Freitag, Oktober 31, 2014

Luxusfrage

Dieses Jahr werden an meinem Geburtstagswochenende beide Kinder aushäusig nächtigen, wegen wichtiger Pfadi-Verpflichtungen.
Und während ich erst kurz ein bisschen traurig war (Geburtstagsparty ohne Kinder, buhuuuu), dachte ich mir dann mit der Zeit: so eine Geburtstagsparty mit ohne Kinder, die dann irgendwann schlechte Laune haben und am nächsten Morgen um 7 aufstehen wollen, das hätte ja auch was.
(Ich habe vorher überlegt, die Party auf das Wochenende danach zu verschieben, aber da hat der Hübsche das ganze Wochenende Sportseminar und ohne Hübschen feiern und noch mehr: ohne den Hübschen, der die Kinder bändigt, eine Party vorbereiten, das wäre ja noch doofer, als ohne Kinder feiern.)

Als ich dem Hübschen das also eröffnete, meinte er "Wie cool, dann können wir uns einen richtigen schönen Erwachsenenabend machen" und meinte damit nicht eine Party mit Freunden und Kollegen, sondern einen NachmittagAbendNachtMorgen zu zweit mit tollen Sachen wie Wellness, CandleLightDinner, Hotelübernachtung (?, weiss nicht, ich schlaf aushäusig ja nicht gut die erste Nacht), Ausschlafen und so.

Klingt jetzt auch gar nicht schlecht, auch wenn ich damit seit ungefähr ...... 36 Jahren zum ersten Mal keine Geburtstagsfeier hätte, was einerseits natürlich voll schade wäre, andererseits...... der Dezember ist für mich dieses Jahr noch vollgepackter als normal, weil ich zusätzlich zu Advent!, Waldweihnacht bei den Pfadis!, Kindergartenweihnachtsding!, Nikolaus!, Krippenspiel!, Betriebsweihnachtsfeier!, Adventskaffee bei allen Leuten, die wir kennen!, Plätzchenbacken!, Dekorieren!, Geschenke organisieren!, auch noch drei Grossveranstaltungen bei der Arbeit von mir organisiert werden wollen (bzw. ich mittendrin stecke), sowohl inhaltlich als auch organisatorisch und das ist dann sogar für mich Rampensau dann irgendwann genug an Party und/oder Leute.

Hmmmm, ein Geburtstag zu zweit. Klingt eigentlich super.
Wäre dann natürlich nur ein bisschen schwierig, wenn Little L. kurz vor Abfahrt zum Samichlaus-Weekend dann doch die Muffen kriegen würde und daheim bleiben würde und wir einen Wellness-Candlelightdinner-Abend mit kleiner Begleitung hätten. Nun denn.

Donnerstag, Oktober 30, 2014

"Boah ey,...."

Nachdem Little L. sich frisch einen Warteplatz auf der Logopädenwarteliste erlispelt hat (mal sehen, ob es diesmal wirklich dazu kommt), hier ein paar Highlights aus seinem Mund.

...

Ich: "Du, draussen regnet es in Strömen, zieh bitte Gummistiefel an."
Little L.: "Boah, ey, meine Mudda......"

...


Little L. erzählt und erzählt, irgendwas: "rhabarberhabarber.... und dann habe ich echt am vielsten gelacht ..."
Ich: "psst, das heisst "am meisten", Spatz."
Little L: "Boah, Mami, ich weiss, dass das "am meisten" heisst, oder dass du glaubst, dass das so heisst, das kannst du mir schon glauben. Wenn ich also "am vielsten" sage, dann meine ich auch "am vielsten" und nicht "am meisten."

Ansonsten bin ich mal sehr gespannt, anders als Little Q., der schon als ganz kleiner Knopf einen freundlicher Blick als Aufforderung ansah, seine ganze Lebensgeschichte und mehr mit Wildfremden in der Tram zu teilen, spricht Little L. mit Leuten, die er nicht oder nicht gut genug kennt, nicht. Also: gar nicht. Aber anscheinend kennt er die Logopädin gut genug, dass er immerhin schon was mit "s" gesagt hat, weil sonst wüsste sie ja nicht, dass er lispelt.


Mittwoch, Oktober 29, 2014

Wachmacher deluxe

Ich kann ihnen seit heute morgen aus eigener erfahrung mitteilen, dass nichts so nachhaltig und schnell wach macht, wie frontscheinwerfer, die einem auf der autobahn ins gesicht leuchten.
Ich fahre ja jeden morgen im mehr oder weniger dunklen die selbe strecke zur arbeit, erst durchs dorf, dann auf die autobahn, die dann durch die stadt führt, irgendwann dann runter, einmal durch den baustellendschungel ums areal schlängeln, rein in die tiefgarage, fertig. Heute war ich recht früh dran, d.h. der morgenstau setzte noch nicht vor der stadtgrenze ein, sondern erst nach der ersten grossen kurve. Und während ich mich so gemütlich vor mich hinfreute, dass das alles so gut klappt, leuchten auf einmal auf der von mir aus linken spur frontscheinwerfer eines schnell näherkommenden fahrzeugs aus dem tunnel. Ich war total perplex, fuhr automatisch noch weiter rechts als eh schon ("fahren sie äusserst rechts und überholen sie nicht") und wappnete mich innerlich auf den grossen knall und das drama, wenn ebendieses auto frontal in den berufsverkehr links, zwei autolängen vor mir donnern würde.
Ist dann so nicht passiert, der vermeintloche morgenstau war nämlich einem unfall an ebendieser stelle geschuldet, der die ganze autobahn absperrte. Der vermeintliche falschfahrer war ein zivilpolizist, der sich nicht durch den stau hinten gequetscht hatte, sondern die autofreie autobahn in falscher richtung genutzt hatte. Er wendet seine  kleinwagen vor der unfallstelle, pappte das blaulicht aufs dach, zog sich die warnweste an und begann seinen job.
Ich sags ihnen, ich bin durch mit der welt heute.

Dienstag, Oktober 28, 2014

CSI Parkplatz

Das Auto wird nächste Woche in die Werkstatt gebracht und ich war heute nochmal in dem Supermarkt mit DEM Parkplatz einkaufen.

Und ja, es ist, auch wenn das natürlich eine ernste Angelegenheit ist, schon ein bisschen lustig und auch cool, zu fragen "Sie, sagen Sie mal, die Videoüberwachung des Parkplatzes, könnte ich da mal letzten Mittwoch abend sehen? Aus ermittlungstechnischen Gründen?"

Aber wie man das aus so vielen Filmen kennt, hiess es dann "Oh, da müsset Sie etz kurz warte, ich gang go froge..........Sie, d`Scheefin sait, die nemmet gar nyt uff." Dann halt. Weiter an das Gute im Autokaputtfahrer glauben.

Montag, Oktober 27, 2014

Ich hab die Nase voll.

Disclaimer vorneweg: auch wenn Sie in letzter Zeit oder irgendwann einen Blogpost oder Tweets zum Thema Vereinbarkeit geschrieben haben: hier geht es nicht um Sie. Vielleicht habe ich Ihren Artikel gelesen, vielleicht auch nicht, vielleicht hat mich Ihr Post/Tweet mit zu diesem Post bewegt, vielleicht nicht. Ich greife Sie hier nicht an, es geht einzig und allein ganz egoistisch und selbstverliebt um meine Wahrnehmung der Thematik. Ich weiss auch, dass Ihnen das grad wurscht ist, wenn Sie sich angegriffen oder beleidigt fühlen, aber dann ist das halt so. Ich habs wenigstens gesagt, wie ich das hier meine.

So. Jetzt aber:

Am Samstag war ich mal wieder beim Friseur und nachdem ich mich in der Gala eingehend drüber informiert hatte, wer mit wem und wer nicht mehr mit wem anders, war die Hairstylistin meines Vertrauens immer noch nicht fertig und ich musste also eine Brigitte zur Hand nehmen, etwas,w as ich ja sonst tunlichst vermeide.

Da fand ich eine Kolumne zum Thema Vereinbarkeit, die bei mir das Fass zum Überlaufen brachte (Tenor: Vereinbarkeit von Job und Familie ist genauso irre wie zu erwarten, dass Sauerkraut mit Gummibärchen schmecken würde. Leider finde ich den Text nicht online, ich würde ihn gerne Zeile für Zeile zerpflücken).

