Sonntag, November 30, 2014

1. Advent: Ein historisches Türchen

Ich werde nie die Geduld für eien Blog-Adventskalender haben, da müsste ich ja (zusätzlich zu allen Weihnachtsgeschenken, Dankeschöngeschenken für Lehrertrainerkindergärtnerinnen und 25 Sorten Plätzchen auch noch) 24 vorbereitete weihnachtliche Blogsposts am 1. Dezember vorbereitet haben und dafür habe nicht mal ich die Nerven, aber nachdem wir heute nach langer, langer Zeit mal wieder die gesammelten Kindervideos auf der Festplate durchgeschaut haben und ich ohne Witz Tränen gelacht habe, habe ich beschlossen, Ihnen jeden Adventssonntag ein weihnachtliches Videoschmankerl zur Verfügung zu stellen. Die einen oder anderen kenne vielleicht das eine oder andere schon oder noch, aber ich finde, das macht nichts.
In diesem Sinne: Enjoy the first X-Mas video, starring (Very) Little L. and (Really) Little Q.:

video


Samstag, November 29, 2014

Schwächling

(Versprochen, bald höre ich mit dem "Ich arbeite so viel, ich bin so aufgeregt"-Gedöns wieder auf, heute ist das nur die Überleitung zu was anderem)
Also: ich habs ja hier und woanders schon das eine oder andere Mal fallen lassen: Daueradrenalin macht bei mir, dass ich keinen Appetit mehr habe, dass ich fast nix zu essen runterkriege und dementsprechend abnehme. Wenn das über Wochen geht und dazu noch wenig Schlaf und physische Anstrengung kommt, dann sind das auch mal gerne über 4 Kilo.
Seit gestern ist der Appetit wieder da, und so sehr ich mich natürlich über die 4 Kilo weniger (das waren die 4 Kilo zu der 5 als erster Stelle, die ich immer schon loswerden wollte*) freue, so beeindruckt bis erschüttert war ich über den Verlust an körperlicher Kraft. Okay, es kann natürlich damit zusammenhängen, dass wir gestern beim Abbauen nach der Veranstaltung noch anderthalb Stunden im Akkord Molymod-Molekülmodelle in Atome zerlegt haben (ich bin immer noch begeistert, wie gut das alles geklappt hat) und sich meine Finger so wund wie zu besten Boulderzeiten angefühlt haben und die Unterarme auch diesen klettertypischen Muskelkater hatten, aber: als ich heute die Weihnachtsschmuckkiste vom Regal auf Überkopfhöhe runterholte, tja, also, es war ziemlich erniedrigend. Noch schlimmer war, als ich sie wieder raufheben wollte und sie echt nicht über Nasenhöhe brachte.
Als ich heute nach dem Stadtlauf (Bilder: morgen, wenn der Hübsche die grosse Kamera leert) dann noch Little L. auf die Schultern heben wollte, damit er den Hübschen und Little Q. in der Menschenmenge sucht, habe ich das 23kg-Kind mit dem Hintern nicht über meinen Kopf bekommen, das ist mir noch nie passiert. Er musste auf eine Obstkiste steigen und mir (in der Hocke) auf die Schultern klettern. War auch lustig, weil er dachte, am besten wäre es, zu springen. War es nicht.

Nun denn, ich bin jetzt ja nicht mehr so supernervös, deswegen esse ich wieder, so geht das ja nicht weiter.

* nachdem sich das offensichtlich missverständlich liest: auch wenn es irrelevant ist (s. Kommentar): mein "ziel" war was in den 50ern, NIE unter 50.

Freitag, November 28, 2014

Update

Morgen ist es ja soweit: der Balser Stadtlauf findet endlich statt.
Q.s Laufgruppe wurde professionell trainiert, sie sind schon sehr aufgeregt und topmotiviert.
Nicht zuletzt dank Ihrer Spendenfreudigkeit beläuft sich dei bisher von Q.s Gruppe gesammelte Spendensumme für die Kinderkrebsstiftung Regio Basiliensis auf 1675 Schweizer Franken. Wahnsinn!
Dankeschön an alle Spender!
Wem ich übrigens sein Blinkeherz schicken soll, der möge mir doch bitte seine Spendenbestätigungsmail forwarden (fraubruellen@gmail.com), damit ich die dann vor Ort vorweisen kann.
In diesesm Sinne: Hopp, Power 3c ;-)

Geschafft

Also: die premiere und ich.
Heute morgen (also, fast nacht, ich konnte nämlich um 5:00h schon nicht mehr schlafen und war dementsprechend schon um 6:14h vor ort) merkte ich erstmal, dass man als 24/7-bereitschafthabende betriebschemikerin an einem produktionsstandort, an dem 365 tage im jahr rund um die uhr gearbeitet wird, schon verwöhnt ist, was zutrittsregelungen zum areal angeht. In der aussenstelle, wo wir heute waren, arbeiten, wie man so schön sagt, nur bürogummis, da wird auch die porte erst um halb acht besetzt und für die 24h-tür muss man freigeschalten sein. War ich nicht, aber mit tricks kam ich dann doch irgendwann rein.
Dann lief erst alles ganz gut an, es war eine superidee, erst mit t-shirt, jeans und turnschuhen aufzulaufen und erst nach dem aurbau die bluse und die hackenschuhe auszupacken, so habe ich mir wenigstens das t-shirt nicht mit himbeersosse eingesaut.
Kurz nervös wurde ich, als beim check in der regie die eingebetteten videos nicht liefen, richtig nervös, als sich die eingebetteten, während des events zu aktualisierenden diagramme 5 minuten vor start nicht aktualisieren liessen.
Und da hätte ich den videomann, der zum rekognoszieren für den nächsten termin kam und mir andauernd irgendwas von lichtverhältnissen und stuhlhöhe erzählen wollte, fast gebissen.
Dann: liefs. Super. Und jetzt bin ich plattestens.

Donnerstag, November 27, 2014

Zen, aber sowas von.

Beispiel gefällig?

  • Heute morgen umd 7:18h hat mir (also: meinem Anrufbeantworter) der Umzugsservice, der um 8:00h kommen sollte, mitgeteilt, dass er schon da war und nur einen Teil der Sachen mitgenommen hat. Ich habe das "Anrufen und für den Rest nochmal kommen lassen" sogar delegiert.
  • Als ich am Veranstaltungsort auftauche, um Vollständigkeit und so des transportierten Materials zu überprüfen, sagte der Gebäudeverantwortliche: "Nein, Ihr Zeug ist noch nicht da, noch keiner wollte den Schlüssel zum Raum...." War dann aber doch da, hatte wohl irgendwer anders aufgesperrt.
  • Mein Favorit war aber der Technikverantwortliche, mit dem ich zwar vor Woche alles so lala abgesprochen hatte, den ich aber seit zwei Wochen verzweifelt versuche zu erreichen und der einfach nicht reagierte. Heute klärte sich warum: ihm wurde Rucksack incl. Firmenlaptop und Unterlagen geklaut, wir haben also bei fast Null angefangen. Aber: immerhin hat er meine 27 immer hysterischer klingenden Emails nicht bekommen.

So, jetzt ist alles gut, alles erledigt, und in 24h ist der erste Akt schon vorbei.

Mittwoch, November 26, 2014

Muss. Schlafen.

Aber dazu kommt es erstmal nicht übermässig, weil am Freitag die Premiere des Riesen-von-mir-voll-und-ganz-organisierten Events ins Haus steht. Ich  bin aktuell fast davon überzeugt, dass alles glatt gehen wird (drücken Sie die Daumen, dass der interne Umzugsdienst morgen alles mitnimmt, ich habe mich nämlich mit der Materialmenge kolossal verschätzt.).
Ich habe viel gelernt, über die Befindlichkeiten anderer Menschen und was das mit mir macht (viel zu viel, aber ich arbeite dran. Bin aus dem Betroffenheitsmodus in meine vertrauten Halbklingonenmodus angekommen, fühlt sich besser an), ich weiss mittlerweile von 40 Mitarbeitern, wer zu welchem termin kommt, weil ich die Namensschilder und mehr sortiert habe, ich habe von Papierschnitten übersäte Finger, weil ich insgesamt 670 Umschläge mit Material gepackt habe, ich habe Rücken, weil ich mit zwei Kollegen das Zeug gefühlt dreimal übers Areal und zurück geschleppt habe, ich habe Lunge, weil der Bau, der an unseren Lagerraum angrenzt abgerissen wird (ohne Witz, an der Wand neben der Tür ist ein Strich, da steht dran "Abreissen bis hier"), als der Kollege die Abrissmenschen heute im Scherz fragte, ob sie da Asbest rausreissen würden, meinten die "Nein, nicht viel, glauben wir." Ähem.
Ach ja, vor allem habe ich Nerven und beginne jedes Telefonat und jedes Gespräch diese Woche "Tut mir leid, für den Fall, dass ich ungeduldig oder unfreundlich wirke, für den Fall, dass ich Sie das schon mehrfach gefragt habe, haben Sie bitte Geduld mit mir, ich bin total aufgeregt."
Ach ja. Und seit Beginn der Hardcorevorbereitung vor zwei Wochen in etwa habe ich ohne Witz 4 kg abgenommen und es hört nicht auf. Wird Zeit, dass das rum und Weihnachten ist. So lang dürfen Sie mir noch die Daumen drücken

Dienstag, November 25, 2014

Down Memory Lane

Ein von @prozac74 gepostetes Foto am
Als ich am Samstagabend für Little Ls Sonntagmorgenbeschäftigung den CD-Schrank nach Hörspielen jenseits von "Die Teufelskicker" durchsuchte, fiel mir der Soundtrack zur ersten Staffel (oder war es die zweite?) von "Grey's Anatomy" in die Hände.

 Den habe ich vor Jahren von "Düne Sieben" als Dankeschön für ich weiss gar nicht mehr was bekommen.
Abgesehen davon, dass ich beim Gedanken an diese Frau sowieso regelmässig einene Kloss im Hals bekomme, musste ich auch an vergangene Bloggerzeiten denken, damals,

  • als wir bei Frau Mutti auf dem virtuellen Sofa zusammen GA geschaut haben (also ich nicht, weil die Schweizer ja immer eher dran waren mit senden)
  • als Frau Antonmann die "Haare wie Meredith" hatte,
  • als Frau Ami über ihr Chaos mit Namen und Ausweisen und ihre Postwegbringschwäche schrieb,
  • als Larissa noch dauerhaft schlaflos war,
  • als Lise und ich uns gegenseitig an "Haare färben" auf die ToDo-Liste für vor Weihnachten schreiben erinnerten,
  • als die Engel durch Bloggistan reisten, Stilke ein minifuzziklaanes Video mit ihnen drehte, Jette den Hackengel knetete
  • als die Wandertasse jahrelang durch die Bloggerlande reiste,

ach ja.

