Samstag, Mai 31, 2014

Sport, Spiel und Spass

Federball und Minigolf, das sind ja fü rmich die Sportarten, die man gar nicht ernst meinen kann (okay, ich weiss, wenn man Federball Badminton nennt, dann ist das eine ernstzunehmende Wettkampfsportart und so), weil: mal ehrlich: auf so einem von Gartenzwergen gesäumten Parcour, wo das ultimative Endziel darin besteht, einen Ball eine Rampe unter den Hintern einer sich in einem Liegestuhl räkelnden Katze aus Gips zu schussern? Eben. Kurz vor Olympia, oder?
Nichtsdestotrotz gibt es natürlich Leute, die das professionell betreiben oder wenigstens so tun, mit ihrem niedlichen Ballköfferchen und einer Kindergolftasche. Udn dass ich mich hier so über Profiminigolfer lustig mache, das hat natürlich nichts damit zu tun, dass ich das super gut könnte. Ich spiele ziemlich genau alle 10 Jahre einmal Minigolf, kommt vielleicht daher, dass in meiner Kindheit/Jugend jeder Minigolfausflug mit einer Platzwunde mittig zwischend en Brauen eines Familienmitglieds geendet hat; das letzte Mal vor heute habe ich gegen Entwicklungskollegen von dern anderen Rheinseite gespielt, die vermutlich einen Miniprofigolfer in den Reihen hatten, wir sind nämlich sang- und klanglos untergegangen. Auch in der Revanche "Fancy Fünfkampf", wo aber Beachminton dabei war, was Federball auf Sand ist. Ich vermute einen urschlichen Zusammenhang.
Auch heute habe ich wie jedesmal beim Minigolf während des Spiels gedacht: "Schau an, so schlecht bin ich gar nicht (Hole in one in die Liegestuhlkatze, yeah!", aber am Ende war ich dann nur zwei Punkte besser als Little L., der sich mit seiner Unihockeytaktik den einen oder anderen Strafpuunkt eingefangen hat. Wie auch immer: blödes Spiel. (Erfolgserlebnis: keine Platzwunde.)







Freitag, Mai 30, 2014

Danke, aber nein danke

Meine kleine Schwester, die heute zu Besuch ist, ist (wie ich auch lange war, aber noch länger) Vegetarierin und hat sich deshalb sehr über die "Lecker Veggie" gefreut. Leider gab es die bei ihr in der Hood nicht, bei uns aber schon, also habe ich sie gekauft und ihr per Post (also richtig mit Briefmarke und so) geschickt.
Heute ist sie also mit Freund hier zu Besuch und weil die beiden zu Hause nur einen Balkon haben, auf dem man nicht grillen darf, wurde also angefeuert. Und damit wir nicht immer die gleichen langweiligen Veggie-Sachen machen, hat meine Schwester per WhatsApp ein paar Fotos aus der Lecker Veggie geschickt, für die ich dann eingekauft und, während die beiden im Grenzstau standen, auch vorgekocht habe (Kartoffelpäckchen, Halloumi mit Sunshine-Chili-Sosse und so). Zusätzlich hat sie das Rezept für einen extrem lecker aussehenden Erdbeercolada-Kuchen geschickt, mit, wie sie so schön schrieb "ganz schön fancy Zutaten". Damit meinte sie aber so Sachen wie 17 verschiedene gepuffte alte Vollkorngetreidesorten, den Seidentofu und die "Sojaschlagcreme" hat sie überlesen und ich als Knockoutkriterium genommen. Bei aller Liebe zum Tier in jeder Hinsicht: in den Kuchen kommt mir kein Sojakrempel. Stattdessen gab es dann eine Macarponetarte mit Oreoboden und Himbeerherzchen.
Und zum Kartenspiel jetzt einen extrem veganen Kräuterlikör aus blühenden Landschaften.

Donnerstag, Mai 29, 2014

Bald hab ich ein Foto für euch.

Heute habe ich mit dem Hübschen ein Fotoshooting veranstaltet, also eher er mit mir, weil ich ein Foto für einen Gastbeitrag woanders bald mal brauche. Das Foto soll eigentlich mich bei der Arbeit zeigen, was natürlich verboten ist, ausser ich lasse mir vom Werksschutz eine Fotobewilligung und von der Feuerwehr eine "Bewilligung zum Verwenden von nicht explosionssicheren Geräten in einer Exzone" ausstellen, wofür ich aber noch die Schulung "Verwendung von Explosimetern" machen müsste, das Foto müsste dann von der Kommunikationsabteilung abgesegnet werden, vermutlich auch der ganze Blogbeitrag, also habe ich zu Hause das zusammengesammelt, was sich in 20 Jahre Chemikerleben so ansammelt und daraus ein "Frau Brüllen tut so, als ob sie arbeiten würde"-Foto gestellt. Aus Eitelkeit habe ich eine Schutzbrille für Nichtbrillenträger verwendet, ausserdem keinen Helm und keine Gasmaske, was auch noch so bei uns rumliegt, und die Überjacke, die ich trage, war von Farbe und Aufdruck schon veraltet, als ich seinerzeit in der Schweiz anfing zu arbeiten, aber deswegen durfte ich sie auch behalten. Geheime Informationen habe ich auch nicht preisgegeben, aber was ich da so zeige, könnte tatsächlich so passieren.
Bis Sie das Bild sehen, müssen Sie sich noch knapp zwei Wochen gedulden, aber es ist gut geworden!
Ausserdem habe ich festgestellt, dass mir meine Haare zu lang sind und ich meinen nächsten Friseurtermin (20.Juni) für mal wieder eine Art Kurzhaarschnitt nutzen werde, nämlich für den Schnitt von Gwyneth Paltrow in "Sliding Doors", einer meiner absoluten Lieblingsfilme, nicht nur wegen der Frisur.
So, genug geteasert, ich muss Einkaufszettel schreiben.

Mittwoch, Mai 28, 2014

Neues von der Wand

Sie haben es ja beim letzten Mal schon geahnt: das mit der Wand, das wird noch kompliziert.
Ich kann aber mittlerweile so etwas wie Vollzug vermelden.
Zu dem Vororttermin habe ich natürlich (man muss so ein System ja auch irgendwie leben) meine drei (zT ja zukünftigen) Bürokollegen mit eingeladen, dazu kamen die Archtektin, der Projektleiter und der Malermeister. Die restlichen Menschen liessen sich entschuldigen, gaben uns aber noch weiterführende Fragen wie "Öffnungsradius Tür vs. Verletzungsgefahr für auf dem Gang auf den Chef Wartende" mit auf den Weg.
Aber nun erst mal zum wichtigen Thema: die Wand. Die Information über unseren Wunsch "Abwasserblau" war über die Instanzen (Abteilungsbeauftragter für Büroumzüge -> Projektleiter Büroumgestaltung 1. Stock -> Architektin genau dieses Büros -> Malermeister) überall angekommen, der Malermeister hatte aber einen Pantonefächer in 50 Millionen Blautönen (und grün, weil "Grün, das ist das neue Blau, nur nicht so kalt, eher beruhigend") dabei, um uns von unserem angeblich knalligen Wunschblau abzubringen. Nachdem wir vier aber wie ein Mann hinter unserer "Hintergrundfarbe des unterer rechten Quadranten des Entsorgungsplakats" aka Abwasserblau standen, wurden wir zu einem weiteren Besichtigungstermin genötigt, nämlich: die Virologie im 8. Stock. Ich persönlich dachte ja, dass man da als Normalsterblicher ohne Outbreak-Anzug nicht hindürfte, (diese vage Ahnung wurde bisher immer von den Warnschildern neben den Liftknöpfen "Achtung, Virologie, Risikogruppe irgendwas, Zutritt nur für Befugte" genährt), aber so kann man sich täuschen. Für Wandfarbenbesichtung im Flur ist das sehr wohl erlaubt und so standen wir also vor einer Wand in verschiedenen Blauschattierungen, vor einer in Grün und, was uns natürlich noch besser gefiel, vor Fototapeten mit Mikroskopaufnahmen von Viren. Wir waren uns aber nach wie vor einig, dass Abwasserblau genau das ist, was wir an der Wand wollen (während wir die Fototapete mit den Kristallstrukturen unserer Lieblingswirkstoffe entwerfen), der Malermeister seufzte leise, legte seinen Pantonefächer auf das Entsorgungsplakat, das wir ihm dann zum Trost einfach schenkten, und, was soll ich sagen: heute haben wir nicht nur unseren definitiven Umzugstermin bekommen, sondern auch mal wieder unsr zukünftiges Büro besucht und die Wand ist schon blau! Sieht schon mal sehr toll aus, leider können wir wegen verschenktem Plakat einen Abgleich mehr machen, aber ich denke, da bekommen wir eh ein frisches.
Ich bin schon unendlich gespannt, wie das dann alles mit Teppich wird und wieviel man von der Wand überhaupt noch sieht, wenn wir vier, die Normschrankwand und die Normtische mit Normtrennwänden mal drin sind. Bei Nichtgefallen haben wir übrigens schon eine legendäre Idee: wir tackern den Durchgang zu Gleich 9 3/4 an die Wand und vor die Tür.

Dienstag, Mai 27, 2014

Hütehundsyndrom

So eine Offsiteworkshop ist ja eine tolle Sache und die Organisation von An- und Abfahrt auch keine grosse Sache: Man mietet einen Bus, jeder hat einen Koffer und einen Laptoprucksack, fertig. Erste Schwierigkeit: alle Laptoprucksäcke und alle Laptop schauen gleich aus. Ich persönlich finde, mein Kollege hätte mir ruhig Bescheid sagen können, dass ich mich verzweifelt versuchte, in seins einzuloggen und schon fast das Helpdesk anrufen wollte, anstatt sich still zu amüsieren.
Besonders die Rückreise wird aber schwierig, wenn von 16 Leuten
4 mit dem Rad fahren, ihr Gepäck aber mit dem Bus transportieren lassen wollen
1 schon eher heimfährt, aber Sachen vergisst, die man im Bus mit zurücknehmen soll
1 Chef auch mit dem Auto fährt, und nix im Bus mitnehmen lassen will, aber gleichtzeitg auscheckt
1 Moderator gleichzeitig auscheckt, mit dem Auto in die ganz andere Richtung muss
1 mit dem Zug fährt,
1 gar nicht kommt, aber auf der Busliste steht
1 mit dem Auto fährt, aber auch noch auf der Busliste steht
und noch einer es schafft, sein Gepäck incl Laptop in eine so kleine Tasche packt, dass man davon ausgehen muss, dass das nur die Handtasche ist und irgendwo noch ein ausgewachsener Koffer sein muss.

Zuerst dachte ich am Fuss des Feldbergs, wir hätten vor lauter "wer nimmt was und wer ist eigentlich noch da und muss wohin?" eine ganze Kollegin vergessen, aber die war nur schon eingeschlafen, dann aber, mitten im Stau stellte sich heraus, dass wir vermutlich einen Koffer des Moderators eingepackt hatten, was wir aber nicht überprüfen konnten, weil wir in einem Tunnel im Stau standen und wir immer weiter in die für den Moderator falsche Richtung fuhren und als wir dann endlich anhalten konnten und den Koffer identifizierten, gab es nochmal kurze Verwirrung, weil wir dann dachten, dass wir einen anderen Koffer vergessen hätten, so dass wir die Radfahrtruppe vermutlich mitten am steilen Feldberganstieg stoppen mussten, nur um dann rauszufinden, dass die vermeintliche Handtasche das gesamte zu transportierende Gepäck eines der Radler war und so doch alles gut war. (Wenn man dann erklären muss, dass man den Moderator-Koffer trotz Initialen, Lufthansa Senator- Nametag (was, zu meiner Verteidigung, in einer undurchsichtigen, sehr kompliziert abzumachenden Ledermappe war) und ganz vielen Fluggepäckfitzeln dran nicht erkannt hat und einen Lufthansasenator mit ebendiesen Initialen als kofferausleihenden Nachbarn, Freund oder Bruder des Radlkollegen vermutet hat, dann wirkt das unglaubwürdig. Ich habe dann einfach "Tut mir echt leid und sorry nochmal für den Umweg" gesagt.)