Seit einiger Zeit vermeide ich es, Blogposts und Artikel dazu zu lesen, ich schaue mir keine Diskussionsrunden dazu an, ich sage auch unter Freunden und Bekannten eigentlich nichts mehr dazu (wobei: da umgebe ich mich ja grösstenteils mit Menschen, die ähnlich ticken wie ich oder meine Meinung dazu mittlerweile so gut kennen, dass sie nicht mehr diskutieren müssen), weil ich es einfach so müde bin.
Ich bin es müde, von Männern, deren Frauen daheim glücklich sind (oder zumindest scheinen), erzählt bekomme, dass es eben für Frauen auch gar nicht geht, einen verantwortungsvollen Job und Familie unter einen Hut zu bekommen.
Ich bin es müde, von ebendiesen Männern zu hören, dass die Regelung mit "3 Tage pro Fall kindkrank-frei" ja zum Ausnutzen des Systems auffordere und man ja wohl sich auch anderweitig organisieren könne und sie zB hätten noch nie wegen eines kranken Kindes gefehlt.
Ich bin es müde, von Frauen, die voll zu Hause sind, zu hören, dass es nur so geht und dass sie ja zugunsten ihrer Kinder auf Karriere (das wird dann in einem angewiderten Ton ausgesprochen, weil wer will denn sowas.) verzichten, weil nur so könnten Kinder ja glücklich aufwachsen.
Ich bin es müde, von Frauen, die einen Teilzeitjob, aber eine Vollzeitkinderbetreuung haben, zu hören, dass es ja nur so geht, weil man sich ja wenigstens noch eine Stunde aufs Sofa legen muss, bevor man die Kinder abholt.
Ich bin es müde, von ebendiesen Müttern zu hören, das es ja so ungerecht sei, dass man mit einem Teilzeitjob keine Karriere (man spricht das dann mit einer Mischung aus Sehnsucht und Abscheu aus) machen könne.
Ich bin es müde, von Arbeitgebern zu hören, dass man total familienfreundlich wäre, weil man Homeoffice möglich macht, im Sinne von: Die Arbeitnehmer können schon um fünf heimgehen und Zeit mit ihren Kindern verbringen und dann total problemlos noch ab 21:00h mit San Francisco videokonferenzieren.
Ich bin es müde, das Jammern zu hören, dass der gesamte Job sich nicht an den Trainingszeiten oder den Musikschulzeiten der Kinder orientiert.
Ich bin es müde, das Jammern zu hören, dass Kindergärten, Schulen, Sportvereine Termine zu Arbeitszeiten der Mütter fordern.
Ich bin es müde zu hören, dass Vollzeitbetreuung und Ganztagesschulen das Bullerbü-Leben, das so viele in den 70ern und 80ern anscheinend geführt haben, unmöglich macht.
Ich bin es müde zu hören, dass Jammern zu hören, dass man ja alles (Kinder, Training, Musikschule, Arbeit, Weiterbildung, Extratermine) als Frau allein unter einen Hut kriegen müsse, weil der Mann ja die Woche über nicht da oder nicht greifbar wäre, weil er ja auch total viel arbeiten müsse, und deshalb ginge das ja alles gar nicht.
Ich habe die Nase voll von Müttern, die eine grossartige Ausbildung und einen grossartigen Job hatten, aber dann nach Geburt ihrer Kinder auf einmal Experten in Kindercontent wurden und ihre Existenzgründung als Kindercafebetreiberin, Secondhandladenbetreiberin, Windelselbststrickerin, Babymassageworkshop und Trageberatung etc. als einzig Wahres und für alle seligmachenden Schritt auf dem Lebensweg propagieren, weil "Ein 9to5-Job lässt sich nicht mit Kindern vereinbaren" oder "Mein alter Job, das war ja klar, dass das nicht geht".
Ich bin die Aussagen von zu Hause bleibenden Müttern satt, dass allein das ja alles so brutal kompliziert und anstrengend wäre, ein Job ginge da gar nicht mehr.
Ich bin das Gejammer, dass alles so anstrengend sei und deshalb ja auch nicht gehen könnte, einfach so satt.
Ich bin es leid, das Gejammer zu hören, dass der Chef kein Verständnis dafür hätte, wenn man daheim bleibt wegen krankem Kind oder Laternenbasteln oder dass die Kollegen dabei nicht "Hurra" schreien.
Ich bin die Aussagen, dass mit ein bisschen Vernetzung und Wille dazu Vollzeitjob, Familie, Hobby und Reisen total problemlos unter einen Hut zu bekommen seien, man müsse nur wollen, wer das anstrengend fände, macht irgendetwas falsch.

Ich möchte darauf eigentlich nur drei Sachen entgegnen.

1. Eins meiner Lieblingszitate aus einem meiner Lieblingsfilme (ab 00:50)





Eben: es ist NICHT einfach, wer das denkt und glaubt, der sollte langsam mal aufwachen. Das Leben war noch nie ein Ponyhof oder ein Wunschkonzert und auch in Themen ausserhalb der Vereinbarkeit regiert nicht nur rosa Zuckerwatte und Einhornglitzer. Live aus der Plattitüdenkassen ist mit "Man kriegt nichts geschenkt" und "Wenn man nicht will, dann gehts auch nicht" und "Man muss Prioritäten setzen" eigentlich das meiste dazu gesagt.

2. Bei all diesen "es geht nicht"s frage ich mich immer: Wo um alles in der Welt sind denn bei diesen Müttern die Väter? (und da merkt man schon, falls Sie jetzt zB alleinerziehend sind und Ihnen die ganze Zeit schon auf der Zunge liegt "Aber ich MUSS das alles allein machen, mir hilft niemand!", ja, es gibt Familiensituationen, da ist es schwierig, da kann niemand was dafür, da ist es nicht so einfach, wie ich das hier postulieren, etwas dran zu ändern. Das weiss ich, aber nicht mal ich kann für alles eine Lösung haben) Warum in aller Welt kann nur die Mutter zu einem Kindergartentermin gehen? Warum kann nur die Mutter das kranke Kind zu Hause betreuen? Warum muss nur die Mutter früher oder auch einfach nur mal pünktlich gehen, um das Kind zum Training zu bringen? Und kommen Sie mir jetzt nicht mit den "wichtigen, absolute Flexibilität einfordernden Jobs" Ihrer Männer. Mein Job zB ist dem meines Mannes absolut gleichwertig, mein Pensum annähernd, und dementsprechend teilen wir uns alle Kindertermine. Wir gehen beide zu Elternabenden, Rüben schnitzen, Geburtstag feiern, Kinderstirnen zusammenkleben lassen, Kontrolltermine, Trainingsbegleitungen, Kindergeburtstagsabholservices, ich meine: das ist doch Partnerschaft, oder nicht? Und wenn Sie mir jetzt damit kommen, dass Ihr Mann die ganze Woche woanders arbeitet, tja. Auch das ist ist NIE in Stein gemeisselt. Wenn man sich dafür entscheidet, dieses Modell zu leben (und ja, dafür mag es sicher manchmal gute Gründe geben), dann ist das so, dann ist das aber eine Entscheidung, die man (im besten Fal) als Familie getroffen hat und mit der man halt dann leben muss. Dann wird es kompliziert, aber dafür kann niemand was, ausser den Leuten, die diese Entscheidung getroffen haben. Sorry.

3. Und ja, es ist kompliziert. Immer. Aber es kann funktionieren. Und es kann für jeden anders funktionieren. Es muss stimmen und zwar genau nur für die Familie, die es betrifft. Die möglichen Lösungen sind so unterschiedlich, wie es die verschiedenen Familien sind. Und wenn auf der Chefetage das Verständnis dafür fehlt, ja, meine Herren, meine Damen, Sie sind alle erwachsen, dann stehen Sie halt in Gottes Namen für Ihre Bedürfnisse und Überzeugungen ein. Auch ein Job ist nicht in Stein gemeisselt, es gibt auch andere Arbeitgeber und manchmal hilft es durchaus, nicht immer ja und amen zu sagen, sondern auch mal für sich einzustehen.

Und damit ist eigentlich schon klar, dass die ganzen angeblich allgemeingültigen "Geht nicht." oder "Es sollte aber klappen, es darf nicht so kompliziert sein, mimimimi"-Kolumnen und Artikel eigentlich schon am Thema vorbei sind. Und deswegen werde ich sie auch weiterhin meiden, ich habe einfach die Nase voll, mich darüber aufzuregen. Beim nächsten Friseurtermin bleibe ich bei Gala und Bunte. InStyle vielleicht auch noch.

Sonntag, Oktober 26, 2014

Zeitumstellung ftw!

Es ist ja so, dass die Menschheit immer was zum Motzen findet. Entweder ist es doof, dass Winter wird oder doof, dass der Sommer kein richtiger war oder andersrum. Entweder ist die Zeitumstellung an sich doof (insert semiwirtschaftswissenschaftliche Berechnung von Verlust an Bruttosozialprodukt, garniere mit Biorhythmus, verwende das Schlagwort Minijetlag, zeige Bilder von traurig muhenden Kühen wegen zuviel Milch im Euter, schwenke die vegane Fahne einmal durchs Bild, Sie verstehen, was ich meine?) oder aber man ist Eltern und hat zur Zeitumstellung vielleicht nicht mal eine prinzipielle Meinung, bekommt aber dank frühaufstehender Sprösslinge von "Sie können eine Stunde länger schlafen" schon gar nichts, weil Kinder ja noch zeitumstellungsresistenter sind als Milchkühe und dann halt einfach wach sind.
Ja, auch ich erinnere mich noch sehr gut, wie wir seinerzeit in Eiseskälte nach anderthalb Stunden Vorlesen, Kneten, literweise Kaffee und Bauklötzchen spielen vermeintlich pünktlich um 6:00h im Stockfinsteren vor der semmelversprechenden Tankstelle standen und die zwar schon um 6:00h aufmachte, es aber erst 5:00h war.

Mittlerweile ist das hier gsd. alles nicht mehr so dramatisch, Little L. kommt am Wochenende zwar immer noch früher, als man sich das vielleicht wünschen würde, aber erstens ist er ein ganz grosser Hörspielhörer (mit Kopfhörer, damit nicht alle "Was sind die Farben der ganzen Welt? Blaugelbblaugelbblaugelb!" hören müssen) und zweitens, und das ist jetzt vielleicht nicht superberuhigend, sondern etwas verstörend, stehe ich mittlerweile selber eigentlich ganz gern früh auf. Auch am Wochenende. (Also: vor 5:00h nicht mehr und vor 6:00h auch nicht freiwilllig)
Vielleicht ist das schon die senile Bettflucht oder mein Körper bereitet sich darauf vor, dass ich ja plane, die Kinder in der Pubertät gnadenlos für ihr jahrelanges Ausschlafenverhindern bezahlen zu lassen ;-), auf jeden Fall mag ich es ganz gern, mit Little L. aufzustehen, mir einen Kaffee zu machen, direkt mein Sportprogramm zu absolvieren, und frisch geduscht bereit für einen grossartigen Sonntag (heute eine Stunde länger! Juhuuu!) zu sein.