Ist das wirklich schon SIEBEN Jahre und mehr her?

Naja, und als ich dann gestern die CD im Auto laufen liess und DAS Lied kam, das wie die Faust aufs Auge zu meiner aktuellen Situation bei der Arbeit und überhaupt passt, tja, da war der grosse Hach-Moment dann perfekt.


Montag, November 24, 2014

"Explosimeter?"

Heute mittag sass ich leise fluchend über der "Moderationsslides_Version5_final_mitÄnderungenvom WE_echtfinal.pptx"-Präsentation, als es auf einmal an der Bürotür klopfte. Auf mein freundliches Grinsen durch die Glasscheibe der Norm-Labortür öffnete ein Mitarbeiter der Gebäudesicherheitsabteilung und streckte mir freudestrahlend einen kleinen grünen Zettel und ein Gerät entgegen.

FB: "Ja, hallo? Wollen Sie zu mir?" (das ist eine berechtigte Frage, unser Büro ist nämlich ein 50:50 mit Männern und Frauen besetztes Viererbüro und wenn jemand nur den Namen der Ansprechperson weiss, kann man sich da bei uns leicht vertun.)

Gebäudemann, immer noch strahlend: "Explosimeter!"

FB: "Ja, das sehe ich. Und?"

Gebäudemann: "Fotoerlaubnis" (wedelt mit dem kleinen grünen Zettel)

Im Nachhinein hätte ich das Gespräch mit dem von meiner Kollegin sehr gern benutzten "Mach Satz!" vermutlich schneller zu einem Ende bringen können, ob es das gewünschte gewesen wäre, ist fraglich.

FB: "Ja, und?"

Gebäudemann: "Für Sie, da, steht Ihr Name drauf."

Und er hatte sogar recht. In ordentlicher Druckschrift hatte mir jemand eine kleine Arbeitserlaubnis mit zusätzlicher Fotografierbewilligung für heute von 13:00 - 16:00h ausgestellt. Und das für die Ausübung dieser Tätigkeit in Ex-Bereichen nötige Explosimeter gleich mitliefern lassen. Nur: Warum?

FB: "Ja, sehe ich. sogar richtig geschrieben, das ist wirklich toll, das sieht man selten. Aber ich habe weder eine Arbeitserlaubnis noch eine Fotobewilligung beantragt."

Gebäudemann: "Ja, ich kann da nix dafür. Ich bin nur das ausführende Organ." (streckt mir immer noch Zettel und Gerät hin)

FB: "Ja, das tut mir jetzt leid, aber ich brauch das nicht. Ich habe zwar heute morgen eine Mail an die Gebäudesicherheit geschickt, dass ich einen Besucher durch den Produktionsbau führen werde und mich um Sicherheitsausrüstung und alles andere selber kümmern werde. Aber erstens weiss ich nicht, wo man da rauslesen kann, dass ich eine Fotobewilligung haben möchte, und zweitens habe ich eine halbe Stunde später eine zweite Mail geschrieben, in der ich den Besuch wieder abgemeldet habe, weil er doch nicht kommt."

Gebäudemann: "Ja, toll, wie das so funktioniert, mit der Kommunikation und so" (streckt mir immer noch Gerät und Zettel hin)

FB: "Ja, anscheinend funktioniert das nicht so gut. Aber ganz ehrlich: ich werde jetzt nicht, nur damit Sie den Weg nicht umsonst gemacht haben, zum Werksschutz gehen und eine Fotografiebewillligung für auf dem Areal beantragen, dann einen Fotoapparat suchen gehen und dann drei Stunden lang im Bau Fotos machen, die ich nicht brauche, während ich einen Besuch, der nicht kam, imaginär rumführe. Ich habe einen Alternativvorschlag: Sie können ein Stück von unserem Bürokuchen haben und dann gehen Sie mitsamt Ihrem Explosimeter wieder zurück und wenn ich mal eins brauche, dann weiss ich jetzt ja, wie man eins bestellt."

Phew. Ich hätte fast noch eingeworfen, dass er bei mir bestimmt falsch ist und vermutlich Frau Novemberregen sucht, aber dann hätte er mich für total bekloppt gehalten.

Sonntag, November 23, 2014

Weihnachtswerkstatt

Die Jungs sind ja begeisterte Fanboys, erst von StarWars, dann kam Harry Potter und aktuell sind Der Hobbit und Herr der Ringe angesagt. (Little Q. hat alle Bücher gelesen, aktuell ist er beim Silmarillion, und wir sind immer ganz gut damit gefahren, dass er, wenn die Bücher gelesen sind, auch die Filme sehen darf.).
Seitdem ich das erste Laserschwert bei Elbenwald bestellt habe, bekommen wir deren Katalog zugeschickt und der ist noch beliebter als der Legokatalog und das will was heissen.
Weihnachten ist da natürlich prädestiniert, und wir hatten ein paar harte Diskussionen darüber, dass auch das Christkind keine LARP-Waffen für 200€ aufwärts bringen wird. Auf einmal kamen Lothlorien-Umhänge ins SPiel und die berühmte Blattbrosche und dann, als man so hin und her überlegte (Einführung ins Bugdet-Denken), kamen meine Schlauberger auf die Idee, dass sie sich ja nur die Broschen aus dem Katalog wünschen könnten und die Umhänge könnte ich ja nähen, wie schwer könnte das denn sein?

Und so habe ich zusammen mit Little Q. bei Butinette die richtige Pannesamt-Farbe ausgewählt, nach Schnittmustern gesucht und dann dieses Wochenenden insgesamt 6 Meter naturfarbenen Pannesamt in zwei Gefährten-Umhänge nach diesem Schnittmuster verwandelt. Ich muss sagen, ich bin ein bisschen begeistert. (Der Hübsche und ich schauen ja zur Zeit "Once upon a time" und ich finde eh, dass wir heutzutage viel zu wenig Umhänge tragen. So ein bisschen Dramatik täte uns allen optisch nicht schlecht).
Zusammen mit der Blattbrosche sieht das wirklich ziemlich cool aus. Ich habe an einem Umhang noch ein bisschen mit Stickerei gespielt, aber erstens ist mein Silber-Metallic-Stickgarn jetzt alle und zweitens denke ich, dass ich die restlichen Stickereien mit noch zu kaufendem grün-metallic-Garn machen werde. Aber die eigentlich für Wiesn-Accessoires gedachte Trachtendatei von Mymaki passt wirklich gut!

Samstag, November 22, 2014

Keine Zeit, keine Zeit

Es ist ja so: seit ich 90% arbeite, ist der Dienstag abend der neue Freitag vormittag, also, was den Wocheneinkauf angeht. Ich  schaue normalerweise, dass ich ein bisschen früher loskomme, auf dem Heimweg fahre ich bei dem grossen Hieber, der auf dem Weg liegt, vorbei und wenn mir nicht irgend ein Vollhonk hinten reinfährt, klappt das ziemlich gut (Auto ist mittlerweile repariert, wenn die gegnerische Versicherung die Rechnung von 4380,35 CHF wie geplant bezahlt, muss ich nur noch einmal hin, um die Kante im Lack abschleifen und polieren zu lassen, dann ist das erledigt).
Nur ist im Moment oft so viel los, auch am Dienstag abend, so dass diese Routine noch keine ist. Auch diese Woche war am Dienstag abend keine Zeit für Einkauf, am Mittwoch auch nicht, Donnerstag und Freitag auch nicht, und Samstag nachmittag hätten wir zwar Zeit gehabt, wolleten diese aber dann doch anders nutzen, als mit Millionen anderen Leuten gleichzeitig einzukaufen und dann noch ungefähr eine Stunde am deutschen Zoll anzustehen, um diese Einkäufe zu verzollen.
Tja. Also haben wir beschlossen, dass wir den Dienstagseinkauf einfach ausfallen lassen und ich erst nächsten Dienstag wieder einkaufen gehe. Was soll ich sagen, wir haben auf die Schnelle zwei Gurken, 10 Eier, ein paar Becher Joghurt und ein paar Semmeln nebenbei eingekauft und sonst leben wir von Vorräten. Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich ein Prepper bin, aber bisher merken wir nicht, dass irgendwas fehlen würde. Das Abendessen aus Bratwürschtln (mal frisch gekauft und eingefroren, für wenn mal was ist), Bratkartoffeln (Reste von den Pellkartoffeln zum Raclette letzte Woche irgendwann) und lauwarmem Linsensalat aus Belugalinsen (habe ich mal gekauft, weil sie so schön aussahen), Zwiebelwürfelchen (Zwiebeln und Knoblauch hat man ja immer), Cornichon-Würfeln (Essiggurken gibt es hier auch immer) und einer Marinade aus Senf, Balsamico, Olivenäl, Salz, Pfeffer und Zaatar (fürs Kind stattdessen Gurkensticks) war auf jeden Fall extrem lecker.

Mal sehen, was ich für morgen noch finde. Und ob ich am Dienstag überhaupt einkaufen gehen muss, oder wir noch eine Woche aus dem Schrank leben.

Freitag, November 21, 2014

Alles Jahre wieder

Weihnachten nähert sich mit grossen Schritten, das mekt man daran, dass wir wie jedes Jahr

  • den Frühlingskranz schon letzte Woche von der Tür genommen haben
  • den fast vollständig verflüssigten, recht flauschigen Halloweenkürbis entsorgt haben
  • die Skiausrüstug für die Kinder ausgeliehen haben (irgendwie haben wir heute einen günstigen Termin erwischt: wir waren mit Skier, Helme, Schuhe, Stöcke für zwei anpasssen nach 20 Minuten wieder raus. Immer noch und immer wieder dickste Empfehlung)
  • dieses Jahr Adventskalender für alle rechtzeitig parat haben (der verspätete Ponyhütchenkalender vom letzte Jahr, der hat mir, da war ich selber überrascht, den Start in den Advent ziemlich versaut.), die für die Jungs muss ich noch füllen, aber der Inhalt steht.
  • schon in den Startlöchern für das Fotobuch 2014 stehen.
  • die diesjährige Ergänzungsfigur zu unserer Björn Koehler-Krippe bestellt haben.
  • an dem einzigen Freitag, an dem keine Krippenspielprobe ist, pünktlichst vor verschlossener Tür standen.