Und das war nur der unkomplizierte Teil des Workshops.

Montag, Mai 26, 2014

Prinz karim aga khan

Ich sags mal so: ich schlafe heute in einem himmelbett unter einem kronleuchter. Das hotel ist in familienbesitz seit 1446. Ich glaube, damals war purpur der heisse scheiss.

Sonntag, Mai 25, 2014

Irgendwas ist immer

Vor dem wochenende war bis auf den launenhaften ablauf des wassers in der kueche alles okay. Jetzt ist das wasser zwischendrin gar nicht mwhr abgelaufen, dafuer geht die spuelmaschine nicht mehr und, heute neu, das w-lan spinnt.
Das praktische fuer mich ist: um all das muss sich der huebsche kuemmern, ich bin naemlich erat mal zwei tage offsite aka weg aka im schwarzwald. Was mich natuerlich auch in schwierigkeiten stuerzt, weil: es hat im hitel kleiderordnung, ausserdem haben wir ein social event, was wanderkleidung erfordert und es wird wetter geben. Also habe ich fuer alle eventualitäten kleider, struempfe und schuhe eingepackt, von flipflops, ueber peeptoes ueber pumps, stiefel bis zu eben wanderschuhen. Eine art schrankkoffer fuer zwei tage. Ich habs also auch nicht ganz leicht.

Samstag, Mai 24, 2014

So Tage

Es ist ja so: Samstage, die damit beginnen, dass man rentner-like um kurz vor acht vor der noch verschlossenen Supermarkttür wartet, dass ENDLICH geöffnet wird, sind ja (für mich) schon speziell. Angefangen hat natürlich alles gestern, wo ich ganz ausser der Reihe (ja, man darf milde lächeln, ab Septmber ist das dann vorbei mit ausser der Reihe, da ist der Freitag dann nur noch halb frei) nicht frei hatte, sondern auf einem Giganto-Corporate-Event war, dazu erst um halb acht zu Hause, also keine Zeit und Lust mehr für Wochengrosseinkauf. Und weil ja Samstag so ab 11 spätestens am deutsch-schweizer-Zoll die Hölle los ist, habe ich beschlossen, den Einkauf so früh wie möglich nachzuholen.
Es war auch noch erfreulich ruhig im Supermarkt, kaum einer hat gesehen, wie ich beim Bandbeladen ein Riesenloch ich die 2.5kg-Zopfmehltüte gerissen habe, dementprechend eine Mehlstaubwolke über den Kassenbereich gelegt habe, was sehr praktisch war, weil so haben noch weniger Leute gesehen, dass ich die den einzigen undichten Milchtetrapack der Welt erwischt habe, was dann auch dem Band für schön schmierige Mehlpampe gesorgt hat (noch Ei und Butter dazu und das Ganze hätte durch die Walzen feinsten Blätterteig ergeben.....).
Nun ja, ich dachte ja erst schon, das wäre es jetzt mit Unannehmlichkeiten gewesen, aber nein, daheim mussten dann noch der Abfluss praktisch unauflösbar (und wir haben viel an Equipment, physikalischer und chemischer Natur) verstopfen und die Spülmaschine E15 anzeigen. Sehr schön, weil ich dann den Inhalt der Spülmaschine per Hand spülen musste und zwar ohne Spülbecken, weil da kein Rohr mehr dran war und der Hübsche samt einer Reinigungsschlange drinsteckte.
Aber ich bin ja ein grundpositiver Mensch und so habe ich mich fast, aber nur fast gefreut, als der Hübsche richtig klingonisch ausgerastet ist, als die Dichtungen dann beim Zuschrauben kaputt gingen, weil: hey: ich bin nicht die einzige, die so reagiert. Dann waren wir immerhin noch Erdbeerenpflücken, Little L. ist die ganze Strecke zum Feld und zurück allein geradelt, incl Anfahren. (Gottseidank mussten wir das Kind nicht rückwägen, das wäre noch ca. ein kg extra an Erdbeeren gewesen), ich habe noch ein Maggiabrot gebacken, fast ohne Verbrennungen (keine Zeit zum Handschuhkaufen gehabt), dann ist der Blopp im Abfluss irgendwann doch verschwunden und hey: die Garantie der Spülmaschine läuft erst in einer Woche ab. Alles gut soweit. (Spülhände habe ich jetzt trotzdem)

Donnerstag, Mai 22, 2014

Little L. hat Gedanken

Es ist mal wieder Zeit für einen Einblick in die Gedankenwelt eines hier sehr beliebten Fünfjährigen. Gar nicht mal so lustig, wie man meinen würde.

Nach dem Osterbesuch wird immer wieder über das Bild des Schwiegervaters und Tod im Allgemeinen gesprochen. Das gipfelt dann darin, dass Little L. sagt: "Ich wär auch gern tot. Ich würde gern als Schutzengel auf Euch aufpassen."
 (Wir konnten uns gsd darauf einigen, dass es uns allen schon lieber wäre, wenn er so, wie er ist, bei uns bleiben würde.)

Ansonsten macht ihm vor allem sein "Hirni" zu schaffen. Das "Hirni" macht nämlich immer Gedanken, auch wenn Little L. das gar nicht möchte. zB an eine unangenehme Situation in der Kinderkrippe, als er irgendwie in einer Regentonne festsass und nicht sofort jemand zum Helfen kam.

So auch heute beim Einschlafen "Mami, ich will das gar nicht, aber mein Hirni macht sich schon wieder Gedanken, und dann fühlt sich das gleich wieder so an, wie damals als ich wirklich in der Tonne sass."

Wir haben dann das Hirni ausgetrickst und an schöne Sachen gedacht (in ein frisches Stück Zopf beissen, wie er in der Krippe das erste Mal auf den Baum geklettert ist, mit dem Fahrrad ganz schnell fahren, eine warme Schokolade trinken, ganz fest kuscheln, eine Mango ganz für sich allein essen, mit Little Q. Computer spielen, vom Hübschen an den Füssen "gependelt" werden) und siehe da, es hat funktioniert: "Mami, das ist toll, ich denke dran und mein Hirni macht, dass ich das grad sehe und fühle."

Heute beim Heimkommen haben wir Little Q. schnell noch zum Briefkasten vorgeschickt, Postholen, und während wir also Taschen ausräumten und schon mal mit dem Tischdecken anfingen und Little Q. einfach nicht zurückkam (wenn man noch wichtige U10-Gespräche auf dem Weg führen muss, können 200m sehr lang sein). Auf einmal schaute Little L. mich ganz ernst an: "Wenn der Little Q. so lang weg ist, dann macht mein Hirni wieder Gedanken." "Aha, welche denn?" "Kann ich dir nicht sagen, das ist brutal." "Schlimme Gedanken? Dass Q. was passiert ist?" "Mhmmmm" (bebende Unterlippe, Tränen steigen in die Augen). Ja, wir waren dann beide sehr froh, als die Tür aufging und Little Q. zurückkam.

Kurz vor dem Einschlafen übrigens, als wir die Gedanken über die Tonne mit Gedanken an Flausch übertönt hatten, meinte Little L. auf einmal "Du, wenn man gestorben ist, kann man dann nochmal auf die Welt kommen?" Wir haben eine Weile drüber gesprochen, dass wir das nicht wissen können, ob es schön wäre (Little L. fände es doof, weil man da ja erst sterben müsste), er glaubt übrigens nicht, dass er schonmal auf der Welt war und irgendwie sind wir dann bei Dinosauriern gelandet und Meteoriten und irgendwann war dann auch wieder fertig mit Philosophie.


Mädchenträume

Ach ja, erst habe ich ja bei aller Niedlichkeit aus rationalen Gründen (keine Zeit, keine angehende Ballerina im Haus, keine aktuelle Geburtstagseinladung bei einer solchen in nächster Zeit) "danke, aber nein danke" gesagt, als Sonja Probestickerinnen für die Ballerina-Stickdatei von "Susalabim" suchte.
Dann aber war das mit der Zeit doch nicht mehr so eng und irgendein Mädchen mit Kleidergrösse 110/116 wird Little L. sicher mal wieder zum Geburtstag einladen, und mal ehrlich? Sind die kleinen Tänzerinnen nicht zuckersüss?


Also habe mich mir ein Herz gefasst, ganz tief in der Jersey-Kiste gegraben (ich habe echt kaum noch Mädchenstoffe.....) und einen etwas dickeren fliederfarbenen gefunden, aus dem eine Amelie wurde. Meine Lieblingstänzerin (die mit dem Chiffonrock) durfte auf das grosse hellblaue Herz, die anderen tummeln sich um den Saum. Ja, man hätte bessere Bilder machen können, aber mei, jetzt ist das halt so.

Wer auch ein paar Ballerinas wirbeln lassen möchte, findet dafür ab heute abend bei Kunterbuntdesign das richtige Material für die Stickmaschine. (Es gibt auch noch eine zweite Datei, nämlich "spacemen on shirts", die lohnt sich auch!)

Mittwoch, Mai 21, 2014

Deutschaufsatz

Aufgabe: Schreibe zu den folgenden Reizwörtern eine Geschichte: "Tessin, Vorspeisenplatte, Haut, Bierdeckel, StarWars, Unfallversicherung"

"Eine Verkettung unglücklicher Umstände"
 oder 
"Wie blöd kann man sein?"
oder
"Warum meine Mutter schon immer recht hatte"

