Donnerstag, Oktober 24, 2013

Ein Tag, so vollgepackt wie heute

Mal ganz unabhängig vom WMDEDGT ein Tag in Stichpunkten, der im Moment .... Alltag ist:
6:00h Aufstehen, Frühstücken, Kinder wecken, alle aus dem Haus scheuchen, in die Kinderkrippe bringen, zur Arbeit fahren
7:21h: Einstempeln, während der Computer hochfährt, einen Ordner BatchRecords durchvisieren, dann dringende Mails vom Vorabend beantworten, Kalenderblatt für heute ausdrucken, bis Mittag bin ich nicht mehr im Büro und muss wissen, wo welche Sitzung ist, mit dem Review eines zweiten Batches starten,
8:15h in Betriebskluft umziehen, auf dem Weg in den Betrieb eine Ladung Ordner in diverse noch verwaiste QA-Manager-Büros verteilen, kurzer Rundgang durch den Betrieb
8:30h: Morgensitzung mit dem Supportteam, Labor, Betrieb
9:10h: weise Entscheidung, noch einen Kaffee mit den Jungs zu trinken
9:30h: Anderer Bau, andere Sitzung: Nachbessern an einem bald startenden Projekt. Juhuu.
10:000h: Abteilungssitzug, geplant bis 11:00h. Geht bis 13:00h, meine Laune geht gegen .... Reden wir nicht drüber, Sie wissen ja, wie ich ohne Essen bin
13:00h - 13:30h: Mittagessen mit dem Chef, Besprechen von Sachen, für die es in der Sitzung nicht gereicht hat
13:30h - 14:15: ich versuche, das zu erledigen, was ich für die eigentlich zwei unverplanten Stunden des Tages geplant hatte: Personalfragen, Rundmails, mehr Review, mehr Personalsachen, aministratives Zeug
14:15h - 15:00h: Mein erstes (und letztes, bald heisst es nämlich "Quality Review Board") Freigabegremium, in dem das weitere Vorgehen mit einem Batch ging, bei dem einiges schief lief, mit QA, QA-Chef, meinem Chef und Registrierung
15:00h: Besprechung mit QA wegen einer geplanten Änderung und den nötigen Vorbereitungen
15:30h: ein paar vergebliche Telefonate, eine Besprechumg mit dem Ingenieur, der uns bei Problemen mit der Abfüllanlage hilft, noch einen Batchrecord fertig für QA machen und vorbeibringen, weil ich bin um
16:00h eh drüben zu einem Annual Product Review, mit ein bisschen Ausblick auf die FDA-Site Inspektion im Januar
16:30h Letzte Sachen fertig machen, alles einpacken, was ich evtl. übers Wochenende zum Arbeiten brauche, eine letzte Mail an die Supporttruppe, die ich auch nicht mehr erreicht habe, mit ein paar Anweisungen fürs Wochenende, ein kurzes Telefonat mit dem Hübschen, wo sich zeigt, dass die Termine für unsere Betriebsweihnachtsdingense am gleichen Tag sind....
17:08h Aufbruch nach Hause,
17:30h Abklatschen mit dem Hübschen in der Kinderkrippe, der das Auto übernimmt, um zum Sport zu fahren. Kinder in die Kleider betteln, Heimweg, Hausaufgabenkontrolle, Tagesreport ;-)
18:00h dem Kindergartenkollegen von Little L. die aus Versehen mitgenommene Poströhre daheim vorbeibringen
18:05h Juhuu, es ist noch eine Portion Bolognesesosse eingefroren, es gibt Nudeln. Als das Nudelwasser kocht, klingelt das Geschäftshandy, mein Supportchef und ich besprechen noch das eine oder andere, wozu wir uns heute untertags nicht gefunden haben
18:40h: Essen steht auf dem Tisch, gefrässiges Schweigen.
19:12h Kinder sind im Bad, mal sehen, ob ich laut werden muss, es gab nach dem gestrigen Bettgehrambazamba heute die Ansage: Wenn ich auch nur einmal intervenieren muss, wird das Vorlesen gestrichen.

Plan für wenn Schicht im Kinderschacht: Ab in die Badewanne, Wäschezusammenlegen, dann mit einem Glas Rotwein endlich meine am Montag im Büro aufgeschriebene ToDo-Liste abarbeiten incl. Rundmails an die Schichtleiter, Aufgaben für Support und Einkauf, ein paar Deviation Reports hoffenlich fertig machen, einen Change Request stellen und, last but not least, Locations für unsere Betriebsweihnachtsfeier anfragen (btw: ideas anyone? 20. Dezember, Location in/um Basel, für 40 - 60 Personen, kein unbegrenztes Budget pro Nase, für Apero und Abendessen?)

