Donnerstag, Oktober 08, 2015

Müde

Sie erinnern sich an die lange Geschichte mit unserem Konto, das sich auf die Reise durch die Schweiz gemacht hat? 
Nun ja. Jetzt ist es wieder da, wir hatten im August ein erzwungenes Kennenlerngespräch mit unserem neuen Berater, nach er uns "Bis Mitte nächster Woche" Unterlagen zusenden wollte. Hat er natürlich nicht, dafür hat dann eine andere Kollegin aus der Filiale angerufen, um uns auf genau das Paket, auf dessen Unterlagen wir zum Unterschreiben warteten, hinzuweisen und uns einen Kennenlerntermin in der Filiale anzubieten. Ich bin dann am Telefon kurz unhöflich geworden, sie hat dann nie wieder angerufen. Leider hat der andere Typ die Unterlagen auch nicht geschickt, bis der Hübsche dann eben per Mail nachgefragt hat. Eine Woche später kam "Oh. Mein Fehler. Hier ist das Infopaket" genau das Material, was wir eh schon hatten, aber nix zum Unterschreiben. Auf eine mittelfreundliche weitere Mail kam kommentarlos das richtige Material, wir haben unterschrieben und dann kam eine Zeitlang nix, das ist man ja fast gewohnt.
Irgendwann dann bekam der Hübsche ganz viel Post. Und auch wenn wir seit 18.5 Jahren ein Paar sind und ich schon immer die Ablage gemacht habe, Briefe an ihn öffne ich nicht, auch wenn es mir sehr schwer fällt, einen Brief, von dem ich weiss, dass er etwas enthält, dass ich abheften muss, ungeöffnet im Weg rumliegen zu lassen, wo man das doch so schön schon verräumen könnte.
Also: Bankpost für den Mann. Beim Aufmachen zeigte sich: es die Hälfte war für mich. Also, glaube ich. 

Es sah ungefähr so aus:

Herr Dr. Brüllen
Weg, wo Herr Brüllen wohnt und Hausnummer
Wohnort Familie Brüllen

Sehr geehrte Frau Dr. Brüllen,
...laberrhabarber... senden wir Ihnen hiermit den PIN für Ihre neue Kreditkarte zu. Dieser PIN ist nur für Sie persönlich bestimmt, teilen Sie ihn mit keiner anderen Person, auch nicht Bankangestellten....


Ja. Aber das schicken die Helden nicht an mich, sondern meinen Mann. Und nein, es ist keine Partnerkarte für das Hausherrenkonto, zu dem ich dankedankedanke Zugriff bekomme, nein, es ist eine ganz normale Kreditkarte auf meinen Namen für das Konto, auf das unsere beiden Gehälter kommen, das auf unsere beiden Namen läuft, für das wir beide unterschriftenberechtigt sind.

Raten Sie mal, was in dem heutigen "An Herr Dr. Brüllen, persönlich"-Brief von der Bank drin war? Genau. Meine Karte. Passt ja gut, was hätte er sonst mit dem PIN anfangen sollen.
Und nein, natürlich geht es mir nicht drum, hinter dem Rücken des Hübschen das Konto zu räumen, wäre ja ein relativ ungeschickter Move, das mit Unterlagen, die er auch unterschreiben musste, zu planen, aber ist es denn, verdammte Axt, so schwer, einen Brief an eine Frau zu schreiben? Und das nach der Farce von "ich möchte meine Kunden kennenlernen, damit wir eine persönliche Beziehung aufbauen können." Das nächste Mal hau ich ihn*. Also: den Bankmann. Ganz persönlich. 

*Sie lasen "mein Alter Ego spricht"

Kommentare:

dasmiest hat gesagt…

Ich würde ja ganz böse vermuten, es lag am "Dr.". Evtl hat de Software der Adresserstellung bei der Titel-Auswahl Dr. nur die Möglichkeit "Herr" zu adressieren. Doch, sowas gibt es. Und ja, spätestens in der nächsten PMS täte ich die Bank anrufen und das eskalieren...