Seitdem ich in den Osterferien zwei Gärkörbchen angeschafft habe, backe ich noch lieber Brot als vorher. Letzten Sonntag habe ich endlich das "Pane Vallemaggia"* nach dem Rezept, das ich auf der Vorspeisenplatte von Frau Kaltmamsell gefunden und schon lange angeschmachtet habe, in Angriff genommen. Es lief alles wunderbar, den Weizensauerteig habe ich wegen "hamma ned" durch Roggensauerteig ersetzt, das Manitobamehl aus dem gleichen Grund durch normales 550er Mehl. Sonst habe ich alles genau so gemacht, wie im Rezept, das Brot wurde auch super und ich möchte betonen, dass Frau Kaltmamsell mit den folgenden Ereignissen nichts zu tun hat und ich ihr auch nicht ansatzweise eine Mitschuld unterstellen möchte. Im Rezept wird das Brot nämlich auf einem Backstein gebacken, den wir praktischerweise seinerzeit mit dem Haus zusammen gekauft haben. Normalerweile nutzen wir ihn im kleinen Backofen für Pizza und Flammkuchen, diesmal durfte er in den grossen Backofen, der programmierbar ist und gross genug für ein riesiges Brot, umziehen. Ich habe also, während das Brot im Gärkörbchen immer grösser wurde, den Backofen samt Stein auf 230°C (mehr kann der grosse nicht) vorgeheizt. Im Rezept steht ausserdem, dass man eine Tasse mit kochendem Wasser unten in den Backofen stellen soll. Erst dachte ich ja, das könnte ich umgehen, weil der grosse Backofen gleichzeitig ein Steamer ist und dementsprechend eine Wasserverdampfeinheit unten im Boden hat. Allerdings muss man (laut Rezept) die Wassertasse ja nach 20 Minuten Backzeit wieder raustun und nachdem ich kurz überlegt habe, wie ich wohl die ca 200mL kochendes Wasser während der Backzeit bei 230°C aus der Verdampfereinheit wieder rauswischen sollte und mir dabei die Finger und andere Körperteile verbrennen würde, habe ich entschieden, dass ich die technischen Finessen doch nicht nutzen würde, sondern doch ganz klassisch dem Rezept folgen würde. Aus Gründen, die ich hier nicht näher ausführen möchte, die aber sehr wohl existieren und zunächst stichhaltig erschienen, nahm ich von der Verwendung einer Tasse Abstand und füllte meine Wasserbadschüssel mit Griff zum Schokoladeschmelzen mit kochendem Wasser und balancierte sie in den schon heissen Ofen und unter den schon heissen Backstein. Dabei verwendete ich zwar einen Topflappen, allerdings keinen Kochhandschuh, wie es mir meine Mutter schon immer gesagt hatte. Dementsprechend wäre meine Mutter auch kaum überrascht gewesen, wenn sie gesehen hätte, wie ich mit dem rechten Handgelenk an das Gitter mit dem Backstein kam, während ich noch versuchte, die Schüssel mit dem kochenden Wasser auf der konvexen Oberfläche der Verdampfereinheit abzustellen. In Anbetracht der Folgen (alles incl. mir voll mit kochendem Wasser) habe ich darauf verzichtet, meine Hand wegzureissen und dabei das Wasser zu verschütten, sondern lieber die Zähne zusammengebissen und erst einmal die Schale ordentlich plaziert.
In dieser Zeit hatte sich natürlich schon eine wunderbare Brandblase auf meinem Handgelenk gebildet, die ich plante, durch erst Kühlen und dann Ignorieren zum Verschwinden zu bringen.


Das Brot wurde übrigens ganz grossartig und wird sicher öfter gebacken werden, sobald ich mir einen Backhandschuh angeschafft haben werde.



Am nächsten Morgen war die Schwellung um die Brandblase schon deutlich zurückgegangen, die Blase war recht flach, der Plan mit dem Ignorieren schien zu funktionieren.
Leider ist das Bündchen meines Laborkittels offensichtlich rauher als angenommen, nach einem halben Tag Tragen war nämlich schon ein Fitzelchen Haut abgegangen, es nässte und sah nicht mehr ganz so harmlos aus. Aber: Aufgeben ist ja eigentlich keine Option und Brandsalbe daheim ist auch aus und dann wieder die ganzen blöden Bemerkungen, wenn man mit einem Starwars-Pflaster ankommt, nein, Ignorieren klingt immer noch gut.
Am zweiten Tag nach dem Brotbacken hatte ich aus Gründen ein StarWars-Quartett in einer ganz ernsthaften Sitzung mit dabei. Daraus sollten meine Kollegen im Team ein Kartenhaus bauen, was übrigens praktisch nicht möglich war, weil die Karten so rutschig sind, dass wir zum eigentlichen Knackpunkt des "Blame Game"gar nicht mehr kamen, dafür muss die Praktikantin bis zum nächsten Mal Bierdeckel ** besorgen. An dem grossen Whiteboard hatte ich mit einem grünen Marker schon mal die Regeln aufgeschrieben, und wollte eigentlich den Punktestand protokollieren, aber dann: nix mit Kartenhaus bauen, wird verschoben, weiter im Text und weil ja auf dem grossen "Was ich in einem Meetingraum beachten soll"-Plakat steht, dass man die Tafel abwischen soll, wenn man fertig ist, habe ich, ganz instinktiv mit dem Handgelenk meine grünen Kartenhausberechnungen schwungvoll abgewischt. Ja, ich muss gestehen, ein Schwammdingens lag neben dem Marker in der Rinne, und ja, ich habe schon früher gehört, dass man lieber mit einem Lappen als mit dem Pulli wischen soll, aber was solls, das ist halt ein Reflex. Wäre ja bis auf den grünen Arm normalerweise nicht schlimm gewesen, als ich aber statt meiner grünen Kartenhäuser dann hellgrüne Hautfitzel auf dem Whiteboard sah und in dem Moment der höllisch brennende Schmerz am Handgelenk einsetzte, da wurde mir klar, dass grüne Stifte und ich keine Freunde mehr werden, dass Ignorieren der nunmehr vollständig offenen, nässenden, grünen Brandwunde nun doch keine Option mehr wäre. Ich habe das Meeting noch durchgehalten, bin dann zur Werksambulanz, habe dort versucht, souverän zu erklären, wie ich zu einer grünen offenen Wunde kam, eine Tüte sterile Wundverbände und Brandsalbe bekommen und bald bekomme ich dann von der zuständigen Stelle die Formulare für die Unfallversicherung. Leider ist auf den Pflastern weder Darth Vader noch eine Tigerente drauf, aber sonst ist ja alles nochmal gut gegangen.


* Mein allererster Chef hat ein Haus in dem kleinen Ort Maggia im Tessin und ich habe dort schon wunderbare Tage verlebt. Das Brot ist mir dort zwar nicht besonders aufgefallen, aber das Maggia-Brot, das es bei unserem Bäcker hier im Ort gibt, das schmeckt sensationell, also: warum nicht selber probieren?

** Aus Gründen (A: So etwas. B: So etwas.)



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Sehr ausführlich geschildert. Du hast alle Worte untergebracht und man merkt, dass Du viel liest. Im realen Leben würde ja kaum jemand so ungeschickt sein und zweimal mit einem grünen Stift etwas so Dummes machen, oder? Für das Ausfüllen des Unfallberichts empfehle ich Deiner Protagonistin, nach dem Teil mit dem Brotbacken aufzuhören. Der Rest könnte etwas verwirren. Wollen wir hoffen, dass Deine Protagonistin etwas daraus gelernt hat und in Zukunft ein bisschen vorsichtiger mit grünen Stiften ist.

Dienstag, Mai 20, 2014

Die Wand

Meine Bürokollegen und ich werden umziehen und zwar von einem kleinen Büro, in dem wir zu dritt sitzen, in ein anders kleines Büro, in dem wir zu viert sitzen werden. So weit, so egal, weil: Büroplatz ist knapp, es ist wie es ist.
Umzug in einem Grosskonzern ist ja an sich auch keine Sache, man darf nur nicht den Fehler machen, irgendwas selber tragen zu wollen, es wird ein Umzugsauftrag ausgelöst, man kriegt Kisten geliefert, alles was Kabel hat, wird von der IT ausgestöpselt, man muss nur so Sachen entscheiden, ob man die Dockingstation links oder rechts und das Telefon auf der gleichen Seite haben möchte, alles andere wird erledigt.
Jetzt ist es aber so, dass das Büro, in das wir ziehen werden, vorher kein Büro war, sondern ein halbes Labor, das umgebaut wird. Dementsprechend wurde da alles Laborspezifische rausgerissen (keine Sturmlüftung, Stickstoff-, Argon- und Druckluftversorgung mehr, ebensowenig wie destilliertes Wasser), eine Wand eingezogen und jetzt wird umgebaut. Auch damit haben wir eigentlich wenig bis nichts zu tun, es war mal eine Frau bei uns in unserem Büro, hat uns mit Blicken taxiert (ich nehme an, um unseren Platzbedarf abzuschätzen), genickt, gemhmmmmhmt, und ist wieder gegangen. Terminlich werden wir von unserem Abteilungsverantwortlichen für Büroplätze und Umzugsaufträge auf dem Laufenden gehalten, er hat uns letztens auch einen Plan gezeigt, wie das alles aussehen wird. Und da war dann der Moment, den ich in Büchern und Filmen nachträglich immer gerne versuche rauszufinden, nämlich der Moment, wo der Protagonist hätte anders handeln müssen/können/sollen, um das tragische Ende oder zumindest die folgenden Verwicklungen noch abzuwenden. Meine Kollegin hat nämlich statt "Mhmmmm, super." gesagt: "Oh. Das sieht aber eng aus. Könnten wir die Tische nicht versetzt stellen? Und was ist mit einem Sitzungstisch?"

Und dann ging es los: versetzt, das geht nicht, weil: Werksnorm heisst: Schreibtische müssen 90° zum Fenster ausgerichtet sein und die Schrankwand, die wir kriegen, die ist auch Werksnorm und da geht nix mit versetzt. Aber einen kleinen Tisch können wir vielleicht haben. Und den virtuellen Stempel "Wollen an der Bürogestaltung mitarbeiten", den haben wir jetzt alle drei bzw. vier auf der Stirn.
Letzte Woche wurden wir also alle vier (waren aber nur zu dritt, weil einer frei hatte) zusammengerufen, um über Teppichfarben zu beraten. Es gibt nämlich, wer hätte das gedacht: Werksnormteppiche. Neun verschiedene Farben, aber der Büroeinrichtungsservice rät von rot ab und unser Abteilungsverantwortliche für Büroplätze und Umzugsaufträge teilte uns im Vertrauen mit, dass er uns auch von wollweiss abraten würde, das würde ja total schnell gruslig. Blieben also sieben Normfarben und ganz naiv haben wir drei ganz instinktiv nicht die langfristig einfachste (und auch irgendwie richtige) Antwort gegeben ("Mir egal, such Du was aus"), sondern jeder auf ein anderes Normteppichstück gezeigt: Ich mittelgraublau, der Kollege schwarzgraumeliert, die Kollegin dunkelgraumeliert. Nachdem die Kollegin dem Kollegen (in Anwesenheit des Abteilungsverantwortlichen für Büroplätze und Umzugsaufträge und mittlerweile auch der Abteilungsassistentin) noch mal den Fleck in unserem aktuellen Büroteppich gezeigt hat, von dem Stück Schokoladenkuchen, das der Kollege vor einem halben Jahr mit dem Bürostuhl überfahren hat, hat er auch für dunkelgraumeliert gestimmt, weil man da Flecken nicht so sieht.

Ich hatte mittlerweile so ein bisschen verstanden, wie der Hase läuft und dass wir nur durch absolute Meinungslosigkeit wieder aus dieser Kiste rauskommen würden und erklärte mich also für überstimmt. Ganz ohne bockiges Gesicht und Unterton, weil mir, ganz ehrlich, die Teppichfarbe in meinem neuen Büro tatsächlich egal ist.