Wird alles. Wie immer.

Donnerstag, November 20, 2014

Einfach mal was verrücktes

Wenn man vor zeug im allgemeinen und stress bei der arbeit (grösstenteils guter stress, ein ende ist absehbar, bald schlafe und esse ich wieder regelmässig, keine sorge) im ganz speziellen im daueradrenalinrausch ist, dann hilft es, wenn man einen mann hat, der sagt: "den und den film will ich unbedingt mit dir im kino sehen", anhand des geteilten kalenders einen termin findet, den babysitter organisiert und mich so zwingt, zwar länger als geplant aufzubleiben ("interstellar" ist echt lang und geht bis 23:40h oder so), obwohl mein wecker morgen um 5:00h läutet, aber auch, mal drei stunden zur ruhe zu kommen und nix zu machen, ausser einen hoffentlich tollen film und auf jeden fall eine tolle gesellschaft zu geniessen.

Mittwoch, November 19, 2014

Kinder, heute habe ich was gelernt

Nicht nur heute, aber in den letzten Wochen habe ich irre viel dazugelernt. Nicht nur Sachen, von denen ich wusste, dass ich sie noch nicht kann, nein, auch Sachen, von denen ich niemals dachte, dass ich jemals merken würde, dass ich sie nicht kann.
Neu kann ich also:

  • Binnen Minuten grosse Mengen Stühle auf dem Werksareal organisieren.
  • Interne Transporte via Lastwagen buchen.
  • Countdowns mit Beep am Ende als Video in eine Präsentation einbauen (ohne dass man zum Abspielen Internet braucht)
  • Die süssen weissen Männchen finden, die die schwarzen Clip-Art-Strichmännchen in Präsentationen abgelöst zu haben scheinen. (Mal ehrlich: wer von Ihnen hätte "Männchen" gegoogelt? Sagen Sie mir bitte, dass ich nicht die einige bin, die da nicht draufkam...)
  • Online-Registrierungstools erstellen.
  • Interne Schreinerei-Aufträge erteilen
  • Roll-up-Banner, Post-it-Blöcke in personaliserter Form und Farbe, Kugelschreiber und Kaffeetassen bedrucken lassen.
  • Fotografensprech.
  • Corporate Communications-Sprech.
  • Solche Mengen an Chemie-Unterrichtsmaterial bestellen, dass Endverbleibsanfragen kommen.
  • Etiketten drucken
  • Adressaufkleber und Namensschildchen drucken lassen
  • Welcome-Bags in rauen Mengen bestellen.
  • Den Oberstchef und sein ganzes Leadership-Team briefen.
  • Bilder auf Styropor-artiges Material drucken lassen. In riesig.
  • Extrem kreativ auf die Frage "Und dafür hast Du Chemie studiert?" antworten.



Ich sags Ihnen, ich bin auf Adrenalin deluxe. Wenn das nächsten Freitag in die Hose geht, dann in so grossem Stil, dass es auch schon wieder fast cool ist.

(Woran ich übrigens noch arbeite ist: Werksstudenten so anleiten, dass sie was lernen, aber dass auch für mich nicht nur die dreifache Arbeit rauskommt.)

Dienstag, November 18, 2014

Auftragsarbeit

Vorab kurz:
Wow, Sie sind echt grossartig, ich habe gestern abend spät dann noch meine Spamordner mal aufgeräumt und da hatten sich auch sämtliche automatisch generierten Mails der Kinderkrebsstiftung angesammelt.  Ich sage auch an Little Q.s Stelle: Danke, von Herzen! (Und das Angebot steht: wem ich Spendenquittung und /oder Herz schicken soll, der möge sich bitte melden)

So, jetzt aber:

Ich bin ja manchmal unsicher, über wie viele und wie lange überhaupt sich Little Q.s und L.s Freunde über Geburtstagsshirts freuen. Wenn ich weiss, dass ich im Jahr vorher schon eins genäht habe, frage ich eigentlich immer (oder lasse fragen) nach expliziten Wünschen, und wenn das dann "Lego Chima" oder ein "???-Buch" ist, dann muss ich da auch nix nähen.
Manchmal aber steht schon auf der Einladung ein Wunsch und wenn der heisst "Ein schönes-T-Shirt, das deine Mama selbergenäht hat", tja, dann ist alles klar ;-).

Mitte Dezember ist Little Q. also auf einen neunten Geburtstag in einem Basler Kinderthteater eingeladen, deswgen dachte ich "Ach, das ist ja fast Weihnachten", da passt mal ein Sternen stoff udn Mymakis neue Stickdatei bei Kunterbuntdesign.
Genäht habe ich meine momentanen Mädchen-Lieblingsschnitt von Kibadoo, nämlich Sveja, diesmal in der Faulpelzvariante mit offenkantig aufgenähten Ärmelpatches statt eingenähten, aber geht auch, finde ich.



 Es gäbe noch mehr Kugeln mit Rentier-, Nikolaus- und so Gesichtern, aber irgendwie war ich grad am Wühlen in meiner Jersey-Reste-Kiste und da kam ein Fitzelchen nach dem nächsten vor, was als Christbaumkugel doch ganz nett aussieht:

Die Stickdatei gibt es ab morgen dann bei Sonja im neugestalteten Shop.

Montag, November 17, 2014

Laufen für einen guten Zweck

Wie ja schon mal erwähnt, wird Little Q. mit 7 Klassenkameraden dieses Jahr wieder am Basler Stadtlauf teilnehmen.
Diesmal werden sie aber nicht nur gegen den inneren Schweinehund anlaufen, sondern für einen guten Zweck laufen. Die Lehrerin der Parallelklasse hat sie aus eigener trauriger Erfahrung darauf gebracht, ihren sportlichen Einsatz einem guten Zweck zu widmen: sie werden also für die "Stiftung für krebskranke Kinder, Regio Basiliensis" laufen.

Die «Stiftung für krebskranke Kinder, Regio Basiliensis» wurde 1988 gegründet. Sie bezweckt die Unterstützung krebskranker Kinder und ihrer Familien. Es werden finanzialle Beiträge an Familien ausgerichtet, sofern sie die Heilungs- und Pflegekosten betreffen oder es sich um Mehrkosten handelt, die durch die Erkrankung entstanden sind und durch keine Versicherungen abgedeckt sind. Es werden Wohnmöglichkeiten für Familienangehörige während der stationären und ambulanten Behandlung zur Verfügung gestellt. Die psychosoziale Hilfe wird gefördert und Veranstaltungen für betroffene Familien unterstützt."
Quelle: Website der Stiftung

Ich persönlich finde das grossartig. Wenn auch Sie Little Q. und seiner Laufgruppe "Power 3c" dabei unterstützen wollen, für krebskranke Kinder und deren Familien zu sammeln, dann würde uns das sehr freuen.
Es ist ganz einfach:



Hier können Sie nach "Power 3c" suchen und mit ein, zwei Klicks spenden. Am Stadtlauf selber können Sie dann nicht nur die Power 3c anfeuern, sondern sich auch ein Leuchtherz und Ihre Spendenquittung abholen. Wenn Sie nicht vorbeikommen können oder wollen, würde ich mich bereit erklären, Ihre Spendenquittung abzuholen und Ihnen zu schicken, falls die Stiftung das nicht anbietet.

Im Namen von Little Q. darf ich Ihnen jetzt schon herzlich danken!

Sonntag, November 16, 2014

Jeder hat Grenzen

Ich habe dieses Wochenende echt viel geschafft:

  • 683 Fotos eingeklebt
  • Weihnachtsgeschenke für die Kinder komplettiert
  • Wunschzettel für die Weihnachtsgeschenke der Kinder von der Verwandtschaft komplettiert
  • Kuchen gebacken (woahh, lecker!)
  • gesportelt
  • genäht
  • 4 Maschinen Wäsche gewaschen und verräumt
  • Brille abgeholt
  • Einkaufsbummel mit Kindern
  • einen lustigen Frauenfilm angeschaut
  • das erste Mal in dieser Saison Raclette gegessen
  • Vertrag und Stellenbeschreibung für eine Nanny geschrieben
  • spät nachts noch gearbeitet


Was ich aber nicht schaffe, ist "Melancholia" länger als 10 Minuten zu ertragen.