Kommentare:

rakotkrumpli hat gesagt…

War letztes Jahr zu einem Meeting bei Roche - wir wurden in die Brauerei in der Grenzacherstraße zum Abendessen ausgeführt. Das ist für die Weihnachtsfeier aber wahrscheinlich zu wenig originell, oder?
liebe Grüße
Sinikka

Irene hat gesagt…

Aus dem Bauch heraus, keine Ahnung von Saal-Grössen und Preisen:
Tram-Rundfahrt
Kloster Klingental
Papiermühle (Beiz)
Klus in Aesch
Kentucky Saloon in Pratteln
Unternehmen Mitte

Kat hat gesagt…

Hi,

wie wäre es mit dem Nellie Nashorn? Oder ist das zu weit weg?

Oder der Hadid Pavillon?

Viele Grüße, Kat

Anonym hat gesagt…

Ich weiß ja nicht, was in der Nähe bedeutet, von mir kommen diese Vorschläge:
Peja in Lörrach (hat aber keinen abgetrennten Raum!)
Kreiterhof in Wollbach - Egerten (Straußenwirtschaft, die vor Weihnachten auch öffnet)
Adler in Schliengen
Zum fröhlichen Landmann in Endenburg
Viele Grüße und zumindest heute ein sonniges Wochenende,
Kathrin

Tina Abel hat gesagt…

Moah, ich sehe schon, die Qualitäter versauen einem auch bei euch den ganzen Tag.

Anonym hat gesagt…

Wie schafft man es eigentlich, in so einem hochqualifizierten Job bereits um 17 Uhr gehen und das womöglich auch so planen zu können? Also ich kenne das nur so, dass jeden Abend je nach Anfall und Terminen open end ist.

Frau Brüllen hat gesagt…

@all: Danke für Ihre Tipps, ich bin natürlich spät mit der Suche, aber es sieht ganz gut aus. Ich werde BEscheid geben, wo wir hingehen!
@anonym: Jetzt mal Tacheles: Falls das jetzt einer von meinen heissgeliebten Trollkommentaren sein sollte: Glückwunsch, mal wieder veröffentlicht worden. Falls nicht: mal ernsthaft? Was ist das denn für eine Frage? Das ist eine Frage der Organisation und natürlich klappt es auch nicht immer. Wer aber sagt, dass es prinzipiell bei dieser Art Job nicht möglich ist, sollte mal Zeitmanagement googlen, sich selber über seine Prioritäten klar werden und lernen, seine Meinung zu vertreten. Und ja, ich habe schlechte Laune.

Anonym hat gesagt…

@anonym:
So oft ich staune, wie Frau Brüllen ihr Pensum schafft und mich durchaus hin und wieder auch frage, ob ich es so würde haben wollen, diese Sichtweise ist ätzend. Würde man ihr folgen und eben kein Gegenbeispiel sehen, bliebe doch nur der Schluss, dass Frauen eben niemals einen hochqualifizierten Job UND Familie haben könnten. (Gleichzeitig scheinen erfolgreiche Männer in dieser Denkweise in ihren Firmen unabkömmlich, in den Familien aber entbehrlich zu sein.) MICH kotzt an, dass es so einen Spagat erfordert. Dass es in vielen Köpfen diese Präsenzmentalität gibt. Durchaus auch, dass Feierabend oft nicht Feierabend ist. Die kürzlich von Frau Brüllen gezeigte To Do List für das Home Office wurde am arbeitsfreien Tag abgeleistet, meine ich. Es ist nicht einfach, die Balance zwischen all den lebenswerten Komponenten zu halten. Ich mag es mir gar nicht vorstellen, wie es sich darstellt, wenn man alleinerziehend ist. Aber wünschen würde ich mir mehr Unterstützung und Respekt. Es braucht keine unterschwellige oder offene Frage, was an dem Modell Brüllen faul ist. Besser wäre, wenn wir mal an einen Punkt kämen, an dem Vereinbarkeit von Job und Familie machbar wären. Und ja, TEMPORÄRE Spitzen müssten dann auch in beide Richtungen möglich sein. Das kranke Kind oder der kranke Arbeitnehmer selbst sollten ebenso wenig zum Untergang führen wie die mal spontan angesetzte abendliche Sitzung. Wunschdenken?

Im Moment habe ich das Gefühl, dass das Brüllensche Belastungsniveau über Normal ist. Da würde ich mich freuen, wenn es halbwegs absehbar eine Lösung gäbe. Und nein, sie liegt hoffentlich nicht darin, den gemochten Job in Frage stellen zu müssen.

Das war jetzt sehr spontan und hoffentlich nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt...aber gerade als Arbeitnehmerin mit zu vielen (nicht angeordneten, unbezahlten) Überstunden stört mich eine übersteigerte Erwartungshaltung an meine Anwesenheit im Unternehmen.

Viele Grüße
Geertje

Frau Brüllen hat gesagt…

@Geertje: <3

Anonym hat gesagt…

Trotzdem weiterhin Bewunderung, einen hochqualifizierten Job in einer überschaubaren Arbeitszeit bewältigen zu können. Und gute Laune.