In diesem Sinne: liebe Kleinkindeltern, halten Sie durch, es wird besser. Entweder schlafen die Kinder irgendwann länger oder Sie freiwillig weniger. Jetzt muss ich los, Kuchenbacken.

Samstag, Oktober 25, 2014

Ich bin "Mein Bleistift riecht nach Erdbeere"-alt

Ach ja, erinnern Sie sich noch an die Zeiten, in denen man begeistert mit der Hand schrieb, egal was, nur weil die Stifte so toll waren? Also, ich habe das auf jeden Fall gemacht. Leider habe ich das Original meines Klassen-Blog-Eintragsvon 1984 "In der Leseecke" nicht mehr gefunden, den ich damals nur wegen der neuen Stabilostifte (hellgrün und schwarz) geschrieben habe, dafür aber eine Kopie des von mir in der 3. Klasse für meinen Klassenlehrer voll und ganz freiwillig geschriebenen Märchenbuchs.

Ich erinnere mich noch, wie ich Unmengen an Taschengeld für einerseits nur schön aussehende oder gut riechende Stifte (Erdbeerbleistifte, Füller mit Sternen und Glitzersteinen, mit Konfettimuster) und bunte Tinte (ich habe ganze Schulhefte nur mit petrol, pink und weinrot, was grenzwertig war, wegen rot = Lehrerfarbe gefüllt) investiert, genauso wie in gut in der Hand liegende und wie von allein übers Papier gleitende Stifte und Kalligraphiefüller.

Heute schreibe ich zwar immer noch mehr mit der Hand als man glauben möchte, denn auch wenn bei uns bei der Arbeit sehr viel automatisiert ist und via e-signature in Dokumentenleitsystemen freigegeben wird, gibt es mindestens genauso viel, was per Hand ausgefüllt und unterschrieben werden muss. Meine Unterschrift hat sich in den letzten beiden Jahren durch Dauersignieren so verändert, dass ich letztens sogar meinen Pass rausholen musste, als eine Kassiererin tatsächlich mal die Unterschrift auf Karte und Kassenzettel verglichen hat.
Diese handschriftlichen Sachen werden aber nicht mehr mit Stift der Wahl, sondern mit genormten, dokumentenechten, dafür vorgesehenen blaugen Kugelschreibern erledigt, Nix mit Erdbeerduft oder petrolfarbender Tinte.
 

Und so bin ich gar nicht auf dem Laufenden, was heute unter Schulkindern so (wir hatten heute Familienrat und ich darf nicht mehr "der neueste heisse Scheiss" sagen, weil die Kinder auch nicht "Scheisse" sagen dürfen) "in" ist.

Dementsprechend einerseits überrascht, andererseits kauffreudig war ich, als mir Little Q. von den heissgeliebten ausradierbaren Kugelschreibern erzählte. Sehr cool, irgendwie, geht auch mit den Leuchtmarkern der Marke, es gibt verschiedenste Farben und ausradiert wird mit einem Gumminüppel am Stiftende, der sich aber nicht abrubbelt, ein Wunder der Technik sozusagen.
Ich bin mal gespannt, ob Little Q. jetzt auch Geschichten schreibt, oder seinen ersten Liebesbrief beantwortet oder lieber Konstruktionszeichnungen für das Baumhaus, das er mit seinen Freunden plant.





Freitag, Oktober 24, 2014

Räbeliechtli, die letzte

Es ist hier saukalt geworden, habe ich heute morgen gemerkt, als ich heute morgen aus Gründen (nicht wegen kaputt, sondern anderen) mit dem Zug zur Arbeit fahren wollte, der, wie das so ist, wenn ich alle heilige Zeit mal "commute", drei Stationen vor usnerer auf offener Strecke liegenblieb und ich dank der SBB-App mit nur 4 mal Umsteigen und ein bisschen laufen auch ans Ziel kam.
Und kalt heisst Herbst und Herbst heisst: Räbeliechtli. Alle zwei Jahre gibt es ja einen Umzug hier im Dorf, für den Little Q. als Drittklässler Gottseidank schon zu gross ist, aber der Kindergarten ist da natürlich live dabei.. Und so Riesenradieserl, die schnitzen die Kinder natürlich nicht allein, sondern mit Unterstützung eines Erwachsenen. Dementsprechend kam gestern die Einladung erstens für den Umzug am Abend und zweitens für das Schnitzen am entsprechenden Vormittag. Die Eltern für Little L.s Gruppe wurden zur Hälfte um 8:30h, zur anderen Hälfte um 10:15h aufgeboten. Little L. war in der 10:15h-Gruppe, was mich jetzt natürlich vor ein Problem stellt:

  • Dienstag vormittag arbeite ich (jeden anderen Vormittag auch, aber gut)
  • Ich bin allerdings immer noch der Meinung, dass sich hinter "ich hab keine Zeit" nicht verstecken sollte (und ich muss sagen, sowohl Little Q.s als auch Little L.s Lehrerinnen sind sehr sparsam, was die Elternunterstützung erbitten oder einfordern angeht. Sehr) und mit 250 Überstunden auf dem Konto und einem Chef, der mich immer wieder sanft drängt, doch mal was dagegen zu unternehmen, gilt das Argument eh nicht. 
  • Allerdings wäre es für mich viel einfacher, nach Schnitzen um 8:30 ein bisschen später zum Arbeiten zu kommen, als in der Früh zur Arbeit zu fahren, um viertel vor 10 wieder raus nach Suburbia, um viertel nach 11 wieder zurück und so erstens unnötig Kilometer runterzuschrubben und zweitens echt viel Zeit mit Fahrerei zu vertun.


Also: zwei Alternativen: entweder den Kindergärtnerinnenu erklären, dass wir mit Gruppe Delphin um 8:30 schnitzen werden und nicht mit Gruppe Seepferd um 10:15h, was sicher gegangen wäre (man könnte sich jetzt natürlich drüber aufregen, dass man erstens überhaupt schnitzen kommen soll und zweitens, dass man ohne gefragt zu werden in Gruppen eingeteilt wird, aber man kann es auch lassen, weil egal), oder, und diese Idee ist natürlich genial, folgenden Fakten Rechnung tragen:

1. Der Hübsche arbeitet nur 10 Fussminuten vom Kindergarten entfernt.
2. Der Hübsche hat noch nie auch nur eine einzige Räbe geschnitzt. Wenn er jetzt nicht einsteigt, ist dieses Chance für immer vertan.
3. Der Hübsche ist ein grossartiger Vater und sagt nach kurzem Blick in den Kalender: "Klar, da hab ich keinen Termin, ich mach das." (Wie auch schon an Little L.s Geburtstag, als ich auch nicht mit in den Kindergarten kommen konnte, weil wir bei der Arbeit Behördeninspektion mit Anwesenheitspflicht hatten)

Jetzt muss ich nur noch schauen, dass ich mich nicht wieder aus lauter Euphorie dazu hinreissen lasse, mich als Umzugsbegleitperson mit Feuerzeug anheuern lasse. Das war das letzte Mal ja ziemlich .... doof. Ach ja. Und den Hübschen muss ich natürlich noch in meine über die letzten Jahre perfektionierte Schnitztechnik einweihen.

Donnerstag, Oktober 23, 2014

Schwarze Liste. Forever.

Ich bin ein extrem nachtragender Mensch. Das ist nicht unbedingt was, worauf ich stolz bin, aber es ist so. Es braucht zwar einiges, um mich wütend zu machen, zu verletzen oder zu beleidigen. Wenn man das aber geschafft hat, dann schafft auch eine Entschuldigung das nicht restlos aus der Welt. Ich habe ja auch sonst ein ziemlich gutes Gedächtnis vor allem für nutzloses Wissen  und gerade solche Sachen merke ich mir ewig und führ sozusagen meine innere schwarze Liste. Da sind Sachen drauf wie das Laguna in Weil, wo mir vor 5 Jahren der Geldbeutel geklaut wurde und das Personal dort so unverschämt, dass ich beschlossen habe, dass weder ich noch ein Mitglied dieser Familie je wieder dort baden gehen werden. Oder auch Sandra Z., die mit mir zusammen in meinem Heimatdorf im Kindergarten war und mich dort erst zum Klauen eines Bonbons aus der Handtasche der Kindergärtnerin angestiftet hat, dann ihres schnell runtergewürgt hat und mich (natürlich langsam lutschend) als Diebin verpfiffen hat.
Und ja, ich muss auch gestehen, dass, wenn mir jemand unabsichtlich etwas tut, mich ein "Oh, Entschuldigung, das war jetzt nicht mit Absicht" ehrlich gesagt auch nur mittel bis wenig besänftigt. Mal ehrlich? Was ist denn das für eine Entschuldigung? Als Alternative zu "mit Absicht, keine Ahnung, mit dem Ellenbogen erwischt?"