Samstag, November 15, 2014

Strohwitwenwochenende

Wochenenden, die man allein mit den Kindern verbringt haben in den letzten Jahren auch irgendwie ihren Schrecken verloren.
Erstens haben die Kinder sich auch halbwegs vernünftige Schlafenszeiten angewöhnt (okay, dafür, dass Little L. heute nacht vor lauter Wachstumsschmerzen nur noch schluchzen und krabbeln konnte, da konnte niemand was dafür), so dass man nicht mehr gefühlt endlos lange Tage, die morgens vor sechs Uhr beginnen, mit nur Kleingemüse um sich rum vor sich hat, und zweitens sind sie scho so gross, dass sie sich sehr gut mit sich selbst beschäftigen können bzw. man ganz normale Sachen unternehmen kann.
Heute also: der Hübsche ist auf Klassentreffen, der samstägliche Schwimmkurs fiel wegen irgendwas aus, dafür ist meine Brille fertig und wir könnten auch sonst einiges aus der Stadt gebrauchen.
Also haben wir in der Bücherei schnell noch eine DVD für das Schmuddelwetterheimkino ausgeliehen und sind dann mit Bus und Bahn in die Stadt gegondelt. So sehr mich öffentliche Verkehrsmittel im Berufsalltag nerven, so cool finde ich sie mit Kindern. Für die ist Zugfahren immer noch ein Abenteuer, sie sehen so unendlich viel in und um den Zug und am Bahnhof, da ist es nicht mal schlimm, wenn eine die anvisierte S-Bahn gerade vor der Nase wegfährt, die halbe Stunde auf die nächste vergeht wie im Flug.
Also: wir haben zuerst meine Brille abgeholt (die Jungs haben währenddessen mit einem Handspiegel Passanten auf der Strasse vervielfältigt), dann hat Little Q. seinen Geburtstagsgutschein im Thalia eingelöst (wir alle drei waren im Himmel und haben, naja, ungefähr den dreifachen Wert des Gutscheins verbraten), danach waren wir im "Depot", ich brauchte noch Adventskalendertüten und die Jungs durften sich vor lauter "Boah, ist das toll, das glitzert hier alles so schön" noch eine Kleinigkeit aussuchen, was in zwei Dramen endete, weil erstens Little L. sofort eine Schneekugel haben wollte, die dann später am Nachmittag daheim zerbrach, so dass ich (welch grausames Schicksal) am Montag nochmal dorthin muss, um Nachschub zu besorgen, und zweitens Little Q. sich für nix richtig entscheiden konnte und ich dann fand, dass drei graue Kerzen, nur damit man was gekauft hat, halt auch doof wären. Dafür gab es den Geldgegenwert ins Taschengeld dazu und irgendwie war das dann auch okay.
Im Anschluss gabs noch eine Premiere, Little Q. hat ja zumindest letztes Jahr immer noch ans Christkind geglaubt (oder glauben wollen), dieses Jahr wird das auf eine harte Probe gestellt. Beide Jungs wünschen sich nämlich Unihockey-Schläger zu Weihnachten und Sportgeräte muss man natürlich mal probieren. Und weil ich (da wusste ich ja noch nix von der bald kaputten Schneekugel) nicht nächste Woche nochmal in die Innenstadt wollte, um als Christkind die Schläger dann abzuholen, haben wir sie direkt mitgenommen und sie warten jetzt bis Weihnachten, bis da Christkind sie holt. Oder so.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof waren dann auf einmal spontan alle hungrig und müde, so dass wir im Starbucks eingefallen sind. Und auch wenn ich dem Zucker im Kaffee schon seit Jahren abgeschworen habe und ihn meist auch nur mit einem Hauch Milch trinke, einmal im Jahr muss es ein fies süsser "Toffee Nut Latte" mit dicker Sahnehaube sein. Sogar ganz ohne schlechtes Gewissen, denn der aktuelle Stress in so vieler Hinsicht schlägt mir auf den Appetit. So rutschen mir ursprünglich perfekt passende Ringe von den Fingern, der Gürtel hat im letzten Monat zwei Extralöcher auf der schmalen Seite bekommen und Hosenknöpfe/-reissverschlüsse mache ich schon lang nicht mehr auf zum An- oder Ausziehen. Aber jetzt ist ja dann bald Weihnachtspause mit Stress vorbei und winterspecktauglichem Essen.

Praktischerweise haben wir in der Bahn dann auch niemanden mit den neuen Schlägern umgehauen, die Jungs haben begeistert "Drachenzähmen leicht gemacht 2" angeschaut und ich habe währenddessen 683 Fotos in Alben geklebt.
Morgen kommt der Hübsche ja dann auch schon zurück. Hoffentlich nicht ZU schnell.

Freitag, November 14, 2014

"Ein Buuuus" reloaded

Heute war ich zum dritten Mal in meinem Leben auf einem Schweizer Polizeiposten. Das erste Mal war das schlimmste, das ist mittlerweile 12 oder 13 Jahre her, als ich das Stopschild und den Bus übersehen habe. Das zweite Mal war, als mir mein Geldbeutel geklaut wurde und ich den Verlust der Ausweise etc. melden musste und das dritte Mal...... äh. Ja.
Also: ich kam heute von meinem halben Arbeitstag am Freitag um 3 Minuten vor Kindabholen nach Hause und aus dem Briefkasten fischte ich unter anderem einen Brief der "Regionalpolizei Unteres Fricktal" an Herrn Karin Brüllen. Drin war ..... eine polizeiliche Vorladung (und ich Depp hab sie nicht mal fotografiert) wegen "Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit in München A99 am 5.10." Nun denn, auch wenn die A99 nicht direkt in München ist, auf der Rückfahrt von dem vermaledeiten Klassentreffen bin ich am 5. Oktober schon da lang gefahren und das Schlimme ist: ich weiss noch, dass ich wirklich dringend heim wollte, dass die Autobahn frei war und ich echt schnell unterwegs war. Ausserdem kamen die Schreiben für "5 km/h zu schnell in der 30er-Zone" oder so aus den deutschen Grenzorten immer vom Ordnungsamt oder der Gemeindeverwaltung direkt zu uns nach Hause, immer adressiert an den Hübschen übrigens, weil der als Halter des Fahrzeugs eingetragen ist.
Nun ja. In meinem Kopf spielten sich also Horrorszenarien ab wie "mit 220km/h bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 100 geblitzt, Führerschein weg, Strafanzeige, Auto beschlagnahmt, Ausweisung" oder so, in der Vorladung war nämlich aufgeführt, dass ich neben dem Formular noch Führerschein, Fahrzeugpapiere, Abgaswartungsdokument und Ausländerausweis mitzubringen hätte. Für meinen Termin nächsten Dienstag.
Das wären ja erstens noch ein ganzes Wochenende und zwei Arbeitstage zum Rätseln, ob ich schon die Koffer für den Knast packen soll, also beschloss ich: das muss ich eher wissen.
Allerdings meinte die Polizei die Schalterstunden bis 11:45h und ab 15:00h wirklich ernst und so dringend, dass ich jetzt die 117 hätte wählen müssen, fand ich es zwar schon, war mir aber durchaus bewusst, dass ich die einzige wäre, die das so sieht.
Also habe ich erstmal dem Hübschen gebeichtet, dass er vermutlich mit einer Kriminellen verheiratet ist, habe den Kindern auf dem Weg zum Unihockeytraining noch einmal sehr liebevoll die Haar aus der Stirn gestrichen (wer weiss, für wie lange man in den Knast muss für "unendlich viel zu schnell"?) und habe um 15:01h bei der Regionalpolizei Unteres Fricktal angerufen.
Der Polizist am anderen Ende hatte eine sehr strenge Stimme und konnte mir am Telefon natürlich nichts über den Schweregrad meines Vergehens sagen, weil "Ich kann ja nicht wissen, ob Sie wirklich Sie sind". Aber immerhin musste ich nicht bis Dienstag warten, sondern durfte direkt kommen.
Und der Hübsche, der sich (Achtung: Ironischer Twist) eigentlich schon auf den Weg zu SEINEM 20jährigen Abitreffen machen wollte, fand auch, dass ich das unmöglich bis Dienstag aushalten könne und schickte mich los.
15:20h stand ich als zittriges Häufchen Elend im Polizeiposten, den sich Kantonspolizei und Regionalpolizei teilen (ich glaube, zur Kantonalpolizei muss man erst, wenns wirklich schlimm wird), der Polizist mit der strengen Stimme musste ein bisschen lachen, als er mich sah und dann holte er die offiziellen Unterlagen vor.
Er schob mir einen Riesenpacken Papier zu und meinte ganz schweizerisch: "Ach, für in Deutschland ist das praktisch nix". Praktisch nix sind 20km/h zu schnell, das wäre in der Schweiz teuer, in Deutschland vermutlich eher nicht. Ich musste also alles ausfüllen, habe mich schuldig bekannt und dann drauf verzichtet, in das Freitextfeld noch zu schreiben, dass sich die Autobahnpolizei Fürstenfeldbruck mal mit dem Ordnungsamt Rheinfelden oder Lörrach kurzschliessen soll, weil die wissen, wie man Schweizer Fahrzeughalter ermittelt, ohne grad Interpol einzuschalten. (Aber das Foto war so gut, dass ein Abgleich mit dem Bild von mir in der Schweizer Führerscheindatenbank tatsächlich keinen Zweifel offenliess).
So. Jetzt habe ich alles Adrenalin für diesen Monat verbraucht, und den Hübschen noch gewarnt, dass er bloss vorsichtig fahren soll. Phew. Ich bin nicht für eine kriminelle Karriere gemacht. Echt nicht.

Donnerstag, November 13, 2014

Werbeschlampe* to be

Es ist ja so: Als BloggerIn bleibt es irgendwann nicht aus, dass man Kooperationsanfragen bekommt. Da gibt es die lustigsten und skurrilsten Anfragen ("Wir könnten Stauraum für Familien anbieten. In Hamburg. Wolleteste?", "Testen Sie unser Babysitternetzwerk. In Berlin", "Wir bieten Ihnen 4 kostenlose Putzstunden an. In Köln."), die seltsamsten Produkte ("Dampferzeuger, haben Sie schon eien Dampferzeuger?" Ich weiss gar nicht, in welcher Hinsicht ich Dampf brauchen könnte), es gibt am Anfang interessant erscheinenden Anfragen, die einem, wenn man dann etwas vorschnell ja gesagt hat, den letzten Nerv rauben (nennen wir es #nudelgate), und dann, beschliesst man, also: ich irgendwann, das einfach zu lassen, nicht mehr zu antworten, irgendwann hört das bestimmt auf.

Tja. Und irgendwann dann kommen auf einmal genau die Anfragen, die interessant sind. Von Agenturen, die sich die Mühe gemacht haben, zu recherchieren. Die Events halbwegs in der Nähe anbieten, die Produkte und Services anbieten, die uns hier wirklich interessieren, auf die hier alle schon begeistert hinfiebern.

In diesem Sinne, seien Sie drauf gefasst: hier wird in Zukunft das eine oder andere gestestet. Und zwar nur, weil es Sachen sind, die wir toll finden, nicht, weil ich mit dem Blog hier irgendwann Geld verdienen will. Deswegen wird es hier auch in Zukunft keine Werbebanner und keine Anzeigen geben, das ist mir zu ..... ach, egal.

Wir sind hier auf jeden Fall schon sehr gespannt ;-)

*copyright für diesen Begriff liegt natürlich bei der grossartigen Frau ... äh ... Mutti.

Mittwoch, November 12, 2014

Ein Tag, man glaubt es nicht.

Heute Nacht habe ich total schlecht geschlafen, ich habe nämlich gestern abend kurz vor Feierabend noch einen Task mit in den nächsten tag genommen, von dem ich annahm, dass er sehr kompliziert werden würde, nämlich anzuleiern, dass die Fahrzeughalle der Werksfeuerwehr für morgen in einen Vortragssaal verwandelt werden würde. Ich dachte, ich müsste unglaublich viel Überzeugungsarbeit und Bittstellerdings beim Feuerwehrkommandanten leisten, von Pontius zu Pilatus laufen und mich auslachen lassen, dass 24h vorher ja schon viel zu spät sei, um Stühle und Leinwand zu organisieren, kurz: ich habe die ganze Nacht davon geträumt.

Erstaunlicherweise war dieser Task dann heute morgen noch vor acht binnen 10 Minuten erledigt:
Feuerwehrkommandant: "Klar, ich lasse die Fahrzeuge rausfahren, um Stühle und so kümmern Sie sich aber selber."
Mobiliarbeauftragter des Standorts: "Klar, machen Sie einen Auftrag, morgen um 8:00h ist alles da."