So einfach war das aber alles nicht, weil der Abteilungsverantwortliche für Büroplätze und Umzugsaufträge zusammen mit der Abteilungsassistentin nun ein schlechtes Gewissen entwickelt hatte, weil ich ja meinen Wunschteppich nicht bekäme und ausserdem bräuchten wir ja noch den kleinen Tisch und die mittlerweile von der Kollegin, die es jetzt aber wirklich wissen wollte, ins Spiel gebrachten Normmagnettafeln sowie Aufhängeplatz für unsere Laborkittel, Kälteschutzjacken und Anstosskappen. Garderobenhaken sind nämlich in der Normschrankwand (weiss) nicht vorgesehen. Es gab also einen Ortstermin auf der Baustelle, wo wir nochmal die Normteppichstücke auf den Boden hielten, erfuhren, dass jeder Mitarbeiter laut Werksnorm ein Anrecht auf 7m2 Arbeitsplatz hat und, tadaaaaaa, mir wurde eine Kompensation für meine verlorene Teppichfarbenschlacht angeboten. Der Abteilungsverantwortliche für Büroplätze und Umzugsaufträge hatte nämlich herausgefunden, dass in der Normausstattung für ein neu gestaltetes Büro eine kontrastfarbige Wand mit im Standardpaket wäre, Farbe frei wählbar und das wäre ja wohl klar, dass ich das jetzt auswählen dürfte, wo ich schon beim Teppich verloren hätte.
Was soll ich sagen? Ich hatte offensichtlich doch noch nicht so viel aus der ganzen Angelegenheit gelernt, anstatt nämlich zu sagen: "Ach, lassen wir das doch alles weiss", rutschte mir ganz instinktiv raus: "Cool, dann machen wir die Wand mit der Tür hellblau, statt des Teppichs."
Man könnte sagen, damit habe ich die (Farb)Büchse der Pandora geöffnet. Die Kollegen waren zwar einverstanden, aber man kann logischerweise einem Maler nicht einfach sagen: "hellblau". Aber ich bin ja auch ein praktischer Mensch und so schaute ich mich auf der Baustelle um und neben dem Hemd des Abteilungsverantwortlichen für Büroplätze und Umzugsaufträge, das ich jetzt nicht unbedingt als Referenz heranziehen wollte, wer weiss, vllt. hat er dann zum Termin mit dem Maler ein pinkes Hemd an?, fand sich praktischerweise ein Plakat zur Werksnorm in Sachen Abfallentsorgung an der Tür und der Hintergrund der Sektion über "Abwasser" hat ein wunderbares hellgraublau.
Also wurde aufgeschrieben: "Wand mit Tür in Abwasserblau."
In einem zweiten Ortstermin haben wir dann übrigens noch schnell die Kombination "Abwasserblau" und "Normteppichanthrazitmeliert" zusammen im Originallicht angeschaut, nicht dass sich da was beisst.
In einem dritten Ortstermin wurden wir dann informiert, dass sich die Werksnorm für Bürotüren geändert hätte, wir bekämen jetzt eine mit Sichtschlitz, die Tür selber wäre grau und die Einfassung des Fensters wäre braun, ob wir das bedacht hätten bei der Wahl von Teppich und Wand. Aber Gottseidank: Abwasserblau" und "Normteppichanthrazitmeliert" passen sehr gut zu "Türgrau" und "Einfassungsbraun".
Im Laufe dieser Ortstermine haben sich übrigens meine Kollegen ein bisschen ausgeklinkt und ich bin jetzt Bürobeauftragte für Kontrastwandfarben. (Der vierte Kollege, der ja den Teppichtermin schon verpasst hatte, wurde übrigens logischerweise mittlerweile über unsere Pläne in Kenntnis gesetzt, hat aber geschickterweise mit "Super, ihr macht das schon, ich habe da vollstes Vertrauen" geantwortet).
Das hat bisher dazu geführt, dass ich mit unserem Abteilungsverantwortlichen für Büroplätze und Umzugsaufträge heute eine Exkursion in einen anderen Bau gemacht habe, da haben sie nämlich nicht nur die Wände kontrastfarbig, sondern auch die Türen nach einem Stockwerksfarbleitsystem gestrichen. Da wir aber dieses Jahr noch umziehen sollen, denke ich, darauf verzichten wir, den ganzen Bau bekommen wir nie ins Boot für Türfarbenaussuchen. Ausserdem, aber das waren Labors und keine Büros, und da ist der Normboden nicht Teppich, sondern Linoleum, gab es da noch eine viel breitere Farbpalette an Bodenfarben. Auch hier habe ich einfach mal nichts gesagt.

So also der aktuelle Stand. Man darf weiterhin gespannt sein, am Donnerstag bin ich zu einem Ortstermin mit der Standortverantwortlichen für Bürogestaltung, der Malerfirma und dem Abteilungsverantwortlichen für Büroplätze und Umzugsaufträge geladen, es soll um die finale Farbeintscheidung für die Kontrastwand gehen. Vermutlich gibt es nämlich doch Werksnormwandfarben. Und dann entscheide ich ganz allein. Vielleicht.

Montag, Mai 19, 2014

Hallo wach!

Den gestrigen supersonnigen Nachmittag haben die Jungs zu einer Wasserschlacht mit der U10-Gang genutzt, der Hübsche und ich zum Entrümpeln der Terrasse incl. exzessivem Sandspielzeugausmisting. Wir haben also
kaputte Sachen weggeworfen,
Sachen, mit denen noch gespielt wird, behalten (zB grosse Schaufeln für grosse Löcher und Fallen, Kescher, Luftmatratzen, Besen),
Sachen, die super sind, aber aus deren Benutzung unsere beiden Jungs rausgewachsen sind(zB die verschiedenen Wader-Fahrzeuge und kleinen Schaufeln, Siebe, Mühlen, Schubkarren)für die Kinderkrippe zusammengesammelt,
Sachen, die noch in Ordnung sind, aber nicht richtig toll (noch mehr kleine Schaufeln und Siebe, Plastikrasenmäher, der einen höllischen Lärm macht) gratis zur Selbstbedienung aufgestellt,
und meinen Buggy, mit dem ich schon meine Puppen spazierengefahren habe, für Enkelkinder auf den Speicher geräumt.

Die Sachen für die Kinderkrippe haben wir mit dem Gartenschlauch abgespritzt zum Spinnweben entfernen, dann direkt in den Kofferraum geladen und heute morgen dann dort ausgeliefert (mitsamt unseren Kindern). Ich bin dann weiter Richtung Arbeit gefahren, erst durchs Dorf, dann durch noch ein Dorf, dann auf die Autobahn. Und obwohl
auf Schweizer Autobahnen eh nicht schnell gefahren wird (wenn keine Begrenzung ist, darf man 120km/h maximal),
im morgendlichen Berufsverkehr in Ballungsräumen noch langsamer gefahren wird,
ich ein sehr umsichtiger Autofahrer bin (Hunde, die bellen, beissen nicht, Autofahrer, die fluchen... naja.),
ich im allgemeinen nicht zu Hysterie und Überreaktionen neige,
im Allgemeinen auch keine Angst vor Tieren habe,
auch nicht vor Insekten,
auch nicht vor Spinnen (auch wenn die keine Insekten sind),
auch nicht vor grossen Spinnen,

....

so muss ich doch zugeben, dass es mich slightly uncomfortable macht, wenn bei voller (oder was der Schweizer halt so als volle Fahrt ansieht) Fahrt eine handtellergrosse Spinne (also: Handteller, ohne Finger mitgerechnet, man will ja nicht übertreiben) gemütlich aus der Lüftung krabbelt, über den Rand des Armaturenbretts spaziert, direkt an meinen Fingern, mit denen ich ja das Lenkrad halte, vorbei, um dann gemütlich auf der anderen Seite irgendwo zu verschwinden. Ich nehme an, das Vieh hat sich in irgendeinem Sandauto verschlupft und sich dann auf dei Wanderschaft begeben. Ich hoffe schwer, dass es die lange Pause in der Tiefgarage genutzt hat und sich jetzt dem Clan der Grossstadtspinnen angeschlossen hat, weil: uaaaaaaaaahhhhh!

Sonntag, Mai 18, 2014

Sonntagszopf

Auf mehrfachen Wunsch hier mal in Wort und Bild unser allsonntägliches Frühstückshauptdingens: der Butterzopf. Die Schweizer unter Ihnen können jetzt gelangweilt weiterklicken, wird für Sie nix Neues sein ;-).
Ansonsten: Alles in allem mache ich den Zopf mehr oder weniger nach dem Rezept auf der Zopfmehlpackung eines Schweizer Grossverteilers. Und da fängts eigentlich schon an bzw. das ist das Einzige, was man wirklich falsch machen kann: das Mehl.


 Es braucht einfach Zopfmehl, ob das jetzt wie in dieser Packung auf Weizengrundlage ist oder wie das, was ich normalerweise verwende, von der lokalen Mühle eine Mischung aus Dinkel- und Weizenmehl: es muss extrem fein gemahlen sein, sonst wird das nicht so richtig was.

Den Hefeteig aus
500g Zopfmehl
1 Pckg. Trockenhefe
1 Ei 60-80g Butter (weich)
250 mL Milch
1TL Salz
1 TL Zucker

können Sie eigentlich machen, wie Sie wollen. Wer möchte und sie beim Einkaufen nicht vergessen hat, kann natürlich auch frische Hefe nehmen, man kann das ganze mit warmer Milch machen oder mit kalter (und kalter Butter, dann muss man aber länger kneten), bei kalt muss man den Teig halt länger gehen lassen.
Wie auch immer: man verknetet das alles, so wie man es von der Oma oder der Mutter oder der Nachbarin oder der Lieblingsfoodbloggerin als the one and only Hefeteigmethode gelernt hat.


Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, die alle zum Ziel führen und ich konnte nicht mal sonderlich viel Unterschied im Ergebnis bemerken:
Man kann den Teig eine halbe Stunde lauwarm aufgehen lassen, über Nacht im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur, man kann den Ofen vorheizen oder auch nicht, meistens bin ich faul und nehme das in unserem Ofen vorprogrammierte Zopf-Programm (=180°C Umluft für 35 min).


Den aufgegangenen Teig teilt man in zwei Hälften und dann kommt das, was den Schweizer Wald- und Wiesenzopf von dem unterscheidet, was ich zB von meiner Mutter zum Thema Hefezopf gelernt habe: die Flechttechnik. Anders als beim Frau Antonmannschen Zopf oder dem an den Haarzopf angelehnten Zopf aus drei Strängen verflicht man hier nur zwei Stränge. Und zwar so:

Ich habe seinerzeit ein bisschen gebraucht, um das zu kapieren, aber jetzt kann ich es. Zwar nicht erklären und auch nicht langsam, dafür aber auch im angetrunkenen Zustand, im Dunkeln und während ich über die Relativitätstheorie diskutiere.
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Der Zopf wird nun noch ca. eine halbe Stunde aufgehen gelassen, mit einem verquirlten Ei bestrichen und dann gebacken.


Ich habe mir angewöhnt, ihn meist spät am Samstag abend zu backen, dann riecht erstens die ganze Nacht das Haus lecker, und zweitens kann man am Sonntag morgen direkt frühstücken, ohne dass einem der noch warme Zopf zerfällt.

Das Praktische ist: durch den neutralen Eigengeschmack kann man den Zopf sowohl süss als auch salzig belegen, auch pur schmeckt er, wer möchte, kann auch eine Handvoll knuspriger Speckwürfel in den Teig kneten, dann ist es halt ein Speckzopf, der wird hier heiss und innig geliebt.

Einen schönen Restsonntag wünsche ich Ihnen allen noch!

Samstag, Mai 17, 2014

Ein entspannter Samstagnachmittag. Oder so.