Nun ja, gestern aber habe ich festgestellt, dass trotz dieser meiner zwiespältigen Haltung zu reflexartigen Entschuldigungen mich das vollständige Ausbleiben desser noch wütender macht. Zum Beispiel, wenn man mir auf dem Parkplatz das Auto kaputtfährt.

*kritzelt wütend auf ihrer inneren schwarzen Liste*

Mittwoch, Oktober 22, 2014

Das Servicedesk und ich

Telefonate mit dem IT-Servicedesk habe ich eigentlich nicht so gern, ziemlich genau seit dem Zietpunkt, als ich panisch bis entrüstet dort anrief, weil meine Tastatur nicht mehr ging, und sich rausstellte, dass die Büroputzfrau den Tastaturstecker beim Feudeln gelockert hatte. Seit diesem Tag überprüfe ich eigentlich alle Optionen, wenn etwas nicht geht und bin dann ein mittelhandzahmer Kunde. ("Nein, es ist nicht ausreichend, wenn jemand in den nächsten 5 Stunden vorbeikommt, ich brauche JETZT Netzzugriff").
Gut. Heute aber war alles ein bisschen anders, ich hatte nämlich kein Hardware-Problem, sondern ein Google-Problem.
Dazu muss man wissen, dass unser gesamter geschäftlicher E-Mail-Verkehr vor ca. einem Jahr auf Google-Mail umgestellt wurde, incl. Kalender, Hangouts, Docs, was es da alles so gibt. Ich finde das auf einer gewissen Ebene seltsam, aber auch nicht besonders schlimm (alles besser als Lotus Notes), ich nutze Gmail seit gefühlt Jahrhunderten privat und kann gut damit leben. (Manche Sachen gehen trotzdem nur in Outlook, lassen sich dann aber rüberkopieren, ich sage nur "Verteilerlisten entpacken").
Aus Gründen, die meiner Verhandlungsschwäche mit Oberstchefassistentinnen geschuldet sind, war ich wieder mal in der Pflicht, eine Mail an alle zu schreiben. Diese Mail sollte eine Einladung sein, bei der mich aber nicht interessiert, wieviele Leute zu- oder absagen, ich will auch nicht, dass die Einladung an sich in irgendeinem Termin im Kalender versauert (die Kollegen tendieren dazu, die Terminbeschreibung nicht zu lesen und mit "So, warum sind wir hier?" zu Terminen zu erscheinen). Ausserdem soll der Termin aber im schon im Google Calender automatisch speicherbar sein, weil wenn die Kolloegen (ich zB) einen Termin nicht durch einen Klick bestätigen können, sondern mühsam aus der Mail händisch in den Kalender töckeln müssen, tendieren sie dazu, das zu vergessen und gar nicht zu kommen. Das wäre in dem Fall jetzt wirklich blöd, also hatte ich die Idee, dass es ja IRGENDWIE geht, dass so ein Feld in einer normalen Mail erscheint, wo man draufklicken kann, und dann kommt man zu dem Termin im Kalender, drückt dort "save" oder "Ja, ich komme" und dann ist das erledigt.
Dass das IRGENDWIE geht, weiss ich, weil ich in anderem Zusammenhang mit einer Frau von der Standortkommunikation ein Registrierungstool für einen andere Veranstaltung erstellt habe, und in den Bestätigungsmails von diesem Tool ist dieses Feld. (Ach ja: die Frau von der Standortkommunikation zu fragen war keine Option, weil wir ......, lassen wir das, war es auf jeden Fall nicht. Glauben Sie mir)

Ich habe also erstmal selber rumprobiert, konnte Terminen Hangouts oder WebEx-Meetings hinzufügen, habe in verschiedenen Google-affinen Techblogs gelesen, bin dabei auf die Geschichte mit den .ics-Dateien in Mails gestossen, habe dann über andere Anleitungen geschafft, meinen gesamten Kalender zu exportieren und auch in Mails zu verschicken, das wäre dann aber ein bisschen viel des Guten gewesen, parallel habe ich den computeraffinen Kollegen im Büro gefragt, ob er das kann, konnte er nicht, aber er suchte auch und schaffte es dann immerhin, Aufgaben in seinem Kalender zu erstellen und mir zu schicken, was leider eine totale Themaverfehlung war und ich war kurz davor aufzugeben, und zu sagen: dann schicke ich das halt ohne Termin.

Kurz davor habe ich dann beim Helpdesk angerufen und mein Anliegen geschildert. Und ab dann wurde es sehr lustig. Der Helpdesk-Mann hatte nämlich auch das Gefühl, dass das IRGENDWIE gehen müsste oder wenigstens früher mal gegangen wäre. Er fragte seinen Kollegen, ich warf mein rudimentäres .ics-Wissen in die Runde, mein Kollege rief immer mal wieder "Ich schick dir noch einen Test", der Helpdeskmann schickte seinem Kollegen Tests, mir auch, dann kamen sie drauf, dass man ja immerhin den ganzen Kalender exportieren könnte, aber das wäre zu viel, man könnte aber auch einen ganz neuen Kalender nur mit diesem einen Termin erstellen, den dann exportieren und verschicken, oder wäre es wirklich so schlimm, einen Termin im Kalender als Kalendereinladung zu verschicken, früher wäre das doch gegangen, die Testaufgaben, die mein Kollege schickte, wurden immer abstruser, und währenddessen probierte ich selber noch herum, verschickte an meinen zweiten Bürokollegen ein paar Testmails und musste dann irgendwann ganz laut rufen: "So, jetzt mal alle Ruhe, ich habs!"
Ich habe dem Helpdesk und meinen Kollegen dann schnell noch einen Walkthrough mit ganz vielen Screenshots geschrieben, geschickt, wir haben uns alle noch ein paar Test-Termin-Mails geschickt, den zu verschickenden Link nicht nur generiert, sondern auch hübsch verpackt und alle (besonders ich) waren glücklich. Und wenn sie nur froh waren, mich los zu sein.

(Für die, die es interessiert: man muss den Termin erst auf "public" stellen, dann gibt es da ein Feld "Publish Event", da klickt man drauf, lässt sich durch den eingeblendeten .html-Code nicht irritieren, sondern klickt auf den "Google Calender"-Button, den Link in der Adresszeile von dem Fenster, das dann aufgeht, den kann man verschicken und der macht genau, was ich will. Geht bestimmt schicker und einfacher, aber hey: ich konnte was, was das Helpdesk nicht konnte.)

In den nächsten Wochen ist mein Kalender jetzt ziemlich ausgebucht, meistens handelt es sich um Meetings mit dem Thema "test". Manchmal auch mit "sadlfsdfklhsdkljfh". Aber da muss ich wohl durch. Vielleicht lade ich mir noch ein paar Leute dazu ein.

Dienstag, Oktober 21, 2014

Date night

Dieser nicht vorhandene blogpost wird ihnen präsentiert von einem superbabysitter, schnell nach der arbeit und dem kinderabholen noch für kinder und ebendiese babysitterin pizza vorbereiten, hausaufgaben kontrollieren, fertigmachen und aus dem haus stürzen für einen abend zu zweit.
Und den anderen eltern der kinderkrippe für einen elternabend ausser der reihe aus gründen.
Wir können so romantisch.

Und nein, normalerweise gehen wir nicht zu zweit auf elternabende. Heute schon. Gründe und hals und so.

Montag, Oktober 20, 2014

Google sei dank

Heute mittag hatte ich beruflich eine verabredung mit einem herrn, den ich zuvor noch nie gesehen hatte, in einem bau, in dem ich auch noch nie (das ist gelogen, aber noch nie zum mittagessen) war.
Dementsprechend wusste ich weder, mit wem, noch wo genau ich verabredet war.
Aber, ich bin ja hochflexibel und hochpragmatisch, ich habe vorausgeplant und erstens nicht den shuttlebus genommen, der kurz vor pünktlich dort ankommt, sondern einen vorher (und in der sitzung zuvor blut und wasser geschwitzt, ob sich das alles ausgehen würde), um schon mal vor ort abzuklären, wo man sich in der kantine dort mit lunchdates trifft.
Vor ort habe ich dann in den gewonnenen 20 minuten den namen meines dates gegoogelt (gsd. ein sehr seltener name) und konnte dann ganz entspannt auf entweder einen wildlife-fotografen (spezialgebiet: primaten) oder einen amerikaner mit strahlend blauen augen warten und icebreaker-fragen und smalltalk für beide fälle vorbereiten.
Hat toll geklappt, sowohl das warten als auch das essen. (Es war der herr mit den blauen augen, er ist allerdings nicht gebürtiger amerikaner)

Sonntag, Oktober 19, 2014

#federkuchenfest

Ganz kurz nochmal für die, die sich Sorgen gemacht haben, aber den editierten Nieren-Blogpost nicht zweimal gelesen haben: also: ich bin nicht nierentechnisch lahmgelegt, ich habe nur bei den vorbereiteten Post geschludert, deswegen gabs am Freitag zwei und am Samstag keinen,
Am Samstag hatte ich nämlich keine Zeit zum Bloggen und vor allem keine mobilen Daten, wir waren nämlich bei Frau...äh....Mutti eingeladen zu einem legendären #federkuchenfest.
Und was mal als "Blogger treffen sich und es ist ein bisschen komisch, aber nicht sehr" begonnen hat, ist mittlerweile gar nicht mehr komisch, sondern Freundschaft, und auch Mann und Kinder fühlen sich in Nierstein (im besonderen in der Grünen Villa) schon richtig daheim. Little Q. hat den Ferienwohnungvermietern, die gar nicht glauben konnten, dass wir schon mal da waren, genau erzählt, in welchem Sessel er das Champions League-Finale 2012 gesehen hat und wo er stand, als Schweinsteiger den Elfer verschoss, und konnte so überzeugen.