Ich war platt, dachte, der Tag könne mir gar nix mehr, nicht mal mein Kollege konnte mich desillusionieren. Ich jubelte nämlich: "Ich habe den weltcoolsten Vortragssaal organisiert" und er meinte: "Woah, krass, man kann echt das Kühllager für die Kryovessel reservieren?", aber eben: was ist das gegen eine Feuerwehrhalle?

Also, so weit, so gut. Ich plante, nach der Morgensitzung im Betrieb das fertig zu machen, was die beiden Werksstudenten die letzten zweieinhalb Monate hätten machen sollen (vielleicht kommt dazu nochmal ein Blogpost), sah mich auf der Zielgeraden und war sehr guter Dinge.
Tja. kurz nach der Morgensitzung wurde ich in den Betrieb gerufen, ein technisches ... äh... Problem zeichnete sich ab, hatten wir früher schon mal, also: wie das letzte Mal beheben. Ich war noch nicht wieder ganz an meinem Schreibtisch, da wurde ich zurückgerufen, weil das Problem diesmal doch ein bisher noch nicht erlebtes, schwierigeres war (Sie wissen ja: geheimgeheim, ich müsste sie blitzdingsen, wenn ich Ihnen das sagen würde, lassen wir es dabei: es war eine technische Sache). Und dieses Problem erforderte dann mal nach langer Zeit wieder, dass ich mich in einen fremdbelüfteten Vollschutzanzug packte. Also: Laborkittel mit normaler Brille im Etui ausziehen, Schutzbrille auflassen, Anstosskappe ab, rein in den Anzug, Latexhandschuhe an, Ärmel abkleben, dicke Handschuhe drüber, Kapuze mit Gesichtsschild überstülpen, Atemluftanschluss dran, Reissverschluss zu, rein in die Kabine, Luftschlauch dran, nachschauen, was das Problem ist.
Ich bin also ein bisschen wie ein Michelin-Männchen rumgestiefelt, dann bin ich wieder raus und musste mich wieder abziehen. Und soviel Geduld, wie ich beim Anziehen habe, so hektisch werde ich beim Abziehen. Mich macht das irre, wenn das Klebband an den Ärmeln nicht sofort runtergeht, ich muss dann einfach nur noch raus. Weil ich da schon zweimal den Atemluftanschluss am Anzug vergessen und versehentlich weggeschmissen habe, habe ich die Kollegen vor Ort schon gebeten, drauf zu achten, dass ich diesmal nicht alles gesammelt in den Sondermüll werfe.

Nun denn, zurück im Büro war das Problem eher noch grösser geworden, ich wollte gerade meine Schutzbrille gegen meine normale Brille tauschen, da merkte ich, dass bei der der Bügel ab war. Gnaaaaaaaah! Erstens: ich mag meine Brille sehr gern. Zweitens: ich war eh schon hinten dran mit meiner Arbeit, jetzt auch noch mittags in die Stadt und die Brille reparieren lassen? Also habe ich sie erst mal Harry-Potter-mässig mit Klebeband geflickt, bin dann den restlichen Vormittag fast irre geworden von dem Klebeband im linken Winkel meines Sichtfeldes und habe dann beschlossen, dass das jetzt halt sein müsse und habe mich auf den Weg in die Stadt gemacht. Glücklicherweise kam ich beim lokalen Fielmann sofort dran, unglücklicherweise war nicht, wie gehofft, nur eine kleine Schraube rausgefallen oder so, nein die Feder in dem Bügel war abgebrochen und das wäre nicht mehr zu reparieren. Und weil ich jetzt ja eh schon mal da war, beschloss ich, mir die Brille zwar behelfsmässig kleben zu lassen, aber dann auch gleich eine neue auszusuchen. Das geht natürlich nur mit Sehtest, aber in der Wartezeit darauf habe ich Gestelle gescreent, den Hübschen per Whatsapp und meine Timeline per Instagram befragt, beim Seh-Vor-test bestätigt bekommen, dass die alte Sehstärke doch superst wäre, mich dann spontan auf Instagram weniger beliebte Modell entschieden (in real passt es besser), und alles mit Gläsern etc. bestellen lassen. Vom Betreten des Ladens bis "Ich könnte Ihnen auch einen Übernachtservice anbieten" ging es 50 Minuten, das ist echt nicht schlecht.

Zurück im Büro hatte ich den Studentenjob immer noch nicht fertig, aber das technische Problem war um noch eine Nuance komplizierter geworden. Als ich mich kurz ein wenig frustriert nach vorne beugte, um den Kopf auf die Tischplatte sinken zu lassen, da piekste mich auf einmal etwas sehr unangenehm in die Leistengegend: die leere Halterung des Piepsers. Gnaaaaaaaah! Ich hatte keine Idee, wann ich den das letzte Mal hatte. Ein Kontrollanruf ergab: im Büro war er nicht. Im Labor auch nicht. In der Garderobe auch nicht. Im Kopf überlegte ich schon, wo ich beichten gehen müsse, dass ich das Ding verloren hätte, wen ich alles über eine neue Piepsernummer informieren müsste, da fiel mir ein, dass ich mich ja morgens im Betrieb mehr als sonst an- und ausgezogen hatte.
Ich bin also wieder rübermarschiert, habe mir ein ex-sicheres Telefon geholt und bin erst mal so den Piepser anrufend durch den Bau geschlendert. Nix. Dann liess ich mir alle Sondermüllfässer zeigen, die seit dem Morgen befüllt worden waren, und ja, die Betriebsmitarbeiter hatten wirklich Spass, als ich intensiv an jedem auf ein bekanntes Klingeln lauschte. Ich hatte dann insofern richtig Glück, dass das einzige, das noch nicht für den Transport in die Verbrennung plombiert war, läutete. In den zusammengekrumpelten Resten "meines" Vollschutzanzugs lag, leicht staubig und lösungsmittelfeucht mein Piepser und piepste vor sich hin. Ich bekam ihn sogar noch geputzt ;-).

Ab dann liefs dann eigentlich, die Fertigstellung des Studentenjobs, der Wochengrosseinkauf, Hausaaufgabenkontrolle, Sporteln, Wäschewaschen, all das war jetzt wirklich ein Klacks.
Jetzt hoffe ich nur noch, dass der eigentliche Angstgegner von heute morgen, der Vortrag in der Feuerwehrhalle morgen gut läuft, dann hat sich das alles wenigstens gelohnt.

Ach ja: Brillenbilder: wer sie noch nicht gesehen hat, hier nochmal die engere Auswahl, Sie dürfen gerne rätseln, wenn Sie noch nicht mitgetippt haben heute auf Instagram ;-):

Dienstag, November 11, 2014

Hallamati, the Swiss Edition

Woanders wird schon in jungen Jahren gestreikt, hier fand heute mal wieder ein gänzlich martinsfreier Laternenumzug statt.

Der Hübsche hat ja die Familienehre (Ich sag nur: Melonenkugelausstecher. Was besseres gibts nicht zum Räbenaushöhlen) morgens in der Gruppe "Seepferdchen" hochgehalten.



Ein von @prozac74 gepostetes Foto on

Beim Umzug selber fehlte dann Little Q., der als Drittklässler eh nicht mehr aktiv eingebunden ist und vor die Entscheidung "Karatetraining" oder "Bruder beim Rübentragen bewundern" dankend das Dojo wählte, und erst auch ich, weil der Heimweg statt normalerweise 20 Minuten diesmal 90 dauerte und so traf ich den Hübschen direkt am Zug durchs dunkle Dorf.

Es war schon sehr nett, auf den Bildern sieht es noch netter aus, aber die unglaubliche Rührung, die Gerüchten im Internet zufolge die Eltern scharenweise erfasst, wenn ihr Kind mit einer Laterne durchs Dunkel läuft und singt, die wollte sich bei mir noch nie einstellen. Kann aber sein, dass das am hiesigen Singstil ("schaurig schön" vs. "Hauptsache, laut") und dem den ganzen Zug umwabernden Kohlduft der Räben liegt. Die verhindern übrigens auch spektakuläre Feueraktionen, denn auch mit echten Kerzen und nur so was kommt hier in die Rübe brennen die nicht, sie kokeln maximal an und stinken dabei bestialisch.

Doch, doch, es war schon schön. Ehrlich. Aber weinen muss man deswegen nicht. Also: ich nicht.







The Lantern

Montag, November 10, 2014

Verhandlungstipps vom Profi

Liebe Versicherungsmakler,

im Moment muss ich mich notgedrungen mit Versicherungen auseinandersetzen, mit denen ich bisher nicht viel am Hut hatte. Deswegen brauche ich verschiedene Offerten, es wäre also zur Zeit eigentlich gar nicht so schwer, mit mir ins Geschäft zu kommen.
Anscheinend sind ein paar elementare Regeln aber doch nicht so ganz offensichtlich, deswegen möchte ich hier anhand von ein paar Beispielen aufzeigen, was Sie tun müssten, um mich in die Nähe eines Vertragsabschlusses oder wenigstens nicht aus meiner gelösten Geisteshaltung zu bringen.

1. Beispiel: 
Sie erhalten via Kontaktformular der Haupthomepage Ihrer Versicherungsgesellschaft über verschlungene versicherungsinterne Kanäle eine Offertenanfrage zu verschiedenen Versicherungen. Da die anfragende potentielle Kundin sich durchaus vorab informiert hat, enthält die Anfrage sämtliche relevanten Daten, die Sie zur Erstellung einer Offerte benötigen. Ausserdem beinhaltet das Kontaktformular auf der Haupthomepage Ihrer Versicherung ein Auswahlmenü, wo man die gewünschte Kontaktaufnahme ankreuzen kann. Und Achtung, jetzt kommt ein ganz krasser Geheimtipp: Wenn Ihre potentielle Kundin aus dem Menü "Ich möchte ausschliesslich per Email kontaktiert werden" (Alternativen wären "Per Telefon" oder "Ich möchte einen persönlichen Gesprächstermin vereinbaren" gewesen) und dementsprechend das Feld mit "Telefonnummer" schon gar nicht ausgefüllt hat, dann wäre es eine ganz tolle Idee, ihr die Offerte per Mail zu schicken. Eine relativ ungeschickte Idee ist es, aus dem Telefonbuch ihre Nummer rauszusuchen, sie Freitagabend um 19:30h anzurufen, den mit den Details nicht so vertrauten Ehemann nach genau den Fakten zu fragen, die schon in der Offertenanfrage stehen, und einen persönlichen Gesprächstermin vereinbaren zu wollen.

