Samstag, Juli 25, 2015

Wie machen die denn das?

Heute beim Heimdüsen stellte sich mir eine Frage, die mich ehrlich gesagt schon länge rumtreibt, also eigentlich schon seit ich in der Schweiz bin, wo die Lastwägen am Wochenende nicht durchfahren dürfen und deshalb in langen Schlangen vor der Schweizer Grenze stehen ab Freitag oder so: wie machen das Lastwagenfahrer eigentlich, wenn sie irgendwo parken?
Sitzen die dann die ganze Nacht, oder wenns blöd kommt, von Freitag abend bis Montag morgen auf einem Autobahnparkplatz? Was machen die dann da? Oder wenn sie keinen Platz mehr auf dem Parkplatz bekommen, stehen sie dann drei Tage und Nächte auf Autobahnkilometer 3.5 vor der Schweizer Grenze und machen ..... nix? Oder spielen Uno mit ihren Lastwagenfahrerkollegen? Aus den diversen "Das sind meine Fahrzeuge"-Büchern der Jungs weiss ich, dass Lastwagenfahrer in ihrer Kabine ein Bett drin haben, aus eigener Anschauung weiss ich, dass sie sich ihre Kabinen sehr ... äh ... individuell dekorieren, aber: wo kochen sie? Wo .... also, sie wissen schon, entsorgen sie das verdaute Essen? Mit wem reden sie?
Oder fahren sie mit einem (woher haben sie das? hinten auf der Ladefläche) kleinen Auto oder Moped in die nächste Stadt und sind dann halt da? Und lassen den Laster herrenlos auf Autobahnkilometer 3.5 stehen? Was ist, wenn mal einer nicht rechtzeitig zurückkommt? Oder gibts einen Abhol- oder Busservice, der die Brummifahrer am Freitag abend dort abholt und am Sonntag abend wieder zurückbringt?

Tja. Also. Sowas habe ich mich heute gefragt. Unter anderem.

Kommentare:

sabigleinchen hat gesagt…

Ja das habe ich mich auch schon gefragt. Mein Freund hat öfters mit Lastwagenfahrern zu tun und hat gemeint, dass die internationalen Fahrer meistens eine Toilette an Bord haben (wahrscheinlich so ein Camping-Teil). Wenn die natürlich rechtzeitig dran denken, versuchen sie einen Rastplatz zu erreichen der Einkaufsmöglichkeiten, Duschen, WC etc. bietet. Aber häufig sehe ich auch welche die auf den Rastplätzen stehen müssen die ausser einer Toilette und vielleicht einer Bank gar nichts haben. Da müssten die dann ja schon auch immer genug zu Essen und Trinken dabei haben, sonst wird das ein sehr hartes Wochenende. Wobei gerade bei Fahrern aus dem Osten ist das wiederum anzunehmen, da Nahrungsmittel für sie in der CH sicher fast unbezahlbar sind. So würde ich mir die Angelegenheit also erklären.

m hoch drei hat gesagt…

Von einem Bekannten, der mal LKW gefahren ist, weiß ich, dass die da wirklich rumsitzen. Kaffee kochen, warten. Nudeln kochen, warten. Geld ist knapp, die Jobs werden oft schlecht bezahlt, sodass die Autobahngastronomie nur sparsam genutzt wird.

Frau JoLou hat gesagt…

Auch in Deutschland ist am WE Fahrverbot für LKWs, deshalb versuchen die Fahrer noch rechtzeitig an zu kommen oder müssen es schadden Rastplätze anzufahren, die teilweise dann übers WE einfach voll sind, manche haben digitale Anzeigen wieviele LKWs noch drauf können, dort haben sie wenigstens Truckerduschen und warmes Essen, deshalb gibt es auch ganz viele Autohöfe am Rande der Autobahn und von dort sehe ich ganz oft die osteuropäischen Fahrer (irgendwie erkennt man die) zum nächsten Supermarkt mit Rucksäcken und Tüten laufen und in diesen Trucks kann ich dir versichern ist keine Campingtoilette, da kann man froh sein, wenn die Achse noch nicht durchgerostet ist (vor kurzem wurde wieder hier ein LKW aus dem Verkehr gezogen dessen Reifen total aufgeschlitzt war und auch der Rest nicht mehr verkehrssicher.
Ansonsten haben die Jungs alles dabei was sie brauchen leider schauen die auch während der Fahrt TV (alles schon erlebt)