Ach, es war einfach grossartig, die Frau...äh...Mutti-Familie und die anderen mittlerweile schon altbekannten Bloggerkollegen und Offline-Freunde dort zu treffen.
Kaum zu glauben, dass wir das erste Mal in der grünen Villa waren, als ich gerade noch nicht mit Little L. schwanger war. Hach.
Nun ja, die Kinder waren erst etwas enttäuscht, dass mit ein paar Traditionen gebrochen wurde (wir kamen erst Freitag abend, da war die Tour zum Wart-Turm schon vorbei, es gab auch keine Weinbergrundfahrt), aber der Garten ist immer noch da, und toller denn je, es gab neue Highlights wie die Tour in den Oppenheimer Untergrund (ich habe dank Beinhaus jetzt einen neuen Bildschirmhintergrund für meinen Arbeitsrechner) und das gemütliche Frühstück im grossartigen Cafe von "Erni und Illi". Und natürlich Federkuchen und Mumseln in Massen.

Irgendwann werden wir es auch schaffen, dass Little L. sich nicht vor Wut ob diverser Ungerechtigkeiten (diesmal erst "Verdammte Axt, trägt mich jetzt mal endlich jemand?", dann kurz Angst "Oh Gott, wir haben Little Q. verloren", dann wieder Ungerechtigkeit "Wieso darf er da übernachten und ich nicht, ich hätte auch gewollt, ihr seid so fies!") tobend von der Party verabschiedet, aber das ist halt im Moment noch der Preis, den man für open end-Schlafenszeiten an einem Partywochenende mit unserem Fünfjährigen zahlt. Little Q. musste heute morgen zum Frühstück ausser Haus geweckt werden, und Little L. war eigentlich auch guter Dinge, weil er bei den ganz grossen mitkickern durfte ("Erst dachte ich, die sagen: schau du mal zu, wir spielen, und wenn ich dann motze, sagen sie: kannst ja schiri sein, aber das heisst ja auch nur zuschauen, wenn sie gross sind und ich klein, aber ich durfte dann ohne witz und in ganz echt mitspielen und dann haben sie gesagt, ich wäre gut im Mittelfeld.")
Ach ja: und das nächste Mal kann Little Q. von mir aus beim Italiener Muscheln haben oder wenigstens eine ganze eigene Pizza, damit er nicht dann irgedwann vom Stuhl fällt.

Wie jedes Jahr: Danke, Pia und Familie!

(Mehr Bilder finden Sie auf Instagram. Schauen Sie mal nach #federkuchenfest)















Samstag, Oktober 18, 2014

Niere und so

Ach ja, es fragt sich vielleicht der eine oder ander (oder auch nicht, dann halte ich das für mich fürs nächste Mal fest), was denn aus der Niere geworden ist.
Nicht viel, ehrlich gesagt. Es tat nie richtig schlimm weh, es hat zwei Tage richtig fest geblutet, der Ultraschall-Mann hat weder Stein noch Stauung gefunden, die Hausärztin meinte "Dann schicke ich Sie jetzt ins Spital in die Urologie", ich meinte: "was machen die denn da?", die Hausärztin meinte "Weiss ich auch nicht", ich meinte "Dann schauen wir doch mal nach, ob vielleicht alles gut ist und ich da gar nicht hin muss", sie meinte "Ok", und so machten wir das dann.
Blut gut, Nierenwerte gut, kein Blut mehr, wo keins hingehört, nix tut weh, also: es ist wahrscheinlich so, dass ein Stein da war, rauskam, daher das Blut und bis ich endlich beim Ultraschall war, war da nix mehr zu sehen. Da wird auch ein Urologe nichts mehr finden und ganz so toll fand ich jetzt Blasenkatheter, CT und die ganzen Prospekte zur Prostatauntersuchung im Wartezimmer auch nicht, dass ich da unbedingt nochmal hinmuss.

Für mich selber aber habe ich gelernt: das nächste Mal gehe ich grad in die Notaufnahme im Spital, da ist alles da an Diagnostik, ich verbringe nicht drei Tage in Wartezimmern und vielleicht bekomme ich dann endlich mal einen dieser ominösen Steine zu sehen. Ich bin ja schon so gespannt.

Edit: btw: kein Grund zur Sorge! Diesen Artikel habe ich wegen viel zu feiern (#federkuchenfest bei instagram) und wenig Mobildaten in Deutschland am Freitag schon vorbereitet und am falschen Tag vorveröffentlicht. Mea culpa, jetzt stimmts wieder (dafür gabs am Freitag 2 Artikel ;-))

Freitag, Oktober 17, 2014

Langarmzeit

Lange lagen erst die Stoffstapel parat, dann die ausgedruckten Schnittmuster, dann die zusammengeklebten Schnittmuster, irgendwann dann sogar die ausgeschnittenen Muster, aber bis ich zum Nähen kam, verging ein bisschen Zeit.


Jetzt ist es aber endlich soweit und ich habe letzte Woche drei Teile genäht. Ein klassisches, ich habe mal gestoppt, 22-Minuten-Geburtstagszahlen-Shirt für einen von Little L.s Kindergartenkollegen (wie immer: Imke, Stoffe wie alle hier verwendeten: von Kathi), und dann zwei kuschlige Sweathoodies (Schnittmuster Louis von Kibadoo).
Die Kapuzenlösung sieht richtig cool aus, angezogen noch mehr, ist aber ganz einfach zu nähen. Little L. liebt das kleine Skizzenblogmonster, für Little Q. muss es mittlerweile immer eher cool sein, also mit ohne nix drauf, aber die Hamburger-Liebe-Pinguine (noch aus der ersten Ur-Edition) durften als Futter in die Kapuze.

(Ich finde die Kapuze so toll, dass ich überlege, ob ich mir für mich noch die Malou zulegen soll ;-))

Donnerstag, Oktober 16, 2014

Freitags ist sie nie da.



Seit zweieinhalb Jahren habe ich jetzt 80% gearbeitet, d.h. Freitags war mein freier Tag.
Es ging eine Zeitlang, bis sich die Kollegen daran gewöhnt hatten, dass ich eben "Die da, die da, die da" bin und nicht, wie die meisten 80%-arbeitenden Kollegen den Mittwoch frei habe (Mittwochs hat in Frankreich wohl traditionell die Kinderbetreuung zu und auch in Basel und Umgebung ist an allen Schulen Mittwoch nachmittag schulfrei, freitags übrigens nicht). Geschuldet war das unter anderem der Tatsache, dass Little L. im ersten Jahr Kindergarten noch den ganzen Freitag frei hatte.
Seit diesem Schuljahr ist er ja gross und hat dementsprechend auch Freitag morgen Kindergarten und ich habe mein Pensum zum 1.9. auf 90% erhöht und dementsprechend erst ab Freitag mittag frei.
Ganz mutig machen wir es so, dass wir keinen extra Tag Krippe gebucht haben, sondern die freitägliche Kinderbetreuung ganz in die Hände von Schule und Kindergarten legen. Morgen (ja, auch hier in der Schweiz ist der erste September schon ein bisschen vorbei, aber aus Gründen habe ich bisher noch keinen Freitag gearbeitet, sondern meinen Überstundenberg angeknabbert) werde ich also zum ersten Mal seit langem Freitag morgen aus dem Haus gehen (vor den Jungs, damit ich rechtzeitig wieder da bin zum Mittagessen, ausserdem habe ich meine erste Sitzung schon, bevor der Kindergarten überhaupt aufmacht), der Hübsche wird die Jungs Richtung Schule und Kindergarten schubsen und pünktlich um 12 bin ich wieder zurück.
Ich habe meinen Bürokollegen heute immer mal wieder angeboten, mir alleine einen Kaffee holen zu gehen, damit sie in Ruhe die Überraschung für morgen besprechen könnten, ein paar Tipps gegeben, wo man Banner drucken lassen kann oder wo es Konfettikanonen gibt, eine Pinata wäre ja auch ganz nett; sie haben sich ein bisschen geziert, aber ich bin mir sicher, dass sie sich unglaublich freuen werden, mich auch morgen zu sehen.