2. Beispiel:
Sie erhalten via Kontaktformular der Haupthomepage Ihrer Versicherungsgesellschaft über verschlungene versicherungsinterne Kanäle eine Offertenanfrage zu verschiedenen Versicherungen von einer potentiellen Kundin. Da diese sich durchaus vorab informiert hat, enthält die Anfrage sämtliche relevanten Daten, die Sie zur Erstellung einer Offerte benötigen. Ihr Kontaktformular bot nicht die Möglichkeit, sich für einen Kommunikationskanal zu entscheiden, deswegen müssen Sie sich jetzt auf Ihre Intuition verlassen. Auch für Sie habe ich einen ganz krassen Geheimtipp: die perfekte Antwort wäre eine Antwort per Mail. Die zweitbeste Lösung ist tatsächlich ein Brief, allerdings sollten Sie den bitte an die potentielle Kundin adressieren, und NICHT an deren Ehemann, dessen Namen Sie aus irgendwelchen Versicherungsunterlagen für eine ganz andere Versicherung rausgesucht und auch noch falsch abgeschrieben haben.

3. Beispiel:
Sie sind ein Callcenter- oder Telemarketingmitarbeiter einer Krankenkasse oder einer "unabhängigen Krankenkassenteststelle, die mir total unabhängig nur zu meinem eigenen Besten eine massgenschneiderte Empfehlung erarbeiten möchte". Eigentlich ist es ganz einfach: Sie werden niemals mit mir ins Geschäft kommen. Nienienienienie. Wenn Sie allerdings bei mir anrufen (Montag abend um 18:30h, immerhin) und so anfangen: "Wir beide haben uns vor einem halben Jahr schon einmal unterhalten und da haben Sie gesagt, Sie wären total zufrieden mit Ihrer Krankenkasse. Jetzt ist ja die Zeit der neuen Prämienbriefe gekommen und da wollte ich mal nachfragen, ob das immer noch der Fall ist, und...", dann, ja dann, wird es ein bisschen unangenehm. Weil ich folgendes sagen werde (und heute getan habe): "Wenn Sie vor einem halben Jahr auch nur ansatzweise zugehört hätten und Ihre Telefonlisten ordentlich führen würden, dann hätten Sie gehört und notiert, dass ich nicht nur mit meiner Krankenkasse  absolut zufrieden bin, sondern auch nienienienie in meinem ganzen Leben mit jemand am Telefon Geschäfte machen werde. Ich habe Ihnen vor einem halben Jahr gesagt, dass Sie mich von sämtlichen Listen streichen sollen und nie wieder hier anrufen sollen. Wenn Sie das nicht hinbekommen, wie soll ich dann glauben, dass Sie irgendetwas komplizierteres, wie zB Krankenkassen vergleichen, hinbekommen? Nochmal in aller Deutlichkeit: ich möchte nicht mit Ihnen sprechen. Nicht jetzt, nicht in einem halben Jahr, nicht in meinem ganzen Leben. NIE!" Und auch für Sie habe ich jetzt noch einen krassen Geheimtipp: ich würde nicht nochmal bei mir anrufen.

4. Beispiel:
Sie sind ein Callcenter- oder Telemarketingmitarbeiter einer anderen Krankenkasse oder einer "unabhängigen Krankenkassenteststelle, die mir total unabhängig nur zu meinem eigenen Besten eine massgenschneiderte Empfehlung erarbeiten möchte" und rufen ohne Witz 5 Minuten nach dem 3. Beispielanruf bei mir an. Sie machen einen Anfängerfehler, Sie nennen nämlich nur Ihren Namen, nicht Ihren Arbeitgeber und wollen "den Herrn Gss.....Gssstt....Gessstttööd.....Gesssstttööödmmmeiar" sprechen. Ja, ich weiss, der Name ist kompliziert, aber bitte: das sieht man auch vor dem Anrufen. Entweder üben Sie oder umgehen Sie das mit dem Namen. So ist das wirklich peinlich. Genauso wie Ihre Reaktion auf mein "Der ist nicht zu sprechen, um was gehts denn?". Da hätten Sie den Schnitzer ausbügeln können und direkt versuchen können, mit mir über Ihre blöde Offerte zu reden. Der saudumme Flirtversuch "Dann sind Sie wohl die Tochter?" und "Sie haben eine so junge Stimme, kaum zu glauben, dass Sie verheiratet sind" ist ...... mir fehlen die Worte. Ehrlich. Gottseidank haben Sie dann schnell noch die Kurve zu der Krankenkassengeschichte gekriegt, weil da bin ich mittlerweile richtig gut im Abspulen meiner Brandrede zum Thema Krankenkasse und Telefonmarketing.

Alles in allem ist die Wahrscheinlichkeit, mit mir ins Geschäft zu kommen, am höchsten, wenn Sie die eine eherne Regel befolgen: RUFEN SIE MICH NICHT AN!

Yours truly
Frau Brüllen

Sonntag, November 09, 2014

Unser Sonntag

  • Ausgeschlafen (in der "Eltern von mittelgrossen Kindern"-Art: ab viertel nach sechs alle 10 Minuten gefragt worden "Ist es schon acht? Dürfen wir schon aufstehen?", ab acht dann nochmal in Ruhe) bis halb zehn
  • Gemütlich Hefezopf gefrühstückt
  • Sendung mit der Maus geschaut, dazu die Nägel endlich mal wieder mit "Shellac" lackiert ("Dark Lava", wohoooo!)
  • Offerten für Krankentaggeldversicherungen, Berufsunfall- und Nichtberufsunfallversichurungen und Pensionskassen verglichen
  • Einen Vertrag aufgesetzt (so unfertige Sachen, die schlagen mir ja immer aufs Gemüt, ich will das jetzt fertig haben, den Blogpost zum Thema habe ich gestern beim Bahnenschwimmen schon vorformuliert)
  • 5 von ungefähr 15 Kinderhosen geflickt (meine Oma, ihres Zeichens gelernte Schneiderin, würde sich vermutlich ob meiner Technik im Grab umdrehen, aber naja, ich hoffe, es hält.)
  • Mit den Kindern "Maleficent" (bisschen Altphilologenbauchweh wegen dieses Namens für eine eigentlich gute Fee, aber mei) geschaut und währenddessen Bagels a la Buddenbohm gemacht.
  • Heute abend schaue ich mit dem Hübschen die zweite Staffel "Once upon a time" weiter, das passt ja thematisch auch ganz gut.
  • Dazu natürlich die obligatorischen zwei bis drei Ladungen Wäsche und Geschirr gewaschen und verräumt, aber das ist ja immer so.

Kann man durchaus mal machen, so einen gemütlichen Tag

Samstag, November 08, 2014

Die mit dem Blubberding

Gestern waren Little L. und ich beim Hautarzt, Muttermal checken lassen. Wir sind in unserer Familie die beiden Bleichgesichter mit Unmengen (ich) und viel mehr als sein Bruder (Little L.) Muttermalen. Ich habe im Frühling bei der letzten Kontrolle die Auflage bekommen, in einem halben Jahr wiederzukommen, weil einige schon sehr seltsam aussähen, und dann habe ich Little L. grad mitgenommen.
Der hatte erst nicht so richtig viel Lust, aber Little Q. konnte ihn mit etwas motivieren, an das ich erst gar nicht gedacht habe: "Das ist bei der Ärztin mit dem Blubberding mit Fischen im Wartezimmer!"

Und schon war Little L. dabei, weil diese Dekosäule mit Wasserblasen, Farblicht und tanzenden Fischen, die findet er toll.

Und dann ist mir aufgefallen, dass die meisten Ärzte was im Wartezimmer haben, was sie in den Augen unserer Kinder einzigartig machen:
Der Zahnarzt hat das ABC-Tier-Puzzle.
Der Kinderarzt hat die Rutsche.
In der Kinderkardiologie gibt es den Tisch mit Märchentelefonhörern.
Beim Tierarzt gibt es die riesigen Modelle aus dem Lebenszyklus eines Flohs.

Und ich habe mich daran erinnert, dass ich als Kind die Ärzte auch untrennbar mit ihren Wartezimmergimmicks verbunden habe:
den Kinderarzt mit der Kugelbahn (und den unnachahmlich lecker angetrockneten Gummibärchen aus dem grossen Glas)
den Frauenarzt meiner Mutter mit dem Fisher-Price-Bauernhof, der so schön "möööööp" machte, wenn man die Tür öffnete,
den Zahnarzt mit den Wendy-Heften, die es nur dort zu lesen gab.

Nun ja, dumm war dann eben gestern nur, dass das Blubberding durch eine Schaukelaubergine ersetzt worden war. Little L. flüsterte mir ins Ohr, ich möge doch die Ärztin, die übrigens auch einen echten Totenschädel im Schrank hat, was wohl ein würdiger Nachfolger für das Blubberding werden könnte, fragen, wo das Spritzding wäre. Ich wusste erst gar nicht, was er mit "Spritzding" meint, als wir dann draufkamen, war das sogar eine sehr gute Beschreibung, weil es sich tatsächlich in eine Spritzding verwandelt hatte und die ganze Sache wohl noch recht frisch war. Die Ärztin erzählte eine sehr emotionale Geschichte von einem Kind, die die Blubbersäule umgeworfen hätte, damit die Praxis geflutet hätte und einer Mutter, die anstatt sich zu entschuldigen, mit einer Klage wegen Körperverletzung gedroht hatte, weil das Kind eine Beule vom Blubberding davongetragen hatte.
Also: in Zukunft gehen wir also zur Hautärztin mit dem Totenschädel.

Freitag, November 07, 2014

6 Jahre

Wird mein Patenmädchen nächste Woche. Und weil sie sich ein Tier (Katze, Fische, ein Pferd oder einen Hasen) wünscht und ich den Auftrag von den Eltern bekam, das ohne Lebendiges zu lösen, passte die neue Stickdatei von Johanna Fritz, die es seit gestern bei Kunterbuntdesign gibt, wunderbar. Die Katzen gibt es in verschiedenen maritim oder piratenartig angehauchten Varianten, für mein Schweizer Patenmädchen mit 50% hamburgerischem Genmaterial gab es eine mit Matrosenmütze.
Und irgendwie tut sie mir ein bisschen leid mit ihrem Novembergeburtstag: mir ist dann immer so herbstlich zumute, dass immer irgendwas in dunklen Farben rauskommt..... aber trotzdem: ich mag das "Sveja"-Shirt sehr.