Roxanne R hat gesagt…

huhu,
also früher, als ich noch klein war, fuhr mein Vater LKW... mit Sicherheit wird das heutzutage etwas moderner sein, aber bissl kann ich dich aufklären ^^

- ein großer Wasserkanister war immer dabei zum waschen, geduscht an Raststätten
- kleiner Gas-Camping-Kocher dabei und einige Dosengerichte (ich fands als Kind super, wnen ich mitdurfte... Ravioli, Kartoffelsuppe mit Wurst, Ravioli...)
Denn eins ist klar, man kann nicht jeden Tag an der Raststätte etwas essen, das ist ganz schön teuer...
- es gibt nen Kühlschränkchen, so dass Wurst, Käste und Butter und Joghurt gekühlt sind und man sich auch schnitten für den Tag schmieren kann.
- für das Entertainment gab es früher nur Bücher, Zeitungen und Kassetten, später CDs... heutzutage haben viele ja kleine Laptops oder TV-Geräte dabei, Internet gibts auch fast überall...

Und die Fahrer wissen das ja, dass sie nach x Std Lenkzeit eine Pause machen müssen und schauen sich rechtzeitig nach einem geeigneten Rastplatz um bzw. kennen sie bei euch ja das Risiko,wenn sie nicht rechtzeitig durch sind, dass sie dann stillstand haben- ich denke, die packen sich genug Nahrungsmittel ein, um rumzukommen.

Auto oder Moped wird wohl keiner haben, ich hab auch noch nie einen mit einem Klapprad gesehen.... und 3 Tage den LKW ohne aufsicht irgendwo stehen lassen birgt auch das Risiko, dass er aufgebrochen wird... grade die Planen werden ja so schon oft aufgeschlitzt...
Also die stehen dann Freitag bis Montag fest...

So, ich hoffe, ich konnte dir ein bissl was dazu sagen :)Falls ich was vergessen habe, nur zu, frag nach.
Liebe Grüße

Christian Fischer hat gesagt…

Die Antwort auf all das lautet: Ja. As in: Ja, all das kommt vor.

Man sagt, es gäbe dann wiederum andere Gewerbe, die auf dieser Situation aufbauen.

♥ Doreen ♥ hat gesagt…

Ja die sitzen in der Kabine, haben Fernseher und ein Bett. Machen sich Brote oder ne Nudelsuppe. Warten, dass die Zeit rum geht oder müssen genau auf ihre Zeiten achten, die sie fahren oder pausieren müssen. Der Tag hat oft 15 Arbeitsstunden. Bezahlt wird pauschal... Sie werden von den Firmen, welche sie beliefern, schlecht behandelt. Stundenlang grundlos stehen gelassen. Von Pkw Fahrern gehasst.
Und sie sind doch so wichtig... Hut ab vor allen, die das jahrelang aushalten.

Frau Brüllen hat gesagt…

Danke Ihnen allen. Der Punkt ist: ich weiss, klar, dass LKW-Fahren kein Traumjob ist. Überhaupt nicht. Ich habe das für mich allerdings immer an der schlechten Bezahlung, den familien- und solziallebenunfreundlichen Arbeitsbedingungen und dem vielen Fahren festgemacht. Das "rumstehen" mit .... nix zu tun, das hatte ich gar nicht auf dem Schirm. (dabei ist einer meiner Cousins Exbrummifahrer und nun Spediteur....)