Mittwoch, Oktober 15, 2014

Verdauungsspaziergang

Für diese Woche war bei uns bei der Arbeit unter anderem die Ausstellung eines begehbaren Darmmodells angekündigt. Ich fand die Zelle im Deutschen Museum ja immer schon super und ein Darmmodell, das spricht ja alle seit dem Kindergarten nahezu brachliegenden Fäkalhumorzentren an. Also habe ich heute meine Kollegen dazu gedrängt, doch nach dem Essen einen Verdauungsspaziergang (pun intended) durch den Darm zu unternehmen, lieber schon ein bisschen früher essen zu gehen, nicht dass es im Darm zu voll wird (pun intended) oder sogar Verstopfung auftritt (pun intended), es wurde beim Mittagessen über eine Schnitzeljagd im Darm (pun intended) gewitzelt, über Windmaschinen (pun intended), über Gallensaftduschen (pun intended), über „sich Durchquetschen“ (pun intended), und alle waren froh, dass eh schlechtes Wetter war, wenn wir da hin gehen, wo die Sonne niemals scheint (pun intended), und was war dann?
Nix, weil „Darm war gestern, heute ist Schlaf.“ Erst nächstes Jahr können wir das vielleicht wiederholen. So schade. Voll fürn Arsch, sozusagen. (pun intended)

Dienstag, Oktober 14, 2014

Ehrenschwabe

Ist mir gestern aus gegebenem Anlass eingefallen: mein allererster Chef hatte auch mal Nierensteine und zwar folgendermassen: es war Silvester und er bekam Koliken. Höllische, wer schon mal Nierensteine hatte, weiss, wovon ich spreche. Er kannte das schon, hatte keine Angst davor, seine Frau war bereit, ihn in die Notaufnahme zu fahren. Daran hinderte er sie aber, weil ja eine Behandlung vor Mitternacht noch auf den Krankenkassenselbstbehalt des alten Jahres gerechnet worden wäre. Da er in dem Jahr kaum beim Arzt war, war der noch lang nicht ausgeschöpft, er hätte also alles selber zahlen müssen. Für das nächste Jahr war ja noch alles offen und die "Hoffnung", dass man im Laufe eines ganzen Jahres eben die Grenze noch erreichen könnte und so echtes Geld sparen könnte.
Ich weiss gar nicht, ob ich bei der Geschichte wegen der Selbstquälerei aus reinem Geiz (gehabt hätte er das Geld allemal) den Kopf schütteln soll oder die Standhaftigkeit aus Prinzip bewundern soll....

Montag, Oktober 13, 2014

Stoandlkramer

Ach ja. Ich wäre jetzt ja, so schön die Ferien auch waren, sehr für ein bisschen Alltag gewesen. Wir haben gestern abend Schultasche, Kindergartentasche, Laptoprucksack etc. gepackt, Schul- bzw. Arbeitsklamotten bereit gelegt, Znüniboxen gepackt, sind angemessen früh ins Bett und davor, ja, davor noch einmal auf die Toilette. Ich werde Ihnen keine Details schildern, googeln Sie mal Makrohämaturie und denken sie an Rotwein, so von der Farbe her.
Ich hatte ein deja-vu und war erst froh, nicht schwanger zu sein, dann dachte ich mir: ach, wenns weh tut, dann wache ich schon auf, und dann bin ich eingeschlafen. Heute morgen dachte ich, kurz, es wäre ein Alptraum gewesen, ah, nein: doch nicht. Weh tat immer noch nix, allerdings war ich mir auch nicht so ganz klar, zu welchem Arzt ich mit sowas jetzt gehe. Beim letzten Mal war es klar: egal, was man hat, wenn man schwanger ist, geht man in die Notaufnahme des Frauenspitals, die kümmern sich um alles und warten muss man auch nie, wenn man schwanger ist.
Unschwanger: schwierig. Urologen kenne ich keinen, Gynäkologin: naja, nicht direkt zuständig. Notaufnahme Unispital: hmmm, da wartet man ja ewig. Hausarzt: naja, ob die sich damit auskennt? Ich habe also bei der Hotline unserer Krankenkasse angerufen, die auch morgens um halb sieben ihre Checklisten abfragen. Also: keine Verletzung, nicht schwanger, nichts rotes gegessen (ICH HASSE ROTE BETE!), ja, viel, ja ich bin mir sicher, ja, auch woher, nein keine Schmerzen.
Ferndiagnose: klingt nach Nierenstein, gehen Sie zum Hausarzt, sagen Sie, Sie MÜSSEN einen Termin in den nächsten 6 Stunden haben, sonst gehen Sie ins Spital.
Gut, der Anrufbeantworter meiner Hausärztin sagt: "Wir sind von 8-12h für Sie erreichbar."
Der Hübsche hat mich dankenswerterweise davon abgehalten, vorher noch zur Arbeit zu fahren, weil: wer weiss, wann die Koliken anfangen.
Also: Kinder in der Krippe abgeliefert, bis 8h Arbeitstermine verschoben und Mails abgearbeitet. Um 8:00h sagt der Arztanrufbeantworter auf einmal: "Wir sind telefonisch von 9:00h bis 11:00h für Sie erreichbar."
Also: mit einer Tasse Tee auf dem Sofa weiter Mails abarbeiten (eine Woche Urlaub = 140 Emails), ein obligatorisches Corporate-Onlinetraining zum Thema "Datensicherheit für Endnutzer" erledigt, ein paar Mal durch ein Sieb gepinkelt.
Um 9:00h ist der Anschluss der Hausärztin besetzt, um 9:03h sagt er immer noch, man wäre von 9:00h bis 11:00h telefonisch erreichbar. Das geht so bis etwa halb 10, von den "MAXIMAL sechs Stunden sind schon drei vergangen, ich mache mich also zu Fuss auf den Weg in die Arztpraxis. wo seit 8:00h regulärer Betrieb herrscht. Auf mein "Äh, ich habe gerade anderthalb Stunden versucht, Sie anzurufen?!" gibt es ein fröhliches "Ja, mit dem AB ist was komisch." Dafür darf ich nach der Checkliste (schwanger, rote Bete, Unfall, viel? sicher? Schmerzen?) direkt da bleiben.
Nach Urin- und Blutkontrolle und einem beherzten Faustschlag in die Nieren (ja, Schmerzen. Jetzt) wird mir eröffnet, dass ich wahrscheinlich einen Nierenstein oder so hätte. (echt jetzt?!), abklären müsste man das per Ultraschall und dafür könnte ich morgen oder übermorgen in eine Ultraschallpraxis und danach wieder zur Hausarztpraxis. Und nein, nicht erst da habe ich meine Entscheidung, nicht in die Notaufnahme zu gehen, weil es da so lang dauern würde, bereut. Sehr.
Immerhin, ich bin ja nicht schwanger und dementsprechend ohne schlechtes Gewissen für alle Segnungen der modernen Medizin zu haben. Ich war fast ein wenig enttäuscht, als ich mit einem Rezept für Diclofenac und Buscopan nach Hause geschickt wurde, irgendwie hatte ich im Spital seinerzeit sogar schwanger stärkeren Tobak bekommen. Gut, damals krümmte ich mich wimmernd vor Schmerzen, so weit ist es jetzt (noch?) nicht, aber naja.
Ansonsten soll ich viel trinken, mich viel bewegen und am besten den Stein bergen, damit man rausfinden kann, was es für einer ist.
Ach ja. Zum Nierenultraschall morgen um neun (da bin ich seit drei Stunden wach, seit zweieinhalb Stunden unterzuckert und seit zwei Stunden geplagt von Koffeinmangelkopfweh) muss ich morgen nüchtern, mit voller Blase, aber nur Wasser oder Tee, aber auf keinen Fall Kaffee, auftauchen. Wenn die Schmerzen so schlimm werden, dass ich sie nicht mit den verschriebenen Mitteln aushalten kann, soll ich anrufen. Weiss nicht genau wen, aber der Anrufbeantworter wird schon da sein.

Ach: noch was: ich habe höllische Kopfschmerzen, die durch das Diclofenac nicht weggehen (wer hätte das gedacht), aber Ibuprofen und Aspirin etc. darf ich nicht dazunehmen. Gnarf, gnarf, gnarf. (aber ich bin nicht schwanger. Immerhin kann ich mich nur ärgern und muss keine Angst haben, alles super, kein Grund zur Sorge)

Sonntag, Oktober 12, 2014

20 Jahre....

Ich muss sagen, ich tue mir nicht leicht mit einem Fazit vom Klassentreffen. Auf die humoristisch, sarkastische, fiese Art wäre es einfach, aber nicht ganz fair. Auf die sentimentale "Oh, so schön, die alle wieder zu sehen" auch, aber da wäre es noch weniger wahr. Hmmmmm.
Also: ich habe mich mit einer sehr guten Freundin vorab schon mal zum Informationen abgleichen, zum Kaffeetrinken, zum nicht alleon reingehen müssen und so getroffen. Logischerweise in unserem früheren Stammcafe zu Schulzeiten.


Ausblick ist immer noch wie immer:

Der Kaffee und der Service leider nicht, oder wir waren früher anspruchsloser, aber es war ja ausserdem Samstag und nicht unter der Woche vormittags oder in der Mittagspause, also vielleicht lag es auch daran.

Irgendwann war es dann soweit und wir machten uns auf den Weg nach oben. Meine Mutter war ganz überrascht, dass sich nicht die ganze Klasse zuerst zu einem gemeinsamen Gottesdienst traf, und ja, wenn man sich anschaut, wo es zur Schule langgeht, dann kann man sich auch darüber wundern:

Das ist auch das letzte Foto, das ich habe, weil mein Handyakku irgendwie spinnt, aber egal.

In der Schule riecht es immer noch wie früher, es hängen auch immer noch (zum Teil) die gleichen Bilder an der Wand. Der Ort meiner Alpträume (das Mädchenklo vor dem kleinen Musiksaal) existiert immer noch (also: da ist nie irgendwas Schlimmes passiert, aber wann immer ich einen Alptraum von der Schule habe, wie Hausaufgaben oder Kleider vergessen, spielt sich das immer auf dieser Toilette ab) ist immer noch an Ort und Stelle.

