Mittwoch, September 02, 2015

Ein guter Tag

Fangen wir mal mit dem Essen an: morgens halbfrischen Zopf mit leckerer Brombeer-Himbeer-Marmelade und perfektem Latte Macchiato, mittags vegetarische Tajine mit Couscous und das ist was, was sie in der Kantine echt gut können, abends frisches Brot mit Mozzarella/Tomate, Avocado (immer noch mit isländischen Lakritzsalz) und leckerem noch vom Italienurlaub übrigen Schinken. Als Nachtisch Weintrauben, all das macht mich froh.

Dann: Arbeit. Der neue Job macht mir sehr, sehr viel Spass, ich habe meine erste Reise organisiert (immerhin einen schnelleren Rückflug gefunden und ich habe das Gefühl, zB shoppenderweise werde ich die Zeit in London Heathrow schon rumkriegen), ich mag meine neuen Kollegen, auch wenn sie manchmal ein bisschen still sind.

Das mit den Telefonkonferenzen muss ich noch ein bisschen üben, heute habe ich zwar nicht, wie auch schon passiert, und das sollten Sie echt nicht ausprobieren, mir gedankenverloren so ein schwarzes Klammerding... wie heissen die denn....mit so Ärmchen zum Aufdrücken und das Dings, was das Papier dann zusammenhält, ist schwarz?... egal, ich habe mir also heute KEINES davon an die Unterlippe geklemmt (und ja und in echt: das tut höllisch weh und man kann auch nur schwer erklären, warum man grad hektisch ist, weil es auch die Aussprache ein wenig hemmt), nein, heute war ich auf einmal sehr durstig und habe mich an einem "wönzägen Schlock" Wasser so verschluckt, dass ich wie eine ganze Tuberkulosestation auf einmal husten musste.... nun ja. Es wird. Immerhin floss kein Blut.

Allerdings muss ich gestehen, dass der schönste Moment heute bei der Arbeit der war, als mir beim Öffnen eines Dokuments klar wurde, dass an dem Satz "Man sieht sich immer zweimal im Leben" was Wahres dran ist und mir das, was ich vor einigen Jahren für Monate hinweg zähneknirschend ertragen habe, heute als Wissen sehr viel nützt. Ich sass mit so einer Art diabolischem Grinsen auf meinem Bürostuhl und hatte das Gefühl, mir würden langsam aber sicher Teufelshörnchen aus der Stirn wachsen. Und ja, ich werde natürlich dieses Wissen nicht missbrauchen (geht eh nicht), aber ich weiss es halt und kann es tatsächlich (total korrekt) nützlich einsetzen. (Vielleicht sogar, ohne dass der, dessen Unterschrift ich da wiedererkannt habe, es erfährt. Vielleicht aber auch schon, das wird dann die nächste Stufe von Teufelshörnchen.)

Abends dann hatte ich mit Little L. ein Gespräch, das ein wenig an absurdes Theater erinnert:
"Mami, kennst Du die Frau B.?"
"Nein, Du?"
"Nein."
Es hat sich herausgestellt, dass Frau B. die Aushilfsmusiklehrerin ist, weil die eigentliche Musik-Frau (hier gibts: Musikfrau, Werkfrau, Bibliotheksfrau, Schwimmfrau, Religionsfrau, Zahnputzfrau (wobei die ein und dieselbe sind)) geheiratet hat ("Woher weisst Du das?" "Stand im Brief""Hmm. Hat sie gar nicht gesagt, dass das da drinsteht. Wen denn?" "Weiss nicht, stand nicht drin." "Hm. das wäre ja mal das interessante dran gewesen."). Frau B. kommt ausserdem aus Frankreich und deshalb "Mami, mussten wir ein französisches Lied auswendig lernen, aber ich kanns nicht." Ich hatte ja Altgriechisch in der Schule statt Französisch (jahaaaaa und deswegen habe ich auch meinen ersten Job bekommen. Und weil ich natürlich auch sonst unglaublich schlau bin ;-) und bescheiden), deswegen beschränkt sich mein französischer Liederschatz auf genau zwei Lieder (mehr als auf Altrgriechisch btw), nämlich die Marseillaise und "Sur le pont d'Avignon" und irgendwie dachte ich, zweiteres wäre eher für eine erste Klasse geeignet. Ich habe also angefangen zu singen und Little L. war högscht beeindruckt, dass ich das Lied kenne, aber nicht Frau B.

Naja, ansonsten geht es mir so mittel, der seit Wochen verspannte Nacken ist immerhin wieder so entspannt, dass ich nicht mehr wie Quasimodo rumlaufe, aber ich habe mir eine veritable Schlafstörung eingefangen. Ich kann sie nicht mal mehr auf Little Q. schieben, der wieder das tut, was er soll, nämlich nachts schlafen. Ich hingegen bin nach der Arbeit (und all dem Kladderadatsch zu Hause -Essen machen, Hausaufgaben anschauen, Zettel lesen, Logopädieübungen machen, Sporteln, für den nächsten Tag packen, Wäsche, Gedöns-) so unendlich müde, dass ich denke, wenn ich nur einen Moment Pause machen würde, würde ich nie wieder aufstehen können. Wenn ich dann (nicht mal so früh, das hilft nämlich auch nix, ich habs getestet) ins Bett gehe, lese ich ein paar Seiten, bis mir das Buch/der Kindle auf die Nase fällt, schlafe ein und wache ab zwei spätestens alle halbe Stunde auf. Ab fünf lohnt sich das Einschlafen eh nicht mehr und wach wird man davon auch nicht richtig... Untertags halte ich mich mit Kaffee und viel Laufen statt Aufzugfahren und so wach, die Aussicht auf keinmal Ausschlafen am Wochenende wegen Übernachtungsparty auf Samstag und Unihockeyturnier am Sonntagmorgen ist auch nur so mittel. Und dabei habe bin ich die einzige in unserem Dreierbüro, die kein Benzo-Produkt betreut.... nun denn. In diesem Sinne: gute Nacht!

Kommentare:

IO hat gesagt…

Komm, Frère Jacques geht auch (so von Altgriechin zu Altgriechin)

Frau Brüllen hat gesagt…

Ach Gott, ja klar (wobei ich, glaube ich, das singen wollte, als ich gestern anfing.)