der Zusammensetzung auch, dass die Diskussion anders gedacht war. Es war halt dann doch sehr auf eben entweder Kooperationen oder "wie promote ich mich selber" zB für Zeitungsartikel etc. fokussiert. Und ja, Christine Finke hat keine Kooperationen, aber ich habe den Eindruck, um eine meine Gesprächspartnerinnen zu zitieren, sie nutzt ihr Blog neben dem Wellemachen als stehende Arbeitsprobe für eben andere Aufträge. Das ist auch eine Art "Geld draus machen", was ja in keinster Weise verwerflich ist, aber genauso wenig meins, wie die "Kooperationsblogger". Und ja, ich möchte einerseits gelesen werden, aber andererseits: nicht um jeden Preis und ehrlich gesagt wird mir bei meinen Followerzahlen eher schwindelig als dass ich sie nach oben treiben möchte :-)