Im grossen Musiksaal war es dann erst etwas skurril, weil: es sah alles so viel kleiner aus, die Stühle hatten auf einmal Polster und die Leute sahen aus ..... wie mit einem schlechten Gesichtsalterungsprogramm gealtert. Die einen mit grauen Haaren, sonst aber wie immer, die anderen 20 kg leichter oder schwerer, die Haare anders (kürzer, länger oder ab), eine ehemalige Klassenkameradin ist jetzt ein Mann, der komischste Mensch aus meiner Klasse stellte sich als zwei verschiedene heraus (ich hatte die beiden komischsten in meinem Kopf zu einem gemixt), der allerkomischste (ich wusste sogar noch seinen Namen) meinte, er wäre niemals mit mir in einer Klasse gewesen, es gab grosses "Hey, wie gehts, was machst Du, wieviele Kinder, JungeMädchenbeides?"

Beim anschliessenden Essen dann fanden sich dann genau die Leute zusammen, die vor 20 Jahren auf den Klassenfahrten die Zimmer und in den Mittagspausen die Pizzen geteilt haben. Wie einer an meinem Tisch sagte: "Nicht ohne Grund habe ich mit denen da drüben die ganzen 9 Schuljahre nicht geredet".
Nach einem mittellangen Abend muss ich fast fatalistisch anfügen: Nicht ohne Grund habe ich den Grossteil der 45 Personen die letzten 20 Jahre nicht gesehen und vor der Einladung zum Treffen auch nicht an sie gedacht. Das entspricht natürlich nicht dem allgemeinen "Ohhh, wir müssen uns unbedingt bald wieder treffen, nicht erst wieder in 20 Jahren", aber so richtig spannend war das jetzt nicht. Nicht mal mit den Leuten, zu denen ich den Kontakt nicht so ganz verloren habe, hatte ich so richtig viel zu reden. Beziehungsweise: geredet wurde schon, wirklich, aber erstens ist es mir wirklich herzlich egal, ob die kleine Lisa in der Kinderkrippe gezwungen wurde, Griessbrei zu essen, oder der noch kleinere Valentin schon einen Zahn hat, das ist mir genauso egal, wie dass die Handarbeitslehrerin vom Maxi echt fies ist oder ob Lynn im Zimmer ihrer Eltern schläft oder Finn mit 3 immer noch nicht Laufrad fährt. Das finde ich bei den allerengsten Freunden nur mittelspannend, bei Leuten, die ich das letzte Mal gesehen habe, als wir voller Euphorie die Abiturzeugnisse als Start in die grosse weite Welt bekommen haben, ist das .... eine Mischung aus traurig, langweilig und ernüchternd. Mir fehlte der Aufbruchsgeist, die Begeisterung für das Leben, die ..... Jungend? Ist es wirklich so, dass die (ich nicht, ich bin ja noch nicht 40) jetzt alle mit 40+ sich damit abgefunden haben, dass sie in einem Kaff 3 km von ihrem Elternhaus weg wohnen, nach dem Pharmazie- und Biotechnologiestudium (mit Auszeichnung) stundenweise in der Apotheke der Schwiegereltern aushelfen, weil: mit Kindern geht das nicht anders? Dass man seit 15 Jahren in der selben Firma arbeitet, weil "Karriere, das ist mir zu anstrengend, und das lohnt sich jetzt auch nicht mehr?"
Klar, die Leute, die mich wirklich interessiert hätten, wie die totalen Aussenseiter, von denen ich gerne gewusst  hätte, ob sie imme rnoch so allein sind, oder die damals schon schillernden Paradiesvögel, die nicht kommen konnten, weil sie in Neuseeland leben oder in Südamerika auf Tournee sind oder Star oder ein Hurrikan ihnen das Haus kaputtgemacht hat, die kamen schon gar nicht.

Nun denn,  ein Highlight habe ich allerdings noch: vor dem Schultor stellten wir uns zum Gruppenfoto auf und hielten einen Passanten an, der uns fotografieren sollte, einmal normal und einmal mit allen winkend. Da meinte er: "Das müssen wir nochmal machen, es haben nicht alle gewinkt." Und da hörte man, dass auch 20 Jahre die humanistisch-neusprachliche (lassen Sie mich nach Ihren Kommentaren nach Duden-Googlen ergänzen: bayerische) Grundausbildung nicht zunichte machen, es schallte nämlich aus 45 Kehlen unisono: "Das heisst nicht "gewinkt", das heisst "gewunken".

Samstag, Oktober 11, 2014

Früher Sohn

Kaum sind wir wieder daheim und das Kind kann könnte im eigenen Bett schlafen, wandert er wieder. Wobei: gewandert ist er in den Bergen auch, also auch von seinem in mein Bett, aber da hat er dann weiergeschlafen, so bis acht oder so. Hier kam er heute morgen und 5:44h und fragte, ob er schon aufstehen und "Lotta aus der Krachmacherstrasse" anhören könne. Und als ich das nicht soooo toll fand, und meinte: "Um acht", da fragte er alle 10 Minuten, wann es denn 8 sei. "Weil: erstens, Mami, kann ich die Uhr noch nicht lesen und zweitens habe ich gar keine."
Als ich ihn dann um 6:32h auf den Wecker mit der Projektion der Uhrzeit an die Decke verwies, dauerte es nur noch 6 Minuten, bis er meinte "Juhuu, jetzt ist da eine acht, ich kann aufstehen, okay?"
Irgendwann bin ich dann mitaufgestanden, hilft ja nix, wir hatten eh viel vor und so konnte ich mein Sportelprogramm auf dem Crosstrainer grad erledigen. Ist eh am schönsten bei Sonnenaufgang.

Ich darf eigentlich eh nix sagen, ich war ja genauso. An normalen Wochenenden ist es auch niemandem aufgefallen, wenn ich um 6 oder früher angefangen habe zu lesen, nur wenn wir alle bei meinen Grosseltern übernachtet haben, da galt die Regel: "Vor halb acht wird sich nicht bewegt". Und so lag ich da auf dem bezogenen prall ausgestopften Sofa und betrachtete das Bücherregal meiner Grosseltern (Hoimar von Ditfurth: "So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen" blieb mir auf ewig in Erinnerung, neben "Die Greueltaten der Roten Armee"), die wunderbar weichgezeichneten Porträtfotos meines Vaters und meiner Onkel, zählte die Krickerl an der Wand und rechnete aus, wie lange die Nasensalbe in der Schreibtischschublade schon abgelaufen war,  zählte die Sekunden runter, bis es endlich halb acht war und ich lesen durfte. Also: alles genetisch ;-)

Freitag, Oktober 10, 2014

Das Internet und so

Während ich die letzten Tage mit den Jungs bei Frau Rage in den Bündner Bergen weilte, hatte ich nicht nur wegen zwischendrin kein Netz und kein Akku offensichtlich mehr Distanz zum Internet / meiner Filterblase als auch schon. (überhaupt sehen von 1600 bzw. 1890m viele Dinge viel kleiner aus als sonst, aber das kennt man ja)
So haben mich das #DIYgate und die darauffolgenden Hasstiraden und Gegenrants maximal die Augenbrauen irritiert lupfen lassen, ich habe da nicht mal eine Meinung dazu (und wenn ich eine hätte, dann wäre sie in etwa so oder noch eher so), heute morgen aber, als ich mich physisch ans Kofferpacken machte und auch mental wieder auf den Abstieg in die Niederungen des Alltags vorbereitete, wurde an anderer Stelle erbittert drum gestritten, wer als erster gesagt habe, dass man sich im nein, ich werde den Ausdruck, über den vor allem gestritten wurde, (den ich übrigens nicht mal besonders gelungen finde, aber ich habe auch keine schottischen Wurzeln, die man dafür vielleicht braucht,) nicht benutzen Elternblognetzwerk ach so toll unterstützt und wie toll die Gemeinschaft da wäre und dass das ja die alten Dorfstrukturen ersetze. Ich persönlich halte das weder für eine bahnbrechende Erkenntnis noch für zutreffend, wenn man sich den Ton des Streits zwischen Elternbloggern da mal anschaut. Man könnte meinen, da ginge es um die Doktorarbeit eines Verteidigungsministers ;-).
Nun ja, ich fand es da auf dem Berg, so ohne Akku und Netz und mit einem gewissen Abstand von allem gar nicht übel und hatte auf dem Heimweg dann tatsächlich erst mal so gar keine Lust mehr auf Internet und all das "sich selber so unglaublich wichtig nehmen" und habe schon überlegt, ob ich am Ende die rp15 nächstes Jahr sein lasse und vielleicht sogar eine Twitterpause mache (Blogpause geht ja nicht wegen Neujahrsvorsätzen), aber dann ist mir eingefallen, dass ich erstens ohne das Internet Frau Rage nie kennen gelernt hätte und diese wunderbaren Tage in den Bergen so nie stattgefunden hätten, dass wir näcshtes Wochenende schon wieder auf dem Weg zu den nächsten Internetfreunden sind, dementsprechend kann das ja alles so schlecht gar nicht sein.
Und dann ist mir noch eingefallen, was ich gestern nacht geträumt habe, und das ist was, wofür ich überlege, eine Crowdfunding-Aktion zu starten und das geht ja auch nur mit Internet und deswegen muss ich jetzt mal anfangen, da ein Bedürfnis zu wecken, weil die Menschen ja gar nicht wissen, was sie bisher verpassen. Ich habe nämlich heute im Traum Schokoküsse gekauft (mit dem Hübschen zusammen, der garnz realistisch im Traumsupermarkt am Zeitschriftenregal stand und laut geseufzt hat) und neben den Klassikern hellbraun/dunkelbraun/weiss/mit Kokos und Erdbeersaisonware gab es, halten Sie sich fest, eine Packung mit Schokoküssen (grosse, nicht kleine), die waren mit Glitzerpuder überzogen. Es gab grün, silber und gold. Gefüllt waren sie mit der klassischen Schokokusscreme, die grünen schmeckten nach Karamell, die goldenen nach Vanille und die silbernen nach Champagner. Sagte die Packung, gekauft habe ich sie nicht, weil der Traumhübsche so sehr seufzte und (zu Recht) bemerkte, wir wären in dem Laden, weil Kartoffeln, Milch, Joghurt und Erdnussbutter fehlten), deswegen konnte ich sie nicht probieren, aber die Idee finde ich superst. Also, ich werde dem Internet schon noch erhalten bleiben. Wenigstens, bis es glitzernde Schokoküsse gibt.

