Mittwoch, Februar 06, 2013

Frau Doktor

Da höre ich heute morgen im Radio (btw: wenn mir zu Unizeiten, insbesondere, um schon mal auf den Titel -hahaha- zu kommen, zu Doktorarbeitszeiten, wo ich wirklich Probleme hatte, einmal in der Woche um halb acht aufzustehen, um pünktlich um 9.00h c.t. im Arbeitskreisseminar aufzutauchen, gesagt hätte, dass ich mal regelmässig um 7:25 anfangen würde zu arbeiten, gerne auch mal früher, heute eben: eingestempelt um 6:32h, das hätte ich ja nicht geglaubt), dass Frau Schavan ihr Doktortitel aberkannt werden soll/wird/wurde, was auch immer (und ja, ich mag die vielleicht billigen Wortspiele auf SpOn, wie "Titelkampf" und "Entzugserscheinungen"). Und neben aller akademischen Entrüstung, die ich ja im Fall Guttenberg schon mal geäussert habe, keimte in mir der Gedanke: "Warum sind immer "nur" die Doktoranden die Bösen und die Prüfer, das ist ja nicht nur einer, kommen ungeschoren davon? Wenn ich hier einen Batchrecord reviewe und etwas übersehe, dann hänge ich mit meiner Unterschrift bei potentiellen Fehlern genauso drin, wie der, der den Fehler gemacht hat. Abgesehen davon, dass hier bei uns ja keine Fehler passieren.)"
Und bevor ich das noch gross ausformuliert habe, hat Frau Susalabim das schon getan.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ganz genau das habe ich gerade gedacht, als mir nach dem Hochfahren des Computers die Nachricht ins Auge sprang. Ganz genau das.
Gruß !
Barbara

Claudias rosige Zeiten hat gesagt…

Batchrecord reviewe ??????

Ischkommausdersozialpädagogik-keineahnungwasdasheisst......;-))))

sabigleinchen hat gesagt…

Ja die haben doch einen Knall. Vor allem kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Dame und auch schon ihr bekannter Vorgänger mit diesen Problemen, das mit voller Absicht getan haben. Denn wenn das in Absicht und grossem Umfang geschehen wäre, hätte das ja wirklich bei der Bewertung jemand merken müssen.
Ich habe nicht studiert, aber letztes Jahr meine Diplomarbeit auf Stufe HF geschrieben und hatte echt Angst, dass mir jemand vorwerfen könnte, ich hätte abgeschrieben und somit betrogen. Uns wurde auch eingeimpft bloss keine Quelle zu vergessen etc. Da wird man ganz schizophren und übervorsichtig und überlegt sich bei jedem Satz wie man den noch anders formulieren könnte. Das ist schon nicht mehr ganz normal wie das heute läuft.

Anonym hat gesagt…

Nun ja, bei fehlerhaftem Batchrecord ist der unmittelbare Schaden auch größer als bei einer mehr oder weniger geschummelten Doktorarbeit.
Mittelbar sieht es, rufe ich mir Frau Schavans Wirken als Kultusministerin/BW ins Gedächtnis, allerdings anders aus. Kausalität vorausgesetzt.
Was die Einseitigkeit der Konsequenzen angeht, haben sie aber sehr Recht.
AnKa

Tin@ hat gesagt…

Nach dieser Sache hier wundert mich genau nichts mehr:

http://www.laborjournal.de/editorials/661.lasso

rage hat gesagt…

ich glaube, wir haben damals auch per mail kommuniziert, und wenn ich mich richtig erinnere, war meine argumentation, dass ich wirklich finde, dass wir andere probleme haben. kommt hinzu: es gibt bald keine felder mehr, die noch nicht beackert wurden. wer das rad neu erfinden will, erhält dafür ja den nobelpreis... es geht also fast nicht über abschreiben... these und antithese. und da mal eine fussnote vergessen, also bitte. eben, da hat die welt andere probleme. zudem ja: es kann nicht sein, dass nur der doktorand schuld ist, es sind auch die prüfer. faule kerle, das.

123Moni hat gesagt…

...muss man sicher differenziert sehen klar, ICH finde allerdings, dass es nicht einfach so hingenommen werden kann, dass sich jemand, der sich mit einem Doktortitel schmückt (dessen Bedeutung ja hinreichend bekannt ist) einfach so mit "fremden Federn" schmückt, denn: richtiges Zitieren ist zwar innerhalb der eigenen Ausführungen ANSTRENGEND.. das ganze Anführungszeichen-Punkt-Punkt-Punkt-vgl. XY S. blabla... ABER: nicht neu, und mit der Ausarbeitung lässt man sich ja auch entsprechend Zeit..und mir kann nun niemand erzählen, dass er nicht "merkt", ob er sich etwas selbst erdenkt, oder gerade einen fertigen schlauen Gedankengang aus einem Quelltext/eines ANDEREN, nach Umstellung eines kleinen Wörtchens oder so, dann plötzlich mit stolz geschwellter Brust und gutem Gewissen als "SEINS" hinstellt... die Beispiele, die öffentlich gemacht wurden, fand ich schon bezeichnend...auch schon dreist..aber der Fall des Herrn G. war sicher ein ganz besonders brisanter...habe heute unter Süddeutsche.de einen schönen Artikel dazu gelesen!

Zurückdrehen kann man da nichts mehr, die Hausarbeiten des Sohnes werden jetzt schon durch ein Computerprogramm geprüft (sucht Übereinstimmung von ganzen Sätzen...) und grds. ist das ja auch gut so!

Man darf ja auch nicht einmal einen Notenzettel einfach kopieren und an de Kinder verteilen, youtube-Videos werden wg. fehlender Rechte gesperrt uvm. - wo will man auch anfangen, Schutz geistigen Eigentums wird eben überall groß geschrieben...

Moni

Judith hat gesagt…

so oder so finde ich die ganze Sache überzogen und vermute, dass die Opposition dahinter steckt. Wer sonst hat ein Interesse daran, 33 Jahre nach Erscheinen nochmal schlafende Hunde zu wecken? In Anbetracht der Tatsache, dass Totschlag nach 30 Jahren verjährt ist, sollte es so was doch auch sein.