Dienstag, April 02, 2013

Tipp vom Küken

Also, obwohl ich letztens gesagt habe, so Ratgebertante, das wäre ich nicht, muss ich nun doch einen bombensicheren Müttertipp mit Ihnen teilen. Achtung: aufgepasst.

Wie schaffe ich es, dass meine Kinder die Sommerzeitumstellung brav mitmachen? (Bonus: Wie schaffe ich es, dass sogar wir als Eltern überhaupt nicht mit der Sommerzeitumstellung zu kämpfen haben?)

1. Man lege die Sommerzeitumstellung auf ein verlängertes Wochenende.
2. Man verreise über dieses Wochenende zu den Grosseltern und der restlichen Verwandtschaft.
3. Man lasse die Kinder vom ersten Abend an (ratsam ist zB ruhig schon am Donnerstag vor der Zeitumstellung zu beginnen) so lange aufbleiben, wie sie wollen. Das mag vielleicht anfangs verwirren, wenn die Kinder auch um halb elf auf Nachfrage immer noch "nöööööö, überhaupt nicht müde!" gröhlen und zum 100. Mal auf dem Speicher Piratenschatzsuche spielen wollen.
4. Man sorge dafür, dass die Kinder trotzdem morgens zur gewohnten Zeit aufstehen, bevorzugterweise vor sieben Uhr. Das lässt sich besonders gut dadurch bewerkstelligen, dass man am Abend oft genug sagt, dass man am nächsten Morgen so lang ausschlafen kann, wie man möchte.
5. Ein bisschen tricky: man bringt innere Uhr der beteiligten Erwachsenen und Kinder vollkommen aus dem Tritt. Dazu lässt mandie Kinder in einer ungewohnten Umgebung schlafen, gerne auch mit anderen Lichtverhältnissen als zu Hause. Damit die Übertragung auf die Erwachsenen besonders gut funktioniert, sollten alle im selben Raum schlafen. Perfekt wäre es nun, wenn eines der Kinder in der Nacht unkontrolliert zu den verschiedensten Zeiten aufwacht, gern unterstützt durch Wachstumsschmerzen, so dass die betreuuenden Erwachsenen druch Trösten, Schmerzmittelgabe und wieder in den Schlafbegleiten selber erst mal total wach sind. Wenn man das über mehrere Nächte zu unterschiedlichen Zeiten (bevorzugt zwischen 2:00h und 5:00h morgens) hinkriegt, noch dazu das zweite Kind, dazu bewegt, die Frühschicht ab halb sieben zu übernehmen, dann ist man auf einem guten Weg.
6. Unterstützt durch Überreizung, hervorgerufen durch unkontrollierbare Geschenkefluten, und Ernährungsumstellung, basierend auf Frittiertem und Schokolade, sollte sich nach nur wenigen Tagen die innere Uhr aller Beteiligten so weit zurückggessetzt haben, dass man von einer Stunde vorwärtsrückwärtsseitwärts auch nichts mehr merkt, ist eh schon wurscht.

Nebenwirkungen: nicht zu vernachlässigen, klar, schlafmangelbedingte schlechte Laune bei allen Beteiligten. Auf ein Mittagsschläfchen sollte man allerdings unbedingt verzichten, das wirft einen nur unnötig zurück. Kontrollierte Alkoholgaben für die volljährigen Beteiligten zur Abendzeit schaden nicht.

Bei uns hat es so gut funktioniert, dass Little L. heute am ersten Arbeitstag trotz mitternächtlicher Aufwachaktion trotzdem schon um Punkt sechs fit zum Aufstehen war. Ich übrigens auch so was Ähnliches....

PS: man sollte das nur machen, wenn man seine Kinder wirklich aus tiefstem Herzen liebt. Sonst könnte man vermutlich dem Impuls, sie spätestens am dritten Tag an einer Autobahnraststätte auszusetzen, kaum wiederstehen....

Kommentare:

Frische Brise hat gesagt…

Oh, Ihr Ärmsten!

Ich weiß ja nicht, ob ich diese Tipps beherzigen will ;-)

mamafuer4 hat gesagt…

Lustig zu lesen, aber nachmachen ?
Ich mache einfach weiter wie sonst auch, nur zu den neuen (alten) Zeiten.

Damit die Kinder wirklich die ersten Abende müde sind zur neuen Zeit gibt es tagsüber heftiges Bewegungsprogramm.

LG

Bine hat gesagt…

Sorry ich musste lachen :-). Unser Patenrezept dieses Jahr : die Kinder zu Oma in die Ferien schicken.

Lg Bine

caramellita hat gesagt…

Oha, das ist hardcore ;-)!
Leider wohnen wir zu nah an den Großeltern, so dass die Sache schon bei Punkt zwei zum Scheitern verurteilt ist.
Aber eigentlich ist es nicht dumm: Man ist zwar dauermüde, aber dann ist das Thema nach drei Tagen gegessen. Ungelogen: wir (und ich schließe mich mit ein) kämpfen meisten zwei Wochen, bis wir wieder auf Spur sind.
Da muss schon mal ne Großbestellung nespresso-Kapseln dran glauben :)

Anonym hat gesagt…

Genau so funktioniert es! Haben wir in diesem Jahr auch so gemacht - einfach zu Oma und Opa und da zeitlich sowieso derart aus dem Tritt kommen, dass die eine Stunde auch egal ist.... Dumm nur, wenn die Kindelein wieder im Alltag dann um kurz vor 20 Uhr verkünden, es könne unmöglich Zeit zum ins Bett gehen sein, es sei ja noch so hell!
LG
rain

littlebinhh hat gesagt…

*ggggggg*

Also 1., 2. (in sehr reduzierter Variante), 3. und 6. hatten wir auch... Aber es braucht vermutlich das Komplett-Programm, denn heute morgen haben wir fast verschlafen.

Nina hat gesagt…

So haben wir das hier auch gemacht!
:)

Anonym hat gesagt…

mit dem Zug nach Hause fahren hilft übrigens auch ungemein: der Anschlußzug Richtung Süden wartet bei 10 min Verspätung nicht. Man kommt in den Genuß, die Öffis grenzüberschreitend ausgiebigst auszutesten, das Kind fängt allmählich an zu hospitalisieren, der daheimgebliebene Partner meint: "Aber eigentlich wäre es ja auch erst acht, wenn ihr nach Hause kommt." Aargh...
Liebe Grüße von einer stillen Mitleserin

wachstumsschublade hat gesagt…

Ein Traumosterwochenende. Kurz gesagt. Bei uns nicht unähnlich. Zum Glück gibt's Kaffee. Hoch die Tassen!

asty hat gesagt…

Oder es sind wie hier noch Osterferien, da müssen nur die Eltern aufstehen und die Jungs stehen erst auf, wenn ich mittags schon wieder zurückkomme. Wir verschieben die Problematik einfach um eine Woche :-). Dann bin ich längst wieder im Trott, aber die Jungs haben das grosse Erwachen - oder auch nicht ......

Grüsse von asty

Wolfram hat gesagt…

Warum lassen wir uns diese Folter eigentlich jedes Jahr wieder zweimal gefallen?

Sommerzeitumstellung ist ein teures Vergnügen; das war nur interessant, als man im Krieg (!) zwei Schichten bei Tageslicht arbeiten lassen konnte, man sparte die Verdunkelung ein.
Heute spart man da gar nix, sondern hat nur viele Unfälle, Heizen zu Zeiten, wo normale Leute noch im Bett liegen und keine Heizung brauchen, etc.