Nach dem obligatorischen Samstagmorgenprogramm, das ja normalerweise der Hübsche absolviert, heute aber ich, weil der Hübsche ja in Berlin Hipster ist, mit Bibliothek und Schwimmkurs (1km bin ich geschwommen und hatte dann schlimm Hunger und zittrige Knie) sah der Plan folgendermassen aus:
Ich bereite die Bolognese und dann die Lasagne vor, dann kann ich den Ofen so programmieren, dass grad alles fertig ist, wenn wir den Hübschen vom Fluighafen eingesammelt haben. Die Kinder, so der Plan, spielen friedlich Lego, schliessen sich dann der U10-Crew in der Siedlung an, ich kann dann noch ein bisschen weitersticken und Wäschefalten und -waschen und räumen und überhaupt.
Während ich also Lasagnezutaten kleinschnipple, ändert sich schon alles, weil Little L. ist eingefallen, dass ja schönes Wetter ist und er letztes Mal beim Einkaufen so eine Wasserbahn kaufen wollte und ich hätte gesagt "Nein, genau die haben wir daheim, wenn schönes Wetter ist, bauen wir die wieder auf", also: jetzt sofort, Wasserbahn! Zeitgleich fällt Little Q. ein, dass sie ja letztens in der Kinderkrippe so einen Papierbausatz gebastelt hätten und ich hätte gesagt: "Schau an, vllt. bist Du jetzt ja alt genug für die Schreiberbögen, die dir dein Opa vor zwei Jahren zum Geburtstag geschenkt hat.", und wo wären die, jetzt würde er gerne basteln.
Klingt ja alles eigentlich nach einem tollen Plan: das kleine Kind spielt selig in der Sonne mit der Wasserbahn, der grosse Sohn schult motorische und geometrische Fähigkeiten (und Frustrationstoleranz ;-) beim Schneiden und Kleben von fitzeligen Teilen.
Uneigentlich ist die Wasserbahn nach der letzten Saison entkalkt und in Einzelteilen auf dem obersten Speicherregal verräumt worden und so toll kleine Kinder auch damit spielen können, das mit den Dichtungsteilen zusammenfummeln, ist eindeutig Elternarbeit. Auch die Schreiberbögen: ich habe die als Kind im Akkord zusammengebastelt. Neuschwanstein, Kreuzfahrtschiffe, Flugzeuge, und ja, das macht Spass, also: mir (sind wir nicht alle ein bisschen Sheldon?) Allerdings gehören da ein paar basic skills dazu (ritzen, falzen, Klebetechnik), das muss man erst mal gezeigt bekommen. Ausserdem sind ganz überraschend mal wieder die Lasagneplatten aus, also gehe ich erst mal schnell einkaufen. Immerhin bleiben die Jungs zu Hause (auch das: vor wenigen Monaten undenkbar!)
Zurück daheim wechsle ich die Farbe in der Stickmaschine, setze die Bolognese so weit an, dass sie eh erst mal anderthalb Stunden schmurgeln muss, klettere auf die Leiter, schlage mir nur eine Beule beim Runterangeln der Wasserbahneinzelteile, beauftrage Little Q., sich schon mal Schere, Kleber, Unterlage zu suchen, trage alles runter, beauftrage Little L. sich eine Streckenführung zu überlegen, rühre die Bolognese um, schicke Little Q. eine richtige Schere (= keine Küchenschere, im besten Fall seine Linkshänderbastelschere) und richtigen Kleber (= Lösemittel-Uhu, nicht das grüne, nicht klebende Ökozeug) suchen, wechsle noch eine Farbe, erkläre Little L., was ich mit Streckenführung gemeint habe, zeige Little Q., wo wir Scheren aufbewahren und lasse ihn mal die Bauanleitung lesen. Als nächstes fange ich an, die Wasserbahn zusammenzuklicken, werde dabei einmal von der Seite geduscht (sehr kalt), weil Little L. schon mal mit dem Befüllen via Gartenschlauch angefangen hat, erkläre, was vorwärts und rückwärts falzen bedeutet, rolle 17 Meter Gartenschlauch wieder auf, die Little L. vor lauter Euphorie total verchnübelt hat, wieder richtig auf, kriege nasse Füsse, weil Little L. den Ausschalter an der Wasserschlauchspritze nicht findet, kriege einen Klecks Kleber (den guten, schwarzen) in die Haare,aber irgendwann: da läufts. Little L. spielt im Unterhemd begeistert mit Unmengen eiskaltem Wasser, Little Q. kommt einen Bastelflow (könnte aber auch ein Klebstoffrausch sein, und ich? Ich habe einen Satz Linkshänderbastelscheren bestellt, die Lasagne steht im Ofen, ich kann noch fitzelbasteln, der Kleberklumpen in den Haaren wächst sich wahrscheinlich langfristig raus,die eiskalten nassen Füsse härten vermutlich ab und das Spielzeugausmisten, Wäschezusammenlegen, Nähen, das mach ich irgendwann anders.

Freitag, Mai 16, 2014

Selbstverordnet

Nachdem heute irgendwie so ein komischer Tag war, an dem ich eigentlich zwar total viel erledigt habe, andererseits aber das Gefühl hatte, noch viel mehr hätte sollen und müssen (vermutlich weil ich aus Gründen mit dem Kopf eigentlich woanders war), habe ich jetzt beschlossen, anstatt, Strohwitwe die ich bin, heute abend noch an einem Veranstaltungskonzept zu arbeiten (Zur Beruhigung sage ich mir: ist auch nix anders als dreimal Kindergeburtstag. Für je 150 Gäste), noch entspannt ein paar niedliche Sachen zu sticken (und morgen zu nähen), (drei Ladungen Wäsche zusammenzulegen), dann mit einem Glas Wein und den letzten paar Seiten "Distelfink" (ich kann mich dem Kinderdoc nur anschliessen!) in die Badewanne zu legen und dann früh ins Bett zu gehen (meine innere Uhr lässt mich, egal wieviel Nachtschlaf vorausging, ab 6:00h hellwach sein, auch egal, wie lang ich eigentlich schlafen könnte.).

Vorher habe ich aber noch schnell die soweit ausgehärteten Seifen aus den Formen befreit, neben Standardstücken auch meine Lieblingsformen:


Doch, ich finde, ich kanns noch (Little L. ist ja grade in der "Ihhhh, Mädchen"-Phase und dementsprechend geschockt von der Venus von Willendorf. Hat aber nix mit einem Hungerhakenschönheitsideal zu tun, weil das sagt er auch zu den im Moment ja überall aufgedruckten Sambaschönheiten "Iiiiih, sexy!") und ein bisschen wehmütig bin ich schon, dass sich das so verlaufen hat. Aber andererseits bin ich auch froh, dass das jetzt so eine kleine Malzwischendrinaktion war, ich weiss nämlich nur zu gut, wie sehr mich das Verpacken, Hübschmachen, Verschicken, etc. im mittelgrossen Stil gegen Ende dann gestresst hat...... Dementsprechend sind diese Schätzchen für den Hausgebrauch und für mal so als Mitbringsel.

Donnerstag, Mai 15, 2014

Märchenstunde

Aus Gründen ist hier auf dem Blog Parabelzeit angesagt. Ich könnte jetzt sagen, ich hätte einen ganz langen Post getippt und aus Vernunft wieder gelöscht, aber ich bin ja auch in effizienter Mensch, deswegen wusste ich vorher schon, dass ich diesen Beitrag nie veröffentlichen könnte, deswegen habe ich ihn auch gar nicht getippt, sondern nur gedacht und stattdessen gibt es eine Parabel in Form einer Geschichte von eben dem Kollegen mit dem Kind mit dem "Stryytsäckli":

Er hat von zwei Männern erzählt, beide in den 50ern, die schon seit laaaaangen Jahren zusammenarbeiten und sich eines Tages auf der Arbeit so sehr in die Haare geraten sind, dass sie sich vor allen anderen angeschrien und beschimpft haben, es wurde mit Türen geknallt und gerade so nicht handgreiflich. Mein Kollege kam irgendwie dazu und fragte, was denn eigentlich los sei und bekam von dem einen eine laaaaaaaange Schimpftirade zur Antwort, was der andere denn falsch gemacht hätte, was er schon immer mit Absicht falsch machen würde, dass er ihm immer mit Absicht eins reinwürgen würde und überhaupt: "Der war schon damals im Kindergarten ein echtes Arschloch."
Das muss man erst mal sacken lassen, wenn man es so zum ersten Mal hört, lacht man sich kaputt, besonders, wenn man weiss, wer die beiden Männer sind und sie sich mit Lüchzgi, Kindergartentasche und Poströhre vorstellt, eigentlich ist es aber unglaublich traurig. Und wenn man selber in so einer Situation steckt, dann, ja dann versteht man das zwar, aber da hilft dann nicht mal mehr lachen. Und das heisst viel, wenn ich das sage.

Mittwoch, Mai 14, 2014

Jurassic Park

Little Q. ist heute auf einer sehr spannenden Geburtstagsfeier eingeladen: im Dinosauriermuseum in Frick inclusive selber Fossilien im Steinbruch suchen. Ich bin mal sehr gespannt, ob er ein Dino-Ei oder so was mitbringt, das Geburtstags-T-Shirt (zusätzlich zum gewünschten Lego-Star-Wars-Mini-Set) habe ich auf jeden Fall mal thematisch passend gestaltet, mit einem dezent angebrachten pädagogisch wertvollen Hinweis.
Und bitte: man erkennt sehr wohl, dass die Form der Applikation einem Ei, das oben schon so splittert, weil der Dino gleich schlüpft, nachempfunden ist, oder? ODER?




(Und es ist tatsächlich so: ich muss nach zwei oder sogar drei verpassten endlich mal wieder auf einen Stoffmarkt und Basics nachkaufen. Mir gehen Streifen, Sterne und unis aus. Kathi? Was macht deine Projekt Keller? ;-))

Dienstag, Mai 13, 2014

Von der Metaebene grüsst

Heute war (und ist) so ein Tag, wenn ich  mich selber zeichnen müsste, würde ich mich als Jongleur mit (aktuell) 5 brennenden Bällen malen. Keine Sorge, anders als im realen Leben kann ich mit so übertragenen Bällen sehr gut jonglieren, auch wenn für heute eigentlich nur einer eingeplant war, aber irgendwas ist ja immer.

Weil das aber alles sehr kompliziert zu erklären und vermutlich einerseits grösstenteils langeweilig zu lesen wäre, andererseits aber mindestens einen der brennenden Bälle noch in virtuellen Brandbeschleuniger tauchen würde (und wenn sich jetzt noch jemand davon gemeint fühlt, dann wahrscheinlich zu recht....), möchte ich Ihnen lieber eine Geschichte erzählen, die mir ein Kollege heute beim Kaffeetrinken, als ich im übertragenen Sinne gerade dabei war, einen der brennenden Bälle aufzufangen und ihm davon erzählte, von einem seiner Kinder erzählte.

Dieses Kind hatte in der Grundschule Projektwoche und dabei ging es um das Thema Konflikte und Streit. Im Rahmen dieser Projektwoche wurde also ein Streitsäckchen (es klingt einfach besser, wenn man das Wort auf Schweizerdeutsch vor dem inneren Ohr hört, das wäre dann " es Schtrytsäckli") genäht (Textiles Werken), schöne unterschiedliche Steine gesammelt (Realien), bemalt (Kunst), mit Bedeutungen versehen (Deutsch) und mit den Kindern gemeinsam Streitschlichtungswerkzeuge (ganz unten kommt das Streitsäckchen) entwickelt (Ethik). Die Kinder sollten dann in Zukunft also in der Lage sein, sobald sich ein Konflikt anbahnt, das passende Steinchen aus dem "Strytsäckli" zu nehmen und dem Kontrahenten damit zu zeigen, dass sie jetzt wütend/enttäuscht/beleidigt/verletzt/albern/traurig etc. wären. Der könnte dann seinen Stein ausspielen, man redet drüber, am Schluss gibt es noch den Friedensstein und alles ist wieder gut.

