Mittwoch, März 02, 2016

Skifahrsuppe

Ich weiss, überall stehen schon Tulpen, man instagramt Schneeglöckchen, Narzissen, man freut sich auf Ostern, Frühling wedelt unglaublich aufdringlich mit seinem blauen Band.
Überall? Nein, in einem kleinen Dorf im Fricktal ist zwar auch nicht mehr richtig Winter, aber immerhin eine Bewohnerin, um den hauseigenen Furby zu zitieren: "MAG DAS GAR NICHT!".

Ich bin Winterkind, mein Serotoninhaushalt braucht keinen Vitamin D und Wärme, nein, meine Glückshormone werden bei Werten unter Null und durch das Knirschen von Schnee untern den Schuhen ausgeschüttet.

Und seit einigen Jahren gehört für uns (okay, lassen Sie mich ehrlich sein: für den Hübschen und mich, die Kindern findens "Ih, da ist ja Gemüse drin?!" eklig) diese Suppe hier zum Winter:

1 Zwiebel
3 Mettenden (ich habe keine Ahnung, was das tatsächlich ist, so steht's im Rezept, ich nehme anhand des Fotos an, dass es irgendwelche Würschtl sind. Ich finde, es klingt nach nur halben Würschtln, eben nur den Zipfeln, aber das wäre ja Quatsch, man weiss ja, dass eine Wurst zwei Enden hat. Ich nehme roh geräucherte Bauernwürschtl, mit denen schmeckt es auf jeden Fall super)
1-2 EL Öl
3 Karotten
1 Stange Lauch
400g Kartoffeln
1 TL Oregano getrocknet
1 EL gekörnte Gemüsebrühe
0.75L Wasser
1 Dose weisse Bohnen (die grosse Dose, so 800g)
1 kl Dose (so 400g) Tomaten mit Saft

Man würfelt die Zwiebel, scheibelt welche Sorte Wurst man auch immer hat (man könnte vermutlich auch Räuchertofu oder Vegi-irgendwaswurscht nehmen oder sie weglassen. Ist vermutlich auch nicht unlecker, aber halt was anderes) und brät beides im heissen Öl an, und zwar so lange, wie man braucht, um Karotten und Kartoffeln zu schälen, und dann zu scheibeln bzw. würfeln und den Lauch in Ringe zu schneiden. Dann kommt das alles mit in den Topf, wird angeschwitzt (so lang, wie man braucht, um die Gemüseschalen wegzuschmeissen, das Brett zu waschen und die Arbeitsfläche abzuwischen), dann kommt der Oregano, das Wasser und die Gemüsebrühe dazu und ein Deckel drauf. Man kocht das 15 Minuten, giesst derweil die Bohnen ab und spült den Dosengrusel mit kaltem Wasser von ihnen ab. Die Tomaten kann man auch schon aufmachen. Dann kippt man beides in die Suppe und kocht nochmal mindestens 5 Minuten, schmeckt mit Salzfpefferzucker ab, fertig.

Man kann die Suppe entweder jetzt schon essen (ich mag sie besonders gern mit noch einem Schuss Tabasco drin) oder noch besser den Herd abstellen, die Suppe kaltstellen, am nächsten Tag ausgiebig Skifahren gehen, heimkommen mit müden Beinen, die Suppe aufwärmen und geniessen.

Bei uns reicht sie für zwei Erwachsene 2 Tage, wenn man nicht die ganze Zeit zwischendrin mal kurz eine winzige Portion probieren muss.


Kommentare:

Pia hat gesagt…

Mettenden sind roh geräucherte Schweinehackwürstchen. Sehen genauso aus wie Deine Würschtl.
Ich werd das probieren und berichten! Sieht jedenfalls YAMMI aus.

Evi hat gesagt…

Klingt gut, ich werde es am WE probieren. Mit der Wurst passt das. Mettenden gibt's nur in den nördlichen Gefilden. Schmecken nicht wirklich anders als unsere Gräucherten.

Anonym hat gesagt…

In meiner Heimat (Westfalen) sagt man Mettendchen und als Kind habe ich da immer nur an Enten auf dem See gedacht. Hab's dementsprechend auch verschmäht. Heute ess ich sie dafür umso lieber und am liebsten mit Grünkohl. Aber ihre Suppe klingt auch gut, wird ausprobiert. Danke!

Anci hat gesagt…

Mmh ... Es sollte am WE eigentlich schnöde Kartoffelsuppe geben, aber das wäre eine sehr gute Alternative - dann als Baumfällersuppe (Baumschnitt im Garten)
Danke fürs Teilen! LG Anci

Ute hat gesagt…

Danke für das schöne Wort "Dosengrusel". Und das Rezept, das klingt super! Mach ich unbedingt nach.
LG Ute

Katja hat gesagt…

Das Rezept muss ich mal der Tochter zeigen, vor allem wegen der Zwischenschritte, waschen, wischen und so. Dann aber für sie ohne, für den Rest mit Würschtl. Sieht gut aus.

Anonym hat gesagt…

Das klingt gut. Genau richtig bei dem Schmuddelwetter. Werde es morgen probieren! Danke schon jetzt für das Rezept!

Sarah hat gesagt…

Lecker! Gab es bei uns immer genauso nur ohne Tomaten. Aber: für mich gehört der "dosengrusel" unbedingt rein- der macht die Suppe so richtig schön dicklich. Aber ich glaub da scheiden sich die Geister, schon immer :-)

Sunni Schmidt hat gesagt…

Rezept ausprobiert, sollte für morgen sein. Ich bin nicht sicher, ob noch genug übrig bleiben wird. Sehr gut!Vielen Dank!

Queergedacht.de hat gesagt…

Mettenden sind eigentlich ganz normale Kohlwürste, die man z.B. zum Grünkohl isst. Bei einem Discounter heissen die Mettenden.

Frau Brüllen hat gesagt…

@queergedacht: das Problem (nicht wirklich, ich glaube, ich habe mittlerweile die passenden gefunden) ist, dass hier unten im Süden so etwas wie "normale Kolwürstchen" nicht existiert und keiner Grünkohl kennt und isst (zumindest nicht als Standardwinteressen) :-)