Unknown hat gesagt…

Habe mich diesen Sommer über Ähnliches aufgeregt. Ich buche den Flug für unseren Sommerurlaub, meine e-mail Adresse, mein Konto, mein Name als Erstes auf der Passagierliste und dann e-mail an meinen account: Sehr geehrter Herr Florian S. WTF?!!
Und die Post meines Mannes öffne ich auch nicht, obwohl ich sie abhefte ;-)

sabigleinchen hat gesagt…

Eine wahre Meisterleistung der Bank, ich gratuliere.
Mein Freund (wir sind ja unverheiratet, das mögen Banken auch nicht so gerne ;)) hat vor einigen Wochen einen Brief bekommen von seiner Bank: Wir konnten Sie nicht erreichen. Rufen Sie uns dringend zurück. War dem Liebsten zu wenig dringlich und er rief nicht an ;). Es kam nochmal so ein Brief, etwa gleicher Inhalt. Dann erbarmte er sich. Mitgeteilt wurde ihm, dass man festgestellt habe, dass OH DU MEINE GÜTE, ich Zugriff auf ein Konto habe das aussehe als wäre es ein Geschäftskonto (jawohl, ist es, nämlich von unserem GEMEINSAMEN Geschäft) und GEHT JA GAR NICHT, man habe ebenfalls festgestellt, dass ich da gar keine Vollmacht dafür habe. Aha. Abgesehen davon, dass ich anzweifle dass dies so ist, hat das nun etliche Jahre niemanden gestört. Denn dieses Konto habe ich seit jeher in meinem Online Banking. Er bekam dann einen Vollmachtsvertrag zugeschickt, den aber auch ich unterschreiben musste (finde ich zwar unlogisch... er ist ja angeblich der Chef dieses Kontos und kann ja eine Vollmacht erteilen wem er will). Und nun sind alle wieder happy und dieses absolute Faux pas ist endlich behoben. Ah und das Konto wurde nun zu einem Geschenkkonto umbenannt oder sowas komisches, weil die dachten, mein Freund spare auf diesem Konto für mich... ehm ja. Ich nehme mal an, es kommt da nicht so drauf an wie das heisst. Und sonst... wir waren's nicht :).

filzquadrat hat gesagt…

hier gibt es auch eine nette variante dieser speziellen vorgehensweise in sachen familienmitglieder: alle prämienrechnungen der krankenversicherung, in der ich und die kinder, aber nicht der mann versichert sind, sind aus mir nicht zugänglichen gründen an den mann adressiert. die abrechnungen der rückzahlungen für arztrechnungen aber gehen an mich. nette idee, oder? (btw.: sowohl die abbuchungen als auch die rückerstattungen laufen über dasselbe gemeinsame konto...)

Elawen hat gesagt…

😲😲😲😲
Ein guter Grund die Bank zu wechseln... *hust* sofern möglich...
Wo leben die denn, im 17. Jahrhundert?
Wahrscheinlich ist es da noch nicht vorgedrungen, dass Frauen auch mehr können als Frau vom Herrn Doktor zu sein.. *ironieoff* Ist das so ungewöhnlich, dass Frauen eigene akademische Titel haben?
Naja... Frauenstimmrecht erst 1971 eingeführt, im Kanton Appenzell Innerrhoden erst 1990... 🙈 Da kann das mit dem umdenken schon noch a bissel dauern.. 😜

Frau Brüllen hat gesagt…

@Unknown: die Umfrage, wie es uns im Leipziger Hotel gefallen hat, ging an den ältesten männlichen Mitreisenden: Little Q. ...
@Elawen: naja, den Doktortitel haben sie mir schon gelassen, nur eine eigene Korrespondenzadresse, die gibts nicht....
@Filzquadrat: hier genauso. Nur dass alle Krankenkassenpost and en Mann geht, obwohl ich dei Vertragsverhandlungen etc. gemacht habe. Aber da sind wir ja grad am Wechseln und das hat zu den Punkten gehört, die ich tatsächlich mit dem Vertreter angesprochen habe
@sabigleinchen: AUch schön!

Anonym hat gesagt…

Ähnliches Beispiel - anderer Bereich. Ich bin seit über 20 Jahren Mitglied im Alpenverein. Seit drei Jahren ist die Familie nachgezogen und nun geht die Vereinszeitung und sämtlice andere Kommunikation nicht mehr an mich, sondern an meinen Mann. WTF!

Anonym hat gesagt…

Banken, man oh man.
Ich mache auch meine Erfahrungen mit denen, aktuell warte ich seit 2(!) Wochen auf einen Rückruf.
Das Problem ist, meine Beraterin ist in Urlaub und der Kollege hat wohl keine Lust? Vergessen? Krank?
Ich habe die Erfahrung gemacht der Name der Bank ist piepsegal, nur dein Berater ist entscheidend.
Auch wenn es um Kredite o.ä. ging, ein paar % bessere Konditionen waren mir insofern egal, wenn meine Beraterin einfach nett, zuverlässig und kompetent war.
Marion