In der Praxis lief es dann ein bisschen anders, das Kind kam nach Hause und erzählte von einem "Huuure-Fight". Auf die Frage, ob es denn mit dem Streitsäckchen nicht so gut geklappt hätte, meinte es: "Ja, ich habe es ja erst schon versucht, aber die Dschajenn hat das Prinzip überhaupt nicht gecheckt. Aber, und deswegen ist das Streitsäckchen schon nicht so schlecht, grad wenn noch alle Steine drin sind und man sich beim Zöpfeln vom Verschlussbändel Mühe gegeben hat, dann kann man das Streitsäckchen beim Fight richtig gut verwenden."

Joa. Erinnert mich ein bisschen an das virtuelle Kackbeutelchen vor fünf Jahren.
Gottseidank hat Little Q. in seiner Projektwoche das Thema "Wald".

Montag, Mai 12, 2014

Die kahle Sängerin *

Heute morgen erwarteten mich nicht nur 130 neue Mails von letzter Woche, nein, auch jede Menge unbeantwortete Anrufe. Bei unseren Telefonen sieht man bei internen Anrufern direkt den Namen auf dem Display, bei externen nur die Nummer. Wir haben zwar alle auch Voicemail, aber irgendwie hat es sich bei den meisten so eingebürgert (v.a. als bei neu eingerichteten Telefonanschlüssen auf einmal keine Voicemail mehr eingerichtet wurde, weil "Ist aus."), dass man da eigentlich gar nicht draufspricht, weil eh jeder die verpassten Anrufer zurückruft.
So also auch ich und neben ganz vielen "Hat sich erledigt" und "Hab dir eine Mail deswegen geschrieben" oder "Hey, wollte nur mal fragen, ob wir mal wieder mittagessen gehen" war auch ein wahres Schätzchen für Liebhaber des absurden Theaters dabei.
Also: auf dem Display die Nummer eines Herrn, dessen Namen ich noch nie gehört habe, ich nenne ihn hier mal DGU (den grossen Unbekannten).
 7:30h: Während der Rechner startet, telefoniere ich meine verpassten Anrufe durch, DGU hebt noch nicht ab, ich hinterlasse keine Nachricht, er wird dann schon zurückrufen, wenn nicht, war es wohl eh nicht wichtig.

7:48h: Das Telefon klingelt, das Display zeigt : DGU, es wird spannend.

FrauBrüllen: "Hallo, hier Frau Brüllen, guten Morgen."
DGU: "Ja, hier DGU, Sie hatten angerufen."
FB: "Ja, weil Sie mich am Freitag angerufen hatten."
DGU: "Nein. Hab ich nicht."
FB: "Doch. Sagt mein Telefon. Um 11:32h. Ich war aber nicht da, jetzt bin ich da, um was ging es denn?"
DGU: "Ich hab Sie nicht angerufen, warum sollte ich Sie denn anrufen, ich kenne Sie ja gar nicht."
FB: "Hmm. naja, oder vielleicht hat einer Ihrer Kollegen Ihr Telefon benutzt, um mich anzurufen, oder sich verwählt, ich hab ja so eine schöne symmetrische Telefonnummer"
DGU: "Nein, komisch. Ich wollte sicher nichts von Ihnen. Aber die Telefonnummer, die ist wirklich schön. Wir könnten ja mal einen Kaffee trinken gehen. Dann hätte ich auch ein Gesicht zur Nummer."
FB: "Öh. Okay?!"

Und so habe ich ein Kaffeedate aufgrund meiner Telefonnummer (mit jemand aus der Abteilung für technische Compliance. Habe ich dank meiner unglaublichen Recherchefähigkeiten in internen Adressystemen herausgefunden)

*Dieses grossartige Stück hätten wir mal fast in unserem Grundkurs "Dramatisches Gestalten" auf die Bühne gebracht. Wenn es uns vor Lachen nicht schon bei den Leseproben zerrissen hätte. Was wiederum vermutlich zeigt, dass wir da Stück nicht verstanden haben. Trotzdem behaupte ich von mir, absurdes Theater zu lieben.

Sonntag, Mai 11, 2014

Wort zum Sonntag

Meine lieben Mitmütter,
zum heutigen Muttertag möchte ich uns allen in Erinnerung rufen, wie wichtig es ist, neben all der Fürsorge und Hütehundautomatismen für unsere Kinder und sonstigen Schutzbefohlenen auch ein bisschen an uns selber zu denken. Das möchte ich mit folgendem Beispiel illustrieren: wir waren heute bei Freunden zum Kaffeetrinken/Pizzaessen eingeladen (also: beides, konsekutiv). Das macht man hier in der Diaspora ja so: wenn die biologische Familie weit weg ist, kann man so Feiertage auch mit Freunden begehen. Also. Ich hatte unser Mitbringsel mit all dem, was ich auf der re:publica in Sachen Lifestyleblogging gelernt habe ;-), schnell noch gebacken, meiner Meinung nach schon ziemlich gut eingepackt (danke für all die guten Hinweise auf Instagram: nächstes Mal dann. Mal sehen, welchen Schleichdinosaurier ich dann mit weisser Tafelfarbe streiche und über das MHD klebe),



 überreicht, leckerst Kaffee und Erdbeertorte genossen und dazu sass ich in einem Original Vitra-Stuhl (ist ja auch so eine Art von lokalem Einkaufen hier), auf dem zB keines der anwesenden Kinder sitzen durfte, weil der mit Stoff bezogen ist und nicht mal so einfach wie unsere Ikeastühle mit einer Nagelpistole geupcycled werden kann, wenn mal was daneben geht.
So weit, so gut, dann kam die Pizza, die übrigens extrem lecker war und auch heiss, und wie es halt so geht, ist mir ein Stück sehr heisse Pizza aus meinen nur zaghaft zugreifenden Fingern gerutscht, runtergefallen, im Sturz drehte sie sich, wie gute Pizzen das nun mal machen, mit der Tomatenkäseseite nach unten und ich hatte nur noch im Kopf: "Oh Gott, der Vitra-Stuhl!" und so konnte ich mit meinen geschulten Reflexen und einem beherzten Schlag den Sturz der Pizza damit beenden, dass ich sie sozusagen mit einer Roger Federer würdigen Aufschlagbewegung an meine Hüfte klatschte. Der Stuhl bekam keine Spritzer ab, die Verbrennungen durch die glühende Käsetomatenmischung an meiner linken Taillenseite werden in den nächsten Wochen ohne grössere Narben abheilen, aber mein Oberteil sah den Rest des Nachmittags aus wie Sau. Und mit "auch mal an sich denken" meine ich jetzt nicht, dass ich den Vitra-Stuhl hätte mit Pizza taufen sollen, nein, für die Kindern hatte ich Ersatzkleider in warm, luftig, trocken, regendicht dabei, für mich: nicht. Und weil ich mich weder in ein Superman-T-Shirt in Grösse 110 noch einen Lego-Anakin-Skywalker-Hoodie in Grösse 128 klemmen wollte, sass ich den restlichen Abend in einem an der Taille pizzaverschmierten Oberteil rum. Auf dem TrippTrapp.

In diesem Sinne: einen schönen Muttertagsabend Ihnen allen noch!
Immer die Ihre
Frau Brüllen

Samstag, Mai 10, 2014

RoI *

Gefühlt gestern (ungefühlt: auch noch keine zwei Jahre her) war Little Q. nicht dazu zu bewegen, für ein paar Minuten allein** im Auto zu warten, bis ich den Zollzettel abstempeln liess, oder noch weniger Minuten im Wohnzimmer, bis ich den Müll die 100m bis zu den Tonnen vorbrachte. Noch in den Sportferien im Februar war er nicht dazu zu bewegen, mit mir in Sichtweite an der Backtheke für sich und LIttle L. zwei Brezn zu kaufen.

Heute haben wir für ihn einen Kinderschlafsack von McKinley, einen Deuter-40L-Rucksack und, man darf ja hoffen, so ein niedliches aufhängbares Toilettenbeutelchen fürs Pfila gekauft (der Kauf fand nur statt, als auf Ehre versprochen wurde, dass er wirklich auch mitfahren würde), und heute morgen gab es freiwilligen Semmelholdienst. Incl. Bedienung des Shopscannersystems und stolzem Tragen der rp14 Tasche.



"Sie werden so schnell gross" wäre in diesem Zusammenhang der falsche Ausdruck, der Spruch eines Kollegen "Endlich wirft sie Rendite ab", als seine Frau wieder zu arbeiten anfing, in jeder Hinsicht und immer unangebracht, aber hey: Semmeldienst!

* Return on Investment
** = ohne erwachsene Gesellschaft. Little L., dem das nichts ausgemacht hätte, zählte nicht.