Donnerstag, Oktober 09, 2014

Heidi for a day

Gestern haben wir essen (flammkuchenzutaten, what else, ausserdem kaffee,  brot und milch), wechselkleider, kuscheltiere, fussball und lesestoff zusammengepackt und haben uns mit fünf kindern zwischen drei und neun zu fuss auf den weg noch weiter in die berge gemacht. Der weg war so, wie man das mit kindern so kennt: irgendeiner hatte immer hungerdurstkeinelustmehrauflaufen, unterwegs wurden die rucksäcke schwer (ich hatte keinen treckingrucksack dabei und so mussten auch alle kinder ernsthaft tragen helfen), andererseits wurden eventuell kristallhaltige steinbrocken, stöcke, blumen und eine radkappe mitgenommen.
Oben angekommen wurden wir von einer herde kühe begrüsst, nach kurzen anlaufschwierigkeiten lief der holzofen auf hochtouren, die kinder eroberten brunnen und werkstatt. das orange-netz verliess mich leider auf einmal, ausserdem war der akku leer und die solarbatterie des maiensäss ging für die zahnputzbeleuchtung drauf. Wir haben auf dem holzofen kaffee gekocht, die kinder (und irgendwann dann auch uns, aber ich war mir zwischendrin njcht sicher, ob wir von den 15 grossen fernand-böden, die wir mitgenommen hatten, auch nur ein fitzel bekommen würden, so haben die kinder gespachtelt) mit flammkuchen (speck, nature, pizza und für uns grosse feigenkürbisziegenkäse) abgefüttert, little q. war hin und weg vom riegel an der tür, dem wasserholen am brunnen, von den fensterläden, little l. war überzeugt, dass der aufgehende vollmond entweder die sonne oder ein sehr großer Scheinwerfer sei.  Wir haben dann bei vollmondbeleuchtung und kuhgebimmel in der bergluft geschlafen, am nächsten morgen in erstaunlicher kälte am brunnen zähne geputzt und (wegen saisonende) das gefrühstückt, was da war, aber wir waren die helden mit brot, butter und ovipulver, und mit kaffee und bergpanorama bin ich eh wunschlos glücklich.
Naja, danach wurden in der werkstatt walkietalkies, flugsaurier, mehr schwerter zusammengenagelt, irgendwann kam dann der abholservice incl. Katzenbesuch und ich war auf dem rückweg echt überrascht, wie weit der weg tatsächlich war.
Auch wenn ich nicht viel geschlafen, viel geschleppt und nicht geduscht habe: das war ein unglaubliches erlebnis!

Licht aus

Wer hats gemerkt? Der tägliche post gestern hat gefehlt. Kommt davon, wenn man mit netzabdeckung auch im nirgendwo rechnet und ausserdem der strom dann aus ist und es keinen neuen gibt, bevor sie sonne rauskommt. Aber: ging auch ohne. Und mit den letzten akkuprozenten habe ich ihnen ein foto vom aufgehenden vollmond gemacht

Dienstag, Oktober 07, 2014

Seilpark

Die jungs und ich machen ja grad abenteuerurlaub im bündnerland. Frau rage samt nachwuchs hat uns nach vna (kommentar von accuweather: "geben sie den ortsnamen in der eingestellten Landessprache ein") eingeladen und so sind wir am montag vormittag ins bündnerland aufgebroche . Highlight der fahrt laut beifahrern: der autoverlad veraina. Ich habs ja nicht so mit engen dunklen räumen und das auto auf andere verkehrsmittel drauffahren, das mag ich auch nicht, aber noch weniger hätte ich damit gerechnet, wie schnell und ruckelig das dann alles ist.
Vor ort ging es dann grad noch zwei stunden nach scuol ins thermalbad und dann (abenteuerurlaub!) mit 7 müden und hungrigen kindern auf die jagd nach was zu essen. Wegen kein platz in pizzeria und co waren wir dann rel. chic thailändisch essen (abenteuerurlaub!) und ich glaube, wir könnten uns auch in zukunft dort noch blicken lassen.
Heute war der plan dann eigentlich ein gemütlicher vormittag im seilpark, dqnach ein entspannter nachmittag, an dem die kinder im dorf räuber und gendarm spielen und wir erwachsenen uns die bergsonne auf den kopf scheinen lassen.
Tatsächlich waren wird irgendwann zwischen 10 und 11 im seilpark, nach einer einführung machten sich die beiden grossen mehr oder weniger selbständig auf die tour durch die u8 parcours, während wir erwachsenen die kleinen begleiteten.
Irgendwann dann hatten die genug und und die grossen wollten hoch hinaus. Also teilten wir uns auf, die eine hälfte ging richtung spielplatz und mittagessen, die andere in die baumwipfel.
Irgendwie bin ich in den wipfeln gelandet, was insofern lustig ist, weil ich beim klettern schon immer eher der schissrige part war. Wir haben also erst mal den parcour für über 8, aber unter 10 gemacht. Danach war ich mir sicher, dass sie das anseilprozedere beherrschten und auf sie wirklich verlass ist. Und dementsprechend war es dann auch in ordnung, als sie höher rauswollten. Als erstes machten wir uns an den nächstleichteren parcours, der gleichzeitig der allerhöchste war. Über schmale wacklige leitern kletterten wir auf 14m höhe, danach ging es an der rolle via zip-line in wilder fahrt durch die wipfel nach unten. Man merkte, dass die jungs (grosse neunjährige) an der unteren altersgrenze waren,  weil das umhängen sehr schwierig wurde, sobald die karabinerschlqufen nur minimal verdrillt waren. Vor lauter "oh gott, ich muss hinterher" hatte ich gar keine zeit, nach unten zu schauen oder angst zu kriegen. Ein paar blessuren später (aufgeschrammtes schienbein bei mir, blaue flecken wegen zusammenprall bei q. und mir) waren wir unten und es gab für uns schon wieder keine pommes, weil es schon drei und deshalb die pommes alle waren. Als abschluss wollte little q. dann noch "alle restlichen" parcours machen, alle ab 10 oder 12 und entweder schwer oder sehr schwer.
Wir einigten uns auf "noch einen oder keinen" und erwischten einen der es echt in sich hatte. Auf 10m höhe musste man sich an einer liane über einen abgrund schwingen auf der anderen seite mit beiden händen und am besten auch mit den füssen die liane loslassen und sich in ein risieges netz verkrallen. An dem musste man dann zur nächsten plattform hochklettern.
Bis ich mir überlegen konnte, ob ich das quch wirklich machen wollte, war little q. schon losgeschwungen, erwischte im zweiten versuch das netz, kämpfte sich nach oben und liess uns beiden nachzügler alt aussehen. Rages grosser sohn hatte massive bedenken, ob das wohl eine gute idee wäre, da jetzt auch zu schwingen und je länger er überlegte und je öfter er bei "drei und los" nicht sprang desto schwieriger wurde es natürlich. Auch für mich, weil ich, egal ob er jetzt schwingen oder den abseilservice nutzen würde, q. hinterhermüsste. Und nach einer gefühlten (vllt. auch echten) halben stunde war er dann endlich heil drüben. Wenn ich was von ihm gelernt hatte, dann: nicht lang überlegen, einfach springen. Ging übrigens gut. Der rest war dann zwar wackelig und hoch, aber nicht mehr dramatisch. V.a. weil die jungs eh keine angst mehr hatten und ich einfach nur noch bis zu der trittebene fokussierte und die 10m. Luft bis zum waldboden einfach ignorierte. Wieder unten war der seilpark eigentlich zu, aber die kinder durften noch trampolinspringen, bis wirklich alle k.o. waren und so endete unser "gemütlicher vormittag im seilpark" um kurz nqch 18:00h.
Ich habe rechtschaffenen oberschenkelmuskelkater und ein blaues schienbein, little q. hqt sich  eim abstieg vom trampolin das knie verdreht, alles in allem perfekte voraussetzungen für die wanderung auf den maiensäss (mit übernachten!) morgen.

Montag, Oktober 06, 2014

Ohne mich

machen sie es nicht schlecht (und wer Schweizer, Schwaben und Bayern kennt und versteht, weiss, dass das ungefähr das höchste Lob ist, das es gibt. Ganz im Sinne von "Ned gschimpft is gnua globt"), der Mann und die Kinder. (Das war ja ein so ein "Ich bin ganz Zen, weil sonst springe ich jemandem ins Gesicht"-Satz auf dem Klassentreffen: "Die xy kann logischerweise nicht kommen, weil die Schwiegermutter hatte keine Zeit und allein ist der Mann ja absolut überfordert mit zwei Kindern"):
Superspannend war auch : kein Auto, also Ausflug mit der Bahn, das ist ja für die Kinder per se toll.