Donnerstag, November 06, 2014

Früh übt sich,

was ein echter Schweizer werden will.
Little L. kam letztens aus dem Kindergarten nach Hause und meinte: "Heute, Mami, da hab ich im Kindsgi ein Buus bekommen"
Ich so: "Aha. Was ist das denn, "ein Buus", das Wort habe ich noch nie gehört?
Little L.: "Ja, also, ich weiss jetzt das Wort auf unserer Sprache nicht, in Kindsgi-Sprache heisst das "e Buess"".
Ja, und da klickte es natürlich bei mir (Little L. und Q. reden mit dem Hüsbchen und mir ihre Version von Hochdeutsch, in Kindergarten, Krippe und Schule dahingegen astreinen Aargauer/Basler Dialekt und wenn es mal Wörter gibt, die wir zu Hause auf Hochdeutsch nicht benutzen, dann fehlen die.)
Aber: wie jeder der in der Schweiz schon mal 0-5 Stundenkilometer zu schnell gefahren ist, weiss ich natürlich, was "e Buess" ist (zu Hochdeutsch: "eine Busse" und nein, auf der Schweizer Tastatur gibt es kein scharfes s und ich habe keine Lust auf komische Sonderzeichenshortkeys.).

Ich wollte natürlich wissen, wofür es die "Buess" gab und was sie beinhaltet. Grund war "Also, ich war zu spät. Ich war am Malen und wir sollten alle in den Kreis kommen und ich war aber noch nicht fertig und dann hatte es die Frau H. schon zum dritten Mal gesagt und dann gab es die Buess. Die S., der I. und noch drei andere haben auch eine Buess bekommen."
In was die Busse bestehen sollte, war zunächst unklar, als Referenz wurde herangezogen, dass andere als Buess schon mal alle Buntstifte im ganzen Kindergarten spitzen musste, was bei der Affinität mancher Kinder zu dieser Tätigkeit (Elektrospitzer! Kurbelspitzer!) vielleicht gar nicht so richtig schlimm war.
Am nächsten Tag dann wurde die Buess vollstreckt: alle, die eine bekommen hatten, durften nach dem Znüni im Kreis als Letzte zum Sielen nach draussen gehen. "Aber, Mami, von all den Letzten war ich der Erste, also war es gar nicht schlimm"

Ich werde das nächste Mal, wenn man mich mit 123 km/h auf der Autobahn blitzt, auch mal vorschlagen, dass ich statt 150 CHF zu bezahlen, doch mal alle Bleistifte der Kantonalpolizei spitzen könnte, oder bei einem Stau erstmal alle vorbeilassen und dann als letzter (oder wenigstens als Erster von den Letzten) durchfahren könnte.

Mittwoch, November 05, 2014

WMDEDGT? 11/14

Es ist soweit, es ist der 5. November und ich habe selber dran gedacht: Heute ist wieder kollektives Tagebuchbloggen angesagt.
Wer mitmachen will: den Tag über Tagebuch führen, in die Liste eintragen und schauen, was die anderen an einem Novembertag so machen.

Der Tag beginnt mich irgendwann mitten in der Nacht, als Little L. Kuschelbegleitung bei sich im Kinderzimmer wünscht. Immerhin kann ich in seinem breiten Bett besser schlafen, als wenn er sich beim Hübschen und mir einquartieren würde.
Um 6:00h klingelt der Wecker und das allmorgendliche Wäscheaufhängen, alle aus den Betten scheuchen, Frühstücken, Brotzeiteinpacken etc. nimmt seinen Lauf.
Um 7:03h sind wir in der Kinderkrippe, ich gable eine Arbeitskollegin auf, die statt mit dem Bus mit mir in die Stadt fährt, wir werfen wegen strömendem Regen noch den Hübschen auf dem Weg an seinem Arbeitsplatz raus und wegen „Regen! Unwetter! Bahnstreik vielleicht auf der anderen Seite der Grenze“ brauchen wir bis halb acht im Büro.

Auch hier soweit alles im Rahmen: Sachen unterschreiben, Mitarbeiterevent vorbereiten (in der Endphase der Organisation kommt mir meine langjährige Erfahrung im Ausrichten von minutiös geplanten Kindergeburtstagen mit der Unterstützung eines sehr kurzfristig zusammengestellten Teams zugute): ich konzipiere Präsentationen, Auswertetools, Sitzpläne, organisiere einen Lastwagen von hier nach da, bekomme immer mehr Anrufe von Leuten, die sich ob der kryptischen Bestellungen wundern, die wir getätigt haben („Sie haben bei uns Molekülbaukästen in, sagen wir, ungewöhnlichen Mengen bestellt. Darf ich fragen, wofür?“).
Spannende Momente des Tages: ein Mitarbeiter rempelt mich im Lift so an, dass ich mir heissen Kaffee drüberschütte und meine Kollegin und ich haben unsere Wasserflaschen aus Versehen getauscht. Mittelgrosses Drama: Sie nimmt ohne, ich mit Kohlensäure, sie trinkt aus dem Glas, ich aus der Flasche.
Mittags gibt es ein mittelgutes Asiagericht mit Rindfleisch, ich hätte doch die Älplermagronen nehmen sollen, ausserdem bringe ich das Zalandopaket zur Post (mit für dieses Saison erstmalig vorgenommener "Kälteschutzjacke, ableitfähig")
Draussen ist es so dunkel, dass sich der ganze Tag wie kurz vor Feierabend anfühlt….

Am Nachmittag erledige ich etwas, was ich lange vor mir hergeschoben habe: der Oberstchef möchte von mir Feedback über eine seiner Mitarbeiterinnen, die in einem Teilbereich meiner Arbeit aktuell meine Chefin ist. Schwierige Situation, aber kneifen gilt nicht, auch wenn der Knopf „Feedbackanfrage ablehnen“ schon sehr verführerisch erscheint.
Schon drin in den ganzen HR-Themen schreibe ich noch schnell (haha) die Kommentare in meinen eigenen Performance-Plan, es ist November, die Mitarbeitergespräche stehen vor der Tür.
Danach erstelle ich farbcodierte Seating Charts für das Event und komme mir ein bisschen vor wie beim Hochzeitplanen. Immerhin muss ich diesmal keine Rücksicht drauf nehmen, wer neben wem und, viel wichtiger, wer auf keinen Fall neben dem sitzen darf oder will, es geht einzig und allein um eine ordentliche Durchmischung.
Irgendwann dann fühlt es sich nicht nur an wie halb fünf, sondern ist sogar halb fünf und damit für heute Feierabend, weil wir noch mit einem Kollegen, de die Abteilung gewechselt hat, ein bisschen Abschied feiern gehen. Aus Wettergründen (UND VIELLEICHT LOKFÜHRERSTREIK mit Auswirkungen auf den schweizter Bahnverkehr bin ich mit dem Auto gekommen, aber so früh (und bei dem Sauwetter) habe ich eh keine Lust auf fahruntüchtig machende Mengen Bier.
Die Kinder haben heute übrigens die erste Probe fürs Krippenspiel, weswegen der Hübsche sie erst um 18:00h abholen und zum Abendessen ins Restaurant zum Goldenen M ausführen wird










Dienstag, November 04, 2014

Service oder so


Vor nicht allzulanger Zeit hat ein Schokomuffinrezept bzw. eigentlich das Kleid der Bäckerin das Internet in Aufregung versetzt. Das  Kleid ging als "Herzdamenkleid" durch Twitter und Instagram, es wurde sogar nachgenäht.
Was mich erst abgeschreckt hatte, war mein mangelndes Dekollete die Aussage, dass es aus Polyester sei und sowas trage ich nicht gern (Wie immer: ICH trage das nicht gerne, das heisst nicht, dass Sie das nicht gerne tragen dürfen. Oder ich Sie weniger cool, klug und stark finde, wenn Sie Polyester gerne oder mittelgerne tragen). Also habe ich es erst mal nicht bestellt und dann immer wieder gesehen und hätte es dann doch gerne gehabt.
Ich habe also bei Zalando mal geschaut und tadaaaa: nix mit Polyester, sondern Jersey mit Elasthan. Und sogar in blau!

Ich habe also das rote (wenigstens für ein Bild wollte ich das Original-Herzdamenkleid anziehen), das blaue und ein paar Wickelkleider bestellt.
Als sie hier ankamen merkte ich dreierlei:
1. Die King Louie Wickelkeider stehen mir nicht. Wenn man (also ich) schon keine Oberweite hat, möchte man (also ich) wenigstens mit der schmalen Taille angeben, wenn da so Geraffel ist, will ich entweder dauernd zuppeln und es sieht dicker als als ich bin.
2. Das Herzdamenkleid sieht in rot am besten aus.
3. Zalando hat mir zwei Kleider (das rote und das blaue Herzdamenkleid) aus Polyester geschickt.

Ich war etwas verwirrt, habe auf der Zalando-Homepage nochmal nachgesehen: und ja, da steht immer noch "80% Baumwolle, und noch bisschen was anderes". Bei allen andere Anbietern des Kleides steht "88% Polyester, 12% Elasthan", so wie auch auf dem Etikett meines Kleides.

Grmpf. Ich habe also via Zalando-Reklamationsservice geschrieben, dass ich gerne wüsste, ob sie mir das falsche Kleid geschickt haben oder die Beschreibung falsch ist.
Für mich ist klar: wenn es das Kleid in Baumwolle gibt, will ich das in Baumwolle, das habe ich auch bestellt. Wenn nicht, dann war die Beschreibung falsch und ich muss nochmal überlegen, ob ich das Kleid trotzdem behalte, weil gut sieht es allemal aus, aber ich hätte das gerne gewusst.

Tja. Schon einen Tag später bekomme ich eine EMail mit folgendem grossartigen Text:

Guten Tag Frau Brüllen, 
mein Name ist Servicemitarbeiter xy und ich bedanke mich für Ihre Nachricht.

Ich habe Ihre Anfrage erhalten und kann Ihnen mitteilen, dass Ihr Vorgang sich derzeit noch in Bearbeitung befindet. Selbstverständlich gebe ich Ihnen schnellstens eine Rückmeldung, sobald mir ein Ergebnis vorliegt.