Freitag, Mai 09, 2014

Nachlese re:publica14

So, so ganz knapp habe ich es gestern (viertel vor Mitternacht) noch geschafft, die heimische Haustür hinter mir zuzumachen ;-). Nach eigentlich nur 3.5 Tagen wuseliger Mischung aus Grossstadt, vielen Menschen, dafür dann aber wenig Zeit, unglaublich vielen Eindrücken und wenig Schlaf bin ich zwar einerseits ziemlich platt, andererseits war ich die letzten Tage von so vielen Eindrücken ausserhalb meines Alltagshorizonts überwältigt, dass sich dieser Teil des Hirns hervorragend entspannen und auftanken konnte. Dementsprechend nahezu tiefenentspannt habe ich dann gestern nacht noch Kindergartenstandortgesprächs- und Waldprojektwochentermine in meinen Google-Kalender getöckelt und heute dann mit Little L. Skiausrüstung zurückgebracht, Grosseinkauf erledigt (incl. Paketmann: "Bist Du sicher, nur eins? Soll ich für dich suchen?") und Hausputz (incl. 5S und ein Kanbansystem für Joghurts im Kühlschrank etablieren, nachdem es für die Raumtemperatur-Vorratsschränke gut funktioniert) erledigt, weil die Jungs die ganze Woche leider vergeblich auf die Putzfrau gewartet hatten, die jetzt vermutlich vielleicht 100% am Montag kommt, aber bis dahin möchte ich nicht warten, und überhaupt.
Die Tage in Berlin waren einfach grossartig, angefangen bei meiner grossartigen Reisebegleitung aka Frau Mutti (incl. dem besten Vater ihrer Kinder) und Herrn Skizzenblog. Frau Mutti und ich hatten irgendwie ein Upgrade im Hotel Berlin, Berlin abgestaubt und so eine Dusche mit Fenster in den Raum. Genauso wie ein Klo mit Fenster in den Raum. Ich dachte ja erst noch: "Naja, nicht so schlimm, kann ich halt beim Duschen und auf dem WC rausschauen", aber die anderer Richtung geht ja natürlich genauso. Als einziger Platz ohne Einblick erwies sich einer der pinken Sessel im Raum, ausserdem gab es auch schöne Toiletten ausserhalb des Raumes ;-)
Nachdem ich letztes Jahr ja noch eher überwältigt war von der Masse an Menschen, die ich alle gar nicht kannte, und für die das Internet das Leben und noch mehr ist, kannte ich dieses Jahr deutlich mehr, ich hatte zwar immer noch ab und an das Gefühl, dass auf der Nachbarbühne der interssantere Vortrag wäre ;-), aber doch auch oft ein glückliches Händchen, und richtig interessanten Vorträge erwischt. Und so habe ich Yes-Men gesehen, David Hasselhoff (aber nur kurz, das war kaum auszuhalten), Sascha Lobo sogar ganz, obwohl ich bei so Moralpredigten ja spätestens nach 10 Minuten bockig und widerborstig werde, ich habe Kate Miltner gehört, die Stein-Strategie kennengelernt (ich werde das Buch übrigens kaufen und all die zum Lesen nötigen, die mir mit der Maus-Käsestrategie, dem Pinguinprinzip und dem Whale Whisperer in den Ohren lagen), Journelles grossartigen "Beyond Porn"-Vortrag gehört, über "Todessternsünden", über Blogger Relations, über Lifestyleblogs, über Elternblogs und Väterblogs, über aufschrei und schauhin, über selbstgetestetes Leben in einer postapokalyptischen Welt und vieles mehr. Ich habe festgestellt, dass die Oberkaiserin und ich Einschulungsfrisurzwillinge sind, habe mit Frau Mierau auf der Toilette ein Kleid anprobiert, der Kaltmamsell ein (oder zwei) Ohren abgekaut (an dieser Stelle: es tut mir leid, wenn ich nervös bin und jemanden toll finde, dann rede ich. Viel. ;-)), Tapas gegessen, keine Insektenlollis probiert, ganz viele Leute aus meinem Instagram-, Twitter-, Feedreader-Universum getroffen, gesehen, gesprochen: so, so, so toll.
Ganz besonders war für mich dann der Mittwochnachmittag, an dem ich mich mit Frau Feuervogel verabredet hatte. Es passte wunderbar, weil an dem Moment war ich tatsächlich ein bisschen überfordert von Leuten! Reden! Vorträge! Dunkel! Laut! Kaffee!, machte mich also auf den Weg nach Berlin Mitte, legte einen strammen Fussmarsch vom Potsdamer Platz bis zur Oranienburger Strasse hin, weil ich einfach Luft brauchte (dabei habe ich übrigens zum ersten Mal das Holocaustmahnmal gesehen und betreten. Wow.), tja und dann? Dann sassen wir beide in einem schnuckeligen Cafe und haben geredet, geredet, geredet. Und das ist das Tolle am Internet, so wie ich es nutze: ich habe Frau Feuervogel vorher noch nie getroffen, ich habe ihr Blog seit gefühlt immer schon gelesen, vermisse ihr Blog sehr (vllt. ist das jetzt ja doch der Restart-Button gewesen ;-)?), und es hat einfach geklickt: irgendwann hat dann die Vernunft gesiegt und sie hat sich auf den Weg nach Hause gemacht (und ich habe tatsächlich noch die letzten beiden Science-Slam-Beiträge mitbekommen), aber das muss wiederholt werden, wirklich!
Nun denn, nachdem ich letztes Jahr ja eher mit der Stimmung "Joah, mal schaun, ob ich das nochmal mache......" heimkam, haben Frau...äh...Mutti und ich eine nicht nur vage Idee für ein Panel nächstes Jahr (ich habe da auf dem Rückflug gestern mal ein kleines Konzept gebastelt ;-)), also den festen Plan, nächstes Jahr richtig aktiv mitzumachen. Sie dürfen uns also alle jetzt schon die Daumen drücken, dass das rp15-Team unseren Vorschlag so toll findet wie wir, und dann sehen wir uns nächstes Jahr auf der Bühne, einverstanden?

Donnerstag, Mai 08, 2014

Fly!

Wie Sie sich ja alle hoffentlich noch erinnern, haben wir einen neuen Esstisch und damit auch neue Stühle gekauft. Den alten Tisch haben wir tatsächlich auf den Sperrmüll getan (mit all den über lange Jahre eingearbeiten Gabelhackern, Breiversiegelung und FIlzstiftverzierungen), die Stühle aber, die bleiben. Wenn wir mal feiern, dann sammeln sich zwar immer alle entweder in der Küche oder auf dem Sofa, aber im Prinzip wäre es ja schon schön, wenn alle um den Tisch sitzen könnten. Also haben wir die Stühle in unser Dachkämmerchen gestellt und auf die nächste Party warten lassen. Nun ist es ja so: die Breiversiegelung und Kakaoduschen machen an der Tischkante nicht halt, deswegen sahen die Stuhlpolster, nun ja, lassen Sie es mich euphemistisch ausdrücken, sie hatten einen gewissen used look. Ich hatte also im Hinterkopf: irgendwann, da beziehe ich die mal neu. Irgendwann im Sinn von "Wenn wir mal wieder im Baumarkt sind und ich dran denke, einen Nagelpistole zu kaufen und mir danach dann 450 Youtubevideos angeschaut habe, also: nie".
Dann war es aber so, dass ich im Ikea dran dachte und einen zum neuen Tisch passenden graubraunen Stoff kaufte, dass der Hübsche eine aus nicht nachvollziehbaren Gründen in unserem Fundus gelangte Nagelpistole incl. Munition fand, dann kam Sonja mit einer neuen Stickdatei und ich beschloss, das müsse auch ohne Youtube gehen.
Was soll ich sagen? Babyeinfach!

Ich musste dem Hübschen versprechen, die Federn und Vögel aus den "Fly-Serien" von Hamburger Liebe dezent zu sticken, wer das nicht will, kann natürlich den Paradiesvogel noch ein bisschen bunter machen.






So, die Stühle sehen jetzt eigentlich ganz gut aus, bis auf die Farbe der Stühle halt. Ich denke, die werde ich dann irgendwann abschleifen und weiss oder so lasieren. Irgendwann, wie "Wenn wir einen Winkelschleifer haben und ich ein paar Tutorialvideos gesehen habe."


Die Stickdatei(en) gibt es ab heute abend bei Kunterbuntdesign!

Mittwoch, Mai 07, 2014

Hach

Das internet ist schon was tolles. Frau feuervogel, danke fuer den grossartigen nachmittag!

Dienstag, Mai 06, 2014

rp14: erste eindrücke

"Kaffee? Ist schwierig"
Yes-men: wohooo!
Sketchnotes: well. Effektstriche galore. Oder so.
The hoff: wtf?
Elternblogs: gesichter zu blogs!
Väterblogs: schubladendenken ist sehr verführerisch, wenn der langhaarige gegen alles institutionalisierte wettert, jetzt aber bald mal "richtig schreiben lernen" will, der vollzeitarbeitende vater die ehefrauen und die gesellschaft dafür verantwortlich macht, dass die armen väter so zerrissen sind.
Twittern für bier? Jederzeit!
Jetzt noch sascha lobo, facebookwerbung, digitales quartett und vielleicht noch ein bisschen katzenfutter im hotel abgreifen.

Montag, Mai 05, 2014

WMDEDGT 05/14

Willkommen zum Tagebuchbloggen, wie jeden Monat am Fünften! (WMDEDGT? heisst: "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?")
Wer Lust hat, schreibt heute Tagebuch, verlinkt unten seinen Blogeintrag und schaut, was anderen Ecken des Internets heute so passiert ist.
 Bei mir hat der wecker um halb sieben geklingelt, puenktlich mit jeder denkbaren marge, um aufstehen kofferinhalt noch 30x checken, kinder abfuettern, verabschieden bzw. zum kindsgi begleiten, bus und zug zum flughafen erwischen und dann mit einem guten gefühl die "bitte kommen sie bitte mindestens 2h vor abflug" zeit am flughafen abzusitzen. Während ich so meine nase puderte, klingelte mein handy und google now informierte mich ueber 1h verspätung meines fluges. Grmpf. Aber egal: ich habe trotzdem weitergefruehstueckt, mich von mann und grossem kind verabschiedet und das kleine kind zum kindergarten begleitet.  Easyjet selber hat die verspätung mittlerweile nach oben korrigiert, mal sehen, ob ich es noch zur heutigen akkreditierungsrunde schaffe ;-)
In gesellschaft einer besoffenen klassenfahrtgruppe kam ich dann insg. 4h später in den flieger und halleluja, irgendwann auch nach berlin. Ich habe mein armbändel, mein umhängedings, eine stofftüte und rasende kopfschmerzen. Ich nehme an, ein tapasabend wird das richten.

in diesem sinne: berlin, berlin!


Sonntag, Mai 04, 2014

Nicht vergessen: morgen ist WMDEDGT? 05/14

Wer übrigens Lust auf Tagebuchbloggen hat: morgen wäre es wieder so weit.
Die Liste zum Eintragen wird sich frühmorgens freischalten. Für mich wird das ein sehr spannender Fünfter, weil ich schon am Vormittag in einen Fliedger nach Berlin steigen werde und hoffentlich einen grossartigen Start in die re:publica haben werde.
Ansonsten wars das auch schon für heute, weil: ich muss noch Kofferpacken, Vorbloggen, überlegen, ob ich meinen Rasierer ins Handgepäck tun darf (eher nay, oder?), 1000 mal kontrollieren, wann mein FlieGer morgen geht, Maus nachschauen, Nägel lackieren, schauen, welchen Bus ich morgen nehmen muss, kontrollieren, ob ich meinen Pass eingepackt habe, das normale zwanghafte Verhalten halt ;-)

Samstag, Mai 03, 2014

Vorfreude

Die ersten aus meiner Filterbubble sind ja mittlerweile schon in Berlin aufgeschlagen und auch bei mir macht sich langsam aber sicher Vorfreude und, das kommt ja noch vorher, Reisefieber breit. So habe ich bis heute gewartet, um Frau ... äh ... Mutti eine Whatsapp-Nachricht zum Thema: Was machen wir eigentlich und wie treffen wir uns und überhaupt?! zu schicken, aber wie immer: das wird schon werden. Jetzt hab ich immerhin schon mal ein Date mit ganz tollen Menschen am Montag abend, und den Rest lasse ich mal auf mich zukommen.
Ansonsten war hier heute mal wieder Grosskochtag (man könnte meinen, das wird hier noch ein Foodblog, aber dafür habe ich keine Geduld beim Fotografieren)  angesagt, weil: mich hatte letztens der Rhabarbercheesecake in einer der aktuellen "Lecker"-Ausgaben angelacht.

Ich habe also die lange Liste an Zutaten eingekauft, allerdings bei den Mengen eher so nach Gefühl. Das führt dann dazu, dass ich Rhabarber für mehr als ein ganzes Rezept hatte, Frischkäse für bisschen mehr als ein halbes, Ricotta für bisschen weniger als ein halbes, genauso wie Shortbread. Und weil ich wegen Wetter und überhaupt keine Lust auf Nachkaufen hatte (und mal ehrlich? Ich mag Cheesecake sehr gern. Aber 600g Shortbread als Boden, 1 kg Frischkäse und 750g Ricotta?), habe ich also nur ein halbes Rezept gemacht und aus dem Rest Rhabarbersirup a la Leila Lindholm.

Ich finde ihn grossartig, die Jungs eher so "Börks, das ist ja sauer!", also trinke ich ihn halt allein. Allein die Farbe ist schon der Hammer, finde ich! (Und ich glaub ganz fest daran, dass die Oxalsäure beim Kochen kaputt gegangen ist, weil Nierensteine brauch ich jetzt nicht noch mal...).


Der Kuchen ist übrigens sehr lecker geworden, man muss ihn auch keine 6 Stunden kalt stellen, wer hat denn Zeit für sowas? Das Rosenwasser im Fruchtglibber schmeckt übrigens lecker, gar nicht so parfümig, wie ich befürchtete.


