Freitag, Januar 15, 2010

Fragestunde

Auch hier wird ja gefragt und erklärt, was das Zeug hält.
Als ich letztens eine neue Pillenpackung besorgen musste, wollte Little Q. wissen, ob ich krank wäre und wofür die Tabletten denn wären. Grmpf. Nun ja, wir haben ihm also erklärt, dass wir nicht noch ein Baby wollen und dass ich deshalb diese Tabletten nehme. Es folgte die übliche Diskussion, warum wir nur zwei und die Auels doch drei Kinder hätten und er noch ein Baby, am liebsten noch einen Bruder gerne hätte etc.. Richtig betroffen machte mich aber dieses Argument: "Okay, und was ist, wenn der Little L. und ich auf einmal tot wären? Da wäre es doch gut, wenn ihr noch ein Baby hättet." ...
Genau andersrum ging es, als er (er durfte letztens "Die drei Räuber" auf DVD anschauen) sich mit dem Thema "Waisenhaus" auseinandersetzte. Nachdem geklärt war, dass man nicht einfach so in ein Waisenhaus verfrachtet wird, ging es weiter:"Und wenn du und der Papi dann auf einmal tot seid?" Hmpf. Mein ganzes Rumlavieren, dass er und Little L. vermutlich gar nicht in ein Waisenhaus kämen, sondern entweder bei einer der Tanten, dem Onkel oder den Au-els unterkämen (btw: Haben Sie verbindliche Regelungen für Ihre Kinder im Fall der Fälle getroffen?), nutzte nichts: erst meine Versicherung, dass man heutzutage im einem Waisenhaus sicher auch mal Süssigkeiten bekommt und nicht nur Rübenmus (dazu müssen Sie jetzt den Film gesehen haben, was sich eh lohnt), beruhigte Little Q.. Er ist nur enttäuscht, dass ich Spielverderber gesagt habe, dass man heutzutage wohl ganz normal mit einem Auto und nicht mit einer Kutsche ins Waisenhaus gebracht wird.....
(Immer noch Hormone, ganz schlimm)

Kommentare:

rage hat gesagt…

wir haben keine verbindlichen regelungen, weil wir uns nicht einigen können :-)

abgesehen davon ist genau das, was little q. gesagt hat, ein grund, warum die frage nach dem dritten kind nicht erledigt ist. ich habe das ja erlebt, und ich glaube, es wäre der horror gewesen, wenn meine eltern ihre ganzen verlustängste nur auf mich übergewälzt hatten. so waren wir zu zweit, die das teilen konnten. meine überlegung ist dann: ich kann das EINEM kind nicht zumuten.

aber ist eh alles schiere theorie, kann auch nicht der einzige grund sein und wahrscheinlich wirds bei zwei kindern bleiben.

frau kollegin hat gesagt…

wir haben auch keine verbindliche regelung. ich weiß zwar, wie ich es gerne hätte, aber das offiziell festzuhalten und mit den gewünschten personen abzuklären, das schaffe ich nicht. (können wir hier festhalten, für den fall der fälle: die kinder sollen zu meiner schwester.)
außerdem bin ich überzeugt, dass sie es auch bei den anderen verwandten gut hätten. sogar den schwiegereltern. (da würden sie dann zwar in designerkleidern rumlaufen, klavier-, reit- und golfunterricht nehmen, jeden tag ins museum gehen und natürlich in viel bessere privatschulen gehen, ach ja, und englisch lernen, am besten sofort, aber sie wären geliebt.)

dieses gespräch hatten wir (tochter und ich) auch schon des öfteren. die tochter war von der antwort, dass sie dann ja vielleicht zur tante kommen könnte, begeistert. "die hat ja zwei katzen! super!"
so schnell ist man eingetauscht. gegen zwei wollknäuel.

Jessi hat gesagt…

Oh weh... bei solchen Fragen kommt man schon mal gut ins schwitzen!

Bei uns letztens die Frage wofür denn die kleinen weißen Dinger (Tampons) gut sind!

Mama ich weiß was das ist- Tabletten für den Popo!

Ok sie sehen ja auch aus wie Zäpfchen...


Oh und verbindliche Regelungen haben wir noch nicht getroffen.Sollte man sich aber mal Gedanken drüber machen... Ich denke auch das die beiden Jungs überall gut aufgehoben wären. Was mir wichtig wäre : Das sie zusammen bleiben!

LG Jessi

Tina hat gesagt…

Schwieriges Thema. aber es zeigt auch mal wieder wie unbefangen Kinder mit dem Thema Tod an sich umgehen.

Als ich Kind war, gab es eine Regelung und ich wusste genau zu welchen Verwandten ich im Todesfall meiner Eltern gekommen waere. Ich glaube sich damit anfangs auseinanderzusetzen war schwer fuer meine Eltern, aber als es dann eine Regelung gab und alle Beteiligten Bescheid wussten, war es im gewissen Sinne auch eine Erleichterung. Aber es ist - wie in den meisten Faellen - zum Glueck nicht zu dem Extremfall gekommen.

Btw: Ich wusste gar nicht, dass es von den "3 Raeubern" auch nen Film gibt. Ich hatte es (und habe es heute noch) nur als Buch und fand es klasse!

Lg und ein schoenes Wochenende,
Tina

terschies hat gesagt…

Wir hatten damals eine Regelung aber wohl hauptsächlich weil ich auf gar keinen Fall wollte, dass unsere Kinder zu meinen Eltern kommen und die Odenwälder Verwandschaft meines Mannes wäre nicht in Frage gekommen. Ich habe mich damals bei einer Rechtsberatung informiert, was zu tun sei. Wir haben also ein Testament aufgeschrieben und darin vermerkt, wen wir als Vormund für unsere Kinder haben wollen. Das haben wir beide unterschrieben und einmal bei der Freundin deponiert, die diejenige gewesen wäre, der wir unsere Kinder anvertraut hätte. Dann je ein Testament bei meinem Bruder und bei Arbeitskollegen.
Bei uns führte das dann dazu, dass unsere Tochter, als sie mit besagter Freundin und anderen Leuten auf einem Ausflug war, freudestrahlend verkündete, dass sie ja zu der Freundin käme - wenn Mama und Papa tot sind. Echt zartfühlend diese Kinder!
Ich wünsche auch ein schönes Wochenende!

Anonym hat gesagt…

brüll. Super Quentin. Musste echt lachen.
VG
Melanie