Ich freue mich, wenn Sie sich kurz Zeit nehmen, um uns mitzuteilen, wie zufrieden Sie mit unserem Service sind. Bitte klicken Sie hier, um zur Umfrage zu gelangen.

Für weitere Fragen stehen meine Kollegen und ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

Viele Grüsse,

Und drunter noch liebevoll eine gescannte handschriftliche Unterschrift.
Jetzt mal ehrlich: Nicht so richtig durchdacht, oder? Mir sagen, dass sie keine Ahnung haben, aber mich noch eine Zufriedenheitsumfrage ausfüllen lassen? Aber ich bin ja brav und habe also die Umfrage ausgefüllt. Mit ganz schön wenig Sternen ("Wie zufrieden sind Sie mit dem letzten Kontakt mit dem Zalando-Kundendienst?" "Gar nicht" "Wie finden Sie das Layout unserer Emails?" WAS HAT DAS MIT MEINER FRAGE ZU  TUN????? "Haben Sie sonst noch Anmerkungen?" "Schon.") und gewartet. Tagelang gewartet. Und keine Antwort bekommen.

Mittlerweile hat sich die Beschreibung des roten Kleides bei Zalando auf "88% Polyester, 12% Elasthan" geändert, Antwort kommt aber keine.

Es gingen dann heute noch ein paar Mails hin und her, ich habe gelernt, dass es eine "Fachabteilung für Beschaffenheit von Artikeln" gibt, die sehr bedächtig zu arbeiten scheint, ich wurde mehrfach aufgefordert, doch ruhig nochmal die Kundenzufriedenheitsumfrage auszufüllen, habe das auch brav jedesmal erledigt, in der Zwischenzeit dann wurde es mir zu doof und ich habe einen Rücksendeschein für alle Kleider ausgefüllt. Am Ende haart die Katze noch in das Paket mit den Wickelkleidern, die ich eh nicht behalten möchte, und dann bin ich die Böse. Also: alle eingepackt und nicht mal ein Tragefoto gemacht (ohne so richtiges Dekollete sieht es auch tatsächlich nur halb so spannend aus, kann ich Ihnen verraten).

Also: kein Herzdamenkleid für mich, was natürlich nicht am Kleid und nicht an der Herzdame liegt, eher an meiner Sturheit, die einen für mich högscht unprofessionellen Umgang mit Kunden nicht ausstehen kann und deshalb aus Trotz nichts von dem Laden möchte (obwohl, ich habe jetzt einen 15%-Gutschein für das nächste Mal bekommen und habe ja nie behauptet, nicht käuflich zu sein). Ich überlege, ob ich der Frau mit der schwungvollen Unterschrift noch sagen soll, dass die Artikelbeschreibung für das blaue Kleid immer noch falsch ist. Aber vielleicht findet die Fachabteilung für Beschaffenheit von Artikeln auch selber raus.



Ach ja: und nicht vergessen: morgen ist "WMDEDGT?"

Montag, November 03, 2014

"Kamera läuft, uuuuuuund bitte"

Ich habe seinerzeit (aka in den 90ern) für sehr gemischte Gefühle in meinem Freundeskreis gesorgt, als ich mit viel Appell an ihre Pflicht als Bürger und überhaupt und so sie alle zusammen zu einem Blutspendetermin gezerrt habe und dann selber nicht spenden durfte (Gewicht grenzwertig, Blutdruck noch grenzwertiger, Hb-Wert unter allen Grenzen).
Ich hatte ja selbst fast ein bisschen ein schlechtes Gewissen, als sie da alle halbliterweise Blut liessen und ich nur einen Fingerpieks bekam.
(Heute könnte ich natürlich sagen: ha, mein Blut will eh keiner)

Und weil ich mir nicht nochmal sagen lassen will, dass ich die Leute immer in irgendwelche Aktionen reinschwatze und dann selber kneife (also: ich hätte ja damals gespendet, aber sie haben mich echt nicht gelassen), bin ich heute trotz Schnupfnase (rot), Rotzbirne und Erkältungsstimme mit dem Kollegen, den ich freundlich dazu motiviert habe, mit mir zusammen doch etwas gegen die mangelnde Präsenz unseres Bereichs bei offiziellen Bild- und Tondokumenten unseres Arbeitgebers zu unternehmen, doch zu dem offiziellen Videodreh für den Tag der offenen Tür irgendwann nächsten Herbst (ja, spontan, das können wir ,-)) gegangen.
Erst hiess  es ja, man müsse nur lächeln und winken und das ist ja nun wirklich eine meiner Kernkompetenzen, aber dann mussten wir uns auch noch zwei Sätze ausdenken und sagen und dabei NUR IN DIE LINSE schauen, was leichter klingt als es ist. Ich habe mir schliesslich auch nur fast das Genick gebrochen bei dem Versuch, ein freundlich neckisches Begrüssungszwinkern mit ohne Hände und bitte NUR IN DIE LINSE Schauen hinzubekommen, aber das haben wir dann nochmal gedreht, weil ein "aaaaaahrg, mein Hals" stand nicht im Drehbuch.

Sonntag, November 02, 2014

Buh!

Am Freitag haben sich ja auf Twitter, Instagram und der Bloggerwelt wieder die "Yeah, Halloween" und "Boah, es ist aber Reformationstag und diese Amerikanisierung, furchtbar"-Artikel, Tweets und Bilder in allen Ausprägungen gekreuzt.
Ich sehe das relativ pragmatisch: hier bei uns in der Siedlung ist das ein Riesenevent für die grosse Kinderschar. Also: machen wir mit. (Wobei: Nicht-Mitmachen auch ginge, sogar sehr leicht, wenn man keine Kinder hat, und sonst muss man es "nur" seinen Kindern erklären. Wenn man ein Tuch an die Klinke bindet oder, wenn man dem nicht traut, ein Schild an die Tür hängt "Bitte nicht läuten" oder, wenn man dem auch nicht traut, eine Gartenbank quer vor die Haustür stellt, dann wird man auch nicht rausgeläutet.)
Wir haben also schon am Mittwoch abend einen Batman-Kürbis geschnitzt (auf die Idee kam ich, als ich den Artikel vom Nuf über den schönen Hipster gelesen hatte, aber leider wirft unser Kürbis keinen Fledermausschatten, dazu ist es hier zu gut beleuchtet).

Die Kinder waren auf einmal ganz grosse Fans von Scream-Masken (einmal im Original und einmal in freundlich ;-)), da ich aber schon ahnte, dass das Maskentragen bei Little L. keine ganz grosse Liebe werden würde, nahm ich statt des Umhangs das genauso teure (aka billige) Zauberlehrling-Set mit Brille und Hut zus. zum Umhang mit.


Wer hätte das gedacht: als es dann mit der Klingelei hier bei uns losging, wollte er tatsächlich lieber erst mal als Harry losziehen, mit der Maske als Backup dabei. (Ich hätte zum Aufmalen der Blitznarbe mal besser nicht meinen Urban-Decay-Kajal genommen, weil erstens war der "Schwarz? Mami? Hast du schon mal eine schwarze Narbe gesehen?" und zweitens geht der praktisch nicht mehr ab). Mit Hogwarts-Schal und Original-Leuchtzauberstab, tja, da sieht er schon sehr niedlich aus.

Zusammen mit einem Nachbarsjungen klingelte das Dreiergespann also an all den Türen, die mit Kürbissen, Gruselkulisse, Spinnweben, Totenköpfen und ähnlichem dekoriert waren.
Nachdem wir die letzten paar Jahre immer total genervt waren, weil ob des Overkills an "So spät noch draussen! Süssigkeiten! Waaaaah!" die elementaren Regeln der Höflichkeit (Hallo, tschüss, bitte, danke) auf der Strecke geblieben waren, hatten sie sich dieses Jahr ein Sprüchlein gemerkt, dass zwar nicht unbedingt das originellste der Welt ist "Wir sind drei kleine Geister und essen gerne Kleister. Wenn Sie uns nichts geben, bleiben wir hier kleben", aber im Chor von drei U10-Gruselgestalten aufgesagt, ist das schon süss und wenn dann noch "danke" und "Ciaociao" gesagt wird, ist alles superst.

Ich muss sagen, den Rumlaufteil von Halloween finde ich sehr toll. Die Häuser sind hier grossartig dekoriert, es gibt Minigeisterbahn-Installationen, man trifft alle Nachbarn, Kollegen, Kindergarten- und Schulfreunde, meist super kostümiert. Das Daheimsitzen und andauernd Rausgeklingeltwerden ist nur so mittel, aber das haben wir dieses Jahr nicht mal erlebt, weil der Hübsche einen Sporttermin* hatte und so keiner das Haus hüten konnte. Und als wir dann nach 2h durchgefroren heimkamen, kamen nur noch ein paar Nachzügler, die grosszügig von den Jungs aus unserer bereitgestellten Schüssel versorgt wurden. Ach ja: wir haben jetzt übrigens erst mal genug an Süsskram.

Die "Streiche" halten sich nach meiner Erfahrung hier in unserer Schlafstadtidylle echt in Grenzen, irgendwie ist anscheinend ein Ei von wo auch immer auf unserem Balkon gelandet, aber das hat grösstenteils die Katze entsorgt.






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Samstag, November 01, 2014

November?

So ein besuch der basler herbstmäss ist schon ein bisschen skurril, wenn die sonne scheint und den kindern so warm ist, dass sie kurzärmlig rumlaufen. Immerhin haben little l. und ich vom hübschen tödlichen männerschnupfen vererbt bekommen, so dass sich das wenigstens nach herbst anfühlt.
Mittlerweile hat sich little q.s fahrgeschäftaversion mehr als nur gelegt (ich sage nur: "blue fire", aber bitte in der ersten reihe) und little l. kann per seiner definitionem alles, was sein bruder auch kann. Das ist einerseits nicht so gut für den geldbeutel und meine nerven, weil ich zumindest das gefühl habe, den kleinen mann ("ICH BIN NICHT KLEIN!!!!!") extra fest halten zu müssen, aber der spassfaktor ist schon deutlich höher, als wenn man dem schwanenkarusell und der bimmelbahn zuschauen muss.
Ach ja: und der parkplatz in der firmentiefgarage 5 min zu fuss vom messeplatz weg, der ist natürlich jeden tag toll, aber an einem sonnigen mässtag, wo man in basel auch noch einkaufen kann, anders als in allen ländern und kantonen im näheren und ferneren umfeld.






Ein von @prozac74 gepostetes Foto am




Ein von @prozac74 gepostetes Foto am


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