Und weil ich dann schon so drin war im Backen und Kochen, haben Little L. und ich, als Little Q. bei den Pfadis war, gemeinsam (und zwar richtig gemeinsam. Mittlerweile wird das Kind richtig nützlich!) Burgerbrötchen gebacken, Guacamole, Mangosalsa und Chickenburger vorbereitet. Und, kaum redet man nicht drüber und erlaubt den Kindern, auf den Burger zu legen, was sie wollen, schaufelt der eine Guacamole in sich rein, der andere Mangosalsa. (Ach ja: und Zopfteig für normalen und Speckzopf für morgen haben wir natürlich auch noch gemacht. Aktuell läuft die 4. Spülmaschinenladung heute).

Ach: noch eine Neuigkeit: nachdem Little Q. ja wegen "Hmmmm, das sind ja drei Tag, das ist ganz schön lang, so ohne Buch, ausserdem in einem Zelt und wer weiss, wie gruslig das wird" erst nicht ins Pfadi-Pfila fahren wollte, hat der Peergroup-Pressure voll zugeschlagen: er fährt jetzt doch, er wird Buch und Taschenlampe mitnehmen und nachts mit seinen Freunden an "Eragon 5" schreiben. Sagt er. Nun denn, hat jemand vllt. Schlafsack- und Rucksackempfehlungen (er hat einen Tatonka-Wanderrucksack, ausser Brotzeit und Regensachen geht da aber nix rein) für einen grossen 8jährigen?

Freitag, Mai 02, 2014

Ein Spargel, zwei Sparge....

Heute abend haben wir richtig geschlemmt. Erstens ist Freitag abend und am Wochenende (und dank freiem Freitag und dank freiem Donnerstag diese Woche noch mehr beginnt das immer so ziemlich Freitag mittag spätestens bei mir) koche ich ja richtig gerne, zweitens haben wir nach dem ersten Spargelsalat vor ein paar Wochen und dem einen oder anderen nur mittelguten Spargelgericht in der Kantine, pardon, im "Personalrestaurant-Provisorium, spargeltechnisch richtig reingehauen. Also: der Hübsche und ich. Die Kinder habe ich zu dem pro Saison verpflichtenden einen Spargelbissen genötigt (ich möchte ja nicht den Moment verpassen, in denen ihnen Spargel auf einmal doch schmeckt), sie finden ihn immer noch "Boooaaaaaäääärks, es hat meine Zunge berührt"-lecker, aber im Auftrag der Wissenschaft ("Mal sehen, ob so ein kleiner Bissen für Spargelpipi reicht") haben sie ihn dann doch runtergewürgt.


Macht aber nix, dementsprechend mehr gab es für uns (bzw.: ich hatte nur für zwei eingekauft, wenn die Jungs ihn tatsächlich gern gehabt hätten, wäre es eng geworden ;-), und als ich das Spargelfest mit frisch gebackenem Brot, Schittlauchblütenbutter, Drillingen, Salat, Schinken, Ei und dem Sud des im Ofen mit Olivenöl, Weisswein, braunem Zucker, Salz und Butter geschmorten Spargels so richtig genossen habe, kam mir mein erstes Schweizer Spargelessen vor über 10 Jahren in Erinnerung.
Wir hatten damals bei der Arbeit eine "Dog & Pony-Show", wie damals die "Wir präsentieren die Abteilung vor einem Superoberchef"-Vortragsreihen intern hiessen, und wurden im Anschluss von ebendiesem zum Essen in einem sauteuren Restaurant in der Nähe eingeladen. Das Essen war eh total komisch, weil wir nur zwei Frauen am Tisch waren (das war noch nicht der komische Teil, das ist in der Branche eher normal bis überdurchschnittlich) und der Superoberchef darauf bestand "zwischen den beiden hübschen Ladies" zu sitzen und eine der ersten Fragen war: "Jetzt sagen Sie mir mal, Sie beiden Hübschen, was halten Sie denn von s.exueller Belästigung am Arbeitsplatz?". Nun denn, darauf wollte ich in der Geschichte jetzt eigentlich nicht raus (ich glaube unsere Antworten waren ziemlich ähnlich und hatten was mit "Oh, tschuldigung, ich glaube ich hab noch was in meiner Jacke vergessen, muss mal kurz Richtung Waschraum, oh, mhm, mein alter Platz ist schon besetzt, naja, sitze ich halt hier, weiter weg vom Sucperchef, auch gut" zu tun), es war nämlich auch Spargelzeit. Und ich war von heimischen (=bayerischen) Speisekarten gewohnt, dass man Spargel mit verschiedenen Add-ons wie Schnitzel, Steak, Schinken, Ei, weiss der Geier was bestellen kann, aber wenn man nur Spargel bestellt, dann ist das Spargel, Kartoffeln und Sosse. Ein Blick auf die Speisekarte zeigte mir, dass das hier scheinbar ganz genauso war: man konnte "Spargeln" (an diesen Plural musste ich mich auch erst gewöhnen) nur so haben, dann mit Rinderfilet, Krabben, mit Pferdesteak, mit Känguruhschnitzel, alles sowas. Ich war damals ja noch vegetarisch unterwegs, deswegen kam das alles für mich eh nicht in Frage (also: auch heute brauch ich zum Spargel ausser Kartoffeln und einer minimalistischen Sosse eigentlich nix), also bestellte ich Spargeln, einfach so, und rechnete mit einer ordentlichen Portion Kartoffeln dazu. Die Bedienung zog bei der Bestellungsaufnahme schon so ein komisches Gesicht, "Spargeln? Und was noch? Nix? Sicher?", mein Chef wollte mir das Känguruh aufschwatzen, ich war immer noch verwirrt von der Ansage des Superoberchefs, und wollte definitiv kein Känguruh, also: "Ja, mit ohne nix" (Dazu gedacht: Kartoffeln und Sosse, die so übrigens nirgends auf der Karte aufgeführt waren.).
Als das Essen dann kam, bekam ich: Spargeln. Mit nix. Und nicht mal besonders viel (wobei ich eh nicht weiss, wieviel Spargel(n) mit ohne nix man essen müsste, um wirklich satt zu werden.) Und weil ich ja so darauf beharrt hatte, dass ich "Spargeln, ohne Känguruh und auch mit sonst nix" hatte haben wollen, konnte ich ja auch jetzt nicht sagen "Äh, hallo? Gehts noch? Schau ich aus wie eine GNTM-Kandidatin? Wo sind meine Kartoffeln?".
Ich habe also meine (nicht mal sonderlich raffiniert gewürzten oder sonst irgendwas) 5 Spargelstangen verdrückt (dabei so lange über den Teller hin und hergeschoben, bis der Rest am Tisch mit ihren opulenten Festessen halbwegs fertig war) und dazu sämtliches Brot, was von dem Salat gang noch so rumstand. Seitdem vermeide ich Spargel(n)essen in Restaurants, weil ich immer noch nicht weiss, was ich bestellen müsste, um Spargel, Kartoffel, Sosse und kein Känguruhsteak zu bekommen.

Donnerstag, Mai 01, 2014

Tag der Arbeit

Während der Hübsche heute tatsächlich arbeiten musste (wie alles ist das hier ja kantonal unterschiedlich und der Hübsche arbeitet im Aargau = katholisch = Allerheiligen frei, 1. Mai nicht, und ich in Basel = reformiert = 1. Mai frei, Allerheiligen nicht), waren die Kinder (gehen im Aargau zur Schule, aber da ist es wieder ganz speziell, die haben nämlich am 1. Mai UND an Allerheiligen frei) richtig, richtig faul. Das Wetter lud ja dazu ein und so wurden den ganzen Tag die Pyjamas nicht ausgezogen (irgendwann kamen die Onesies, eine unglaublich gute Anschaffung für unsere Jungs, obendrüber), es wurde Lego gespielt, Nintendo und am Computer gedaddelt, Shaun geschaut, gelesen, in Regenpausen mit den Nachbarsjungs gespielt, gebastelt, geklebt, so was.
Ich hingegen konnte überhaupt nicht stillsitzen. Nach Ausschlafen bis halb neun (Einself!) habe ich Wäsche zusammengelegt, laaaaaaaang aufgeschobene Nähaufträge (ich bitte Sie: Hosenkürzen, das ist ja ..... fast wie flicken! So weit gings dann übrigens nicht, der Stapel Kinderhosen liegt da immer noch zum Reparieren) abgearbeitet, meine Seifensiederutensilien wieder mal vorgekramt und aus den erstaunlich zusammengeschmolzenen Vorräten eine Grünteeseife mit Heilerde und Zitronen-Waldmeister-Duft gequirlt. Ich habe tatsächlich alle Fette und Öle, die ich hatte, aufgebraucht (das waren Kokos, Sonnenblume, Olive, Distel und ein halber Liter Mandelöl) und auch an Düften ist fast alles weg..... Hmmm. Mal sehen, ob ich da wieder aufstocke. (Müsste ich eigentlich, ich habe nämlich noch 3 kg Natronlaugeplätzchen und jede Menge Farben.)
Und als die Formen (ich habe meine Lieblings-Milkyway-Formen, unter anderem die Venus von Willendorf verwendet) auf dem Terrassentisch zum Abkühlen standen und die Küche wieder, wie wir bei der Arbeit so gerne sagen, "chemiefrei" war, war ich schon grad so im Selbermachmodus drin, dass ich die von mir schon mit geheim, geheim bestickten zugeschnittenen Stoffteile zum Beziehen unserer grindigen alten Esszimmer-Stuhlposter vorholte, dazu die Nagelpistole und den kleinen Ixus-Akkuschrauber und eigentlich erstmal "nur kurz probieren" wollte. Irgendwie war das dann aber überhaupt gar keine Hexerei und ich habe erstaunlich undramatisch und v.a. (das war noch viel unerwarteter) unblutig vier Stühle neu bezogen und dann wieder zusammengeschraubt. Fotos gibts dann, wenn sie gemacht sind und wenn die Stickdatei freigegeben wird.
Und weil ich dann vor lauter Nagelpistolenrückstoss ein bisschen einseitig Rücken hatte, habe ich, obwohl heute eigentlich rennfrei gewesen wäre, noch eine Runde auf dem Crosstrainer eingelegt.
Schon beeindruckend, wie viel man in so einem Tag unterbringt, wenn man daheim ist! Little Q. hat mit mir noch lange Diskussionen über Pfadi-Pfila ja oder nein geführt (danke, Petterson & Findus, das Kind will nicht in einem Zelt schlafen!), dann über die Vergabepraxis von Wunschkursen im Ferienspass, dann über die angeblich ungerechte Aufteilung damals in der Projektwoche im Kindergarten und nachdem das ja schon mehrfach vrjährt ist, habe ich die Diskussion dann abgebrochen und ihn lieber zum Ankreuzen im aktuellen Ferienspass-Heft geschickt. Mal sehen, was von seinen Wunschterminen "Glasblasen, Trämliwerkstatt, Stadtführung über den Dächern, Schokoladenfabrik und nochwas, was ich vergessen habe, klappt!
Zum Abendessen haben sich die Jungs Mac&Cheese mit Hähnchenstreifen und Breznbröseln gewünscht, und weil wir nicht wussten, dass der Mann trotz Feiertag heute abend Training hat (in Basel!), haben wir jetzt noch eine ganze Menge davon übrig..... Hunger, anyone?